Cover von: Seit du tot bist
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Seit du tot bist

Thriller
Buch
Taschenbuch, 480 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3453410440

ISBN-13: 

9783453410442

Erscheinungsdatum: 

13.05.2013

Preis: 

9,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 316.517
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3453410440

Beschreibung Verlag: 

Die Hoffnung lebt – und wird dich zerstören

Gens Tochter kam vor acht Jahren tot zur Welt. Nun steht eine fremde Frau vor ihrer Tür und behauptet, dass sie lebt. Dass alle bei der Geburt Anwesenden gekauft waren, damit jemand Gen ihr Baby wegnehmen konnte. Zunächst hält Gen das für einen geschmacklosen Scherz. Aber etwas in ihr sagt ihr, dass die Frau die Wahrheit sagt, und eine trügerische Hoffnung keimt in ihr auf. Aber wer sollte so etwas tun, falls es tatsächlich wahr ist? Es kann nur jemand aus ihrem engsten Umfeld gewesen sein ...

Wer sich schon mal einlesen möchte, findet die ersten 40 Seiten beim Heyne-Verlag als Leseprobe.

Kriminetz-Rezensionen

Gefühlvoller Thriller

Eigentlich geht es Geniver und Art sehr gut. Sie arbeitet als Dozentin an der Hochschule und gibt Schreibkurse, während er ein erfolgreiches Unternehmen führt und gerade in ein Gremium berufen wird, das den Premier Minister berät. Wenn da nicht die Trauer um ihr erstes Kind wäre, das vor acht Jahren tot zur Welt gekommen ist. Besonders Gen, die eigentlich Schriftstellerin ist, hat diese Trauer noch nicht verarbeitet. Seit acht Jahren ist sie nicht mehr in der Lage auch nur eine einzige Zeile zu schreiben. Und obwohl sie von ihrem Mann gedrängt wird, ist sich auch nicht sicher, ob sie noch einen weiteren Versuch mit künstlicher Befruchtung machen will.

Und dann steht eines Tages eine Frau – angeblich die Schwester der Krankenschwester, die vor acht Jahren bei dem Not-Kaiserschnitt mit dabei war – vor ihrer Tür und erzählt ihr, dass ihr kleines Mädchen, Beth, gar nicht gestorben sei, dass es lebt.

Zunächst hält Geniver das für einen schlechten Scherz. Doch in ihrem Innersten will sie daran glauben, dass ihr Kind noch lebt. Denn in ihrem Unterbewusstsein hat sie wahrscheinlich nie wahrhaben wollen, dass Beth damals gestorben ist. Trotzdem tut sie zunächst nicht viel, um die Angaben der Frau zu überprüfen: Sie spricht mit ihrer Freundin, redet mit ihrem Mann und beginnt die alten Unterlagen zu suchen, die von ihrem Aufenthalt in der Klinik und dem Tod ihres Kindes zeugen.

Sehr einfühlsam schildert Sophie McKenzie, die die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Gen erzählt, auf den ersten zweihundert Seiten das Gefühlsleben von Geniver, die in ihrer Trauer gefangen und daher gar nicht in der Lage ist, wirklich aktiv zu werden, um die Wahrheit herauszufinden. Erst als sie aus der Zeitung erfährt, dass die Frau, die an ihrer Tür geklingelt hat, bei einem Autounfall mit Fahrerflucht ums Leben gekommen ist und sie gleichzeitig die Unterstützung von Lorcan, einem ehemaligen Partner ihres Mannes, erhält, beginnen die beiden nach dem Arzt zu suchen, der damals den Kaiserschnitt durchgeführt hat.

Ab diesem Zeitpunkt beginnt ein aufregender Thriller mit hohem Tempo, in dessen Verlauf sich Geniver und Lorcan zunächst näher kommen und dann in große Gefahr geraten. Doch schon bald weiß Geniver gar nicht mehr, wem sie trauen kann und wem nicht.

McKenzie schreibt in einer klaren, unverschnörkelten Sprache, die von Ursula Pesch und Friedrich Pflüger sehr gut ins Deutsche übertragen wurde. Durch die Wahl der Ich-Perspektive gelingt es ihr, insbesondere die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonostin mit ihrer inneren Zerrissenheit anschaulich darzustellen. Ein besonderer Reiz liegt in dem Übergang vom ersten zum zweiten Teil, von der Passivität zur Aktivität von Geniver.

Das Buch ist spannend bis zur letzten Seite und findet eine unerwartete Auflösung.

Viel Gefühl, wenig Spannung - aber bemerkenswert gut zu lesen!

Geniver und Art sind verheiratet. Art ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, der es aufgrund seiner Zielstrebigkeit ganz weit nach oben schafft. Für Geniver ist das Leben jedoch aus den Fugen geraten, als sie vor acht Jahren ihr Kind verloren hat. Seitdem ist sie labil und nicht mehr in der Lage, ihrem Beruf, der Schriftstellerei, nachzugehen. Diese Labilität wird noch verstärkt, als eine fremde Frau auftaucht und berichtet, ihr Kind sei am Leben und nach der Geburt mit Wissen des Ehemannes weggegeben worden. Art streitet das ab. Geniver beginnt zu zweifeln. Wem soll sie glauben? Wem kann sie noch vertrauen? In der Folge misstraut sie jedem: Art, der geheimnisvollen Frau, Hen (ihrer besten Freundin), sich selbst … Leidet sie vielleicht unter Wahnvorstellungen?

Auf einer Party lernt sie Lorcan, einen ehemaligen Mitstreiter von Art kennen, dem allerdings kein guter Leumund anhängt. Dieser vermeintliche Schürzenjäger erkennt Genivers Situation und macht sich sowohl an sie, als auch da ran, ihr bei ihrem Problem zu helfen, die mysteriösen Vorfälle am Tag ihrer Niederkunft zu recherchieren. Eine Jagd nach der Wahrheit beginnt. Lorcan immer an Genivers Seite. Mysteriöse Todesfälle begleiten ein Verwirrspiel um Wahrheit oder Lüge, Geld- und Machtspielen und natürlich Liebe (oder doch nicht Liebe?).

Sophie McKenzie beschreibt ausführlich die Gefühlswelt von Geniver, aus deren Sicht der Roman in der Ich-Perspektive geschrieben ist. Das Buch ist aufgrund seiner einfachen Sprachanwendung sehr gut zu lesen. Die Spannung baut sich meines Erachtens nur sehr zögerlich auf und kann auch nicht wirklich gehalten werden. Zwar rätselt der Leser ob der möglichen Umstände herum, jedoch bleibt das Verwirrspiel recht oberflächlich. Etwas leichte Kost für einen Thriller. Das Liebesgeplänkel wird nicht übertrieben ausgeschmückt, ist hintergründig aber allgegenwärtig, was aber das Aufkommen einer Spannung hemmt. Wenngleich die Auflösung des Falls nicht unbedingt zu erwarten war, baut sich diese nicht spannend auf, sondern ist plötzlich da. Die Liebesbeziehungen enden, wie es zu erwarten war und der Showdown ist auch nicht packend.

Der Roman hat mich nicht gefesselt und umgehauen, er ist aber gut geschrieben und für alle, die sich schon immer einen Krimi von Rosamunde Pilcher gewünscht haben, durchaus lesenswert.