Cover von: Stieg Larssons Erbe
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Stieg Larssons Erbe

True Crime
Buch
Gebundene Ausgabe, 488 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3958902251

ISBN-13: 

9783958902251

Auflage: 

1 (15.11.2018)

Preis: 

25,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 131.947
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3958902251

Beschreibung von Bücher.de: 

Am 28. Februar 1986 wird der schwedische Premierminister Olof Palme in Stockholm auf offener Straße erschossen. Der künftige Autor der Millennium-Trilogie, Stieg Larsson, zu diesem Zeitpunkt noch Illustrator bei der antifaschistischen Zeitung Expo, beginnt intensive Recherchen zu dem Attentat aufzunehmen, das bis heute unaufgeklärt ist. Seine Ermittlungen setzt er über Jahre hinweg fort - bis zu seinem frühen Tod im Jahr 2004.

Erst 2014 stößt der Journalist und Dokumentarfilmer Jan Stocklassa auf das persönliche Archiv von Larsson. Er erhält Zugang zu dem Nachlass und entdeckt in zwanzig Pappkartons die privaten Ermittlungen Larssons zum Mordfall Olof Palme. In seinem Buch erzählt Stocklassa die bislang unbekannten Recherchen des Bestsellerautors als eine faszinierende True-Crime- Story.

Kriminetz-Rezensionen

Der Mord Olof Palme

Stieg Larsson war in erster Linie Journalist und erst dann der Buchautor, der sich mit der Millennium-Trilogie einen Namen gemacht hat. So ist es nicht verwunderlich, dass ihn der Mord an Olof Palme, der bis heute nicht aufgeklärt ist, stets beschäftigt hat. Seine Recherchen gehen über viele Jahre bis zu seinem Tod.

Es ist ein Glücksfall für den Journalisten und Dokumentarfilmer Jan Stocklassa, als ihm Larssons Archiv in die Finger fällt. Der Nachlass zu diesem Thema umfasst zwanzig Kartons. Aufgrund dieser Papiere hat Stocklassa eine faszinierende True-Crime- Story erstellt.

Obwohl es keine leichte Lektüre ist, liest sich dieses Buch angenehm und ist äußerst spannend. Ich hätte nicht gedacht, dass aus diesem Material sowie aus zusätzlichen eigenen, nicht ungefährlichen Recherchen von Stocklossa eine so packende Geschichte entstehen kann, denn dies ist ein Sachbuch und kein Krimi.

Natürlich ist das Attentat auch jetzt nicht aufgeklärt, doch es gibt eine Menge Fakten, neue Spuren und schlüssiger Vermutungen. Ob wir jemals erleben werden, dass diese Sache aufgeklärt ist? Der Autor scheint mir da sehr optimistisch, wenn er am Schluss bemerkt: „Wenn sich alles fügt, dann können wir in eine oder zwei Jahren wirklich das sagen, was lange für unmöglich gehalten wurde: Der Palme-Mord ist aufgeklärt.“

Es ist eine komplexe Geschichte mit vielen Fakten zu einem wahren, noch ungeklärten Fall. Auch wenn das Lesen Konzentration erfordert, so hat mir das Buch gut gefallen.

True Crime aus Schweden

Der Autor stößt im Jahre 2013 auf das Archiv des verstorbenen Stieg Larsson. Dort finden sich umfangreiche Recherchen zum Fall Olof Palme, der 1986 ermordet wurde. Olof Palme war Schwedens Ministerpräsident. Stieg Larsson befasste sich ausführlich mit diesem Mord, recherchierte, fand einiges heraus. Und trotzdem kann nicht mit Gewissheit gesagt werden, wer das Attentat verübt hat.

Jan Stocklassa spinnt den Faden weiter, er kommt auf ähnliche Ergebnisse wie Larsson und recherchiert weiter. Da die Spuren bis nach Südafrika reichen, fliegt Stocklassa nach Johannesburg, sucht weiter. Fazit: Nach über dreissig Jahren kann noch immer nichts Genaueres über den Mord gesagt werden, aber Stocklassa ist da guter Dinge. Er meint, wenn die Polizei nun weiter gräbt, wird der Fall eines Tages gelöst sein.

