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Sissis Kopf

Der vierte Fall mit Inspektor Gustl Brandner. Ein Salzkammergut-Krimi
Buch
Taschenbuch, 216 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

370997917X

ISBN-13: 

9783709979174

Erscheinungsdatum: 

27.06.2019

Preis: 

12,95 EUR
Amazon-Bestseller-Rang: 225.130
Amazon Bestellnummer (ASIN): 370997917X

Beschreibung von Bücher.de: 

WO IST DAS KAISERLICHE HAUPT? EIN GEMEINER DIEBSTAHL IM SALZKAMMERGUT!
Endlich Urlaub, denkt Gustl Brandner. Endlich ausspannen und das schöne Salzkammergut genießen. Da hat er die Rechnung aber ohne den Erzherzog gemacht; der ist nämlich in Aufruhr. Aus der Kaiservilla in Bad Ischl wurde der Kopf einer überaus wertvollen Büste der Kaiserin Elisabeth gestohlen. Die Schlösser allerdings sind unberührt, der Einbrecher hat keine Spuren hinterlassen. Wie konnte er durch versperrte Türen gelangen? Und wer tut so etwas? Erzherzogsfeinde, Habsburgerhasser, Umstürzler, skrupellose Sammler? Bald erfährt Brandner, dass sich eine schöne Unbekannte in der Gegend der Kaiservilla herumgetrieben hat. Als er sie aufspürt, erkennt er schnell, dass sie ihm keine Geheimnisse mehr verraten wird: Die junge Frau ist tot ...

ZWISCHEN ZAUNERSTOLLEN UND SAIBLING: GUSTL BRANDNER UND DIE ÜBLICHEN AUSKUNFTSPERSONEN
Kollege Birngruber steht dem Brandner wie immer tatkräftig bei seinen Ermittlungen zur Seite. Man kennt sich zwischen Gmunden und Bad Ischl, und alle sehen genau hin: Man braucht nur den Kuk Max, die Anni vom Buchgeschäft, den Zuckerl Zauner und den Schneider Schauer zu fragen, irgendeiner hat bestimmt etwas gesehen. Nichts bleibt am Land lange verborgen.

Das Salzkammergut und seine liebenswürdig verschrobenen Bewohner zeichnet Bernhard Barta so lebendig und authentisch, dass es ein kaiserliches Vergnügen ist!

»Ein Buch von Bernhard Barta ist wie eine Sommerfrische im Salzkammergut: authentisch und originell! Und die Karikaturen setzen dem Ganzen die Krone auf.«

»Wortwitz, amüsante Gschichtln und eine spannende Krimihandlung: perfekte Unterhaltung! Und der Brandner ist für mich der kultigste Ermittler überhaupt!«

Die Krimireihe mit Inspektor Gustl Brandner:
Sissis Tod
Sissis Gold
Sissis Gift
Sissis Kopf

Kriminetz-Rezensionen

Aufregung in Ischl

So idyllisch es im Salzkammergut scheint, auch hier lauert das Verbrechen. Aus der Bad Ischler Kaiservilla ist ein Marmorkopf der Kaiserin Sissi entwendet worden. Ganz aufgelöst ist der Erzherzog, an dessen Kaisertreue die Jahrzehnte spurlos vorübergingen.

Chefinspektor Brandner und sein frisch beförderter Revierinspektor Birngruber sehen sich plötzlich in hektische Ermittlungen verwickelt, denn die Hauptverdächtige wird ermordet im Hotelzimmer aufgefunden.

Schon die Beschreibung und das Titelbild versprechen einen humorvollen Kriminalroman mit viel Regionalkolorit. Das Taschenbuch fällt auch durch die liebevollen Zeichnungen und die Übersichtskarten von Ischl und Gmunden auf.

Der Autor nimmt nicht nur die K & K Schwärmerei aufs Korn, auch sein Erzherzog und die anderen Adelsträger, die eisern in der Vergangenheit leben, werden passend porträtiert. Die beiden Revierpolizisten gehören zu den gemütlichen Vertretern ihres Berufs. Nichts geht über kulinarische Genüsse und ein Verschieben von Pausen und den dazugehörenden Mahlzeiten geht gar nicht. Andererseits ist man auch nicht über die Einmischung der übergeordneten Behörden aus Linz glücklich.

