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Scherbengericht

Commissario Laurenti vergeht der Appetit. Der zehnte Proteo-Laurenti-Krimi
Buch
Gebundene Ausgabe, 336 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3492057594

ISBN-13: 

9783492057592

Erscheinungsdatum: 

01.09.2017

Preis: 

20,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 74.485
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3492057594

Beschreibung von Bücher.de: 

Zwölf Zeugen sagten damals gegen Aristèides Albanese aus. Siebzehn Jahre saß er wegen Totschlags im Gefängnis. Nun ist er draußen und will sich an ihnen allen rächen. Und zwar auf ganz besondere Weise - denn Aristèides ist Koch und plant, jedem von ihnen die Henkersmahlzeit selbst zuzubereiten. Commissario Proteo Laurenti war zwar nie überzeugt von den Aussagen der zwölf, doch seinerzeit setzte er sich wider besseren Wissens nicht gegen den Staatsanwalt durch, der wie besessen schien von dem Fall. Bis heute bereut Laurenti, ihm nicht die Stirn geboten zu haben. Doch gerade, als Aristèides wieder auf freiem Fuß ist, gibt es eine weitere Leiche, und wieder gehört er zu den Verdächtigen. Wie schon vor siebzehn Jahren ermittelt Laurenti - und versucht fieberhaft, das fehlende Glied zwischen den Fällen zu finden.

Kriminetz-Rezensionen

Auch Henkersmahlzeiten können richtig lecker sein …

Veit Heinichen schafft es mit »Scherbengericht« ein stimmiges, lebendiges und gleichzeitig bitterböses Bild von Triest zu zeichnen. Obwohl es hier gar nicht so sehr um Triest geht, sondern mehr um Europa und um die Gesellschaft in einer globalisierten Welt. Allerdings ist das gar nicht so schulmeisterlich, wie es hier bei mir klingt – im Gegenteil, eigentlich ist es sogar total lecker :-)

Rache
Zu Beginn beschäftigt sich Commissario Laurenti mit dem etwas unklaren Tod einer englische Reederin. Unfall, Selbstmord oder Mord? Nur widerwillig lässt sich Laurenti in die wirtschaftlichen Sümpfe des Opfers hineinziehen. Aber bald nimmt Aristèides ausgeklügelter Rachefeldzug Laurentis gesamte Aufmerksamkeit in Anspruch und er beschäftigt sich recht ausführlich mit den Hintergründen der damaligen Verurteilung.

Sympathie
Je mehr der Commissario recherchiert, desto sympathischer wird ihm der Rächer. Das sollte so natürlich nicht sein, auch wenn es verständlich ist. Was lange im Unklaren bleibt, ist die Frage, ob Aristèides die zwölf Personen, die seinerzeit falsch ausgesagt haben, töten will, oder ob er ihnen nur einen Denkzettel verpassen will. Hier hapert es dann auch ein wenig mit der Logik – wer isst schon etwas, was zu Hause einfach so auf dem Tisch steht, ohne zu wissen, wer es gekocht hat?

Ende
Das Ende erscheint mir wenig schlüssig und glaubhaft. Alle Dinge regeln sich irgendwie, Aristèides und sein pakistanischer Kollege Aahrash eröffnen ein Restaurant, in dem sie diverse gespendete Lebensmittel, die kurz vor dem Verfallsdatum sind, zu schmackhaften, einfachen und preisgünstigen Mahlzeiten kochen. Natürlich zählt Commissario Laurenti zu den ersten Gästen. Das ist vielleicht eine wünschenswerte Entwicklung, aber realistisch ist das sicher nicht.

Krimiplot
Trotz des für mich etwas unglaubwürdigen Endes der Geschichte, hat mir »Scherbengericht« viel Spaß gemacht. Ich habe viel über Triest und seine Geschichte erfahren, einiges über seine kulinarischen Eigenheiten gelernt und auch die aktuellen Probleme, mit denen die italienische Stadt so zu kämpfen hat, kamen nicht zu kurz. Der Krimiplot stand hier zwar nicht im Mittelpunkt des Buches – war aber definitiv vorhanden :-)

Mein Eindruck
»Scherbengericht« ist kein reiner Krimi, dafür gibt es zu viel Gesellschaftskritik, die von den eigentlichen Taten ablenkt. Aber ich habe ihn trotzdem gerne gelesen, denn spannend verpackte Gesellschaftskritik kommt eher bei Lesern wie mir an, als trockene Zahlen, Daten und Fakten. In diesem Sinne kann ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.