Ich freute mich über das Buch. Man erfährt einiges über Larssons Leben und Wirken. Das Meiste im Buch beruht ja auf Wahrheiten und doch stach mir die Ortschaft Hedestad ins Auge. Und in der Tat: Dieser Ort ist fiktiv und stammt aus der Feder Larssons, aus seiner berühmten Trilogie. Ansonsten war die Lektüre für mich eher anstrengend, da ich mit Schwedens Politik nicht sehr vertraut bin und unzählige Namen vorkommen, welche zum Glück hinten im Buch in einem Personenverzeichnis erklärt werden. Klar, ich finde es rühmlich, dass man einen Mord aufklären will, aber ich stelle mir die Frage, ob man nach über dreißig Jahren nicht loslassen sollte, denn ich behaupte, die Spuren werden nicht mehr heißer.

Ich würde dieses Buch meinen schwedischen Freunden sehr ans Herz legen, für mich als Nichtschwedin war es eher mittelmäßig interessant.

Das Mysterium um den Mord an Olof Palme

Wer kennt nicht den äußerst erfolgreichen und leider viel zu früh verstorbenen Autor Stieg Larrson? Er ist mit seiner packenden Millenium-Trilogie sehr bekannt geworden. Was aber nur wenige wissen, ist, dass er eigentlich ein sehr investigativer Journalist war und den Ruf innehatte, Recherchen auf den Punkt und bis ins letzte Detail ausarbeiten zu können. Sein Lebensprojekt war der Kampf gegen den Rechtsextremismus. Hier wurde er von seinem Großvater Severin inspiriert, der sich ebenfalls dieser Aufgabe gestellt hatte.

Als er von dem Mord an dem Schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme hörte, begab er sich direkt in die Recherche nach den Hintergründen dieser Tat und stieß dabei auch auf rechtsextreme Gruppen in und um Schweden. Er hat in seinem teilweise schon besessenen Kampf um die Aufklärung dieses Verbrechens über 20 Kartons Infomaterial gesammelt und dabei die unterschiedlichsten Ansätze und Verschwörungen sowie Netzwerke durchleuchtet. Ein unglaublicher Aufwand, der ihm am Ende eine Theorie aber keine Lösung des Mordes brachte. Als Sieg Larsson 18 Jahre nach der Tat durch einen plötzlichen Herzinfarkt starb, war der Fall weiterhin noch nicht aufgeklärt.

Ein Umstand, der dem renommierten schwedischen Journalisten Jan Stocklasse auf den Plan rief. Als er von dem umfangreichen Recherche-Material erfuhr, war auch er fasziniert von der Vorstellung, das Attentat, welches das Land Schweden definitiv veränderte, im Nachhinein doch noch aufzuklären. Bei der Sichtung der Unterlagen muss er allerdings feststellen, dass seine Recherchen und die von Stieg Larsson durchaus Parallelen aufweisen, aber die Schlussfolgerung eine grundsätzlich andere war. Motiviert von den Ansichten seines Kollegen, begibt sich nun Jan Stocklassa erneut auf die Suche nach dem Geheimnis um den spektakulären Mordfall.

Das Buch beeindruckt durch die sehr gut aufgearbeitete Recherchetätigkeit beider Journalisten. Es erfordert schon die volle Konzentration, diesen sehr vielschichtigen und verworrenen Netzwerken und Verbindungen zu folgen, fasziniert aber zugleich, wie tief die Verkettungen reichen können, die den Tod des Ministerpräsidenten verursacht haben. Ein spannendes Buch, welches mich vor allen dadurch fesselte, dass es sich um gut recherchierte Fakten handelte. Insgesamt halte ich »Stieg Larssons Erbe« von Jan Stocklassa für ein lesenswertes Buch, welches ich sehr gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

Hommage an ein Genie

Recherchearbeit bedeutet, dass man nie genau weiß, wohin einen die nächste Spur führen kann. So erging es auch dem Autor Jan Stocklassa. Seine Recherche für sein neues Buch lässt ihn einen Schatz finden: Das Archiv des verstorbenen Krimiautors Stieg Larsson. Stieg Larsson war mehr als „nur“ der Krimiautor. Das wird Stocklassa schnell klar, denn erhält umfassendes Material zu Larssons akribischer Suche nach dem Mörder Olav Palmes. Die immer noch offene schwedische Wunde wird von unzähligen Journalisten privat verfolgt und jeder hat so seine eigene Theorie zum Mörder. So stimmen Stocklassas Ansichten überhaupt nicht mit Larssons überein und doch wird Stocklassa den Spuren, die Stieg Larsson durch seinen frühen Tod nicht mehr verfolgen konnte, nachgehen.