Die Handlung schreitet also gemächlich voran, über Spuren und Hinweise stolpert Birngruber meist nur zufällig, während Brandners Überlegungen auch nicht allzu viel Erkenntnis bringen. Viel Spannung sollte man also nicht voraussetzen, dafür aber eine witzige Atmosphäre mit einigen Dialekteinsprengseln, die im ausführlichen Glossar erklärt werden.

Mir driftete allerdings der Humor manchmal zu sehr in Klamauk ab und auch Ungenauigkeiten in der Kontinuität der Handlung und der Sprache sind mir beim Lesen aufgefallen. Aber trotzdem überwiegt der positive Eindruck und der Salzkammergut-Krimi ist die passende leichte Lektüre für Fans von amüsanten Regionalkrimis.

Wer bestiehlt den Erzherzog?

„... Er erinnerte sich daran, was ihm die Milli immer ins Stammbuch schrieb. Er müsse sich besser durchsetzen! Da kam ihm der Baumann gerade recht. Wie der der Polizei in die Parade fuhr. Dem würde er zeigen, wo der Bartl den Most holt! ...“

Auf Schloss Orth, dem Posten der Salzkammergutpolizei, findet ein Festakt statt. Sechs Jahre ist Joseph Birngruber dabei. Nun wird er zum Revierinspektor befördert. Dann aber muss er mit Chefinspektor Brandner die Veranstaltung plötzlich verlassen. Der hat einen Anruf vom Erzherzog aus Bad Ischl bekommen. Der Kopf der Sissi wurde gestohlen.

Der Autor hat einen amüsanten Krimi aus Oberösterreich geschrieben. Es war für mich das erste Buch aus der Reihe, trotzdem hatte ich kein Problem der Handlung zu folgen.

Der Schriftstil lässt sich flott lesen. Der verwendete Dialekt gibt der Geschichte ihre lokale Authentizität.

Obwohl ich von Anfang an den Eindruck hatte, dass Birngruber eher weniger als Polizist geeignet ist, wächst er erstaunlicherweise mit seinen Aufgaben. Besonders seine unkonventionelle Gesprächsführung lässt das Gegenüber locker werden und mehr ausplaudern, als es eigentlich wollte. Für mich waren die Dialoge, egal zwischen welchen Personen, die eigentlichen Höhepunkte der Handlung. Ein besonderes Schmankerl ist das Gespräch von Birngruber, der Brandner während dessen Abwesenheit vertritt, mit Huber. Der meldet seine Frau als abgängig. Hier kommt ein kurzer Ausschnitt:

„... „Wo ist sie denn hin?“ „Na weg halt!“ „Du willst also eine Vermisstenanzeige aufgeben?“ „Wieso? Ich vermiss sie ja net.“ ...“

Die Ermittlungen erweisen sich als nicht einfach. Es gibt keinerlei Einbruchspuren. Zwar hat Brandner schnell eine Verdächtige im Visier, doch als man sie verhaften will, ist sie tot. Damit landet der Fall auf dem Schreibtisch von Frau Oberst Karl. Brandner konstatiert:

„... So läuft das, Seppi. Niemand informiert uns über die Spurenauswertung. Nur wir sollen ermitteln und liefern ...“

Gut eingebunden in die Handlung wird die Geschichte der Statue, die Elisabeth von Österreich zeigt. Auch das Für und Wider der Salzkammergutbahn wird ausführlich diskutiert.

Ab und an erhalte ich Einblicke in Brandners Privatleben. Allerdings scheint seit einiger Zeit seine Haushälterin die Hosen anzuhaben. Brandner kommt mir vor wie Gast im eigenen Haus. Ähnlich selbstbewusst tritt seine Sekretärin auf.

Erstaunlicherweise wird trotz manchem Hin und Her am Ende der Fall konsequent aufgeklärt. Sogar die Frau Oberst kam zum Gratulieren.

Die Zeichnungen sind etwas Besonderes. Sehr ausdrucksstark! Ein Glossar sowie die Stadtpläne von Ischl und Gmunden ergänzen das Buch.

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen.