Cover von: SCHWEIG!
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Bücher.de Preis: 15,00 €

SCHWEIG!

Thriller
Buch
Broschiert, 352 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3462001337

ISBN-13: 

9783462001334

Auflage: 

1 (09.09.2021)

Preis: 

15,00 EUR
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3462001337

Beschreibung von Bücher.de: 

Was würdest du tun, um deine Schwester zu retten? Und was, um sie loszuwerden?

Am Tag vor Heiligabend fährt Esther in den Wald zum Haus ihrer Schwester, um ihr ein Geschenk und eine Flasche Wein zu bringen. Ein Schneesturm setzt ein. Das Geschenk wird nicht geöffnet. Der Wein schon. Dinge werden gesagt, die besser ungesagt blieben. Und Taten werden begangen, die nie mehr rückgängig gemacht werden können.

Eigentlich muss Esther ihr Weihnachtsfest mit Ehemann und Kindern in der Stadt vorbereiten: einkaufen, Tanne besorgen – es wäre genug zu tun. Doch ihre Schwester Sue, die seit ihrer Scheidung völlig allein in einem riesigen Haus tief im Wald lebt, geht ihr nicht aus dem Kopf. Und so setzt sie sich ins Auto und fährt los. Aber nur um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist und ob Sue zumindest ihre Tabletten nimmt. In die Stadt einladen kann sie sie nicht. Denn was, wenn sie wieder durchdreht – wie letztes Jahr?

Am Haus im Wald angekommen, stellt Esther fest, dass Sue sie loswerden will. Was hat sie zu verbergen? Ein Schneesturm setzt ein. Zum ersten Mal seit ihrer Kindheit kommen die Schwestern ins Gespräch, und kein Stein bleibt auf dem anderen – bis eine der beiden zum Messer greift. Während der Schnee alles verdeckt und jedes Geräusch erstickt …

Judith Merchant lässt in ihrem neuen psychologischen Spannungsroman zwei unzuverlässige Erzählerinnen gegeneinander antreten – in einem unheimlich intensiven Kammerspiel um eine toxische Beziehung, in der nichts so ist, wie es scheint.

Kriminetz-Rezensionen

Schwesterlicher Guerilla-Kampf

Schauplatz ist der 23.12. in der 10-Zimmer-Villa von Sue. Sie wird von ihr alleine bewohnt, nachdem ihre Ehe zerbrochen ist und sie ungewollt kinderlos geblieben ist. Sue hat alles Überflüssige an Klamotten, Deko etc. aus ihrem Leben verbannt. Gerade ist ein Schneesturm im Anzug und hier draußen in der Einsamkeit gibt es keine stabil funktionierende Netzverbindung. Nachdem das letzte Weihnachtsfest in einem Desaster geendet hat, macht sich die ältere Schwester Esther Sorgen um die labile Sue und kommt unangekündigt zu Besuch, um ihr ein Weihnachtsgeschenk zu bringen. Martin, Esthers Ehemann, und die Kinder sind zu Hause in der Stadt geblieben, dort sind die Weihnachtsvorbereitungen in vollem Gange.

Dieses, ich würde sagen, Kammerspiel wird durch drei Personen geprägt, die jeweils aus ihrer Perspektive erzählen – die Schwestern Esther und Sue, sowie Martin.

Esther, die Ältere, hatte in ihrer Kindheit ein traumatisches Erlebnis, über das nie gesprochen wurde. Daraus resultiert ein dominantes, ständig beschützendes, kontrollierendes, manipulatives und bevormundendes Wesen. Sie übernimmt bei allem die Führung. Das bekommen die Schwester, der Ehemann und die Kinder zu spüren.

Sue, die Jüngere, hat zeit ihres Lebens darunter gelitten und hatte es dadurch sehr schwer, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Sie erzählt für den Leser über die kleinen Gemeinheiten, die sie sich ausgedacht hat, um ihre Schwester zu ärgern. Von der Mutter wurde Sue allerdings verhätschelt. Sie müßte regelmäßig Psychopharmaka nehmen, deren Einnahme Esther allerdings bezweifelt.

Martin, Esthers Ehemann, weiß, dass diese Ehe ein Fehler war, denn auch er wird von seiner Frau kontrolliert, vor allem was seinen Alkoholkonsum betrifft.

