Cover von: Sünde des Schweigens
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Sünde des Schweigens

Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 282 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3839224764

ISBN-13: 

9783839224762

Auflage: 

1 (11.09.2019)

Preis: 

12,00 EUR
Amazon-Bestseller-Rang: 2.272.735
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3839224764

Beschreibung von Bücher.de: 

Eigentlich vertritt der junge Anwalt Dr. Seltenreich Mandanten gegenüber Behörden. Doch als er ein Mandat vom Schwiegersohn eines reichen Unternehmers erhält, vermutet er, dass ein Mord damit zusammenhängt. Er ermittelt und findet Gewissheit. Doch wie soll er damit umgehen? Einerseits ist er zur Verschwiegenheit verpflichtet, andererseits kann er nicht akzeptieren, dass ein Mörder straffrei bleiben soll. Die Lösung ist gefährlich, denn sein Gegenspieler ist nicht zimperlich.

Kriminetz-Rezensionen

Interessant und spannend

Ein Debütkrimi des Juristen Rudolf Georg. Und Kenner merken, dass dieser Krimi von einem Insider geschrieben wird, denn so detailgetreu sind Angaben über Gericht und Kanzlei gemacht.

Der junge Rechtsanwalt Dr. Jean-Jacques Seitenreich, von allen Joja genannt, vertritt schon längere Zeit die Baufirma Brendle in allen Rechtsangelegenheiten. Nun wird er vom Schwiegersohn des alte Brendle beauftragt. Er soll die Kosten zurückweisen, die die deutsche Botschaft von ihm verlangt. Schönfelder war mit seiner Frau Margarete auf einem Abenteuerurlaub in Mali unterwegs. Dort wurde die Reisegruppe von einer Terroristengruppe entführt. Schönfelder kam frei, seine Frau jedoch verstarb.

Joja lässt sich die Akten zur Einsicht kommen und auch die Habseligkeiten der toten Frau Schönfelder werden in seiner Kanzlei abgeliefert. Dabei ist auch ein Tagebuch. Nach Durchsicht der Akten und des Tagebuches kommt in Joja der Verdacht auf, dass der Ehemann etwas mit dem Tod seiner Frau zu tun hat. Er gerät deswegen in einen Interessenkonflikt, da er ja seinen Mandanten selbst nicht belasten darf. Von da an gerät der junge Anwalt selbst in Gefahr, er wird zusammengeschlagen, sein Auto beschädigt ...

Dieses Buch ist wirklich sehr interessant und spannend zu lesen. Sehr gut sind die Gewissensnöte des Anwalts herausgearbeitet. Er weiß, dass sein Mandant ein Mörder ist, kann aber dagegen nichts unternehmen. Ein Buch, das ich auf alle Fälle weiterempfehlen kann, denn es unterhält sehr gut und einmal angefangen, kann man es nicht mehr aus der Hand legen. Interessant ist auch das Cover mit dem alten Volvo und im Hintergrund die Stadt Stuttgart. Es bleibt zu hoffen, dass noch weitere Bücher dieses Autors kommen.

Sympathischer Anwaltskrimi

Die Idee …
… finde ich pfiffig. Einen Krimi »mit Regionalbezug« hatte ich vorher noch nicht gelesen, war also neugierig. So gewöhnte ich mich schnell an zwei Aspekte, die en vogue sind: die genaue Beschreibung von Fahrtrouten, Plätzen und Gebäuden auf der einen, die von Kochkünsten auf der anderen Seite. Beides hat mich in Stuttgarts Infrastruktur und Gastronomie eintauchen lassen. Nach Mali versetzt sah ich mich, wenn ich Margaretes Tagebucheinträge las. Georg ließ mich teilhaben an Jojas Gefühlen für seine neue Freundin Angelika, an seinem Gewissenskonflikt, den Zweifeln bezüglich seines Verdachts, an Problemen mit Kollegen und dem vorgesetzten Kanzleiinhaber und an der Beharrlichkeit, mit der er Beweise sammelt. Hilfe sucht er bei markanten Figuren.

Schreibstil:
Der Autor nimmt sich Zeit, den Leser mit »Joja« bekannt zu machen. Als Leser sollte man das wissen, um Jojas Gewissenskonflikt vor dem Hintergrund juristischer Vorgaben und der Gefahr richtig genießen zu können. Spannend baut Georg seinen Kriminalfall auf und führt ihn konsequent-logisch der Auflösung zu. Dabei überrascht er den Leser stets durch neue Details. Flüssiger, teils humoriger Schreibstil mit Dialogen an der richtigen Stelle – schwäbische Mundart wie ein Gewürz bei einem kulinarischen Hochgenuss spärlich, aber pointiert eingestreut – fesselt. Nicht zu kurz kommen die Handlungsebenen um Liebe, Beruf und Gewalt. Wer dann noch ein Faible für klassische Autos hat, wird in »Sünde des Schweigens« und bei Jojas nächstem Fall erst recht auf seine Kosten kommen.

Fazit:
Georg legt uns ein rundum gelungenes Debütwerk vor. Ruhig und einfühlsam, dabei flott geschrieben, mit ausgereifter Charakterbeschreibung. Ein Augenzwinkern hier und da verbindet sich mit der Ernsthaftigkeit des Gewissenskonflikts, der Joja schier zu zerreißen droht. Spannung ist nicht einfach da – sie wird aufgebaut und treibt den Blutdruck hoch. Dazu gibt Georg interessante Einblicke in die Welt der Paragraphen, ohne zu belehren. Das Ende ist so überraschend, dass es der juristische Laie (im Kontext der Geschichte) versteht und bewundert, dass es aber gewiss nicht jeder praktizierende Jurist erwartet oder überhaupt seine Grundlage gekannt hätte. Ich freue mich auf Jojas zweiten Fall, in dem er seine berufliche Existenz durch die Einmischung in einen Todesfall gefährdet.