Cover von: Romeos Tod
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Romeos Tod

Roman
Buch
Gebundene Ausgabe, 384 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3453274385

ISBN-13: 

9783453274389

Erscheinungsdatum: 

17.01.2024

Preis: 

22,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 37.554
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3453274385

Beschreibung von Bücher.de: 

Der begnadete Schauspieler Jan Jespik verliebt sich Hals über Kopf in eine erotische, leidenschaftliche Frau.

Mona ist gerade erst aus dem Knast gekommen und erzählt ihm ihre unerträgliche Geschichte. Von ihrem italienischen Ex-Mann hat sie schon Jahre nichts mehr gehört, offenbar ist er mit ihren Kindern in Italien untergetaucht.

Während Jan jeden Abend auf der Bühne steht und große Erfolge feiert, startet Mona die Suche nach ihrer Familie in Florenz. Jan, der von Monas Schicksal schwer erschüttert ist, folgt ihr schließlich in die Toskana, um seine Geliebte zu rächen. Er weiß, dass dies seine schwerste Rolle sein wird und in der Katastrophe enden könnte.

Kriminetz-Rezensionen

Eine unglaubliche Geschichte

Mona Russo ist nach 10 Jahren aus dem Knast entlassen worden. In einem Zug, der dann nicht fährt, lernt sie die ehemalige Gymnasiallehrerin Dorothea Jespik kennen, die auf dem Weg zu ihrem Sohn ist. Schauspieler Jan Jespik, einerseits genial, andererseits sehr schwierig und exzentrisch, gibt den Hamlet auf einer kleinen Provinzbühne in der Nähe von München. Mona, die Doro begleitet, und Jan sehen sich nach der Premiere an und der Blitz schlägt wie aus heiterem Himmel ein. Ihm erzählt Mona auch ihre bewegende Lebensgeschichte. Wahrscheinlich ist ihr Ex-Mann Vincenzo zurück nach Italien gegangen und hat ihre beiden Kinder Leo und Lena mitgenommen. Jan, den die Geschichte so verstört hat, schwört, seine neue große Liebe Mona zu rächen. Er, der wie der Lenz von Georg Büchner, den zu spielen er ein Angebot bekommen hat, selbst dem Wahnsinn verfallen scheint, steht jeden Abend auf der Bühne, während Mona mit seiner Mutter in Florenz nach ihrem Ex-Mann und ihren Kindern sucht. Dann reist auch Jan in die Toskana...

Aufgeteilt in drei Teile mit kurzen Kapiteln, die dazu verleiten immer noch eins und noch eins zu lesen, und sich dadurch die Spannung ins unermessliche steigert, habe ich mal wieder eine Nacht durch gelesen. Ich konnte und wollte einfach nicht glauben, wo mich diese Geschichte hin führt. Wie manipulativ und gerissen kann man sein, um mit „seiner Wahrheit“ so umzugehen.
Sabine Thiesler nimmt mich mit auf eine Reise einerseits in die Welt des Theaters, wo ein Schauspieler sein Innerstes nach außen kehrt und damit sein Publikum zu Begeisterungsstürmen hinreißt. Der aber sich selbst immer mehr zu verlieren scheint und langsam dem Irrsinn verfällt. Beim Lesen hatte ich immer wieder Klaus Kinski vor Augen, dem er Wahnsinn, wie mir damals schien, manches Mal aus seinen Augen stach. Dann reise ich mit Mona und Dorothea nach Italien auf der Suche nach einem Mann und zwei Kindern.
Sabine Thieslers Erzählstil ist wie immer flüssig und leicht zu lesen. Sie offenbart in dieser Geschichte mal wieder die Abgründe der menschliche Seele. Ich liebe es den Menschen, denen ich hier begegne hinter die Fassade zu schauen. Habe aber erst recht spät gemerkt, dass ich mich diesmal habe sehr leicht hinters Licht und in die Irre führen lassen.
Ich kann die hintergründige Spannung regelrecht greifen, die von Anfang an sehr hoch gesetzt ist. Und ich war entsetzt und wie vor den Kopf geschlagen von dem, was sich mir dann offenbart und vom Ausgang der Geschichte.
Das Setting in der Toskana und das italienische Flair hat die Autorin auch diesmal mit malerischen Details sehr gut in Szene gesetzt. Ich wäre gerne noch länger in dem kleinen Haus am Berg geblieben.

Auch dieses Buch von Sabine Thiesler hat mich ab der ersten Seite gepackt und bis zum bitteren Ende gefesselt und nicht mehr losgelassen. Absolut empfehlenswert!

Ein Blick in die Abgründe der Seele

„Romeos Tod“ von Sabine Thiesler ist kein herkömmlicher Krimi oder Thriller, primär ein Roman über zwei extreme Charaktere.