Sehr spannend und fesselnd wird dieser Tag beschrieben. Die Atmosphäre des Schneesturms, die Einsamkeit des Hauses und das nicht konstant funktionierende Telefon befeuern die bevorstehende Bedrohung und Eskalation. Tja, und auf den ungewohnten Alkoholkonsum der Schwestern und die sehr offenen Worte folgte der Eklat mit einem Ausgang, den ich natürlich keinesfalls verraten werde, nur soviel – es überleben nicht alle diesen Tag.

Die Figuren wurden sehr detailliert charakterisiert, im Laufe der Geschichte versteht man die einzelnen Personen und ihre Handlungen immer besser und kann sie nachvollziehen. Das Ende bringt jedoch nochmals eine völlig überraschende Wende.

Von mir bekommt dieser Pageturner auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

Ungewöhnliche Geschichte

Esther lebt mit Mann und Kindern in einer Beziehung, die vom Weihnachtsstress geprägt ist, als sie sich einen Tag vor Heiligabend auf den Weg macht, ihre Schwester zu besuchen, um ihr ein Geschenk zu bringen. Sue lebt seit der Trennung von ihrem Mann allein in einem riesigen Haus mitten im Wald. Dieser Besuch trägt eine gewisse Brisanz in sich. Als Esther das Haus ihrer Schwester erreicht, unternimmt diese alles, um ihre Schwester schnellstmöglich wieder loszuwerden.

Ein erbitterter Kampf beginnt, der nicht allein auf der verbalen Ebene bleibt.

Judith Merchant hat in diesem Psychothriller eine ungewöhnliche Erzählform gewählt. Esther und Sue, später auch Esthers Mann Martin treten in einen Dialog, der sich mit Weihnachten und seinen Ritualen beschäftigt, aber auch in die Vergangenheit geht. In diesem Buch erlebt man eine Situation, wie sie in vielen Beziehungen vorkommt. Sue und Esther leiden beide unter der Situation. Esther ist es gewohnt, alles zu regeln und möchte ein harmonisches Familienleben – Sue hat sich aus dem normalen Alltag ausgeklinkt.

Die Autorin versteht es meisterlich, diese beiden Welten zu beschreiben und die Schwierigkeiten, die zwischen den Protagonistinnen im Laufe vieler Jahre entstanden sind, lebendig zu machen. Esther und Sue erinnern sich an vergangene Ereignisse und als Leser nimmt man unwillkürlich die Rolle des Beobachters ein.

Bereits im Klappentext wird angedeutet, dass dieses Treffen vielleicht mit einem Opfer enden könnte und diese schwelende Gefahr zieht sich durch das ganze Buch, was die Spannung enorm ansteigen lässt. Insbesondere Esther mit ihrem Hang, andere zu kontrollieren und die Beschreibung, wie sich das auf ihre Umwelt auswirkt, ließ mich immer wieder atemlos werden. Das Ende des Buches kommt nicht unerwartet und dennoch überrascht die Autorin mit einem Schluss, der nachdenklich werden lässt.

Mir haben Cover und Schreibstil gut gefallen, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und gebe 5 Sterne.

Die Schlaue und die Schöne!

»SCHWEIG!« ist ein Thriller von Judith Merchant aus dem Verlag Kiepenheuer & Witsch, der am 1. August 2021 als E-Book erschienen ist. Dies war mein erstes Buch der Autorin und insgesamt hat mir der Inhalt ganz gut gefallen. Auf jeden Fall ist der Inhalt psychologisch spannend und gut durchdacht. Für meinen Geschmack hat hier jedoch der Thrill gefehlt, sodass diese Geschichte eher ein spannendes Familiendrama erzählt. Dennoch hat mich die Story von Anfang an in den Bann gezogen und gepackt, ich konnte mich nur sehr schwer von diesem Buch losreißen. Es gibt einige unerwartete Wendungen und die Autorin hat mir nach und nach reichlich Einblicke in die Abgründe einer traumatisierten Seele gegeben. Abschnitte aus der Vergangenheit, die aus der Sicht eines Kindes geschildert wurden, haben mich wirklich unheimlich gefesselt.

