Image of Stille Wasser: Commissario Brunettis sechsundzwanzigster Fall
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Stille Wasser

Commissario Brunettis sechsundzwanzigster Fall
Buch
Gebundene Ausgabe, 352 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

325706988X

ISBN-13: 

9783257069884

Auflage: 

1 (24.05.2017)

Preis: 

24,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 29.840
Amazon Bestellnummer (ASIN): 325706988X

Beschreibung von Bücher.de: 

Schwächeanfall in der Questura. Brunetti landet im Ospedale Civile. Das Räderwerk des Alltags hat ihn zermürbt. Nachdem man ihn krankgeschrieben hat, will der Commissario in der Villa einer Verwandten von Paola zur Ruhe kommen. Wie wunderbar, einmal nicht Verbrechern hinterherzujagen, sondern in ländlicher Idylle seine Gedanken mit den Wolken ziehen zu lassen. Brunetti soll sich in der Lagune erholen. Doch zwischen Bienen und Blumen kommt er einem größeren Fall als je zuvor auf die Spur.

Kriminetz-Rezensionen

Brunetti in altbewährter Form

Nach ungefähr dem 10. Band von Donna Leon war für mich erst mal die Luft raus und ich habe keinen Brunetti-Krimi mehr gelesen. Nachdem einige Fälle verfilmt wurden, wollte ich nun einmal wieder ein neues, aktuelles Buch der Autorin lesen. Die Figuren waren mir noch alle präsent, es gab keinerlei Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden und ich hatte die Schauspieler dabei klar vor Augen.

Commissario Guido Brunetti will eine Vernehmung „verkürzen“, täuscht einen Herzanfall vor und kommt zur genauen Beobachtung in die Klinik. Nach einigen Untersuchungen darf er zwar nach Hause, aber er scheint sich kurz vor einem Burnout zu befinden. Um beruflich Abstand zu gewinnen, beschließt er, seine Krankschreibung zu nutzen und einige Zeit außerhalb Venedigs zu verbringen. Paola und er erinnern sich an ein relativ einsam gelegenen Haus mitten in der Lagune. Es hört der Familie von Paola, sodaß er gleich losfahren kann und dort für ihn gesorgt wird. Wie sich herausstellt, war der Verwalter David Casati ein früherer Sportsfreund von Brunettis Vater und so ist es kein Wunder, dass die beiden sich anfreunden und viel Zeit miteinander beim Rudern verbringen. Sie fahren zu den Bienenstöcken von Casati. Brunetti lernt dort einiges über die Imkerei und auch über die Krankheit, die in den Bienenstöcken ausgebrochen ist. Ihm scheint die körperliche Betätigung und das einfache Landleben sehr gut zu bekommen und auch zu gefallen. Nach einem heftigen Gewitter ist allerdings Casati wie vom Erdboden verschluckt. Brunetti veranlasst eine große Suchaktion und sie finden Casati mit einem Seil um die Wade und einem Eisengitter beschwert ertrunken auf. Brunetti macht sofort einige Fotos, die später von ungeheurem Nutzen sein werden. Denn Casati war ein Mann des Meeres und keiner kann an einem Unfall glauben. An Suizid ja, weil er sich die Schuld an dem Tod seiner Frau und auch seiner Bienen gibt. Brunetti lässt die Sache keine Ruhe und er forscht zuerst in der Vergangenheit von Casati. Es interessiert ihn ihn vor allem, woher dieser die seltsamen Narben auf dem Rücken hat. Hier stochert er zuerst im Nebel, bis er mit Unterstützung von Vianello und Elettra auf die richtige Fährte kommt. Was am Ende zu Tage gefördert wird, ist ein Skandal. Die Auflösung kann in der heutigen Zeit leider durchaus realistisch sein, ebenso das Ende des Buches und die Frage nach der Gerechtigkeit.

Dieser Krimi trägt den Titel „Stille Wasser“ zu recht. Es sind eher die leisen Töne, die hier angeschlagen werden. Der Schreibstil ist gewohnt routiniert, lässt sich flüssig lesen und wer Hochspannung und Blutvergießen erwartet wird hier enttäuscht. Die Autorin lässt sich Zeit, sie beschreibt die Landschaft und die Menschen sehr genau, bildhaft und lebendig. Durch die Verfilmungen hat man auch Brunetti, Paola, Vianello, Elettra und Patti stets wie im TV vor Augen. Vor allem Brunetti mit seinem Blick in die Weite der Lagune und dann die Rückkehr in die enge Stadt Venedig, konnte ich als Leser sehr gut nachvollziehen. Der Fall selbst und auch das Verhalten der beteiligten Personen könnte so oder ähnlich durchaus passiert sein. Die Autorin schreibt für mich nicht nur Krimis, sondern sie befasst sich immer intensiv und auch kritisch mit der Stadt Venedig, der Region, den Menschen und teilweise auch dem bedeutenden Tourismus in der Stadt.

Nach meiner langen Donna-Leon-Abstinenz hat mir dieser Band wieder gut gefallen.