Cover von: SoKo Heidefieber
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Bücher.de Preis: EUR 18.00

SoKo Heidefieber

Ein Überregional-Krimi
Buch
Broschiert, 288 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

345500833X

ISBN-13: 

9783455008333

Erscheinungsdatum: 

06.05.2020

Preis: 

18,00 EUR
Amazon Bestellnummer (ASIN): 345500833X

Beschreibung von Bücher.de: 

Kurz nach einer Lesung aus seinem neuen Kriminalroman Heidefieber wird der Schriftsteller Armin Breddeloh in einem Teich bei Bad Bevensen gefunden. Tot und mit zwei Glasaugen - genau wie ein Opfer in seinem Roman!

Hauptkommissar Gerold und Oberkommissarin Schubert aus Uelzen nehmen die Ermittlungen auf und haben einen ersten Verdacht: Missgönnte ein anderer Krimiautor dem Kollegen den Erfolg? Schon wenig später trift es die Verfasser der Romane »Spiel mir das Lied vom Westerwald« und »Showdown auf Juist«, und auch am Tegernsee, im Fläming und in der Steiermark gibt es bald Opfer.

Die SoKo Heidefieber tappt jedoch im Dunkeln und der vom Verband deutschsprachiger Krimiautoren engagierte Privatdetektiv erweist sich als Niete. Erst als der Täter ein Bekennerschreiben hinterlässt, kommt plötzlich Bewegung in die Sache …

Kriminetz-Rezensionen

Krimi-Persiflage

Es gibt kaum ein Buchgenre, das so blüht wie der Regionalkrimi. Fast jede Gegend, jede Stadt hat ihren eigenen Autor. In den Titeln werden gern Begriffe wie Tod, Fieber, Mord, Blut mit der jeweiligen Landschaft kombiniert. Da wird es Zeit, dass dieses Genre auch mal aufs Korn genommen wird.

Da wird kurz nach einer Lesung ein beliebter Regionalkrimi-Autor gemeuchelt, und zwar haargenau so, wie in seinem Buch beschrieben. Es bleibt nicht bei einem Toten, quer durch die Bundesrepublik sterben die Autoren nach ihren eigenen ausgedachten Methoden.

Eine Soko wird gebildet, da tummeln sich die üblichen geltungssüchtigen und schwafelnden Profiler und Besserwisser, auch ein schmieriger Privatdetektiv darf seinen Kurzauftritt absolvieren, aber die Arbeit bleibt natürlich an Kommissar Gerold Gerold (er heißt wirklich so) und seiner Mitarbeiterin hängen. Aber gut, das bringt die beiden dann auch noch privat sehr viel näher.

Ja, das ist eine Persiflage und der Autor scheut keine Mühen. Es darf auch ein echter Schriftsteller, Frank Schulz, Autor der Onno-Viets-Krimis, auftreten und muss dabei sehr viel erleiden (Entweder ist er mit Henschel gut befreundet, oder Henschel übt Rache). Auch Ex-Verleger Haffmanns mischt mit. So gibt es jede Menge Anspielungen auf die Literatur- und Krimiszene und ich hätte fast noch einen Kurzauftritt von Matzbach, einem Detektiv aus der Haffmanns Verlag Riege, erwartet.

Aber es ist zu viel! Das Gag-Feuerwerk brennt zu schnell ab und es wird bald fade. Ich habe mich anfangs mit den Anspielungen und dem Namedropping noch amüsiert, aber bald merkte ich, dass meine Augen immer schneller zum Seitenende wanderten und ich mich wirklich motivieren musste, weiterzulesen. Henschel spart nicht mit Seitenhieben auf Medien, Überschriften in fetten Großbuchstaben und Talkshow-Geschwafel stellt er gnadenlos bloß.

Bei Regio-Krimis spielt ja auch Dialekt ein Rolle und da dürfen auch diese Passagen nicht fehlen und da die Handlung quer durch die Bundesrepublik führt, wird geschwäbelt, platt gesnackt und berlinert.

