Cover von: Der Solist
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Der Solist

Roman
Buch
Gebundene Ausgabe, 300 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3498058487

ISBN-13: 

9783498058487

Auflage: 

1 (26.01.2021)

Preis: 

20,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 276.023
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3498058487

Beschreibung von Bücher.de: 

Das dunkle Geflecht des Bösen.

September 2017. Der Frankfurter Ermittler Neuhaus stößt zur neu gegründeten Berliner »Sondereinheit Terrorabwehr«, die unauffällig in einer Baracke auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof residiert. Die Bundestagswahlen stehen bevor, in der Hauptstadt hat sich die Gefährdungslage drastisch verschärft, und die SETA soll ein Versagen der Sicherheitsbehörden wie bei den NSU-Morden oder bei dem Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt künftig unmöglich machen.

Neuhaus ist ein erfahrener Ermittler, doch die Berliner Kollegen begegnen ihm mit Skepsis. Nur die junge Deutschtürkin Suna-Marie kooperiert mit ihm.

Da erschüttert eine Serie von Morden die Hauptstadt. Das erste Opfer: ein junger jüdischer Aktivist, das zweite eine bekannte muslimische Publizistin, weitere folgen. Was verbindet die Fälle? Ein absolutes Rätsel. Neuhaus, der Solist, macht sich auf die Suche. Und er ist wirklich fast allein.

Kriminetz-Rezensionen

Zwiegespalten

Zum Inhalt:
Eigentlich soll Neuhaus in der neu gegründeten Spezialeinheit zur Terrorabwehr in Berlin intern ermitteln. Zu viel ist in den Vorgängen um den Terroranschlag am Breitscheid-Platz schiefgelaufen. Doch dann passieren zwei Morde – einer an einem Juden, einer an einer Muslimin – bei denen ein Bekennerschreiben mit Erwähnung Anis Amris auftaucht und Neuhaus wird mit der Aufklärung betraut. Dazu bekommt er die Deutsch-Türkin Grabowski zugeteilt und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem Grund für die Taten – politisch und/oder religiös motiviert?

Mein Eindruck:
Jan Seghers ist auch mit dieser Story ein brisantes Buch auf der Höhe des Zeitgeists gelungen – dazu ist er ein brillanter Erzähler. Leider gibt es bei »Der Solist« jedoch zwei gravierende Schwachpunkte: Erstens ist das Buch zu kurz und zweitens zu einseitig. Der Autor führt hier – wenn man den Klappentext liest – einen neuen, dauerhaften Ermittler ein, lässt aber bei dieser Figur sehr vieles im Unklaren und teilweise auch im Unglaublichen: Dass beispielsweise ausgerechnet Polizisten es nicht schaffen, zu ihrem eigenen Hintergrund zu recherchieren, ist Kokolores. Auch andere Charaktere bekommen nur zumeist einen zweidimensionalen Federstrich statt eines mehrfach deckenden Öl-Anstrichs verpasst. So mag vielleicht der Boden für weitere Enthüllungen in den Fortsetzungen bereitet sein – das sollte aber ein so guter Autor wie Seghers nicht nötig haben.

Die Hauptgeschichte um einige Morde und deren Aufklärung ist rasant erzählt, macht Spaß und bietet einige Überraschungen, die zum Nachdenken anregen. Die Klammer aus Prolog und Epilog ist jedoch vorhersehbar und genau die Schippe zu viel, die den schmalen Grat zwischen berechtigter Empörung auf der einen Seite und der Abwehr betreuten Denkens auf der anderen zuschüttet. Hier könnte sich zu Recht eine große Gruppe diskreditiert fühlen.

Mein Fazit:
Zum Schluss zu viel gut gemeint.

Toller Krimi

Im September 2017 stößt der Frankfurter Ermittler Neuhaus zu der neu gegründeten Berliner »Sondereinheit Terrorabwehr«. Seine neuen Kollegen sind ihm gegenüber skeptisch. Die Gefährdungslage in Berlin ist durch die bevorstehende Bundestagswahl sehr angespannt. Da gibt es eine Serie von Morden sehr unterschiedlichen Personen. Wo ist die Verbindung? Neuhaus macht sich an die Ermittlung.