Worum geht es?
Nach einem 10-jährigen Gefängnisaufenthalt lernt Mona im Zug Dora kennen, die am Weg zu ihrem Sohn ist, dem Schauspieler Jan. Die beiden Frauen freunden sich an, und Mona begleitet Dora zu Jans Premiere. Er feiert als Hamlet einen großen Erfolg. Mona und Jan verlieben sich leidenschaftlich ineinander. Es entwickelt sich eine toxische Liebesbeziehung. So nach und nach erzählt ihm Mona ihre Lebensgeschichte, insbesondere dass sie auf der Suche nach ihren Ex-Mann und ihren Kindern ist, die sie in Italien vermutet. Jan will, aber kann sie nicht sofort begleiten, weil er weiterspielen muss, daher reist Dora mit Mona nach Italien …

Das Cover wirkt düster, der Fokus liegt auf dem Scheinwerferlicht, denn auf der Bühne zu stehen, ist Jans Lebensinhalt. Der Titel und insbesondere der Name der Autorin dominieren das Cover. Das Buch erschien 2024. Es gliedert sich in drei Teile – Hamlet, Lenz und Romeo und Julia, analog den drei Rollen, die Jan im Laufe der Geschichte verkörpert. Die Kapitel sind angenehm kurz, so geht das Lesen flott dahin, auch ob des flüssigen Schreibstils. Die Handlung spielt in der Gegenwart in verschiedenen Städten Deutschlands, in Wien und in der Toskana.

Erzählt wird vorwiegend aus Jans und aus Monas Sicht, teils sind es Rückblenden. Diese Perspektivenwechsel und Zeitsprünge, durch die immer wieder überraschende Wendungen und neue Details aus Monas Vergangenheit ans Licht kommen, gestalten die Handlung abwechslungsreich und die Spannung auf gutem Niveau.
Die Spannung generiert sich in gewissem Sinne vor allem aus der Wahrheitssuche und aus dem Bedürfnis, wissen zu wollen, wie dieser Strudel, diese Abwärtsspirale, in der sich die beiden befinden, wie dieses Fiasko schließlich endet. Denn der Titel verrät ja Romeos Tod, nur weiß man nicht, wie es dazu kommt. Man spürt von Beginn an, dass irgendetwas an Monas Geschichten nicht stimmt, aber welch erschütternde Wahrheit am Ende ans Tageslicht kommt, erahnt man nicht.

Mona und Jan stehen im Mittelpunkt der Handlung. Zwei Menschen, die zu Übertreibungen, zu Extremen neigen, im Positiven wie Negativen, in der Liebe wie im Hass.
Dora, Jans Mutter, quasi die Verbindung zwischen den beiden, erkennt lange nicht die verheerende Wirkung, die Mona auf ihren Sohn ausübt. Und selbst wenn, Jan hätte in seiner Mona-Besessenheit wohl auch nicht auf sie gehört.
Mona versteht es brillant, andere zu manipulieren, sich als Opfer darzustellen, doch sie ist eine einfallsreiche Erzählerin und Lügnerin. Sie ist egoistisch und auf ihren Vorteil bedacht. Obwohl sie Jan sehr liebt, missbraucht sie ihn als Werkzeug für ihre Rache, ungeachtet seiner Gefühle, seiner psychischen und körperlichen Belastbarkeit.
Jan, auch im Alltag unausgeglichen und launisch, und von Selbstzweifeln geplagt, lebt nicht nur fürs Theaterspiel, nein, er verwandelt sich regelrecht in jene Figur, die er auf der Bühne verkörpert. Er lebt sich derart in die Rollen hinein, dass er fühlt, liebt und leidet wie Hamlet, Lenz oder Romeo. Seine Genialität grenzt an Wahnsinn. Er wird von einer Macht an Gefühlen regelrecht übermannt, was ihn letztlich schwächt, auslaugt. Genauso tief und versengend verfällt er der erotischen Anziehung von Mona, ist ihr letztlich hörig.
Ich fand beide nicht sympathisch. Ich habe mich schwer getan mit Mona und Jan, mit ihrer Exaltiertheit, ihren Exzessen und übertriebenen Emotionen. Die Geschichten, die Mona aus ihrem Leben erzählt, strotzen vor körperlicher und psychischer Gewalt, vor Grausamkeiten. Ich lese so etwas nicht gerne und konnte das Buch auch nicht zügig vorantreiben, brauchte immer wieder Lesepausen.

Das Buch ist gut geschrieben, spannend, voller Dramatik und wohl für viele auch ein Highlight. Es war mein erstes Buch dieser Autorin. Ich kann somit keine Vergleiche zu ihren anderen Büchern ziehen. „Romeos Tod“ entsprach leider nicht ganz mein Geschmack.