Cover von: Poppy
Amazon Preis: 14,99 €
Bücher.de Preis: 14,99 €

Poppy

Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu.Thriller
Buch
Broschiert, 432 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3548065783

ISBN-13: 

9783548065786

Erscheinungsdatum: 

30.06.2022

Preis: 

14,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3548065783

Beschreibung von Bücher.de: 

Nichts ist zu privat, um auf Instagram geteilt zu werden. Auch nicht die Entführung deines Kindes.

Vier Stunden nachdem die berühmte Influencerin Lotte Wiig ein Bild ihrer zweijährigen Tochter Poppy gepostet hat, verschwindet das Kind. Die Entführung erschüttert ganz Norwegen, denn Millionen von Menschen folgen dem Leben des bezaubernden Mädchens Tag für Tag.

Erst vor kurzem wurde ein anderes Kind entführt, das zwölf Stunden später wieder auftauchte. Ist es der gleiche Täter?

Kommissarin Emer Murphy erfährt von der Entführung aus den Medien, doch wegen einer psychischen Erkrankung darf sie im Moment nicht arbeiten. Aber Emer will dieses Kind unbedingt finden, denn Poppy berührt etwas in ihr. Etwas, das sie längst vergessen wollte.

Kriminetz-Rezensionen

Was ist mit Poppy?

Die Influencerin Lotte Wiig präsentiert ihre zweijährige Tochter Poppy ständig in den Medien. Dann ist das Mädchen plötzlich verschwunden.

Die Bekanntheit von Mutter und Tochter macht die Ermittlungen natürlich sehr schwierig. Als Emer Murphy von der Entführung des Mädchens erfährt, entschließt sie sich der Sache nachzugehen, obwohl sie krankgeschrieben ist. Sie setzt sogar die Psychopharmaka ab, um ihre Intuition spüren zu können und begreift, dass bei dem Fall nichts so ist, wie es scheint. Außerdem wird sie an etwas erinnert, das sie längst vergessen wollte.

Es ist eine spannende Geschichte und der Schreibstil sehr fesselnd.

Ich muss sagen, dass ich nicht verstehen kann, wie Menschen ihr ganzes Leben in den sozialen Medien allen anderen zugänglich machen können. Noch weniger verstehe ich, wie man sein Kind auf diese Weise vermarkten kann. Nun gut, das ist meine Meinung. Doch diese Öffentlichkeit birgt auch Gefahren.

Lotte ist für mich nicht so ganz fassbar. Einerseits präsentiert sie sich der ganzen Welt, andererseits zeigt sie auch paranoide Züge. Als sie gestalkt werden, gibt es bei ihr Zweifel, doch ihr Mann Jens sieht nur die steigenden Klicks, die Geld bringen.

Kommissarin Emer Murphy hat auch ihr Päckchen zu tragen. Dieser Fall aber bringt sie dazu, sich in die Arbeit zu stürzen, obwohl das riskant für sie ist. Sie und ihr Kollege Mons Tidemand müssen in viele Richtungen ermitteln. Da gibt es den Stalker, Pädophile könnten dahinterstecken, aber auch die Familienmitglieder scheinen alle etwas zu verbergen. Die Klärung ist also nicht einfach.

Immer wieder gibt es neue Wendungen, so dass man sich bis zum Schluss nicht sicher sein kann, was hinter allem steckt.

Mir hat dieser spannende Thriller gut gefallen.

Social Media – Fluch oder Segen?

Kristine Getz startet die Reihe um Ermittlerin Emer Murphy mit einem hochaktuellen Thema, Social Media und Kinder.

Was darf ins Netz? Wie weit kann und darf man gehen, um damit Geld zu verdienen? Hat man überhaupt einen Einfluss auf die Reaktionen im Netz?

Rund um diese Themen webt Kristine Getz die Story um die Entführung von Poppy.