Dies ist mein erstes Buch von Jan Seghers, denn die Bücher um Kommissar Marthaler habe ich nicht gelesen, da kenne ich nur die Fernsehverfilmungen. Dieser Krimi ist realitätsnah und spannend, der Schreibstil schnörkellos und treffend.

Neuhaus (hat er überhaupt einen Vornamen?) ist ein eigenbrötlerischer und misstrauischer Mensch, ein »Solist« eben. Er kann sich schlecht in ein Team einfügen und seine Berliner Kollegen wollen ihn auch nicht wirklich. Aber die junge Deutschtürkin Suna-Marie, die Grabowski genannt wird, unterstützt ihn. Diese Teamarbeit mit Grabowski passt Neuhaus gar nicht, aber sie lässt sich nicht beirren. Obwohl die beiden unterschiedlicher nicht sein könnten, bilden sie dann doch ein gutes Team.

Mir hat dieser Krimi sehr gut gefallen. Der Fall ist gut konstruiert und greift reale Themen auf, die Protagonisten sind interessant und spannend war es auch. Ich würde gerne weitere Fälle mit diesem Team lösen.  

Enttäuschend

Der Frankfurter Ermittler Neuhaus wird nach Berlin zur »Sondereinheit Terrorabwehr« versetzt. Kaum in Berlin angekommen, wird er zu einem Mord an einem jüdischen Aktivisten hinzugezogen. Bei den Ermittlungen wird er von Suna-Marie Grabowski unterstützt. Weitere Morde folgen und es stellt sich die Frage, ob und wie diese zusammenhängen.

Die Handlung des Buches nimmt Bezug auf Anis Amri und dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt. Allerdings werden hier einige Details anders dargestellt. Des Weiteren werden viele politische Themen angeschnitten. Die Handlungsorte sind bildhaft dargestellt. Die Protagonisten werden zum größten Teil oberflächlich und ohne viel Tiefgang dargestellt. Neuhaus war mir mit seiner introvertierten Art unsympathisch. Der sachliche Schreibstil gefiel mir nicht, da er mich zu sehr an einen Bericht erinnert. Obwohl dem Roman aktuelle brisante Themen wie Terror und Islamischer Staat zugrunde liegen, fehlte mir jegliche Spannung und konnte mich nicht überzeugen.

Ein deutscher Harry Hole?

Ein Sonderermittler ohne Vorname, skurrile Kollegen und ein reduzierter und gleichzeitig fantastischer Erzählstil machen Jan Seghers’ Roman zu einem speziellen Krimi. Neuhaus, so der Nachname, bekommt es mit extremistisch motivierten Taten in Berlin zu tun und geht alles auf die ihm eigene, verschlossene Art an: Nicht umsonst nennen ihn viele nur den »Solisten«.

Neuhaus ist wortkarg, analytisch, aufmerksam und irgendwie immer auf dem Sprung, nirgends zuhause. Zum Teil ist seine Vergangenheit dafür verantwortlich, doch allzu viel erfährt der Leser nicht. Aber das Ende könnte auf eine Fortsetzung mit Neuhaus hindeuten, wo es dann mehr Details zu seiner Vergangenheit gibt.

Der etwas eigenbrötlerische Ermittler tritt bei seinem Kampf gegen das Verbrechen schon einmal anderen auf die Füße und ist sich nicht zu schade, sich auch mit der eigenen Behörde anzulegen, wenn nötig. Festgefahrene Muster sind ihm zuwider, auch wenn er nach außen hin wenig dagegen tut. Er lebt nach seinen Maßstäben und fährt gut damit.

Er ist weniger »Skandalnudel« und Actionheld als Harry Hole, aber es gibt Ähnlichkeiten. Durchaus vielversprechende.