Cover von: Sterbende Seelen
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Sterbende Seelen

Der sechste Mara Billinsky Thriller
Buch
Taschenbuch, 490 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3404183258

ISBN-13: 

9783404183258

Auflage: 

1 (23.12.2021)

Preis: 

11,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3404183258

Beschreibung von Bücher.de: 

Drei brutale Morde erschüttern die Mainmetropole. Einer der Toten ist ein angesehener Anwalt. Bei ihren Ermittlungen erhält Kommissarin Mara Billinsky Unterstützung von ungewöhnlicher Seite. Gemeinsam mit der Prostituierten Joy will Mara den Sumpf aus Menschenhandel, Drogen und Zwangsprostitution, auf den sie gestoßen ist, trockenlegen.

Doch dann muss sie erkennen, dass ihr ein fataler Fehler unterlaufen ist: Sie hat ihre Gegner unterschätzt …

Kriminetz-Rezensionen

„Mädchen, die auf Reisen gehen“

Es läuft nicht so, wie sich Mara Billinsky das vorstellt. Ihr Vorgesetzter Hauptkommissar Rainer Klimmt wollte, dass Mara ihn vertritt, obwohl er wusste, dass das bei einigen Kollegen gar nicht gut ankommt. Außerdem ist sie an einer Sache dran, in der sie nicht wirklich weiterkommt. Doch als es dann Tote gibt, die brutal ermordet wurden, fliegt die „Krähe“ nach Sizilien, um sich mit ihrem italienischen Kollegen Domenico Manzoni auszutauschen. Trotzdem kommen Mara und ihr Team bei den Ermittlungen nicht wirklich von der Stelle. Erst als sie auf die Prostituierte Joy trifft, fallen die Dominosteine.
Dies ist bereits der sechste Band mit Mara Billinsky. Auch dieses Mal konnte mich der Autor Leo Born mit seinem packenden Schreibstil überzeugen. Dieser Thriller beginnt schon düster und brutal. Zwischendurch gibt es Einschübe, die unter die Haut gehen. Sie erzählen von den Leiden junger schwarzer Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden.
Mara Billinsky fällt mit ihrem ungewöhnlichen Aussehen auf. Das hat ihr auch den Spitznamen „die Krähe“ eingebracht. Die Kollegen machen es ihr schwer, doch inzwischen hat sie sich zumindest Anerkennung verschafft, wenn auch nicht unbedingt Sympathien. Das kümmert sie jedoch nicht, denn sie ist eine Einzelgängerin. Doch mit ihrem Kollege Jan Rosen arbeitet sie gut zusammen, obwohl er so ganz anders ist. Hinter dem Schreibtisch ermittelt er erfolgreich, aber Tatorte bereiten ihm Probleme. Domenico Manzoni ist ein schwer zu durchschauender Mensch, der Mara einerseits sympathisch ist, da auch er ein Einzelkämpfer ist, andererseits ist sie ihm gegenüber misstrauisch.
Mara zieht ihre Ermittlungen durch, auch wenn sie damit Manchem auf die Füße tritt. Sie ist beharrlich und gibt nicht auf. Es dauert eine Weile, bis sie mit den Ermittlungen vorankommt und am Ende deckt sie ungeheure Abgründe auf.
Es ist ein Thriller, der sehr spannend, aber oft auch schwer zu ertragen ist.

Unmenschlich

Zum Inhalt:
Frankfurt wird von einer neuen Spezies im Bereich »organisiertes Verbrechen« heimgesucht: Nigerianer, die ihre aus der Heimat importierten Prostituierten in menschenverachtender Weise misshandeln. Als es Tote gibt, findet Mara eine Spur nach Sizilien und versucht mit dem dort ermittelnden Beamten die Wege dieser afrikanischen Mafia zu durchkreuzen.

Mein Eindruck:
Der sechste Fall für Mara Billinsky – Abnutzungserscheinungen zeigt die unkonventionelle Ermittlerin mit dem Spitznamen »Krähe« jedoch keine. Wie gewohnt brutal – jedoch ohne Beschreibung von Grausamkeiten zum Selbstzweck – und mit dem ganz eigenen, schwarzen Humor überzeugt auch diese Geschichte mit gut ausgearbeiteten Charakteren und (das ist eher ungewohnt) anderen Schauplätzen als dem gewohnt tristen Frankfurt. Born gönnt seinen Figuren eine Entwicklung, die einerseits erfreut, andererseits insbesondere bei Liebhabern der Reihe um Mara und ihren Best Buddy die Alarmglocken dröhnen lassen. Denn eins stellt der Autor mit vielerlei überraschenden Wendungen klar: Nix ist fix und wer eben noch lässig in den Sonnenuntergang reitet, kann morgen schon im Leichenschauhaus liegen. Und obwohl auf der Seite der nigerianischen Prostituierten in dieser Geschichte noch am wenigstens gestorben wird, liegt der Fokus auf den Grausamkeiten, die diesen Frauen angetan werden und die Folgen, die für Geist und Seele daraus entstehen. Denn manchmal stirbt eine Seele, weil das Gegenüber zwar eine menschliche Maske trägt, sich unter dieser Maske jedoch eine Bestie verbirgt.