Das Auffälligste an dem Buch ist zunächst das Cover. Es ist wirklich sehr gut gelungen und lenkt den Focus sofort auf den Inhalt des Buches.

Der Schreibstil ist flott und modern. Durch häufigen Perspektivwechsel und Unterbrechungen durch Auszüge aus Social Media Foren, verdeckten Pädophilenforen und Polizeitwitter, baut sich eine kontinuierliche Spannung auf, die bis zum Schluss anhält. Die Protagonisten sind sehr interessant und vielschichtig. Vor allem die beiden Ermittler machen Lust auf eine Fortsetzung. Geheimnisse, offene und verdeckte Spannungen in den Beziehungsgefügen locken den Leser immer wieder auf falsche Fährten.

Obwohl das Buch einen Sog entwickelt, dem man sich nicht entziehen kann, gibt es für mich doch Kritikpunkte. Es sind zu viele Themen. Social Media, Follower ohne eigenes Leben, Psychopharmaka, Pädophilie, Macht der Influencer und dann auch noch Wahrsagerei. Weniger wäre hier mehr gewesen. Auch gibt es einige Punkte, die in meinen Augen unglaubwürdig bzw. etwas konstruiert sind.

Aber insgesamt verdient das Buch in jedem Fall 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

Instadanger

Lotte Wiig ist eine megaberühmte Influencerin auf Instagram. Sie ist die Mutter einer zweijährigen Tochter – Poppy – und Hunderttausende folgen ihr und ihrem scheinbar perfekten Leben in einem perfekten großen Haus mit ihrem perfekten, gutaussehenden Mann. Sie postet Bilder von Poppy und wird von Werbeträgern gut bezahlt. Als sie eines Tages wieder einmal ein Foto von Poppy postet, verschwindet diese kurz darauf aus dem Garten des Hauses. Was ist passiert? Hat sich das kleine Mädchen verirrt? Oder wurde sie entführt?

Kommissarin Emer Murphy ist eigentlich wegen psychischer Probleme krankgemeldet, doch sie kann nicht anders: Diesen Fall muss sie übernehmen, denn sie ist die Einzige, die Poppy finden kann …

Eigentlich habe ich diese gebrochenen, kaputten KommissarInnen echt gestrichen, doch hier war es wirklich mal eine interessante Sache, was mit Emer abging. Einerseits kann ich mit dem, was ihre Großmutter macht, nichts anfangen, andererseits war es trotzdem spannend zu lesen, wie sie sich intuitiv ein richtiges Bild von den Verhältnissen machte und danach handelte.

Auch das Thema Influencer und Posten von Kinderbildern inklusive von Dark-Net-Chatrooms und Mütterforen (einer gruseliger als der nächste) spielten eine Rolle und sorgten für dezente Gänsehaut. Ich mochte zwar das Ende nicht sonderlich und mir war ab einem gewissen Punkt klar, worauf es hinausläuft, aber dennoch war das ein interessanter Einstieg in eine Reihe, die ich weiterverfolgen möchte.

Im Internet sind viele krankhaft veranlagte Menschen unterwegs – zum Nachdenken!

Der Titel könnte auch heißen: Das Mädchen, das von ihrer eigenen Familie …t und …t wurde. So viel Fantasie hätte ich zum Schreiben eines Krimis im Darknet über Pädophile und Ähnlichem nicht bieten können. Für ein Erstwerk der jungen Autorin bewundere ich den kreativen Spannungsbogen.

Über ein Bankkonto auf den Cayman Islands verfüge ich zwar nicht, aber beim Online-Banking auf deutschen Bankkonten zumindest klappt eine Überweisung mittlerweile nur in zweifacher Rückkopplung mit dem Geheim-Code des eigenen Handys. Und eine Überweisung über einen dermaßen hohen Geldbetrag sollte man vorher bei der überweisenden Bank anmelden, nach meinem letzten Kenntnisstand mit NAB in Australien. Wie eine solch hohe Überweisung nun genau in den USA getätigt würde, weiß ich jedoch nicht.

