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Selfies

Der siebte Fall für Carl Morck, Sonderdezernat Q. Thriller
Buch
Gebundene Ausgabe, 592 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3423281073

ISBN-13: 

9783423281072

Erscheinungsdatum: 

10.03.2017

Preis: 

23,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 31.437
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3423281073

Beschreibung von Bücher.de: 

Der siebte Fall für das Sonderdezernat Q Vizepolizeikommissar Carl Mørck wird zur Aufklärung eines brutalen Todesfalls von der Mordkommission in Kopenhagen hinzugezogen. Wie sich herausstellt, gibt es eine Verbindung zu einem mehrere Jahre zurückliegenden und ausgesprochen brisanten cold case, aus dem sich schwerwiegende Konsequenzen für die aktuellen Ermittlungen ergeben. Ausgerechnet jetzt geht es Carls Assistentin Rose sehr schlecht. Sie wird von grauenhaften Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit heimgesucht. Rose kämpft mit aller Macht dagegen an - und gegen das Dunkel, in dem sie zu ertrinken droht. Welche Rolle spielen die jungen Frauen Michelle, Jasmin und Denise, die sich zu einem starken und hochexplosiven Kleeblatt verbündet haben?

Kriminetz-Rezensionen

Ein solider Roman

Nachdem die Hypnose bei Rose voll angeschlagen hat, wird sie mit immer mehr Erinnerungen an ihre Vergangenheit gequält und baut psychisch immer weiter ab. Dabei ist ihr Einsatz beim Sonderdezernat Q einmal mehr entscheidend, denn wie bereits vor einigen Jahren wurde auch nun eine Frau in einem Park auf erschreckend ähnliche Weise getötet. Carl Morck vermutet einen Zusammenhang, doch der zunehmende Zeitdruck erschwert ihm die Arbeit …

Natürlich lebt die Krimi-Reihe um Carl Morck von Jussi Adler Olsen durch die ungelösten Fälle, die nach vielen Jahren durch ihn und sein Team vom Sonderdezernat Q gelöst werden. Doch auch die Charaktere sind ein spannendes Element, können sie sich doch über mehrere Bände hinweg weiterentwickeln und – fast noch wichtiger – scheint jeder ein dunkles Kapitel in seinem Leben zu haben. Im siebten Teil mit dem Titel »Selfies« erfährt der Leser nun mehr aus der Vergangenheit von Rose, aus der es in den letzten Bänden immer wieder Andeutungen gab, die sich nun aber manifestieren. Dabei werden viele schreckliche Details aufgedeckt, die starke Auswirkungen auf die Psyche der unkonventionellen Figur haben. Nun setzt sich vieles zu einem stimmigen Bild zusammen, man lernt Rose noch einmal aus einem anderen Blickwinkel kennen und kann die eine oder andere Verhaltensweise nun besser verstehen. Dabei baut sich ein ganz eigener Handlungsbogen durch den Roman auf, der (fast) so wichtig und präsent erscheint wie der eigentliche Fall, der eine eigene Dynamik entwickelt und mich sehr fesseln konnte – ein sehr gelungener Wendepunkt innerhalb der Serie. Von den anderen lieb gewonnenen Charakteren erfährt man hingegen nur wenig, mit Ausnahme einiger nebulöser Andeutungen kommt der Autor vielen Mysterien nicht weiter auf den Grund. Doch eben dieser Fokus auf einer Figur gefällt mir gut, zumal ich mich nun darauf freue, wenn auch die anderen Figuren eine derart intensive Betrachtung erhalten.

Der Fall an sich ist leider deutlich schwächer geraten, als man es von der Serie gewohnt sein kann. Die Spannung baut sich nur langsam auf und erhält nicht die gleiche Intensität wie beispielsweise »Erbarmen« oder »Erlösung«, auch die psychische Komponente fällt nicht so intensiv aus, wenngleich sie durchaus vorhanden ist. Ungewohnt ist es aber, dass doch ein paar Logiklücken erhalten und sind Täter und Motiv doch überspitzt wirken – die Erfahrungen, die gemacht wurden, rechtfertigen kaum die teils extremen Handlungen. So konnte mich dann auch die Auflösung nicht so sehr fesseln, wie ich es von dem Autor (zumindest zu großen Teilen) kenne.