Mein Fazit:
Gut geschrieben, schwer zu ertragen.

Menschenhandel und Prostitution Sklaverei im 21. Jahrhundert

»Menschenhandel, die neue Sklaverei unserer Zeit, welche die Menschen in Handelsware verwandelt und sie jeder Würde beraubt.« (Papst Franziskus)

Eine blutige Mordserie erschüttert Frankfurt, dabei führen erste Hinweise Mara Billinsky nach Catania/Sizilien. Hier hat ihr italienischer Kollege Domenico Manzoni schon länger die Gebrüder Solomon im Visier, Menschen- und Drogenhandel und Zwangsprostitution zu betreiben. Dafür werden junge Mädchen aus Afrika unter Vortäuschungen nach Europa geholt. Eine von ihnen ist Azuka jetzt Joy genannt, die nun als Edelprostituierte anschaffen muss. Doch Joy gelingt in Frankfurt die Flucht und jetzt wird sie von ihren Peinigern gnadenlos gejagt.

Meine Meinung:
In Band sechs der Mara-Billinsky-Reihe aus Frankfurt geht es diesmal um das Thema Menschenhandel und Zwangsprostitution. Dieses Thema ist schon seit einigen Jahren aktuell. Man weiß, die Opfer von Menschenhandel werden wirtschaftlich extrem ausgebeutet und meistens unter Zwang, Bedrohung und Gewalt erheblich unter Druck gesetzt. Besonders betroffen sind davon junge Mädchen aus den afrikanischen Ländern oder Ostblockstaaten.

Hier in diesem Fall geht es um ein junges Mädchen aus Nigeria, der Arbeit in Europa versprochen wird. Doch stattdessen landet sie von einer Hölle in der nächsten, wobei der Gewalt und Vergewaltigung an der Tagesordnung sind. Dass Joy dabei durch ihre Schönheit für die Peiniger gutes Geld einbringt, spielt eine bedeutende Rolle.

Was der Autor über dieses Thema recherchiert hat, erfahre ich dabei hautnah unter dem Handlungsstrang »Mädchen, die auf Reisen gehen«. Hier erlebe ich Joys ganzes Martyrium. Es erschüttert und beschämt mich zugleich, was man diesen jungen Mädchen und Frauen antut. Die ausführlichen Kapitel, wie Joy dies alles durchlebt, sind wahrlich brillant ausgearbeitet. Allerdings sind einige Kapitel auch nur was für Leser mit starken Nerven. Da dieses Thema seit Jahren aktuell und brisant ist, ist es meiner Meinung nach umso wichtiger, hier davon zu berichten.

Dabei bekommen ich wieder Billinskys Charakter und Kampf gegen das Böse zu spüren. Obwohl ich das Gefühl habe, dass sie inzwischen deutlich ruhiger ist und angekommen auf mich wirkt. Außerdem ist ihr Kollege Jan Rosen wieder in den Fall involviert und unterstützt sie, wo er kann. Doch Jan Rosen ist noch immer nicht über den Tod von Anyana hinweg, und er hadert mehr als den je mit seinem Leben und Beruf. Während Mara die Kräfte nie auszugehen scheinen, habe ich das Gefühl, als ob Rosen immer kraftloser und deprimierter wird. Ihr Kampf gegen die Täter führt in höhere Kreise, wobei sich Mara die Finger verbrennen könnte.

Zudem wartet am Ende noch eine Überraschung, denn mit diesem Täter hätte ich nicht gerechnet. Chapeau dem Autor für dieses Buch, für mich eines der besten Folgen dieser Reihe, deshalb eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne.

Knisternde Spannung

Der Tod zweier Nigerianer bringt Mara Billinsky und ihr Team auf die Spur eines internationalen Verbrechens. Mara ermittelt daher mit ihrem Kollegen Domenico auf Sizilien. Das kommt im Frankfurter Kommissariat nicht gut an, da Mara zur provisorischen Chefin ernannt wurde. Dem Staatsanwalt ist ihre Eigeninitiative schon lange ein Dorn im Auge. Doch davon lässt sich Mara nicht abhalten.

Jan Rosen übernimmt mit Stanko, einem anderen Kollegen, derweil die Ermittlungen im Fall eines toten Rechtsanwalts. Dieser Tatort liegt in der Nähe des Tatorts der ersten beiden Morde. Gibt es dort Zusammenhänge?