Insgesamt wird eine sehr krankhafte Welt rund um Instagram auch mit gestellten Kinderbildern, dem Darknet, Psychosen, absonderlichen Quälereien, Likes und Unwahrheiten präsentiert, mit einem lauten Ruf um Abhilfe durch das Jugendamt.

Rezension zu Poppy

Nachdem die berühmte Influencerin Lotte Wiig ihren neusten Post von ihrer Tochter Poppy veröffentlicht hat, verschwindet diese spurlos. In Norwegen ist man tief erschüttert, denn dem kleinen Mädchen folgen Millionen von Menschen, und das Tag für Tag. Erst vor Kurzem wurde ein anderes Kind entführt, das aber wenige Stunden später wieder auftauchte, die Hoffnung ist groß, dass auch Poppy schnell wieder auftaucht.

Emer Murphy, die sie sich gerade von einer psychischen Erkrankung erholt, erfährt aus den Medien von diesem Entführungsfall. Trotz Krankschreibung will Emer dieses Kind unbedingt finden …

»Poppy. Dein Kind verschwindet und die ganze Welt sieht zu« stammt aus der Feder von Kristine Getz.

Poppy ist schon vor ihrer Geburt eine Berühmtheit, denn ihre Mutter, die Influencerin Lotte Wiig lässt die Welt an dem Leben des kleinen Kindes teilhaben. Nach einem Post, der den Aufenthaltsort von Poppy zeigt, verschwindet das Mädchen spurlos. Nicht nur die Eltern sind erschüttert und verzweifelt, das ganze Land fühlt mit den Eltern mit, zunächst …

Kommissarin Emer Murphy, die sich eigentlich von einem psychischen Zusammenbruch erholt, kann nicht anders, als bei den Ermittlungen zu helfen, auch wenn es vielleicht ihre Gesundheit kostet.

Die Thematik hat mich direkt angesprochen, die Vermarktung eines Kindes und deren mögliche Folgen wurden in einen interessanten und spannenden Thriller verwoben.

Poppy ist ein Star, ein unfreiwilliger Star, der von seinen Eltern gnadenlos vermarktet wird, ohne dabei die Folgen zu bedenken. Die Eltern empfand ich am Anfang sehr unsympathisch, vor allem den Vater. Bei Lotte Wiig, wird nach und nach klar, dass mehr hinter ihrer Fassade steckt, als man zuerst annimmt. Beim Vater ist sofort klar, er macht alles, Hauptsache der Rubel rollt. Auch der Rest der Familie Wiig ist wenig sympathisch und so hat man als einzigen Sympathieträger Emer Murphy und ihre Kollegen. Emer erholt sich von einem psychischen Zusammenbruch, um den von Anfang an ein großes Geheimnis gemacht wird, auch vor dem Leser. Ich persönlich hätte das so nicht gebraucht und fand dies einfach etwas zu viel. Emer wäre auch interessant, wenn man als Leser direkt davon gewusst hätte.

Die Geschichte entwickelt sich spannend und es werden immer mehr dunkle Geheimnisse ans Licht gespült. Aber was haben sie mit Poppys Entführung zu tun? Nach und nach lichtet sich alles und Emer nimmt die Spur auf, um Poppy zu retten. Die Zusammenhänge sind verstrickt, aber gut und spannend miteinander verwoben, so dass ich als Leser auch lange keine Ahnung hatte, wie alles zusammenhängen könnte und wer der Täter ist.

Das Ende und die Auflösung haben mir gut gefallen, es ist anders, als man am Anfang es überhaupt vermuten konnte.

Mein Fazit:
Ein spannender Thriller, interessante und aktuelle Thematik und eine sympathische Ermittlerin, ich bin schon auf den nächsten Teil gespannt.

Wo ist Poppy?

