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Die stille Kammer

Psychothriller
Buch
Taschenbuch, 448 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3404172191

ISBN-13: 

9783404172191

Erscheinungsdatum: 

15.05.2015

Preis: 

9,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3404172191

Beschreibung von Bücher.de: 

Susan Webster hat keinerlei Erinnerung an den schrecklichsten Abend ihres Lebens: Sie soll ihren eigenen Sohn erstickt haben. Jahre später entdeckt sie Fotos, die die Hoffnung schüren, dass ihr geliebter Sohn noch lebt. Auf eigene Faust versucht Susan, den rätselhaften Bildern und ihrer eigenen Erinnerung auf den Grund zu gehen - und kommt dabei einem anderen grauenvollen Verbrechen auf die Spur, das sich vor zwanzig Jahren an einem Elite-College im Norden Englands ereignete ...

Kriminetz-Rezensionen

Anders als es scheint

Susan Webster wird nach einigen Jahren aus der Forensischen Psychatrie entlassen. Sie soll ihren Sohn erstickt haben, kann sich aber an nichts mehr erinnern. Unter neuem Namen will sie auch ein neues Leben beginnen. Als sie dann Fotos von einem kleinen Jungen erhält, auf denen vermerkt ist "Dylan September 2013", ist sie überzeugt, dass Dylan noch lebt. Aber kann das sein? Wer hat ihr die Fotos zukommen lassen? Susan will wissen, was es mit den Fotos und mit ihren bruchstückhaften Erinnerungen auf sich hat.

Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich mit dem Buch zurechtkam, denn immer wieder gibt es Sprünge, die nicht auf Anhieb erkennbar sind, so dass man verwirrt ist. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich an diesen Schreibstil.

Susan ist eine Frau, die einiges mitgemacht hat. Nach der Geburt leidet sie unter einer postnatale Depression und der Umgang mit dem Baby ist nicht einfach für sie. Trotzdem kann sie sich nicht vorstellen, dass sie Dylan etwas angetan hat. Aber sie wurde deswegen verurteilt. Aber schlechtes Gewissen und Schmerz lassen sie nicht los. Beim Lesen war ich mir nie sicher, ob Susan verrückt ist oder ob man ihr übel mitspielt. Die Fotos bringen sie dazu, Nachforschungen anzustellen und sie zeigt, dass sie auch noch stark ist. Dennoch kam mir ihr Vorgehen manchmal etwas naiv vor, denn nach allem, was geschehen ist, sollte sie sich zumindest ein gesundes Misstrauen bewahren. Aber das lässt sie bei Nick, den sie kaum kennt, vollkommen außer Acht. Obwohl ich schon manchmal mit ihr fühlen konnte, war sie mir nicht sympathisch. Mit Nick und ihrer besten Freundin Cassie macht sie sich daran, der Sache auf den Grund zu gehen. Susans Ex-Mann Mark ist nicht offen und Susan wühlt in seiner Vergangenheit. Sie erfährt Ungeheuerliches und gerät sogar in Gefahr. Doch was hat das alles mit ihrem Sohn zu tun?

Es ist mir nicht gelungen, die Zusammenhänge zu erkennen. Der Autorin gelingt es sehr gut, einen auf falsche Fährten zu führen. Es ist eine spannende Geschichte und dennoch konnte sie mich nicht vollends überzeugen, denn einiges war mir zu weit hergeholt. Dass ich aber nicht auf dem Schirm hatte, wer dahintersteckt, macht einiges gut.

Ein spannender Thriller.

Kranke Charaktere

Zum Inhalt:
Susan Webster hat vor einigen Jahren ihr Kind in einem Anfall geistiger Umnachtung getötet und ist jetzt nach erfolgreicher Therapie wieder auf freiem Fuß, sicherheitshalber inkognito an unbekanntem Ort. Doch dann passieren merkwürdige Dinge und es häufen sich die Anzeichen dafür, dass ihr Sohn noch lebt und auch sonst nichts so ist, wie es deutlich schien. Gemeinsam mit dem Reporter Nick und ihrer Freundin Cassie macht sie sich auf, die Rätsel zu lösen.

Mein Eindruck:
Blackhurst hält zu Beginn des Buches ihrer Leserschaft gekonnt bei der Stange. Dazu gehören kurze Kapitel, eine gut komponierte Auswahl an Charakteren, die Verquickung von Vergangenheit und Gegenwart. Ihr Schreibstil ist eindringlich, die Geschichte gut durchdacht, Verzweiflung und Trauer zum Greifen. Aber dann kommen Momente, die so abstrus, aberwitzig und unglaubwürdig sind, dass dadurch das ganze wunderschöne Konstrukt ins Rutschen gerät. Erwachsene Menschen mit sehr viel Lebenserfahrung agieren so grenzenlos naiv und dämlich, dass der durchaus vorhandene Lesespaß immer weiter schrumpft. Hinzu kommen einige von den Toten Auferstandene, eine Handvoll Psychopathen und getroffene Entscheidungen, die für jeden mit einem halbwegs gesunden Menschenverstand nicht nachvollziehbar sind. Am wenigsten hat mir dabei das Frauenbild der Autorin gefallen: Gerade die Weiblichkeit zeichnet sich mit einem besonderen Mangel an Verstand, Herzensbildung und Willensstärke aus, wenn auch bei einigen Figuren Spuren davon vorhanden sind. Und so zerstört sich der gute Eindruck vom Beginn Stück für Stück.

