Wenn Du über einen Link auf dieser Website kaufst, unterstützt Du Kriminetz, da wir dann eine kleine Provision erhalten.
Die Schlange von Sirmione
Verlag:
ISBN-10:
ISBN-13:
Auflage:
Preis:
Beschreibung:
Der Gardasee: Lago della morte? Eine Wiener Ermittlerin mit Biss soll eine Auszeit nehmen – und landet bei der italienischen Polizia.
Sind Zornnattern giftig?
Nein, aber Respekt sollte man ihnen aufgrund ihres temperamentvollen Verhaltens trotzdem entgegenbringen. Edwina Teufel ist eigentlich Chefinspektorin in Wien und durch ihren Biss absolut erfolgreich in der Verbrechensaufklärung. Dieser steht ihr – ebenso wie ihr hitziges Temperament – allerdings häufig im Weg, denn was sie gar nicht leiden kann, sind Gedankenlosigkeit und Nachlässigkeit. Gerechtes und sauberes Arbeiten ist ihr Credo. Und bei Schlampereien, die im schlimmsten Fall den Opfern oder deren Angehörigen schaden, droht der eine oder andere Wutausbruch im Bundeskriminalamt, weshalb Edwina von den Kolleg:innen gern »Zornnatter« genannt wird. Auf den Rat der Polizeitherapeutin hin nimmt sich Edwina schließlich ein Jahr Auszeit am Gardasee und möchte mit ihrem Toni das Dolce Vita genießen.
Sabbatical mit Todesfolge
Doch die eifrige Wiener Ermittlerin findet, dass es auch zu viel Far Niente gibt, und arbeitet ein paar Stunden in einem Fundbüro, um ihren Arbeitsdrang zu befriedigen. Als im Fundbüro eine Schlange abgegeben wird, ist das idyllische Leben in Bella Italia endgültig vorbei. Der Schlangenfinder wird am nächsten Morgen tot aufgefunden. Schnell spricht sich herum, dass es sich um den bekannten Eistüten-König von Sirmione handelt. Selbstverständlich heuert Edwina nun bei der Polizia an und mischt sich – ohne den Commissario Adriano Alceste immer in ihre Unternehmungen einzuweihen – tatkräftig in die Ermittlungen ein.
La vita è bella – oder la vita è pericolosa?
Isabella Archan nimmt uns mit an den Lago di Garda, aber sie geht nicht mit uns Pizzaessen und anschließend auf ein Glas Aperol Spritz mit Ausblick auf den See, während die Sonne romantisch in der Ferne untergeht. Nein, sie schleicht mit uns durch die Gassen von Sirmione und schickt uns zu einem Tortellinifestessen und einem Poesiewettbewerb, um eine:n Mörder:in zu finden. Schlagfertig, zielsicher und definitiv nicht auf den Mund gefallen: So mischt Edwina Teufel Sirmione auf!





















Mördersuche im Sabatical
Zunächst einmal ist da das Cover. Ich mag das Design mit dem schönen einladenden Titelbild und den abgerundeten Ecken. Ein richtig schönes Taschenbuch, perfekt für den Urlaub.
Eine Hauptrolle in dem Büchlein spielt der Gardasee. Gerade die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen sind es, die die Lektüre zu einem zauberhaften Genuss machen. Also Achtung: „Die Schlange von Sirmione“ verführt zum Koffer packen und hinfahren.
Edwina Teufel, eine österreichische Kriminalinspektorin, die sich am Gardasee zur Genesung befindet, ist eine nicht ganz einfache Heldin. Sie ist keine, der die Herzen zufliegen. Im Cosy Crime ermittelt gemeinhin eine Privatperson. Eigentlich ein Stilmerkmal des Genres. In Edwinas Fall wird es dadurch verkompliziert, dass sie zwar vor Ort eine Privatperson ist, selbst aber immer wieder in einen Fall einmischt und dabei ihre berufliche Rolle betont. Das macht es aus meiner Sicht so schwierig, sich mit ihr anzufreunden. Sie wirkt oft besserwisserisch, arrogant und selbstsüchtig. Doch im Laufe des Buches erklärt sich dieses Verhalten. Man muss nur dranbleiben.
Der Stil ist typisch für Isabella Archan, voller Temperament und Humor. Wie bei der Autorin üblich bestechen auch hier ihre bunte Erzählweise, die Bildhaftigkeit ihrer Sprache und der erkennbare Background als Schauspielerin. Mit Sprache kann Isabella Archan umgehen! Der Kriminalfall wird schlüssig aufgelöst.