Insgesamt sorgt Judith Merchant mit ihrem flüssigen, klaren, detaillierten und authentischen Schreibstil für einen schnellen Lesefluss. Auch die sehr kurzen Kapitel, die abwechselnd die Schwestern Sue und Esther zu Wort kommen lassen, haben mir sehr gut gefallen. Später mischt sich noch der Ehemann von Esther ein und auch er bekommt dann die Chance, aus seiner Sicht zu erzählen. Wie er zu seiner Frau und Sue steht, wurde mit der Handlung immer deutlicher. Seine Gedanken über Esther waren verständlich, die ich irgendwann sogar verstehen konnte. Mit dem Ende, wo er eine große Rolle spielt, habe ich so nicht mit gerechnet. Aber auch Esther hat mich überrascht, ihr Verhalten und ihre Reaktionen habe ich so nicht vorhergesehen.

Von den beiden Schwestern bekam ich mit der Zeit immer deutlichere Bilder, auch den jeweiligen Charakter konnte ich dann besser einschätzen, sodass mir relativ schnell klar war, wer sich hier nicht ganz richtig verhält. Wer hier lügt und wem Unrecht getan wurde, wird spannend und temporeich erzählt. Die Geschichte der beiden Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, enthält einige Dramaelemente. Doch dass der Schein trügt und dass Schwestern sich nicht lieben müssen, wurde hier deutlich rübergebracht. Es bricht irgendwann ein Feuer aus und die Schwestern reden sich so in Rage, dass Vorwürfe, Hass und Missverständnisse ans Licht kommen. Dass diese Äußerungen einen ganz anderen Weg einschlagen, damit haben auch sie nicht mit gerechnet. Und das alles ausgerechnet am Morgen vor Heiligabend, denn der kurze Besuch von Esther bei Sue will nicht enden und endet im Desaster. Die beklemmende und eiskalte Atmosphäre, die hier permanent herrscht, passt zu den Dialogen unter den Schwestern und den Situationen.

Für Esther ist Sue auch als erwachsene Frau immer noch die jüngere Schwester, die ihrer Meinung nach von ihr behütet, beschützt und bevormundet werden muss. Als Kind hat Esther diesen Instinkt sehr stark ausgelebt, den sie aber nie abgelegt hat. Dass Sue davon gar nicht begeistert ist, wird schnell klar und deutlich. Sue war als Kind für ihre Eltern immer die Schlaue, doch Esther kann dies nicht verstehen. Genauso wenig wie das einsame Leben ihrer kleinen Schwester im Wald, ohne Mann und Arbeit. Esthers Angst um Sue ist krankhaft, weshalb sie sie unbedingt wieder mit zu ihrer Familie mitnehmen möchte, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Und das, obwohl das letzte gemeinsame Weihnachtsfest unschön geendet hat. Sue will von ihrer Schwester überhaupt nichts mehr wissen, denn Esthers aufdringliche Art macht sie krank. Sie will ihre Schwester nicht mehr in ihr Haus lassen, doch Esther findet immer einen Weg, um Sue nah sein zu können. Sue will einfach nur ihre Ruhe vor ihrer Schwester. Die Gründe konnte ich, nachdem ich Esther kennengelernt habe, sehr gut nachvollziehen. Und das, obwohl Blut dicker als Wasser ist. Mir hat es auf jeden Fall unheimlich Spaß gemacht, diese Geschichte zu lesen. Deshalb gibt es von mir gute vier Sterne!

Ein Psychothriller, der unter die Haut geht

Heiligabend, ein Tag, den man eigentlich entspannt mit der Familie verbringen sollte. Auch bei Esther laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, damit sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern einen Abend wie im Bilderbuch verbringen kann. Das ist ihr Anspruch, weniger ist nicht akzeptabel.

Aber sie muss vorher noch etwas erledigen, einen Besuch, vor dem sie sich fürchtet. Bei ihrer Schwester, die in einem einsamen Haus knapp eineinhalb Stunden entfernt lebt. Sie weiß, dass es ihr nach der Trennung von ihrem Mann schlecht geht, umso wichtiger ist es, dass sie als ältere Schwester sie besucht und sich kümmert. Sie hat sich immer schon um Schnecke gekümmert, wie sie sie liebevoll seit Kindheitstagen nennt. Sie weiß aber auch, dass sie wieder in Streit geraten werden. Und so kommt es auch, doch es bleibt nicht beim Streit, die Lage wird völlig eskalieren.

