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Opfer

Thriller
Buch
Taschenbuch, 336 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3608503706

ISBN-13: 

9783608503708

Auflage: 

1 (30.08.2018)

Preis: 

14,95 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 597.257
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3608503706

Beschreibung von Bücher.de: 

Anne Forestier ist zur falschen Zeit am falschen Ort. In einem Juweliergeschäft wird sie Opfer eines brutalen Raubüberfalls. Da sie die Täter identifi zieren kann, setzen die Verbrecher alles daran, die Zeugin zu eliminieren. Doch es gibt jemanden, der sich ihnen in den Weg stellt, um die Frau zu schützen, die er liebt: Kommissar Camille Verhoeven, Chef der Pariser Mordkommission.

Der Tag von Kommissar Camille Verhoeven beginnt düster. Erst die Beerdigung seines besten Freundes, dann ein bewaffneter Raubüberfall auf den Champs-Élysées. Es ist der Tag, an dem Camille Verhoeven lernen wird, dass das Schicksal keine Rücksicht nimmt. Der Kommissar sitzt vor den Überwachungsbändern, sieht eine blutig geschlagene Frau auf dem Boden liegen, die mit flehendem Blick direkt in die Kamera schaut, hinter ihr ein Mann mit Gesichtsmaske und Pumpgun. Sieht die Frau sich bewegen, sieht, wie sie sich aufzurichten versucht. Glatter Selbstmord mit der Pumpgun im Rücken. Doch die Frau, sie sieht esnicht. Camille Verhoeven krallt die Finger in die Tischplatte, lernt in diesem Moment das Gefühl absoluter Machtlosigkeit kennen. Denn die Frau, die ihn aus dem Bildschirm heraus anzuflehen scheint, ist Anne Forestier, seine Lebensgefährtin.

Kriminetz-Rezensionen

Brutal anders

Zum Inhalt:
Camille Verhoeven, Chef der Mordkommission der Pariser Polizei, muss zu seinem Schrecken sehen, dass ein schwerverletztes Opfer eines brutalen Überfalls seine Lebensgefährtin Anne ist. In dem Bestreben, sie vor dem gefährlichen Räuber zu schützen, überschreitet er seine Kompetenzen und muss zudem feststellen, dass er einem Gegner gegenübersteht, der seine Züge ähnlich gut wählt wie Camille selbst.

Mein Eindruck:
Dieses Buch ist aufgeteilt in drei Tage als Großkapitel mit Zeitangaben zu den chronologisch ablaufenden Vorkommnissen. Dazu gesellen sich Rückblenden in Form von Gedanken der Figuren. Die Geschichte spaltet dabei durch Lemaitres Schreibstil, die Brutalität und nicht zuletzt den Zügen der handelnden Personen. Der Stil des Autors ist sehr distanziert, da er nicht nur hauptsächlich in der dritten Person schreibt, sondern auch fast keine wörtliche Rede verwendet und gerne das Passiv nutzt. So entsteht ein getriebener, nicht selbstbestimmter Eindruck, welcher noch dadurch verstärkt wird, dass der Killer seine Sicht der Dinge in der Ich-Form schildern darf. Beim Leser löst das zwiespältige Gefühle aus; Einerseits fällt einem die Identifikation mit den „positiven“ Figuren schwer, andererseits kann diese unterkühlte Sicht als Beobachter den Vorteil haben, sich mehr vom Hirn als vom Herz leiten zu lassen. Dieses könnte vor allen Dingen ein Pluspunkt bei den mit unheimlicher Brutalität vorgenommenen Verhörmethoden seitens des Antagonisten sein, da diese jedoch meistens nicht mit dem gnädigen Abstand geschildert werden, erhält die Leserschaft das volle Pfund an allem, was einem Sadisten so einfallen kann. Die Konstellation mit einem eher kurz geratenen Kommissar und einer – vor dem Überfall – verführerisch wunderbaren Frau ist fast zu schön, um wahr zu sein und kann wohl in dieser Art nur von einem Franzosen erdacht werden.

Doch obwohl ich die Technik durchaus würdigen kann, bleibt ein schaler Geschmack zurück: Trotz aller Brutalität langweilt die Geschichte über weite Strecken, bevor sie im Laufe des letzten Tages (und damit im letzten Drittel des Buches) durch eine Wendung richtig Fahrt aufnimmt. Für meinen Geschmack zu spät und obwohl ich dieses letzte Drittel dann relativ schnell und gerne gelesen habe, kann ich dem Buch nicht verzeihen, dass die ersten beiden Tage wie zähes Kaugummi klebten.

Mein Fazit:
Handwerklich meisterhaft und mit einem großartigen Stil, den der Autor leider lange für brutale Langeweile missbraucht.

Nicht mein Buch

Inhalt:
Kommissar Camille Verhoeven, Chef der Pariser Mordkommission, wird per Videoaufzeichnung Zeuge davon, wie seine Lebensgefährtin Anne Forestier in einem Juweliergeschäft das Opfer eines brutalen Raubüberfalls wird. Sie überlebt schwer verletzt, ist jedoch weiter in Lebensgefahr, weil sie die Täter identifizieren kann. Camille setzt alles daran, die Täter zu finden.

