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Die Stille vor Lilou

Roman
Buch
Taschenbuch, 192 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3753480649

ISBN-13: 

9783753480640

Auflage: 

1 (21.04.2021)

Preis: 

9,90 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3753480649

Beschreibung von Bücher.de: 

»Wenn man den Pfad der Vergeltung beschreitet, soll man zwei Gräber ausheben.« Konfuzius

Jules Lefevre ist Lehrer an der Public Ecole im normannischen Lion-sur-Mer. Jules und seine Frau Malin genießen das Familienglück mit der kleinen Tochter Lilou. Doch dann zwingt ein Burn-out Jules, sich zu Hause einzuigeln. Die Genesung verläuft schwierig, denn seine Wahrnehmung ist getrübt. Er ist psychisch instabil und paranoid.

Auch als ihm Paul Moreau, der Rektor seiner Schule, einen Besuch abstattet, misstraut Jules dessen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Dennoch beschließt er schließlich, denRatgeber über Achtsamkeit zu lesen, den Moreau ihm zur Ge-nesung mitgebracht hat.

Doch als sich Jules endlich halbwegs erholt hat, schlägt das Schicksal erbarmungslos zu.

»Korten macht aus dem pathologischen Verhalten der Protagonisten ein meisterhaftes Spiel um Wahrheit und Dichtung.« Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Kriminetz-Rezensionen

Krasse Lektüre

Ein Buch, das mich etwas ratlos zurücklässt. Sehr schwierige Themen finden darin ihren Rückhalt: Burn-out, Paranoia, Kindstod, Suizid. Das Buch ist zwar keine 200 Seiten dick, dies genügt aber, um wirklich über das Leben nachzudenken.

Jules ist Lehrer an der Public Ecole. Er erleidet einen sehr schweren Burn-out, doch seine Frau steht im bei und versucht ihm zu helfen, wo sie nur kann. Als es dann endlich mit ihm wieder aufwärtsgeht, verunglückt seine vierjährige Tochter tödlich.

Von nun an sucht er den Schuldigen, meint ihn zu kennen und verfolgt ihn. Er bezichtigt seine Frau des Ehebruchs, hat wirre Gedanken und der Leser weiß am Ende nicht, war es Wirklichkeit, Fiktion oder hat sich alles nur in dem kranken Gehirn von Jules abgespielt.

Die Autorin versteht es gekonnt, die einzelnen Zeitabläufe zu vermischen. Einmal ist man zu Hause bei Jules während seiner Krankheit, dann bei der Beerdigung seiner Tochter und dann wieder bei der Beerdigung seiner Frau und dann befindet man sich mit ihm plötzlich in einem stillgelegten Hotel.

Zum Lesen erfordert es sehr viel Konzentration, denn Jules hat oft nicht zu folgende Gedankengänge. Selbst mag man sich gar nicht vorstellen, in so eine Situation zu geraten. Jules hat alles verloren, angefangen mit seiner Arbeit bis hin zu seiner Familie.

Die Autorin ist für ihre wirklich spannenden Thriller bekannt. Mit diesem Buch führt sie den Leser in ein psychologisches Spiel. Und jeder meint am Ende: Hoffentlich komme ich nie in eine solche Situation. Echt krass, diese Lektüre.

Die Geisel einer Krankheit

Der Lehrer Jules Lefevre lebt mit seiner Frau Malin und seiner Tochter Lilou ein glückliches Familienleben. Dennoch ereilt ihn mit dem Burnout eine schwere und beeinträchtigende Krankheit. Seine Wahrnehmung ist getrübt und nimmt somit auch Einfluss auf seine bis dahin so glückliche Welt. Es ist ein schwerer und langwieriger als gedachter Gang, bis er wieder den Schritt in sein altes Leben wagen kann. Aber kaum, dass er den Mut aufgebracht hat, diesen zu tun, hält sein Schicksal einen weiteren, noch viel schwerwiegenderen Rückschlag parat, der ihn an seine Grenzen bringen wird …

Ich habe bereits mehrere Thriller der erfolgreichen und von mir sehr geschätzten Autorin Astrid Korten gelesen und in jedem Buch konnte sie mich mit ihrem Blick in die Gedanken- und Gefühlswelt ihrer Protagonisten begeistern. Ich bin nun mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in ihr neues Projekt fern der Thriller-Welt »Die Stille vor Lilou« gestartet. Schnell hatte sie mich wieder mit ihrem intensiven und gefühlvollen Schreibstil in den Bann gezogen und es gelingt ihr wieder hervorragend, den Leser in die Welt des Hauptprotagonisten Jules Lefevre zu ziehen. Es ist kein einfaches Bild, da der Protagonist an der schweren Krankheit eines »Burnouts« leidet und somit eine differenzierte Wahrnehmung der Realität empfindet und zu depressiven Zügen neigt. Anhand der fesselnden und gleichzeitig auch sehr tragischen Geschichte um Jules Lefevre zeigt Astrid Korten auf, was eine solche Krankheit mit einem Menschen und dessen Umfeld machen kann. Das Buch entwickelte sich für mich zu einem echten Page-Turner und ich konnte es nicht mehr zur Seite legen. Es gibt auf einem beeindruckenden Weg Einblick in eine fremde Welt, die aber schnell zur eigenen Realität werden kann.

Insgesamt ist »Die Stille vor Lilou« ein aus meiner Sicht mehr als packender Roman, in dem die Autorin mit ihrem Erzähltalent einen respektvollen Einblick in ein leider sehr aktuelles Thema gewährt, ohne mit irgendwelches Klischees zu arbeiten. Ein äußerst lesenswertes Buch, welches ich gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.