Doch trotz aller Kritik würde ich Blackhurst nicht abschreiben wollen – ihr Stil ist gut und ich könnte mir vorstellen, dass sie mit einer in jeder Hinsicht beschränkteren Geschichte (nicht ganz so viele in den Fall verstrickte Personen und nicht fast alle Psychos, nicht so viele miteinander verwobene Straftaten) einen spannenden UND glaubhaften Thriller zustande bringt. Denn schnell gelesen – ein untrügliches Zeichen für Spannung – ist das Buch.

Mein Fazit:
Irgendwie zu viel gewollt und die Glaubwürdigkeit auf der Strecke gelassen, dennoch eine fesselnde Geschichte.

Die stille Kammer

Emma Cartwright ist nach Verbüßung ihrer Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen worden. Angeblich soll sie ihren 3-monatigen Sohn erstickt haben. Emma kann sich an gar nichts mehr erinnern, denn sie ist damals nach einem Blackout im Krankenhaus wieder erwacht. Nun will sie mit einer neuen Identität in einer fremden Stadt ein neues Leben beginnen. Cassie, die ebenfalls wegen Mordes inhaftiert war, ist ihre einzige Freundin und Vertraute.

Aber kurz, nachdem sie in ihr neues zu Hause gezogen ist, liegt ein Foto vor ihrer Tür, das einen kleinen  Jungen zeigt. Angeblich ihr Sohn Dylan, der noch leben sollte. Und die Ereignisse hören nicht auf. Ihre Wohnung wurde zerstört und durchwühlt, eine Babydecke, die Dylan gehörte, bekommt sie plötzlich zurück. In ihrer Not vertraut sie sich dem Journalisten Nick an, der mit ihr der Sache auf den Grund gehen will.

Inzwischen ist Emma (Susan) auch von ihrem Mann geschieden und sie verdächtigt ihn, ihr das antun zu wollen. Und so beginnen für Emma Recherchen, die sie in Lebensgefahr bringen. Kann sie Nick wirklich vertrauen?

Zwischen den Kapiteln wird immer eine Geschichte und Situation geschildert. Hier geht es um eine Gruppe junger Leute, Studenten und deren Leben. Am Anfang meint man, dass kein Zusammenhang zu dem eigentlichen Geschehen besteht, aber am Ende fügt sich alles zu einem einheitlichen Ganzen zusammen.

Dieser Thriller ist spannend und voller ungelöster Geheimnisse, lediglich anfangs und dann in der Mitte hin hätte alles etwas gestraffter erzählt werden können, da hier Wiederholungen kamen und es ein wenig langatmig wurde. Ansonsten sehr gut geschrieben und der Text ist leicht und sehr flüssig zu lesen. Das Buch mit den 445 Seiten hat man schnell beendet und man ist vom Ende und Ausgang des Geschehens ziemlich überrascht.

Der Einband dieses Romans ist in seiner dunklen, düsteren Farbe sehr gut gelungen. Jedoch kann ich mir nicht ganz erklären, was der silberfarbene Schmetterling bedeuten soll.

Täter oder Opfer?

Ein Psycho-Thriller mit 446 Seiten, die ich an einem Tag verschlungen habe. Ich konnte das Buch nicht zur Seite legen, ohne zu wissen wieso, weshalb und warum. Alles wurde am Ende gut aufgeklärt, sodass für mich keine Fragen offen blieben.

Susan Webster ist die Hauptperson in diesem Buch und von Anfang an war mir nicht klar, ob sie nun Täter oder eher Opfer ist, man leidet einfach mit ihr, egal, ob sie ihren Sohn Dylan nun ermordet hat oder nicht. Postnatale Depression, damit schlägt sich Susan seit der Geburt ihres Sohnes herum. Doch konnte die Krankheit sie wirklich soweit treiben, das sie zur Kindsmörderin wurde? Anscheinend ja, denn Susan wird nach einem Jahr in Untersuchungshaft verurteilt und verbringt 2 Jahre und 8 Monate in der forensischen Psychiatrie. Doch kaum aus der Anstalt entlassen, muss sie sich in ihrem neuen Leben zurecht finden. Aus Susan Webster wird Emma Cartwright, doch die Vergangenheit holt sie immer wieder ein. Emma (Susan) bekommt das Bild eines Jungen unter ihrer Tür durchgeschoben, auf dem Umschlag steht ihr alter Name, Susan Webster, und auf der Rückseite des Bildes steht Dylan – Januar 2013. Wie kann das sein? Lebt Dylan etwa noch? Saß Emma (Susan) etwa unschuldig in der Psychiatrie? Nun begibt sie sich auf die Suche nach ihrem Sohn. Immer klarer wird ihr, dass er noch leben muss, aber wo und vor allem, wer weiß Bescheid, was damals passiert ist?

Zwischendurch werden immer wieder kurze Rückblicke eingeschoben, die für mich erst gar keinen Bezug zum restlichen Plot darstellten, aber je näher man dem Ende kam, umso schlüssiger wurden diese Erzählungen. Zu Beginn sollte man nicht gleich aufgeben, da der Plot einen nicht sofort packt, aber dann entwickelt sich eine Story, die mit Wendungen und Irreführungen aufwartet, die man so nicht erwartet hätte. Jenny Blackhurst hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil und die vielen Charaktere sind gut ausgearbeitet, sodass eigentlich jede erwähnte Person ihren Raum bekommt, um sich zu entfalten.

Fazit: Ein wirklich guter Psycho-Thriller, wo der Leser bis zum Ende hin wirklich kaum erahnen kann, wie es nun ausgeht. Ziemlich unklar bleibt mir nur, wie man zu diesem Titel kam, der eigentlich gar nicht zur Geschichte passt (oder ich habe es nicht kapiert).