Währenddessen auf Sizilien die Verbindungen für Mara immer deutlicher werden, ein nigerianischer Mädchenhändlerring liefert Mädchen für den deutschen Markt. Die Drahtzieher sitzen sowohl in Deutschland als auch in Italien. Nach ihrer Rückkehr treibt sie die Ermittlungen in den beiden Mordfällen weiter voran und es werden Verbindungen in höchste anwaltliche Strukturen deutlich. Mara und Jan haben alle Hände voll zu tun, um die richtigen Schlüsse in dem Fall zu ziehen.

Der hier vorliegende Band der Stories um Mara Billinsky, Jan Rosen und das Team der Frankfurter Kripo gehört für mich zu den spannendsten Büchern, die ich im letzten Jahr gelesen habe. Allein die Figur Mara Billinisky, auch genannt die Krähe, steht für Hochspannung, da sie immer wieder durch ihre sehr eigenwilligen Ermittlungsmethoden auffällt. Ihr Kollege Jan Rosen ist dagegen so der ruhige und überlegende Gegenpol, der aber auch viel zu den Ermittlungserfolgen beiträgt.

Ein Höhepunkt dieses Bandes ist sicherlich die Ernennung Maras zur provisorischen Chefin. Doch sie bleibt sich selber treu und ermittelt weiter auf eigene Faust.

Dieser Fall des brutalen nigerianischen Mädchenhändlerringes zeigt, wie brutal diese Geschäfte sind. Die Mädchen werden brutal vergewaltigt und für tödliche Vorlieben einiger weniger einflussreicher Menschen benutzt. Leo Born beschreibt diese Situation sehr eindringlich am Beispiel einer nigerianischen Frau und deren Erlebnissen auf ihrer Flucht aus Nigeria. Diese brutalen Szenen lassen keinen Zweifel aufkommen, wie hoch der Wert eines Menschenlebens ist. Doch es sind nicht nur Männer, die diesen Handel beherrschen, sondern manchmal gelingt es auch Frauen in der Hierarchie nach oben zu kommen und diese stehen den Männern in Brutalität nicht nach.

Die Ansiedlung dieses Falles in hohen Anwaltskreisen macht deutlich, wie die Verwicklung zwischen Gut und Böse nur durch einen sehr schmalen Grad getrennt ist. Da Mara nach ihren eigenen Regeln spielt, nimmt sie auf solche Verbindungen keine Rücksicht, was allerdings auch dem ermittelnden Staatsanwalt nicht verborgen bleibt und man meinen kann, sie rücken ein wenig näher zusammen.

Abschließend kann ich diesen Band »Sterbende Seelen« von Leo Born nur jedem wärmstens ans Herz legen, der ein Faible für spannende Thriller mit viel Aktualitätsbezug hat und der auch nicht vor realistischen, aber brutalen Szenen zurückschreckt. Glatte 5 Sterne!

Spannend und grausam

»Sterbende Seelen« von Leo Born habe ich als E-Book mit 419 Seiten gelesen, die in 4 Teile und 82 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 6. Teil der Mara-Billinsky-Reihe.

Mara hat Gerüchte über eine unbekannte Verbrechergruppierung gehört, die sich in der Stadt etabliert hat. Ein Boss der Bande wird erschossen. Es gibt erste Hinweise, dass die Gruppe aus Italien kommt. Mara beschließt eigenmächtig, nach Italien zu fliegen, um Erkundigungen einzuholen. Dort lernt sie Commissario Domenico Manzoni kennen, der ihr Informationen gibt. Es geht um Menschenhandel aus Afrika und Zwangsprostitution. Es wird vermutet, dass der Bruder des Toten dessen Stelle übernimmt und wohl schon auf dem Weg nach Deutschland ist. Zurück in Frankfurt geht der Fall nicht voran, bis Mara ein interessantes Gespräch hat. Außerdem bekommt sie arbeitsmäßig zum Ärger der anderen Kollegen auch noch eine weitere Aufgabe zugewiesen.

Ein weiterer Handlungsstrang erzählt von den »Mädchen, die auf Reisen waren«. Diese Abschnitte sind entsetzlich. Es werden afrikanische Mädchen von einem Priester einem Ritual unterzogen, sie hoffen auf eine bessere Welt und landen in der Hölle. Hauptsächlich wird der Leidensweg von Azuka beschrieben.

Mara ermittelt wieder in ihrer eigenen unkonventionellen Art und Weise und eckt überall an. Sie steht ständig unter Strom, ist aufgedreht und ewig unruhig. Meistens an ihrer Seite ist Jan Rosen, der ruhige und sehr korrekte Kollege. Er ist sehr zuverlässig und sympathisch, aber er leidet immer noch sehr unter seinem Verlust und kommt psychisch an seine Grenzen.

Es ist eine grausame Geschichte, die sehr detailreich erzählt wird. Auch wenn die Arbeit am Fall zuerst nur langsam vorangeht, wird die Handlung immer rasant und spannend im gewohnt guten Schreibstil erzählt. Das Cover ist wieder typisch für einen »Krähe-Krimi« und auch der Titel passt zur Handlung. Es gab sehr viele sterbende Seelen.