Als Idee gefiel mir der „Überregionalkrimi“, die Ausführung fand ich dann doch nicht gelungen. Es war nicht mein Buch, aber für die vielen Insider-Anspielungen gibt es einen Extra-Stern.

Tod dem Heimatkrimi

Zum Inhalt:
Ein Heimatkrimi-Verfasser wird ermordet – und bei einer Leiche bleibt es nicht. Der Täter orientiert sich bei seinen Morden an den absurden Tötungsszenarien, welche die Schriftsteller für ihre literarischen Opfer ersonnen haben. Eine Sonderkommission mit Namen Heidefieber wird eingerichtet und insbesondere Gerold Gerold und Ute Fischer mühen sich redlich, bevor noch mehr Morde passieren. Dabei kämpfen sie nicht nur gegen den Täter: Innerhalb der Polizei ergeben sich Privatscharmützel und der sehr von sich eingenommene Autor König macht ihnen zusätzlich das Leben schwer. Währenddessen kämpft der Verfasser Frank Schulz nach einem von König initiierten Shitstorm und durch den Einfluss eines korrupten Griechen um sein Leben.

Mein Eindruck:
Eine Groteske, die an den sehr schrägen und sehr blutigen Humor eines Quentin Tarantino erinnert – in deutschen Landen und brutaler als Fitzek und Carter zusammen. Und man fragt sich unwillkürlich, ob die echten Verfasser von Heimatkrimis dieses Buch mit Humor nehmen oder Gerhard Henschel einem Schicksal wie Frank Schulz überantworten möchten, welcher mit diversen Schwerst-Verbrechern, bösartigen Tieren und anderen Naturgewalten um seinen Leben kämpfen muss. Denn alleine wie er – in Zitaten – die schlechte Schreibe seiner imaginären Kollegen aufs Korn nimmt, ist ein ums andere Mal einen lauten Lacher wert. Dazu rüstet er sie mit vielen unsympathischen Charakterzügen aus, die in ihrer (hoffentlich!!) Überzeichnung sehr humorvoll wirken. Die vielen Abenteuer, die Frank Schulz allein gegen alle erlebt, wären sogar ein Extra-Buch wert gewesen, lockern hier die Atmosphäre mit ihrem galligen Humor zusätzlich auf.

Leider gibt es jedoch zwei große Kritikpunkte: Die zum größten Teil nicht übersetzten Teile in lautsprechendem Dialekt sind oft schwer zu lesen, die Nicht-Erklärung des Umstands, dass der Täter keinerlei Spuren hinterlässt (nur Plastiktüten um die Füße sind bestimmt nicht genug) und die Opfer immer noch reichlich dämlich in seine Fallen tappen, obwohl schon Alarmstufe rot herrscht, schmälern das Vergnügen.

Mein Fazit:
Für eine größtenteils herrlich verrückte Geschichte vier von fünf Heidschnucken.

Mord an Kriminalautoren

Armin Breddeloh könnte recht zufrieden sein. Seine Lesung zum neuen Kriminalroman verlief gut, es wurden einige Bücher verkauft und der ein Querulant störte nicht weiter. Doch ein scheeler Geschmack bleibt zurück, immerhin bekommt er nicht die von ihm erwartete Aufmerksamkeit. Leicht frustriert macht er sich auf den Heimweg. Doch er kommt nie zu Hause an.

Tags darauf findet Kommissar Gerold Gerold den Toten in einem Teich. Seine Augen wurden durch Glasaugen ersetzt – wie in seinem neuen Kriminalroman Heidefieber. Gibt es etwas Missgunst unter Kollegen? Doch als weitere Lokalkrimiautoren ermordet werden, immer wie die Opfer in ihren Büchern, spitzt sich die Lage zu. Der Täter scheint der Polizei immer einen Schritt voraus zu sein …

Die Kurzbeschreibung las sich sehr interessant und spannend. Die Geschichte forderte mir dann aber doch einiges an Durchhaltevermögen ab. Ein Autor nach dem anderen wird ermordet. Getreu nach Vorlage aus seinen eigenen Kriminalromanen.