Die Ermordung Olav Palmes am 28.02.1986 ist nicht nur ein schwedisches Trauma, sondern ein europäisches. Selbst hinter dem eisernen Vorhang genoss der Politiker ein sehr hohes Ansehen, etwas das ihm in seiner Heimat offensichtlich etliche Feinde beschert hat. Mich hat diese Gewalttat an einem Politiker, der auf offener Straße ermordet wurde, sehr nachdenklich gemacht, obwohl ich damals noch ein sehr junges Schulkind war.

Der Klappentext war dann auch einfach zu fesselnd. Meine Neugier geweckt, obwohl ich den leisen Verdacht hegte, das dieses Buch in einem ähnlichen Stil wie Larssons Millennium-Trilogie (das erste Buch spannend, das zweite verworren und extrem langatmig und das dritte nur mäßig besser) geschrieben ist. Diese Einschätzung zur Millennium-Trilogie teile ich mit dem Autor Jan Stocklassa, wie ich mit Augenzwinkern feststellte. Wie befürchtet war der erste Teil von „Stieg Larssons Erbe“ auch so geschrieben. Hier verwendet Stocklassa fast ausschließlich Material aus Larssons Archiv. Der geniale Geist Larssons, die Ruhe- und Rastlosigkeit und das enorme Arbeitspensum kommen voll zur Geltung, seine Gedankengänge sind jedoch für Außenstehende manchmal schwer zu verstehen. Als Stocklassa Larssons Erbe antritt und die Recherchen des verstorbenen Autors übernimmt, wird die Geschichte flüssiger, spannender und manchmal muss man auch ein klein wenig schmunzeln. Es ist für mich bemerkenswert, wie weit man sich persönlich der Gefahr aussetzt, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Ich finde Stocklassa dabei noch verwegener als Larsson.

Fazit: Eine fesselnde True-Crime-Story, die, wenn der Tathergang tatsächlich so stattgefunden hat, die Welt zu einem sehr gefährlichen Ort werden lässt.

Wer war es?

Dieses Buch dreht sich um einen der wenigen großen unaufgeklärten Kriminalfälle unserer Zeit: Den Mord am schwedischen Ministerpräsident Olof Palme. Es liest sich daher auch nicht wie ein Sachbuch, was es offiziell ist.

Vom Gefühl her ist das Buch von Jan Stocklassa eine Mischung aus Biografie und True-Crime-Krimi. Möglicherweise ist es nicht ganz so fesselnd zu lesen, wenn man damals alles mitbekam und den Fall etwas genauer kennt. Dennoch rollt der Autor den Status quo wunderbar auf, lässt zudem den schon verstorbenen Stieg Larsson ausführlich zu Wort kommen und geht dann nahtlos in seine eigenen Nachforschungen über.

Larsson, der als Autor weltbekannt wurde und eigentlich als Journalist begann, bekam berufsbedingt die Ereignisse um den Tag des Mordes fast hautnah mit. Die Umstände und die Probleme, die die Behörden immer schon mit dem »Fall Palme« hatten, ließen ihn nicht los und so forschte er nebenbei über viele Jahre auf eigene Faust und legte ein umfassendes Archiv aller seiner Theorien und recherchierten Fakten an.

Fast ebenso lang nun und ganz durch Zufall beschäftigt sich Stocklassa mit einer möglichen Klärung des Mordes. Beziehungsweise hofft er, durch seine zusätzlichen Recherchen neues Material und neue Ansätze aufgetan zu haben. Vielleicht kann mit ihm erneut ein Journalist dabei helfen, etwas Licht in das langjährige Dunkel zu bringen.

Stocklassa geht sehr detailliert an die Schilderung seiner Theorie heran und erklärt auch genau, wie es dazu kam. Der Leser kann seine Gedankengänge, seine Erlebnisse gut nachvollziehen. Manches Mal scheint es unglaublich, dass all das wirklich passierte und es fühlt sich eher so an, als hätte man ein Kino-Drehbuch in der Hand. Genau dann sollte man sich wieder in Erinnerung rufen, dass die Namen im Buch echt sind, keine erfundenen Protagonisten. Faszinierend.