Amazon Preis: 12,90 €
Bücher.de Preis: 25,00 €

Die Rothaarige

Die Suche nach dem Mörder meiner Mutter
Buch
Gebundene Ausgabe, 528 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3550050321

ISBN-13: 

9783550050329

Erscheinungsdatum: 

23.02.2018

Preis: 

25,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 878.138
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3550050321

Beschreibung von Bücher.de: 

Ein ungelöster Mord wird zum tragischen Beginn eines Schriftstellerlebens

Geneva "Jean" Ellroy wurde 1958 in einem schäbigen Vorort von L.A. vergewaltigt und ermordet. Der Täter wurde nie gefasst, die Ermittlungen eingestellt und der Fall als tragischer Ausgang einer durchzechten Nacht ad acta gelegt. James Ellroy war damals zehn Jahre alt. Der Mord an seiner Mutter wurde seine Obsession. In den kommenden Jahrzehnten hat er die verstörenden Erinnerungen abwechselnd verdrängt und im Schreiben heraufbeschworen. Erst 1994 stellt er sich dem Trauma seines Lebens. Zusammen mit dem pensionierten Detective Bill Stoner begibt Ellroy sich auf die Suche: nach seiner Mutter, ihrem Mörder - und seiner Erlösung.

"Ellroy ist der wichtigste zeitgenössische Kriminalautor." Der Spiegel

"Eine erschütternde Autobiographie ... unverblümt, grausam und seltsam erregend." San Francisco Chronicle

"Mit Sicherheit war das Verbrechen an meiner Mutter auch der Impuls, mich der Crime Fiction zu widmen." James Ellroy in Die Welt

Kriminetz-Rezensionen

James Ellroy - Trauma und Obsession

»Irgendein unbekannter Killer hatte mir gerade ein brandneues Leben geschenkt«, so reagiert der zehn Jahre alte James Ellroy, als ihm die Polizei eröffnet, dass sie die Leiche einer vergewaltigten und ermordeten Frau als seine Mutter identifiziert haben. Am 22. Juni 1958 wurde die recht attraktive, rothaarige Jean Ellroy im Alter von 43 Jahren getötet. Dieser Mord wurde trotz aller Bemühungen seitens der Polizei von El Monte bei Los Angeles nie aufgeklärt. »Die Rothaarige« lautet denn auch der Titel von Ellroys neuestem Buch – kein Krimi wie bisher, sondern die Geschichte der »Suche nach dem Mörder meiner Mutter«.

Der Amerikaner Ellroy gehört zu den bekanntesten zeitgenössischen Kriminalschriftstellern der Welt. Von vielen hochgeschätzt und bejubelt, von einigen abgelehnt, ist Ellroy einer der ganz wenigen Autoren der Kriminalliteratur, an dem kein Connaisseur dieser Literaturgattung vorbeikommt, sei es als Leser, Rezensent oder Kritiker. Die nie aufgeklärte Mordsache hat den Jungen so aus der Bahn geworfen, dass er als Heranwachsender und Jugendlicher ins kriminelle Milieu abdriftet. Dieb, Hehler, drogensüchtig und alkoholabhängig gelang es Ellroy erst spät sich zu fangen.

Therapien um »trocken« zu werden, trat er zeitweilig nur mit einer 1/2 Literflasche Hochprozentigem an, um dem kommenden Druck und Alptraum der Entziehungskur gewachsen zu sein. Letztendlich gelingt es Ellroy doch, seinem Leben eine Wende zu geben und aus dem Teufelskreis von Drogen, Alkohol und Beschaffungskriminalität auszubrechen. Dennoch bleibt das gewaltsame Ende seiner Mutter, zu der er erst im Erwachsenenalter Zuneigung und Verstehen empfindet, ein allbeherrschendes Trauma.

Ellroy, bekannt geworden durch Thriller über bestialische Frauenmörder und Serienkiller, nahm schon einmal Anlauf, dieses Trauma literarisch zu bewältigen. »Die schwarze Dahlie«, ein Kriminalroman über einen ähnlich gelagerten Fall, brachte ihm weltweit größte Anerkennung. Im März ’94 fliegt Ellroy nach L.A., um sich in die Mordakte seiner Mutter zu vertiefen. Für seine Recherchen versichert er sich der Mithilfe des soeben pensionierten Detectives Bill Stoner. Beide versuchen, den jahrealten Fall aufzurollen, immer in der Hoffnung ihn doch noch lösen zu können. Trotz akribischer Ermittlungsarbeit scheitern sie. Ellroy beschreibt in seinem faszinierenden Buch nicht nur das Protokoll dieser Ermittlung, sondern zeichnet ein ungeschminktes Bild seiner Mutter als Trinkerin und Gelegenheitsprostituierten; seines Vaters als Aufschneider und Versager; gibt eine wahrheitsgetreue Innenansicht der Polizeiarbeit in einer amerikanischen Großstadt durch den zynischen wie auch resignierenden Blickwinkel Stoners.

Gleichzeitig bietet Ellroy dem Leser und Krimifan im autobiographischen Teil ein schonungsloses Bild des Menschen und Schriftstellers Ellroy – eine radikal ehrliche Selbstdarstellung, die man dem Autor vor wenigen Jahren noch nicht zugetraut hätte. Als informative Ergänzung sei herzlich empfohlen: das interessante Interview der Bonner Journalistin und Kriminalschriftstellerin und Erfinderin der lebenslustigen Ermittlerin Anna Marx, Christine Grän »Meine Helden sind Irre, na und?« im Zeit-Magazin 35/97.

Rezension: © Thomas Przybilka

www.bokas.de
www.das-syndikat.com/autoren/autor/120-thomas-przybilka.html