Poppy ist die zweijährige Tochter der Influencerin Lotte Wiig. Nachdem sie ein Bild von ihrer Tochter gepostet hat, verschwindet Poppy nur vier Stunden danach spurlos. Ganz Norwegen ist erschüttert, denn das kleine Mädchen ist praktisch ein Star. Vor kurzem ist bereits ein anderes Kind verschwunden, doch nach 24 Stunden auf wundersamer Weise wieder aufgetaucht. Steckt hier der gleiche Täter dahinter? Und wo ist Poppy abgeblieben?

Kommissarin Emer Murphy ist noch wegen ihrer psychischen Erkrankung krankgeschrieben und erfährt von dem Verschwinden aus den Medien. Doch sie macht sich trotzdem auf die Suche nach Poppy.

»Poppy« ist der erste Band der Emer-Murphy-Serie und gleichzeitig das Debüt. Ehrlicherweise konnte mich es nicht wirklich abholen. Das Thema ist hochaktuell und sehr wichtig und wird hier auch sehr gut zur Sprache gebracht, doch leider fand ich die Handlung selbst nicht wirklich überzeugend.

Es gab die eine oder andere spannende Stelle, aber das war es dann auch schon. Die Handlung fand ich auch ein wenig chaotisch aufgebaut. Ich konnte nicht so wirklich einen roten Faden erkennen. Zudem fand ich den Schreibstil leider auch nicht wirklich fesselnd, sodass meine Gedanken beim Lesen auch immer wieder abgeschweift sind.

Emer Murphy als Hauptprotagonistin blieb mir noch sehr blass. Ihre psychische Krankengeschichte wurde immer wieder wiederholt, aber wie es genau dazu kam, das kam noch nicht wirklich zur Sprache. Na ja, es war ja auch erst der erste Band, da ist definitiv noch Luft nach oben.

Mein Fazit:
Mit dem hochaktuellen Thema hatte das Buch wirklich Potenzial, was meiner Ansicht nach leider nicht ganz ausgeschöpft worden ist. Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen. Aber was solls, es gibt halt auch mal Bücher, die nicht so den Geschmack treffen. Andere finden es vielleicht wieder super.

Überzeugendes Debüt mit hochaktuellem Thema

Kurz nachdem die bekannte norwegische Bloggerin Lotte Wiig ein Bild ihrer zweijährigen Tochter Poppy vor dem Haus der Großeltern gepostet hat, verschwindet das Kind. Die Entführung erschüttert ganz Norwegen, denn Millionen Follower verfolgen das Leben des süßen Mädchens Tag für Tag.

Kommissarin Emer Murphy ist wegen einer psychischen Erkrankung eigentlich noch krankgeschrieben, als sie von der Entführung aus den Medien erfährt. Doch eine innere Stimme drängt sie dazu, sich trotzdem in den Fall zu stürzen. Sie will Poppy unbedingt finden und setzt deswegen sogar ihre Tabletten ab und riskiert einen Rückfall.

Mit »Poppy« ist der Autorin Kristine Getz ein überzeugendes Debüt und gleichzeitig der Auftakt einer neuen Reihe um die Kommissarin Emer Murphy gelungen. Für ihr Debüt hat sie ein brandaktuelles Thema gewählt, nämlich das unbedarfte Posten von Bildern der eigenen Kinder auf Social Media und die unter Umständen weitreichenden Folgen, die dies haben kann. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, dieses hochaktuelle emotionale Thema in ihrem spannenden Thriller zu verarbeiten.

Schon nach wenigen Seiten war ich von der Geschichte gefesselt, die abwechselnd aus den verschiedenen Perspektiven der Protagonisten erzählt wird. Eingestreute Beiträge aus den sozialen Medien (Instagramm-/Twitterbeiträge und Beiträge aus verschiedenen Foren) lockern das ganze zusätzlich auf und machen es sehr realistisch. Getz versteht es sehr gut, die Spannung aufzubauen und den Leser mit falschen Fährten in die Irre zu führen. Es bleibt spannend bis zum Schluss und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Ich fand die Handlung gut durchdacht und schlüssig. Das Ende hielt noch eine Überraschung bereit, mit der ich nicht gerechnet hatte.

