Cover von: Eine Stimme in der Nacht
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Eine Stimme in der Nacht

Commissario Montalbano hört auf sein Gewissen. Sein zwanztigster Fall
Buch
Gebundene Ausgabe, 272 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3785726120

ISBN-13: 

9783785726129

Auflage: 

1 (27.04.2018)

Preis: 

22,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 18.371
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3785726120

Beschreibung von Bücher.de: 

Im sizilianischen Vigàta verschwindet die Geldkassette eines Supermarkts, der von der Mafia kontrolliert wird. Tags darauf findet man den Geschäftsführer erhängt. In einem Apartment wird die Leiche einer jungen Frau aufgefunden. Ihr Liebhaber hat ein wasserdichtes Alibi und ist der Sohn des regionalen Provinzpräsidenten. Während der Polizeipräsident angesichts brisanter Ermittlungsergebnisse einen politischen Skandal befürchtet, hat Commissario Montalbano keine Bedenken, erbarmungslose Täter mit seinen ganz eigenen Methoden in die Falle zu locken ...

Kriminetz-Rezensionen

Krimi mit sizilianischen Flair

Diese Reihe um Commissario Montalbano von Andrea Camilleri gibt es schon so lange und ich hatte bisher noch keinen Band gelesen, aber schon viel Gutes gehört. Daher bin ich nun ein wenig enttäuscht, denn dieser Krimi konnte mich nicht ganz überzeugen.

Im sizilianischen Vigàta hat die Mafia die Kontrolle, auch über den Supermarkt, aus dem eine Geldkassette verschwindet, und am nächsten Tag findet man den Geschäftsführer erhängt auf. Dann meldet auch noch Giovanni Strangio, der Sohn eines einflussreichen Lokalpolitikers, den Tod seiner Lebensgefährtin. Er fand sie in der gemeinsamen Wohnung, als er von einer Geschäftsreise zurückkam.

Dieser Krimi lässt sich angenehm flüssig lesen. Leider aber gerät die Krimihandlung ein wenig ins Hintertreffen, da es viel um das Leben der Protagonisten geht. Dass ich keinen der Vorgänger gelesen habe, stört aber für das Verständnis nicht weiter.

Das Alter geht auch an Montalbano nicht vorbei. Er wird gerade 58 Jahre alt und verspürt so einige Zipperlein. Das hindert ihn aber nicht daran, unbeirrt zu ermitteln, auch wenn sein Chef sich eher ängstlich zurückhaltend verhält. Montalbano weiß mit wem er es zu tun hat, aber er lässt sich durch nichts und niemanden einschüchtern, selbst die Pressekampagne hält ihn nicht auf. Er hat seine ganz besondere Methode, um Täter zur Strecke zu bringen. Unterstützt wird er dabei von seinem eingespielten Team.

Wir dürfen teilhaben am sizilianischen Ambiente, das der Commissario gerne auf seiner Terrasse genießt, am liebsten mit gutem Essen von seiner Haushälterin Adelina. Aber die Idylle der Insel hat auch einen Fehler, denn die Mafia-Clans wollen ihre Pfründe sichern und haben Verbindungen in höchste Kreise.

Montalbano ermittelt in zwei unterschiedlichen Fällen und doch stellt sich am Ende heraus, dass es Zusammenhänge gibt. Es ist eine komplexe Geschichte mit der Montalbano hier zu tun hat, trotzdem fehlte mir ein wenig die Spannung, denn das Drumherum hat mir zu viel Raum eingenommen.

Fallstricke

Ganz neu erschienen ist bei uns ein Roman um Commissario Montalbano, der schon vor 6 Jahren in Italien veröffentlicht wurde.

Seit dem ersten Band habe ich nie ein neues Buch von Camilleri versäumt. Ich weiß also, was mich erwartet: ausschweifende Mahlzeiten mit Montalbano, der die ungesunde Angewohnheit hat, sich zu überfressen. Die schier endlosen Aufzählungen der typischen sizilianischen Gerichte, die Adelina für ihn kocht, oder die er in seinem Stammlokal zu sich nimmt. Dazu regelmäßige Telefonate mit Livia, die ebenso regelmäßig mit Hörerknallen enden. Das fühlt sich bald an, wie zu Besuch bei guten Freunden.

Ein Einbruch in einem Supermarkt und der angebliche Selbstmord des Marktleiters erregt Montalbanos Verdacht, er hält den Laden für eine Geldwäschestation der Cuffaros, einer der einflussreichen Mafia-Familien in Vigata. Natürlich werden ihm beim Ermitteln überall Steine in den Weg gelegt, der Staatsanwalt mauschelt mit dem Abgeordneten und der steht natürlich auf der Gehaltsliste der Familie. Es erfordert Montalbanos ganzes Geschick, sich durch die vielen Fallstricke zu manövrieren und seinerseits Fallen zu stellen. Auch wenn er seit Monaten mit dem Alter hadert, immer häufiger merkt, dass ihm etwas Wichtiges entfallen ist, so schnell macht ihm noch keiner etwas vor.

Auch nach vielen Bänden um Commissario Montalbano schafft es Camilleri immer wieder, jede Geschichte frisch und originell zu gestalten, das Lesevergnügen bleibt ungebrochen und die vielen Finten und trickreichen Wendungen halten die Spannung hoch.

Wie immer macht auch das Team immer wieder Laune. Catarella, Fazio und Augello –ich möchte keine der altbekannten Figuren missen, sie gehören quasi zur Krimifamilie des Autors.

Ich freue mich weiterhin auf jedes neue Buch von Andrea Camilleri.