Fazit: Ein netter Cosy Crime für den Urlaub, mit viel italienischem Flair, frech und typisch Isabella Archan.
Ich vergebe 4 Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.
Die Wiener Zornnatter
Edwina Teufel aus Wien, ist zur Erholung am Gardasee. Abstand bekommen von ihrem stressigen Alltag als Chefinspektorin in Wien. Doch nur die Füße hochlegen und die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, das kann Edwina nicht und schon bald hilft sie ehrenamtlich im örtlichen Fundbüro mit.
Als dann ein recht verwirrt wirkender Mann mit einer Schlange ins Fundbüro stolpert, denkt sich Edwina noch nichts dabei. Auch wenn die Sache mit der Schlange schon merkwürdig war. Als dann aber kurz danach der Mann tot aufgefunden wird, schrillen Edwinas Alarmglocken.
Edwina schmuggelt sich auf den Tatort und wird dort nicht gerade freundlich empfangen, überhaupt scheint Commissario Adriano Alceste ihre Einmischung nicht sonderlich zu begrüßen. Als sich dann aber herausstellt, dass Edwina mit ihrem Mordverdacht recht hat, wendet sich das Blatt.
Edwina Teufel ist war nicht der Teufel, aber zumindest eine Zornnatter, die sich irgendwo festbeißt. Dieses Bild verfolgte mich in dem Krimi, in dem Schlangen eine größere Rolle einnehmen. Die Ankunft in der Geschichte wurde mir leicht gemacht, der Schreibstil ist angenehm, bildhaft und fesselnd. Recht schnell hatte ich mich Edwina angefreundet und blickte ihr über die Schulter.
Commissario Adriano Alceste ist zunächst von Edwinas Präsenz überfordert, jedoch lässt er sich dann doch auf Edwina als Beraterin in dem Fall ein, was die Ermittlungen vorantreibt. Der ganze Fall ist recht verzwickt und verschachtelt, so dass ich als Leserin nicht nur miträtseln konnte, sondern auch immer wieder am Fäden sortieren war. Viele Zusammenhänge und Verbindungen offenbaren sich erst nach und nach, was mir sehr gut gefallen hat.
Fazit:
Ein spannender Krimi mit lokalem Flair und einem Touch Wiener Mundschlag, der mich begeistern, unterhalten und mit ein wenig Urlaubsfeeling zu einem spannenden Fall führte.
Gelungener Regionalkrimi
Der äußerst strapaziöse Alltag der Chefinspektorin Edwina Teufel aus Wien hat sie an die Grenze ihre Belastbarkeit gebracht, so dass sie sich nun in einem Sabbatical auf die Suche nach ihrer inneren Ruhe am Gardasee gemacht hat. In einem entspannten Job im Fundbüro sucht sie die Ablenkung und wird dort mit einer sehr skurilen Begegnung konfrontiert. Ein alter zerstreuter Mann betritt mit einer Schlange das Ladenlokal und als dieser dann kurze Zeit später tot aufgefunden wird, ist das schwer zu unterdrückende Ermittlergen wieder geweckt und lässt Edwina keine Ruhe. Sie mischt sich in die Ermittlungen ein und versucht dem vermeintlichen Täter auf die Spur zu kommen.
Ich habe bereits viele Kriminalromane aus der Feder der österreichischen Autorin Isabella Archan gelesen und war immer wieder begeistert von ihren oft etwas besonderen Protagonisten und außergewöhnlichen Fällen. Mit viel Vorfreude bin ich daher in ihr neues werk "Die Schlange von Sirmione" gestartet. Sie erzählt die Geschichte in ihrem gewohnt eigenwilligen aber sehr gut zu lesenden Schreibstil, in dem sie oft auch in die Gefühlswelt ihrer Akteure eintaucht. Der Spannungsbogen wird mit dem plötzlichen Tod des unbeliebten "Eistüten-Königs" von Sirmione zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die schwierigen Ermittlungsarbeiten auf einem aus meiner Sicht ordentlichen Niveau gehalten. Getragen wird die Handlung vom speziellen Auftreten Edwina Teufels, die mit ihre Art durchaus aneckt, aber so auch einen speziellen Charme versprüht. Das Ganze konnte mich bis zum Finale, welches von einer gut nachvollziehbaren und für mich völlig überraschenden Auflösung abgerundet wird, in den Bann ziehen.
Insgesamt ist "Die Schlange von Sirmione" für mich ein gelungener Regionalkrimi, der mich in erster Linie mit einer doch auf ihrer Art charmanten Ermittlerin, einer durchdachten und gut konzipierten Story und natürlich dem Erzähltalent der Autorin überzeugen konnte. Ich empfehle das Buch daher gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.