Judith Merchant lässt ihre beiden Protagonistinnen frei aufeinander losgehen. Es ist der Kampf zwischen zwei Schwestern, die geübt sind im Kämpfen. Von klein auf haben sie nichts anderes getan. Für den Leser scheint die Lage klar, obwohl abwechselnd die beiden Perspektiven präsentiert werden, nimmt man schnell Position ein und hofft, dass die Lage vielleicht doch nicht völlig aus dem Ruder läuft, auch wenn von der ersten Seite an klar ist, dass das der Fall sein wird.

Bald schon bekommt die Klarheit jedoch Risse, das Verhältnis der Schwestern differenziert sich und die Fronten sind bei Weitem nicht mehr so eindeutig, wie sie vorher schienen. Wie so oft gibt es zwei Wahrheiten, zwei Sichtweisen und Kategorien wie richtig und falsch greifen nicht mehr. Man beginnt zu zögern, zu hadern: Wem will man mehr glauben, welche Sichtweise ist überzeugender? Als Leser gerät man zwischen die beiden, versucht sich für eine Seite zu entscheiden und weiß doch nicht, was richtig ist.

Perfekt orchestriert die Autorin die Eskalation. Immer, wenn man denkt, gerade die Lage zu fassen zu bekommen, präsentiert sie ein neues Puzzleteilchen, das nur zu einer weiteren Eskalationsstufe führt und die Beziehung der beiden Frauen komplexer gestaltet. Ein Drama in zig Akten, das in einer Tragödie endet, bei der alle irgendwie schuldig und unschuldig zugleich sind, aber auf jeden Fall alle zum Verlierer werden.

Ein Psychothriller, der unter die Haut geht. Mit minimaler Ausstattung – zwei Frauen, ein Haus, ein Wintertag – ein Maximum an Emotion und psychologischer Kriegsführung.

Ein absolut perfides Spiel

Am 23. Dezember fährt Esther zu ihrer Schwester Sue, die in ihrer Villa am Rande des Waldes wohnt. Esther ist in Weihnachtsstimmung: Mit ihren Kindern verpackt sie liebevoll das Geschenk für ihre Schwester, denn alleine lassen will und kann sie Sue in diesen Tagen nicht, eine Flasche Wein kommt auch noch mit und los geht’s.

Es ist die Ruhe vor dem Sturm, diese winterliche Fahrt hinaus in die Einsamkeit. Ich begegne jetzt auch Sue, die so ein ganz anderes, zurückgezogenes Leben führt. Und lerne Esther genauer kennen in ihrer ach so fürsorglichen Art. Sie redet mit Engelszungen auf ihre Schwester ein, gibt sich wie eine Mutter, die ihr ungezogenes Kind zurechtweist. Zwei ganz und gar unterschiedliche Charaktere prallen da aufeinander. Die eine will ihre Ruhe, ist nicht bereit, ihr Innerstes nach außen zu tragen. Aber genau das kann und will die resolute Esther nie und nimmer akzeptieren.

Eine zuweilen sehr bedrückende Atmosphäre entsteht, ich kann mich diesem perfiden Spiel nicht entziehen. Zum einen die beiden Schwestern in der doch sehr feudalen Villa – daheim geblieben ist Martin, Esthers Ehemann mit den beiden Kindern. Das ganze Leben kommt zur Sprache, all die gewesenen und vermeintlichen Gemeinheiten werden an die Oberfläche gezerrt.

Judith Merchant ist ein außerordentlich raffinierter Thriller gelungen. Es sind die Dialoge der Schwestern, das Drumherum, ihr teuflisches Tun, das die Story ungemein belebt. Man kann gar nicht anders, als dranzubleiben, möchte unbedingt wissen, wie das Ganze endet. »Es ist die Hölle!« Ja, sie schenken sich nichts.

Auch das gelungene Cover, schwarz umrahmt, verdeutlicht die Herkunft der Schwestern – eine Wurzel, aber an der Oberfläche verbindet sie so gar nichts mehr.

In die tiefsten Abgründe der Menschen lässt die Autorin ihre Leser blicken. Das infame Spiel der Schwestern, die unterschwellige Gehässigkeit in all ihren schaurigen Momenten ist perfekt ausgeleuchtet. Ein Thriller, der gelesen werden will.