Meine Meinung:
Es war für mich das erste Buch dieses Autors. Die Leseprobe gefiel mir gut, obwohl mir da auch schon der etwas außergewöhnliche Schreibstil aufgefallen ist. Leider hat das Buch meine Erwartungen in keiner Weise erfüllt. Die Geschichte begann zwar spannend, leider versandete sie dann immer mehr in Nebensächlichkeiten. Es passiert mir relativ selten, dass ich mich mit den Protagonisten nicht anfreunden kann, in diesem Fall war es leider so. Außerdem störte mich der etwas abgehackt wirkende Schreibstil immer mehr. Ich war ehrlich gesagt erleichtert, als ich die Lektüre beendet hatte und werde wahrscheinlich kein weiteres Buch dieses Autors mehr lesen.

Zur falschen Zeit am falschen Ort…

Opfer ist in viele kurze Kapitel unterteilt. Die Handlung erstreckt sich über drei Tage und jedes Kapitel ist mit einer Uhrzeit und manchmal mit dem entsprechenden Datum betitelt. Abwechselnd kommt jeder, also der Kommissar, Anne Forestier und einer der Räuber, als Ich-Erzähler zu Wort. Das sorgt von Anfang an für ein sehr hohes Tempo, allerdings auch ein bisschen für Verwirrung. Bei mir jedenfalls.

Gewalt
Der Autor Pierre Lemaitre lässt mich als Leser recht tief in menschliche Abgründe blicken. Wer ein Problem mit der expliziten Darstellung von Gewalt hat, ist hier vielleicht nicht ganz richtig. Allerdings werden diverse Gewaltexzesse dann auch wieder mit einem recht hohen Maß an bösem Humor wett gemacht. Also insgesamt kein Buch für allzu empfindliche Menschen.

Band 3
Opfer ist offensichtlich der letzte Teil einer Trilogie um den kleinwüchsigen Kommissar Camille Verhoeven. Die beiden ersten Bände kenne ich nicht, konnte aber vollkommen problemlos der Handlung folgen, ohne den Eindruck zu haben, mir würden Informationen fehlen. So wirklich geht das auch aus keinem Teil des Buches hervor, was ich schon ein bisschen ärgerlich fand. Ich lese mehrbändige Reihen gerne in der richtigen Reihenfolge.

Logik
Insgesamt fand ich Opfer spannend, temporeich und vielleicht durch die häufigen Perspektivwechsel ein bisschen verwirrend. Das Buch erinnerte mich ein bisschen an 24 Hours ,allerdings in einer nicht-fernsehtauglichen, brutalen Version. Gelegentlich bleibt die Logik ein bisschen auf der Strecke oder wird zugunsten der Spannung reichlich gedehnt - man sollte es also nicht zu genau damit nehmen.

Mein Fazit:
Opfer ist ein gleichermaßen spannendes wie brutales Buch. Wer kein Problem mit expliziter Gewaltdarstellung hat, darf sich allerdings blendend unterhalten fühlen.

Ein verwirrender Fall

Es gibt einen brutalen Überfall auf ein Juweliergeschäft. Es ist kein guter Tag für Kommissar Camille Verhoeven, als er sich mit diesem Fall beschäftigen muss. Auf den Überwachungsbändern sieht er eine Frau, die schrecklich zugerichtet in die Kamera schaut. Doch es ist nicht irgendeine Frau. Es ist Anne Forestier, die zur falschen Zeit am falschen Ort war und in diesen Überfall geraten ist. Und diese Frau ist die Lebensgefährtin von Camille Verhoeven. Sie hat zu viel gesehen und kann die Täter identifizieren. Daher ist sie auch noch in Gefahr, als sie schwer verletzt im Krankenhaus liegt. Der Kommissar will die Täter auf jeden Fall fassen, da er noch eine Rechnung mit ihnen offen hat. Aber er will auch Anne schützen.

Dies ist mein erstes Buch von Pierre Lemaitre und mir gefällt sein nüchterner Schreibstil, der aber nicht ganz einfach zu lesen ist. Erst mit der Zeit entwickeln sich die Zusammenhänge und es wird sichtbar, wie die einzelnen Figuren miteinander verbunden sind. Es gibt immer neue Wendungen, so dass bis zum Schluss alles offen bleibt. Doch dann zeigt sich das Ausmaß der Verwicklungen.

Das Schicksal hat Camille Verhoeven schon vorher gebeutelt und es wirft ihm auch weiterhin Steine in den Weg. Genau das aber ist der Antrieb, der Camille durch diesen Fall bringt, wobei er Vorschriften außer Acht lässt und seinen nicht ganz geraden Weg geht. Aber seine zwiespältige Beziehung zu Anne wird erst mit der Zeit klarer. Niemand bei der Polizei weiß von Camilles Beziehung zu Anne, was es ihm ermöglicht, die Ermittlungen zu führen.

Die Charaktere sind interessant und authentisch. Es ist eine komplexe Geschichte, die sich langsam entwickelt. Am Ende gibt es dann noch eine Wendung, die sowohl den Leser als auch Camille Verhoeven alles aus einem neuen, überraschenden Blickwinkel betrachten lässt.

Ein ganz besonderer Thriller, der mir gut gefallen hat.