Cover von: Die sieben Gründe zu töten
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Die sieben Gründe zu töten

Der dritte Fall für Staatsanwältin Helena Faber. Thriller
Buch
Taschenbuch, 432 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3734106184

ISBN-13: 

9783734106187

Auflage: 

1 (20.05.2019)

Preis: 

9,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 269.720
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3734106184

Beschreibung von Bücher.de: 

Im Angesicht des Bösen stellt sich die Frage: Was bist du bereit, für die zu tun, die du liebst?

Die ehemalige Staatsanwältin Helena Faber steht vor dem Nichts. Sie hat ihren Job und ihre Freiheit verloren, ihre Ehe ist gescheitert, und ihre beiden Töchter wurden vor ihren Augen entführt. Die Ältere, Katharina, konnte befreit werden, aber deren kleine Schwester Sophie bleibt verschwunden.

Eine Spur führt nach Saudi-Arabien und obwohl ihre Mutter es mit allen Mitteln verhindern will, macht Katharina sich alleine auf die Suche nach Sophie. Eine gefährliche, eigentlich unmögliche Reise, die für Katharina den Tod bedeuten könnte. Helena hat keine Wahl - sie muss Katharina helfen, wenn sie nicht beide Kinder verlieren will ...

Kriminetz-Rezensionen

Egal, wie man sich etwas vorstellt – es geht immer noch ein bisschen schlimmer

Wie schon in den letzten beiden Bänden wird die Geschichte aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Aber hauptsächlich sind das Helenas, Katharinas und Sophies Sichtweisen, die gleichermaßen eindrücklich wie eindringlich erzählt werden. Auch Roberts Perspektive, als Vater der Opfer, ist bedrückend und endet ja leider auch tragisch.

Gehirnwäsche
Die Art, wie Sophie hier einer Art Gehirnwäsche unterzogen wird, sicherlich gepaart mit dem Stockholm-Syndrom, hat gewisse aktuelle Bezüge. Im Moment tauchen in den Berichten der Tageszeitungen ja immer wieder Berichte über westliche, teils sehr junge IS-Kämpferinnen auf, die nun, nachdem der Kampf ja wohl verloren ist, wieder zurückwollen. Ihnen dürfte es ähnlich gehen oder gegangen sein, wie Sophie.

Schicksale
Auch in »Die sieben Gründe zu töten« geht es sehr hart, sehr brutal zu und gelegentlich musste ich das Buch erst einmal für eine Weile beiseitelegen. Vielleicht hat mich diese Geschichte mehr mitgenommen, weil ich selber Töchter in dem Alter habe, vielleicht auch, weil Uwe Wilhelm, für mich jedenfalls, ein wirklich genialer Erzähler ist. Noch lange, nachdem ich die letzte Seite gelesen habe, beschäftigten mich die Schicksale der handelnden Personen weiter.

Versöhnlich
Im Gegensatz zu den beiden ersten Bänden geht die Geschichte hier noch eine Weile voraus in die Zukunft, bis in den Dezember 2022, was daran liegt, dass nach 2019 die Ereignisse des Buches sehr fiktiv sind und nichts mehr mit der geopolitischen Realität zu tun haben. Das Ende der Geschichte ist ohnehin kein richtiges Happy End, aber es ist trotzdem ein versöhnliches Ende – so versöhnlich, wie es eben geht.

Mein Fazit
Die sieben Gründe zu töten ist spannend, brutal, blutig, eindringlich, temporeich und aufwühlend. Ich finde, es ist nichts, für zartbesaitete Gemüter – aber es ist auf jeden Fall sehr, sehr lesenswert.

Würde die Liebe kämpfen und töten?

»Tötet jemand den Körper, wird er zum Tode verurteilt; wer aber die Seele tötet, entkommt unerkannt.« (Khalil Gibran)

Helena Faber ist am Ende, nicht nur, dass ihre Ehe auseinanderging und sie ihren Job als Staatsanwältin und die Freiheit verloren hat, es wurden auch noch ihre beiden Kinder entführt. Zwar konnte sie ihre älteste Tochter Katharina (Kata) aus den Fängen der Entführer befreien, doch Sophie, die jüngste der beiden, ist nach wie vor verschwunden. Man vermutet, dass sie nach Saudi-Arabien verkauft wurde, doch bisher fehlt jede Spur. Robert Faber dagegen hat nach langer Suche kein Geld und keine Kraft mehr, um weiter nach seiner Tochter zu suchen. Er hat inzwischen ein Leben mit einer neuen Familie begonnen. Doch wird er es wirklich übers Herz bringen, die Suche nach Sophie aufzugeben? Nach Psychiatrie und einige andere Abstürzen möchte Kata die Reise nach Saudi-Arabien, wo sie Sophie vermutet, aufnehmen. Doch Helena verhindert um jeden Preis, das Kata alleine auf diese Suche geht. Eine gefährliche Reise beginnt, bei der sie nicht wissen, ob sie Sophie finden oder sie diese sogar mit ihrem Leben bezahlen werden. Doch Helena weiß, will sie nicht beide Kinder erneut verlieren, muss sie Kata bei ihrer Suche helfen.