Gut gefallen haben mir die unterschiedlichen Charaktere, die nicht nur Sympathien hervorrufen.

Emer Murphy ist als neue Ermittlerfigur ein ausgefallener, interessanter Charakter, den ich sofort mochte. Obwohl sie noch krankgeschrieben ist, stürzt sie sich in den Entführungsfall, um die kleine Poppy zu finden. Im Verlauf der Handlung erfährt man auch, warum sie der Fall so berührt. Ich mochte auch ihre skurrile Großmutter Marceline, eine bekannte Wahrsagerin mit eigener Fernsehshow, die der Meinung ist, dass Emer eine »Gabe« hat, so wie sie. Ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt. Ich hoffe, man erfährt im nächsten Band auch etwas mehr über ihren Partner Mons Tideman.

Die Familie Wiig hingegen ist durchweg unsympathisch. Vater Jens ist nur an den Werbeeinnahmen und an den steigenden Zahlen der Follower und Likes auf dem Blog interessiert und setzt dazu skrupellos seine kleine Tochter ein. Mutter Lotte verbirgt ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit und lässt sich von ihrem Mann bestimmen. Erst als ihr Geheimnis ans Licht kommt, konnte ich sie etwas besser verstehen. Die Schwiegereltern Marie und Sverre Wiig waren auch keine Sympathieträger. Die Geheimnisse, die die einzelnen Personen verbergen und die erst nach und nach enthüllt werden, machen den Reiz der Geschichte aus.

Fazit: Ein spannender Thriller mit hochaktuellem Thema und einer ungewöhnlichen Ermittlerin, der wachrüttelt und zum Nachdenken anregt. Ich sehe gespannt dem nächsten Band entgegen und vergebe eine klare Leseempfehlung.

Ein brisantes Familiendrama mit unvorhersehbaren Entwicklungen, die mich fassungslos zurückgelassen haben!

»Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu« von Kristine Getz ist ein Thriller, der sich in Norwegen abspielt und am 30.06.2022 im Ullstein-Verlag erschienen ist. 432 Seiten enthalten eine Geschichte mit aktuellen und brisanten Themen, die ich so schnell nicht vergessen werde, da sie mich sehr zum Nachdenken angeregt hat.

Obwohl dieser Entführungs-Thriller reine Fiktion ist, werden die Gefahren von Kindern, die öffentlich in den sozialen Netzwerken (hier Instagram) von ihren Eltern achtlos zur Schau gestellt werden, hervorragend verdeutlicht. Ein zweijähriges Mädchen, die seit ihrer Geburt als Influencerin einen großen Beitrag zum Einkommen ihrer Eltern beiträgt und für mehr Klicks sorgt, wird permanent fotografiert und zur Schau gestellt, damit Follower ihrer beliebten Instagramseite und Leser/innen von Lottes Blog ja nichts aus dem Familienleben der Wiigs verpassen und gleichzeitig von den gesponserten Posts der Familie inspiriert werden. Während Poppy und Lotte vor der Kamera stehen, sorgt Jens dafür, dass die Fotos perfekt in die Öffentlichkeit gelangen. Das kleine, sprachverzögerte Mädchen wird seit ihrem ersten Atemzug der Öffentlichkeit vorgeführt, auch muss sie für Produkte werben, gegen die sie allergisch reagiert. Hier wird permanent eine gute Miene zum bösen Spiel gespielt, das Image einer perfekten Bilderbuchfamilie ist das Ziel der Wiigs.