»Selfies« punktet insbesondere mit dem großen Part um Roses Vergangenheit, der intensiv, düster und sehr ausgefeilt erzählt wird. Ich mag es, dieses andere Licht auf dem Charakter zu sehen und die lieb gewonnene Figur noch besser kennenzulernen. Der Fall an sich ist leider nicht so stark und wirkt deutlich überzogen, ist sprachlich und atmosphärisch aber wieder gut gelungen, sodass insgesamt ein solider Roman entstanden ist.

Äußerst kaltblütig und unfassbar fesselnd - Der siebte Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q

Der Mord an einer alten Frau weist Parallelen zu einem Cold Case vor mehreren Jahren auf. Das Sonderdezernat Q, die Abteilung für alte, ungelöste Fälle, mischt sich verbotenerweise in den aktuellen Mordfall mit ein und trifft auf einige heiße Spuren. Doch nun macht noch eine weitere Unglücksserie Dänemark unsicher. Junge Frauen werden von einem Auto angefahren, welches dann Fahrerflucht begeht. Zufälle oder gibt es doch eine Verbindung zwischen den scheinbaren Verkehrsunfällen? Und spielt es eine Rolle, dass die jungen Frauen alle Bezieher von Sozialleistungen sind? Und wie passt der Überfall auf einen Club mit anschließender Erschießung einer weiterer jungen, der Polizei bekannten Frau da mit hinein? Carl Mørck, Assad und Gordon versuchen den Überblick zu behalten, machen sich jedoch auch die allergrößten Sorgen um Rose, ihre Kollegin, die offensichtlich gerade einen psychischen Zusammenbruch durchlebt und mit ihren Dämonen aus der Vergangenheit zu kämpfen hat.

Wow! Hier passiert so viel und doch wird es nie zu viel. Jussi Adler Olsen schafft es immer wieder, mich völlig in den Bann zu ziehen, mich nach Dänemark zu katapultieren, mitten rein in die schlimmsten Verbrechen und in den Keller des Sonderdezernats Q. Ich liebe die Figuren (Carl, Assad, Gordon, Rose) sehr und freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich sie in einem der Bücher der Reihe wiedertreffe. Auch diesmal ist der Spannungsbogen immer ganz oben und ich kann das Buch nur schwer aus der Hand legen. Die Beschreibungen sind so lebhaft und greifbar, was das Lesen zu einem Genuss und gleichzeitig zu einer Herausforderung macht. Geht es hier schließlich nicht um die heile Welt, sondern um schwerste Verbrechen, tiefliegende Probleme und ganz viel üblen Mist. Zu meiner großen Freude ist die Story immer wieder durch Humor durchzogen, vor allem beim Miteinander der Kollegen des Sonderdezernats. Ihr Umgang miteinander ist unglaublich eng, oftmals schwierig, aber immer voller Respekt und Freundschaft und eben ganz viel Humor. Assad sorgt mit seinen witzigen Versprechern und Bezügen zur Welt der Kamele dafür, dass ich oftmals kichern musste. Und dann wieder, kaum zu ertragen, Roses Leiden, körperlich und seelisch, was mich tief berührt und entsetzt hat. Ich habe so mitgelitten.

Ich kann nur sagen, wer die Reihe rund um Carl Mørck und das Sonderdezernat Q nicht kennt, aber (skandinavische), mitreißende Thriller liebt: bitte unbedingt lesen! Aber schön der Reihe nach. Die Fälle sind zwar in sich abgeschlossen, doch das Außenrum macht ja gerade den Charme dieser Reihe aus. Und hier ist es wichtig, alles von Anfang an mitzuerleben.

Von mir ganz klar 5/5 Sterne. Der achte Fall liegt auch schon auf meinem SUB und ich freue mich wie doof darauf, in ihn einzutauchen.