Psychogespräche mit wenig Handlung

Ich habe das vorherige Buch »Atme!« der Autorin nicht gelesen und bin daher sehr offen.

Es handelt um 2 Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine lebt mit ihrer Familie in der Stadt und führt ein sehr lebhaftes Leben. Die andere Schwester, geschieden, lebt allein in einer »sterilen« Villa im Wald.

Die Hauptstory besteht in einem Dialog zwischen den psychisch auffälligen Schwestern. Dabei wird deutlich, dass ein großes Problem die Kommunikation ist. Soll heißen: Kommunikation ist nicht was gesagt wird, sondern was das Gegenüber versteht! Man wechselt zwischen Sympathie und Antipathie bei beiden Schwestern. So wird man von der Autorin gekonnt in die Irre geführt. Allerdings fand ich das stellenweise recht langatmig. Insgesamt dominieren leider nicht die Handlungen, was ich für einen Thriller unabdingbar halte. Später kommt es zwar zu dem Hauptakt, der wird mir jedoch zu rasch und oberflächlich abgehandelt. Nervenkitzel fand ich hier keinen.

Des Weiteren stört mich der Schluss des Buches: »ein Jahr danach«. Auch hier hätte ich mir mehr Ausführung gewünscht, um nachzuvollziehen, wie das zustande kam und was sich bis dahin bei denen verändert hat. Hier empfinde ich Oberflächlichkeit und schnell fertig werden.

Dann gab es für mich auch Unstimmigkeiten: Es ist die Rede von Medikamenten, die Sue einnehmen muss. Allerdings war sie nicht stationär und hat demnach sicher keine Medikamente verordnet bekommen! Dann fährt Esther am Schluss zielstrebig in die Klinik, wo sie entbunden hat etc. Zuvor war ihr der Weg zu Sue doch fremd und weit weg. Wie kann das so sein?

Fazit für mich: Kein Thriller und kein Nervenkitzel. Ein Kammerspiel mit Psychogesprächen und kaum Handlung. Habe echt mehr erwartet. 3 Sterne.

Weihnachten mit Esther und Sue

Ein unheimlich intensives Kammerspiel um eine toxische Beziehung, in der nichts so ist, wie es scheint.

Obwohl Esther einen Tag vor Heiligabend noch vieles zu tun hat, will sie hinaus in den Wald fahren, um ihre Schwester zu besuchen und ihr ein Weihnachtsgeschenk zu überbringen. Seit ihrer Scheidung lebt Sue dort ganz alleine in einem riesigen Haus, Esther fühlt sich als ältere Schwester verantwortlich, ob es Sue auch wirklich gut geht. Ihr kommt es so vor, als ob Sue sie ganz schnell loswerden wolle, hat sie etwas zu verbergen? Isst sie genug? Und nimmt sie ihre Medikamente?

Das Buch ist im Stil eines Kammerspiels geschrieben, die Kapitel sind im personalen Stil abwechselnd aus der Sicht der beiden Schwestern geschrieben, im letzten Drittel kommt auch Martin, der Mann von Esther zu Wort. Die Dramatik dieses Buchs hat mich sofort erfasst, mitgenommen und nicht mehr losgelassen, in jeder freien Minute habe ich gelesen. Der Spannungsbogen beginnt hoch, steigert sich noch durch ungeahnte Wendungen, das unerwartete Ende hat mich dennoch verblüfft.

Zuerst scheint die Lage klar, Esther, die perfekte Ehefrau und Mutter, betüttelt ihre kleine Schwester und will ihr trotz der Ablehnung der jüngeren eine kleine Weihnachtsfreude bescheren, bezeichnet sie sie doch als ihre größte Baustelle. Je tiefer ich in die – ja fast schon toxische – Beziehung der beiden Schwestern eintauche, desto mehr stellt sich die Frage, welche der beiden Schwestern hat eigentlich ein psychisches Problem? Im Verlauf der Lektüre wird mir Esther immer unsympathischer, sie ist manipulativ, rechthaberisch und gemein. Und hier leidet nicht nur ihre Schwester, sondern sie will ihre ganze Familie in der Hand haben, sehr darunter leidet auch Martin, ihr Ehemann.