Das Familienleben von Lotte, ihrem Mann Jens und der kleinen Poppy sorgt regelmäßig für Gesprächsstoff in einem Mütter-Forum, welches ich durch regelmäßig eingestreute Auszüge diverser Diskussionen mitverfolgen konnte. Auch Auszüge aus einem Pädophilen-Forum und Neuigkeiten vom Twitter-Account der norwegischen Polizei wurden zwischendurch eingeblendet, was den Inhalt sehr lebendig rübergebracht hat und gleichzeitig für Abwechslung gesorgt hat.

In diesem Thriller stehen von Anfang an Lotte, Poppy und Jens im Rampenlicht. Ein spannender Perspektivenwechsel hat dafür gesorgt, dass ich mich in die Figuren besser hineinversetzen und ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen besser verstehen konnte.

Auch Lottes Schwiegermutter Marie Wiig kommt regelmäßig zu Wort und spielt eine große Rolle in der Geschichte. Ich konnte die Rolle der Frau, die einiges zu erzählen hat, lange nicht richtig zuordnen. Doch je weiter die Handlung, desto klarer wurde mir ihre Präsenz. Sie hat eine Abneigung gegen ihre Schwiegertochter und macht daraus auch kein Geheimnis. Denn die Vermarktung ihrer Enkelin heißt sie überhaupt nicht gut. Obwohl ihr Sohn Jens genauso an Poppys Vermarktung mitwirkt, wirft sie Lotte die alleinige Schuld an der Entführung vor. Durch Marie sind eine Menge Fragen aufgetaucht, die mir gegen Ende zufrieden stellend beantworten wurden. Ich habe Marie die ganze Zeit falsch eingeschätzt, ihr wahres Ich hat für eine gelungene Wendung gesorgt.

Jens war mir von der ersten bis zur letzten Seite total unsympathisch, da er einen falschen und egoistischen Charakter besitzt, der von Kapitel zu Kapitel immer deutlicher wurde. Seine Sorge um Poppy wurde allerdings authentisch dargestellt, doch auch er hat es nicht immer mit der Wahrheit ernst genommen.

Lotte war mir, wie ihr Ehemann, anfangs auch alles andere als sympathisch. Doch je mehr ich aus ihrer Vergangenheit erfuhr, desto besser konnte ich ihr Verhalten verstehen. Die Influencerin hat mich mit schockierenden Ereignissen konfrontiert, mit denen ich anfangs nicht gerechnet habe. Ihre Schwester steht ihr nach Poppys Entführung wieder zur Seite, nachdem sie einige Jahre keinen Kontakt hatten. Was die beiden verbindet und was für die Zukunft der beiden geplant war, hat mich sprachlos hinterlassen.

Ich hoffe auf einen Folgeband, da mir das Ende genügend Raum zum Spekulieren gegeben und mich fassungslos zurückgelassen hat. Alle hier vorkommenden Protagonisten sind gut ausgearbeitet und besitzen die nötige Tiefe, um sich in dessen Köpfe hineinversetzen zu können.

Zu guter Letzt hat Emer Murphy, Kommissarin bei der Polizei Oslo, einen großen Teil dazu beigetragen, dass mich dieser aktuelle und brisante Thriller hervorragend unterhalten hat. Sie ist wegen psychischer Probleme krankgeschrieben und leidet an den Nebenwirkungen der einzunehmenden Medikamente. Doch als sie von dem Entführungsfall erfährt und die ganze Welt still steht, beginnt sie entgegen der ärztlichen Empfehlung wieder zu arbeiten. Um klar denken zu können, setzt sie die Medikamente während der Ermittlungen einfach ab. Ich war die ganze Zeit gespannt, ob sie es schafft, keinen Rückfall zu erleiden. Obwohl ihr Verhalten in diesem Punkt sehr verantwortungslos war, war mir die Kommissarin unheimlich sympathisch. Ihr Leid und ihre Ängste konnte ich sehr gut nachempfinden und ich durfte ihr bei ihren verzwickten Ermittlungsarbeiten sehr gut über die Schulter schauen. Emer hat mich ebenfalls am Ende unheimlich überrascht, da sie mit ihrem Verhalten ihre menschliche Seite super zum Ausdruck gebracht hat.