Das Ermittlerteam besteht aus Kommissar Gerold Gerold und seiner Mitarbeiterin. Alleine der Name ließ mich das erste Mal stocken. Die Geschichte ist nicht unbedingt flüssig. Es geht voran, aber man springt mehr von einer zur nächsten Szene. Es ist sehr oberflächlich geschrieben. Die Protagonisten sind sehr blass und unsympathisch. Man kann sie sich weder gut vorstellen, noch bekommt man sie zu fassen.

Die Liebesgeschichte ist in der einen Szene im Entwicklungsstadium, in der nächsten mitten drin und dann auch schon fast wieder vorbei. Alles geht schnell und ohne Übergänge. Die Toten reihen sich wie Perlen an der Kette und Indizien scheint es keine zu geben. Alle stochern im Dunkeln und sieht man von Gerold und seiner Mitarbeiterin ab, gibt es wohl kaum andere Kommissare oder sonstige Helfer.

Die Persiflagen haben mir gefallen und auch der Grundgedanke konnte mich begeistern. Die Umsetzung jedoch weniger. Sprachlich ist es recht einfach gehalten, auch wenn man so manches Mal mit dem Dialekt der Mitarbeiterin konfrontiert wird, was wohl etwas Lokalkolorit erzeugen soll.

Fazit:
Ich bin zwiegespalten. Der Kerngedanke spricht mich an, aber die Umsetzung nicht. Die Protagonisten sind mir zu blass und können den Leser weder überzeugen noch fesseln. Auch die sprunghafte Handlung und permanente Ortswechsel machten es mir nicht leicht, bei der Stange zu bleiben.

Regionalkrimi auf die Schippe genommen

"Soko Heidefieber" ist ein Regionalkrimi der besonderen Art – oder wie das Cover meint: Ein Überregionalkrimi.

Autor Armin Breddeloh ärgert sich bei einer Lesung in Bad Bevensen darüber, dass er nicht genug Beachtung bekommt. Doch die bekommt er, nachdem er tot in einem Teich gefunden wird und seine Augen durch Glasaugen ersetzt wurden. Hauptkommissar Gerold Gerold und Oberkommissarin Ute Fischer stoßen aber auf Schwierigkeiten bei den Ermittlungen. Breddeloh war zwar nicht sympathisch, aber niemand hatte ein Motiv für den Mord. Es kommt aber noch seltsamer, denn schon bald stirbt wieder ein Krimiautor im Westerwald, und noch einer und …

Bei allen Morden wird eine Buchszene als Vorlage genommen.

Man muss diese sarkastische Schreibe schon mögen, um diesen Überregionalkrimi zu mögen. Dabei wechseln die Dialekte mit den Tatorten und die Mordmotive mit den ermordeten Autoren. Die Handlung ist ziemlich skurril und die Figuren sind auch nicht so, wie man es von einem Krimi erwartet. Die Kommissare sind nicht sympathisch und scheinen auch nicht die kompetentesten zu sein. Dabei macht die Vereinigung der Krimiautoren Druck, aber es geht nicht voran und so braucht es schon ein Bekennerschreiben, damit Bewegung in die Sache kommt.

Die Spannung hält sich dabei sehr in Grenzen, dafür bekommt man eine groteske Story, die durch ihren Wortwitz und Sarkasmus besticht. Man muss sich auf diesen speziellen Krimi einlassen können, dann wird man vielleicht auch Spaß an der Sache haben. Ich bin nicht unbedingt ein Fan von witzigen Krimis, fand das Buch anfangs ganz unterhaltsam, doch zunehmend nervte es mich. Aber das lag wohl an mir.