Dem Plot konnte ich zu jeder Zeit folgen, die Charaktere sind gut herausgearbeitet, handeln nicht immer nachvollziehbar, aber authentisch. Lieblingsfigur hatte ich keine. Jedoch hat sich m.E. Sue im Lauf der Geschichte zu ihrem Vorteil entwickelt, was die Aussicht am Ende – fürchte ich – jedoch wieder zunichtegemacht hat.

Die Perspektivenwechsel in den einzelnen Kapiteln erzeugen Spannung, es ist interessant zu erleben, wie verschieden einzelne Situationen von den Handelnden wahrgenommen werden. Dass es für eine Figur nicht gut ausgeht, erfährt der Leser schon aus dem Klappentext, doch bis zum Schluss konnte ich nicht ahnen, wer das sein könnte. Dies war für mich das erste Buch, welches ich von Judith Merchant gelesen habe, bin aber nun auf »Atme!« neugierig geworden.

Besonders gut fand ich die schlagfertigen Dialoge, sie haben die Geschichte lebendig gemacht. Ich fühlte mich hervorragend unterhalten, hatte Herzklopfen, habe immer wieder den Kopf geschüttelt und manchmal nicht glauben wollen, was ich da las, ein Psychothriller, beklemmend, perfide und gruselig, ein wahrer Pageturner.

Mich hat »Schweig!« unbedingt an das Kammerspiel »Der Gott des Gemetzels« erinnert. Wer Bücher in diesem Stil mag, wird diesen Thriller mögen, von mir 5 Sterne.

Zwei ungleiche Schwestern

Die Geschichte handelt von zwei Schwestern, eine Ältere und eine Jüngere. Die eine, Esther, die Ältere, ist verheiratet, hat einen Mann und zwei Kinder. Die haben das perfekte Weihnachtsfest geplant. Und dann ist da noch die jüngere Schwester Sue, die geschieden ist und ganz alleine in einem sehr großen Haus im Wald lebt. Zwischen Esther und Sue liegen Welten vom Wesen her. Sie könnten nicht unterschiedlicher sein, es ist wie Tag und Nacht.

Es wird einmal aus Esthers und einmal aus Sues Sicht erzählt, teilweise auch aus der Vergangenheit, und es kommt heraus, wie sehr sich die beiden hassen und man merkt genau, welche die böse Schwester ist und welche die brave, gute Schwester ist. Aber das ändert sich im Laufe des Buches ständig, es ist nicht immer gleich.

Dann kommt auch noch Martin, Esthers Mann, mit ins Spiel, auch aus seiner Sicht wird beschrieben, wie Esther eigentlich ist: Nicht wie beschrieben eigentlich immer die Gute, sondern auch die Schlechte und Sue ist die Gute.

Tja, was soll an da noch sagen, am Ende kommt die ganze Wahrheit ans Licht und mit diesem Ende hab ich so gar nicht gerechnet, das einzige, was ich verraten kann, ist es überleben nicht alle den wundervollen Weihnachtstag.

Packendes und wendungsreiches Psycho-Duell zweiter ungleicher Schwestern

In diesem Thriller schickt die Autorin Judith Merchant die beiden ungleichen Schwestern Esther und Sue in ein packendes Psycho-Duell, in dem die Rollen zu Beginn scheinbar eindeutig verteilt sind. Doch dann bekommt das eigentlich so klare Bild erste Risse und es beginnt ein Verwirrspiel, bei dem man sich bis zur letzten Seite nicht wirklich sicher sein kann, alle Aspekte der Geschichte durchschaut zu haben.

Esther lebt mit ihrem Mann Martin und den gemeinsamen Kindern Jonas und Ella in der Stadt und steckt mitten in der Vorbereitung auf das bevorstehende Weihnachtsfest. Dennoch will sie am 23.12. noch kurz ihre Schwester Sue besuchen und ihr ein Geschenk vorbeibringen. Sue lebt nach der Trennung von ihrem Mann allein in einem großen Haus, das ziemlich abgelegen im Wald liegt. Obwohl die Begrüßung nicht wirklich herzlich ausfällt, lässt sich Esther nicht abwimmeln und so nimmt das Verhängnis seinen Lauf.