Vier Tage und eine Woche später war ich gebannt zu erfahren, was wirklich mit Poppy geschehen ist. Ich habe versucht, einen Zusammenhang zu dem Entführungsfall eines weiteren Kindes herzustellen, welches jedoch nach zwölf Stunden wieder aufgetaucht ist. Auch verfolgt seit einiger Zeit ein Stalker Lottes Leben und macht ihr Angst. Diese Vorkommnisse ergeben bis zum Schluss ein klares Bild, sodass der Autorin ein raffinierter, gut durchdachter und spannend erschreckender Plot gelungen ist.

Der achtlose Umgang mit den sozialen Medien von Eltern und die Gefahren für ihre Kinder wurden klasse auf den Punkt gebracht. Auch wenn hier Fiktion beschrieben wurde, kann die Realität ebenso erschreckend verlaufen. Die Privatsphäre der eigenen Kinder sollte nicht einfach aufs Spiel gesetzt werden, denn dank der Anonymität des Internets lauern Gefahren, die sich viele, besonders Eltern, nicht bewusst sind. Ich finde, dass diese Geschichte mit einer klaren Botschaft auffordert, die Augen vor solchen schlimmen Gefahren nicht zu verschließen.

Durch den flüssigen, authentischen und bildlichen Schreibstil kommt der Thriller erschreckend lebendig rüber. Insgesamt ist die komplette Handlung gut durchdacht, strukturiert, schlüssig und rätselhaft, welche eine komplett angespannte Atmosphäre besitzt. Einige überraschende und erschreckende Wendungen wurden eingebaut, die mir sehr gut gefallen und für Gänsehaut gesorgt haben. Alle Puzzleteile sitzen bis zur letzten Seite an ihrem Platz, die ein verheerendes Familiendrama offenbaren. Mir hat dieser Psychothriller klasse gefallen, weshalb ich ihn definitiv weiterempfehle!

Der erste Fall für Emer Murphy

Lotte hat tausende Follower auf ihrem Instagram-Blog. Sie und ihr Mann Jens vermarkten dort ihre 2jährige Tochter Poppy ud verdienen somit eine Menge Geld. Als Poppy plötzlich aus dem Haus der Großeltern verschwindet, gerät ein Stalker in Verdacht. Oder handelt es sich hier um ganz andere Hintergründe?

"Poppy" ist der erste Thriller der Autorin Kristine Getz, ihr Schreibstil ist flüssig und hat mich sofort gepackt. Die Story wurde super aufgebaut und das Thema Social Media und seine Gefahren ist brisant und bildet einen hochaktuellen Rahmen für diesen Thriller.

Durch die Perspektivwechsel und verschiedene Einschübe vom Mama-Blog, einem Pädophilenforum oder auch Meldungen der Polizei baut sich konstant die Spannung auf. Interessant fand ich die unterschiedlichen Charaktere. Allen voran die Polizistin Emer Murphy, die eigentlich mit einem Burn out krankgeschrieben ist, sich aber aus eigener Kraft ohne Medikamente aus ihrem seelischen Tief herausholen will und sich voll in die Ermittlungen mit einbringt. Bei ihr und ihrer Großmutter entpuppt sich nach und nach ein übersinnlicher Touch, den ich allerdings nicht gebraucht habe. Emers Kollege Mons scheint ein sympathischer Charakter zu sein, schade, dass er so blass und eher im Hintergrund blieb.

Erschreckend fand ich die Vergangenheit von Poppys Mutter Lotte, die nach und nach in der Geschichte zu Tage trat. Durch das Erlebte erschien sie mir sehr zart, verletzlich und ohne Durchsetzungsvermögen, zeigte dann aber Stärke als es darauf an kam.

Ein spannend geschriebener Debüt-Thriller mit Luft nach oben.