Meine Meinung:
Nachdem ich den ersten Band dieser Trilogie schon gekannt hatte, war ich neugierig, was aus den beiden Töchter von Helena Faber geworden ist. Das Cover wirkte – wie schon bei Band eins – eher unscheinbar, passte jedoch zu den anderen Büchern. Der Schreibstil war unterhaltsam, spannend und sehr informativ. Besonders hervorheben möchte ich die Recherche über den Islam, den Wert der Frau in dieser Religion und das Leben in Saudi-Arabien. Ich hatte mir über dieses Land zuvor nie richtig Gedanken gemacht, wahrscheinlich weil wir hier im Westen viel zu wenig von ihren Traditionen, Geboten und Verbote wissen. Der Autor jedoch schrieb: »Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass Saudi-Arabien eine menschenverachtende Diktatur und in der Unterdrückung der Frau ohne jedes Beispiel ist.« Auch ich hatte diesen Eindruck nach diesem Buch gewonnen und vermute, dass es heute noch größtenteils so dort ist. Reiche Männer halten sich mehrere Frauen, die sie auch gerne kaufen, egal wo. Was sie mit ihren Frauen anstellen bleibt größtenteils verborgen, doch es reicht von vergewaltigen bis schlagen und vielleicht sogar töten, wer weiß. Das Buch ist in verschiedene Handlungsstränge eingeteilt, wobei mich der von Sophie am meisten berührt und gleichzeitig auch entsetzt hat. Dabei habe ich mit ihr mitgelitten, denn welcher erwachsene Mann tut so etwas einem Mädchen mit 12 Jahren an? Ihr Leben im Palast war wirklich nicht gerade einfach und man merkte, wie sie durch die lange Zeit eine regelrechte Gehirnwäsche erhielt und sich veränderte. Um so schwieriger wurde das Unterfangen von Helena und Kata, Sophie zu befreien, bzw. sie zu bewegen nach Hause mitzukommen. Dabei hat hier Uwe Wilhelm wahrlich alles aufgefahren, was wir an Klischees und Grausamkeiten über den Islam kennen. Inwieweit sie wirklich auf das Land Saudi-Arabien zutreffen, kann ich nur erahnen, doch ich vermute, das vieles sogar noch schlimmer sein könnte. Und so ging es im Plot nicht nur um Kinderhandel, Vergewaltigung, Zwangsehe, Gewalt, Unterdrückung, sondern insbesondere um ganz überraschende Ausgänge, die selbst mich sprachlos machten. Ebenso waren die Charaktere sehr gut ausgearbeitet, allen voran natürlich die Familie Faber. Besonders Kata hat mich berührt, ihre aufmüpfige, aggressive Art, besonders gegen ihre Eltern, empfand ich irgendwie als Hilfeschrei. Genauso wie ihre Art sich optisch mit Tattoos, Piercing und Glatze zu verändern. Man merkte einfach, wie traumatisiert dieses Mädchen noch immer war. Für mich ein bemerkenswertes Buch, das ich förmlich an einem Tag verschlungen habe, denn einmal begonnen, kann man es nicht mehr weglegen. Deshalb von mir eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen für diesen dritten Teil der Trilogie.

Eine andere Welt

Helena Fabers Leben ist komplett auf den Kopf gestellt. Die ehemalige Staatsanwältin hat mittlerweile 3 Jahre Haft abgesessen und steht kurz vor ihrer Entlassung. Ihre Ehe ist gescheitert und Sophie, eine ihrer Töchter, ist noch immer verschollen, wofür die andere, Katharina, sich die Schuld gibt und an diesen Selbstvorwürfen zu zerbrechen droht. Dann geschieht das Unerwartete, es gibt Lebenszeichen von Sophie aus Saudi-Arabien. Die mittlerweile fünfzehnjährige junge Frau soll Mutter zweier Kinder sein und sich in der Gewalt eines arabischen Herrschers befinden. Helena weiß, sie muss sofort handeln, um Katharina vor Dummheiten zu bewahren und Sophia nach Hause zu holen ...

»Die 7 Gründe zu töten« ist bereits der dritte Teil einer Trilogie um das Leben der Staatsanwältin Helena Faber. Ich bin als Quereinsteiger in den letzten Band eingestiegen und hatte zu keiner Zeit Verständnisprobleme. Nach kurzer Zeit habe ich aber schon bedauert, die ersten beiden nicht gelesen zu haben, da mir das Buch so gut gefiel. Der äußerst lebendige und temporeiche Schreibstil vom Autor Uwe Wilhelm hat mich schnell gepackt und ließ mich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Er arbeitet mit vielen kurzen Kapiteln und den damit verbundenen häufigen Perspektivwechseln. Die Erzählung erfolgt jeweils aus der Sicht der aktuell berichtenden Person, was anfänglich noch ein wenig ungewöhnlich war, mir aber im Verlauf des Thrillers immer besser gefallen hat und zum hohen Tempo beigetragen hat. Der Spannungsbogen wird auf einem äußerst hohen Niveau gehalten und die Handlung blieb für mich immer schwer vorhersehbar, da der Autor mit der arabischen Welt eine große Unbekannte ins Spiel gebracht hat. Wie er selber im Anhang schildert, gestalteten sich die Recherchen zu dem Buch als äußerst schwierig, da er keinen Zugang in das Land erhielt. Er beruft sich auf Schilderungen zweier Personen, die diese, für uns oft nur sehr schwer zu ertragende bzw. verstehende Welt, über mehrere Jahre erlebt und erduldet haben. Das Buch bekommt hierdurch noch eine zusätzliche Tiefe und hat mich auch im Nachhinein noch länger berührt.

Insgesamt halte ich »Die 7 Gründe zu töten« für einen äußerst gelungenen und mit seiner speziellen Thematik auch für einen aus der Masse des Genres herausragenden Thriller. Aus meiner Erfahrung empfehle ich aber mit dem ersten Band zu beginnen, um in den Genuss der gesamten Reihe zu kommen. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.