Mit einem packenden Schreibstil und zahlreichen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute und atmosphärisch dichte Geschichte voran und steuert sie stilsicher auf einen fulminanten Showdown mit einem ordentlichen Knalleffekt zu. Dabei erzählt sie die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Esther und Sue, im weiteren Verlauf kommt noch die Perspektive von Martin hinzu. Schnell zeigen sich die unterschiedlichen Sichtweisen auf die aktuellen und die vergangenen Ereignisse, die bis weit zurück in die Kindheit der beiden Schwestern reichen. Wer sagt hier die Wahrheit und welche dunklen Geheimnisse verbergen die beiden Schwestern voreinander ? Immer tiefer wird man als Leser in das verwirrende Spiel voller Lügen und Abgründe hineingezogen und muss höllisch aufpassen, hier nicht den Überblick zu verlieren und mit in den Abgrund gezogen zu werden.

Wer auf abgründige und undurchschaubare Psycho-Thriller steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

Wem kann man glauben?

Kurz vor Weihnachten hätte Esther eigentlich genug damit zu tun, alles fürs Weihnachtsfest mit ihrem Mann und ihren Kindern vorzubereiten. Doch ihre Schwester lebt seit ihrer Scheidung ganz allein in einem großen Haus im Wald. Esther fühlt sich verpflichtet, ihre Schwester Sue zu besuchen und ihr wenigstens ein kleines Geschenk zu überreichen. Außerdem kann sie so überprüfen, ob ihre Schwester so allein zurechtkommt und ihre Medikamente nimmt.

Was dem Leser zunächst als großzügige und schwesterliche Geste erscheint, entpuppt sich allmählich zu einer ganz anderen Geschichte. Wieso lädt Esther ihre Schwester nicht einfach über Weihnachten zu sich nach Hause ein? Offenbar gab es im vorigen Jahr einen Vorfall, der diese Möglichkeit zu einer Unmöglichkeit macht.

Als Esther bei Sue eintrifft, setzt ein Schneesturm ein, der sie zwingt, dort zu bleiben. Und nun erfährt man auch aus Sues Perspektive einzelne Details, die Zweifel säen. Welcher Sichtweise kann man denn nun trauen? Derjenigen der vernünftigen, hilfsbereiten und pragmatischen Esther? Oder doch eher der Sichtweise der unvernünftigen, hilflosen und undankbaren Sue?

Die beiden Schwestern sind durch den Sturm an das einsame Haus im Wald gebunden. Durch die erzwungene Nähe kommen endlich Dinge auf den Tisch, die schon lange zwischen den beiden Schwestern schwelen. Doch wem kann der Leser nun glauben?

»Schweig« ist ein psychologischer Thriller, der mit immer wieder überraschenden Wendungen überzeugt. Allerding

Wem kann man trauen?

Am Tag vor Weihnachten taucht Esther bei ihrer Schwester Sue im Wald auf, um ihr ein Geschenk und eine Flasche Wein zu bringen. Eigentlich sollte Esther das Fest für ihre Familie vorbereiten, doch ein Schneesturm sorgt dafür, dass sie nicht zurückkann. Die Schwestern trinken den Wein und sprechen Dinge aus, die besser ungesagt geblieben wären. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf.

Erzählt wird diese Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven und geht auch immer wieder in die Vergangenheit zurück. Man kann sich nicht sicher sein, ob alles so ist, wie es scheint. Doch für mich hat sich die Lösung recht früh gezeigt. Dennoch bleibt es spannend.

Die Personen sind gut dargestellt. Sie schleppen Verletzungen der Vergangenheit mit sich herum, die nach oben drängen. Sue lebt für sich und ist kontaktscheu. Sie benötigt Tabletten, um nicht durchzudrehen. Esther will sehen, ob Sue sie wirklich einnimmt, damit die Situation nicht wieder eskaliert. Sue möchte ihre Ruhe und will Esther möglichst loswerden. Aber Esther versucht wie immer, Sue zu bevormunden. Doch das Wetter spielt nicht mit. Vieles kommt in diesem einsamen Haus zur Sprache und Geheimnisse der Vergangenheit drängen ans Licht. Doch was ist die Wahrheit?

Aber auch Esthers Mann Martin spielt eine Rolle in dieser problematischen Schwesterbeziehung. Mir war keiner der Protagonisten sympathisch.

Es ist ein beklemmendes und sehr spannendes Familiendrama.

Geschwisterliebe

Sue lebt seit ihrer Scheidung allein und zurückgezogen in einem riesigen Haus tief in einem Wald. Ihre Schwester Esther macht sich Sorgen um sie. Obwohl Esther eigentlich zu Hause noch sehr viel für das Weihnachtsfest mit Mann und Kindern vorbereiten muss, macht sie sich auf den Weg zu ihrer Schwester, um ihr ein kleines Geschenk zu bringen. Doch Sue will sie nicht bei sich haben. Hat sie etwas zu verbergen? Und was bedeutet das Messer in ihrer Hand?

Die Story dreht sich hauptsächlich nur um die Beziehung zwischen den beiden Geschwistern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Durch die wechselnden Perspektiven lernt der Leser nach und nach die beiden Schwestern kennen und erfährt durch die Gedanken und Gespräche der beiden von den Problemen und Vorkommnissen in der Vergangenheit. Dadurch blieb die Spannung total auf der Strecke, die erst zum Ende hin aufkommt.

Die beiden Hauptcharaktere haben sich in Überlegungen verloren, die für mich teilweise keinen Sinn ergaben, dadurch habe ich irgendwie keinen Zugang zu ihnen gefunden. Sie waren mir unsympathisch und ihr Verhalten hat mich einfach nur genervt.

Für mich definitiv kein Thriller, eher ein Roman um eine toxische Geschwister-Beziehung.

Nicht so fesselnd wie erwartet

Esther besucht einen Tag vor Heiligabend ihre Schwester Sue, die seit ihrer Scheidung allein in einem abgelegenen Haus im Wald lebt. Sie will ihr ein Geschenk bringen und sich überzeugen, dass es ihr gut geht und sie ihre Medikamente nimmt. Sue fühlt sich von Esther und ihrem Kontrollzwang bedrängt und will sie schnell wieder loswerden. Esther will eigentlich auch schnell wieder zu ihrer Familie zurück, aber ein Schneesturm zwingt sie zu bleiben. Bei einer Flasche Wein werden schließlich Dinge gesagt, die besser ungesagt blieben und etwas in Gang gesetzt, das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Mit weitreichenden Folgen …

Man merkt sehr schnell, dass in der Beziehung der beiden Schwestern einiges im Argen liegt. Durch die unterschiedlichen Ich-Perspektiven wird schnell deutlich, dass beide die gleiche Situation sehr unterschiedlich wahrnehmen. Als Leser wird man schnell unsicher, welcher Wahrnehmung man Glauben schenken soll. Ist Sue wirklich so labil, wie ihre Schwester glaubt und Esther tatsächlich ein dominanter Kontrollfreak? Und was hat sich tatsächlich in der Kindheit der beiden abgespielt?

In Rückblicken erfährt man nach und nach, wie es zu der toxischen Beziehung der Schwestern kam. Dadurch werden die Handlungen und Reaktionen der beiden verständlicher. In Einschüben kommt auch der Mann von Esther zu Wort und enthüllt Details ihres Familienlebens. Leider war mir keine der handelnden Personen wirklich sympathisch. Esther ging mir mit Ihrem dauernden »Schnecke«-Sagen (Spitzname von Sue als Kind) irgendwann total auf die Nerven.

Ich hatte eigentlich ein packendes Kammerspiel mit den beiden so unterschiedlichen Schwestern erwartet, was sich zunächst leider als etwas schleppend erwies. Die Gespräche der Schwestern in der ersten Hälfte wirkten auf mich teilweise zäh, wohl auch dem Umstand geschuldet, dass durch die Perspektivwechsel vieles doppelt erzählt wurde. Im weiteren Verlauf gibt es aber unerwartete Wendungen und Enthüllungen, die auch die Spannungskurve steigen lassen. Ich musste meine Meinung über die Schwestern mehrfach korrigieren. Das Ende bietet dann noch einen unerwarteten Twist, der Gänsehaut verursacht und einen das Buch nicht so schnell vergessen lässt.

Insgesamt ein solider psychologischer Spannungsroman, der etwas Anlauf brauchte und dessen Ende mich noch einige Zeit beschäftigten wird.