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Teufelsberg

Der zweite Fall für Kommissar Wolf Heller. Kriminalroman
Buch
Gebundene Ausgabe, 384 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3550050658

ISBN-13: 

9783550050657

Erscheinungsdatum: 

13.07.2020

Preis: 

19,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3550050658

Beschreibung von Bücher.de: 

Wer plant einen antisemitischen Anschlag?

Westberlin, Ende der Sechzigerjahre: Die Frau eines Richters wird brutal erwürgt. Berlin ist in Aufruhr. Denn die Tote war Jüdin, und der Richter erhielt Morddrohungen von der radikalen Linken um Dieter Kunzelmann. Aber war es wirklich ein politisch motivierter Mord? Und was planen die Täter als nächstes? Kommissar Wolf Heller arbeitet eng mit der Nichte der Toten zusammen, der smarten Amerikanerin Louise Mackenzie. Es verdichten sich die Hinweise, dass ein Attentat auf die jüdische Gemeinde geplant ist. Doch bevor Wolf Heller die Verdächtigen festnehmen kann, überschlagen sich die Ereignisse: Louise wird entführt, und Heller bleibt nicht viel Zeit, die Katastrophe zu verhindern.

»Die drei Autoren haben einen spannenden Kriminalfall mit einem packenden Zeitporträt gekreuzt. Klasse Lektüre.« Münchner Merkur über Die Tote im Wannsee

Kriminetz-Rezensionen

Krimi mit geschichtlichem Hintergrund

Die Geschichte begann sehr spannend, gleich zu Beginn der erste Mord, dem weitere folgen sollten. Der Ermittlungsapparat der Polizei lief an und Kommissar Heller war von Anfang an sehr aktiv.

Im Verlauf der Geschichte geriet der Krimi jedoch immer mehr in den Hintergrund, dafür gab es sehr viel geschichtliche Informationen über die
60er-Jahre. Das war einerseits sehr interessant, da einiges an eigenem Wissen über diese Zeit wieder hervorgeholt wurde. Andererseits gab es sehr viel interne Informationen, Straßennamen, Kneipen, Clubs, die für Leute, die keinen direkten Bezug zu Berlin haben, etwas ermüdend waren.

Auch wenn ich es mag, wenn man in einem Krimi etwas über das Privatleben der Ermittler erfährt und wir das Schicksal von Kommissar Hellers Frau Paula sehr ans Herz ging, war es mir hier deutlich zu viel, weil die Spannung dadurch total auf der Strecke blieb.

Zum Schluss nahm die Handlung dann wieder Fahrt auf und das Ende war sehr spannend.

Fazit:
Ein Krimi mit einigen Längen, der jedoch mit viel geschichtlichem Hintergrund aufwartete.

Eintauchen ins Jahr 1969

Man merkt dem Buch an, dass es von drei Journalisten geschrieben wurde, die wissen, wie man richtig recherchiert und die Zeit von 1969 heraufbeschwört. Wolf Heller hatte den Auftrag, die Wohnung eines jüdischen Richters zu überwachen, der eine Morddrohung erhalten hat, doch trotz der Überwachung wird die Frau des Richters umgebracht. Das in einer Zeit, in der in Deutschland das jüdische Thema noch sehr heikel war … und die radikalen Linken an jeder Ecke eine Wohnung besetzt hielten.

Privat läuft es bei Heller auch richtig kompliziert. Seine Frau hat Krebs und zwei kleine Kinder, um die er sich so gut wie möglich kümmern soll. Seine Schwester ist tief in der linken Szene verwurzelt, was so das eine oder andere Problem mit einem Polizisten als Bruder nach sich zieht. Mit der Nichte des zu überwachenden Richters hatte er früher eine Affäre und diese Nichte ist der festen Überzeugung, den Mörder Ihrer Tante finden zu müssen und fragt sich, warum Ihr Onkel nicht alles in seiner Macht stehende veranlasst, den Mörder seiner Frau zu fassen und entdeckt das eine oder andere Familiengeheimnis …

Das Buch hat von Anfang an eine enorme Fahrt aufgenommen und ehe man sich versieht, klebt man auch schon in der Zeit fest und erinnert sich vage an die komplizierten Selbstfindungsversuche eines Volkes, das nach zwei Kriegen nicht weiß, gegen wen oder für was es sich zu rebellieren lohnt. Drogen, freie Liebe, Hausbesetzung, Molotow-Cocktails, generell gegen Bullen zu sein und einen Hang zum Kommunismus versetzen den Leser in eine wahrhaft chaotische Zeit. Und wer glaubt, aktuell sei alles chaotisch, der findet hier den Gegenbeweis, dass es alles schon mal in schlimmer gab.

Der Schreibstil ist wunderbar und sehr flüssig und mit Heller hat man einen Antihelden geschaffen, der trotzdem durch seinen geraden Charakter und seinem Sinn für Gerechtigkeit ein absoluter Sympathieträger ist. Der Roman entspringt eine Generation vor meiner Zeit und ist für mich sehr lehrreich, denn ich konnte mit den damaligen Erzählungen meiner Eltern nichts anfangen und hatte mich auch gar nicht dafür interessiert. Hier als Kriminalroman aufgebaut, offenbart es speziell am Beispiel von Hellers Schwester, einerseits die Hilfsbereitschaft und Normalität, aber auch den aufkommenden Willen zur Rebellion, der bis zur Gleichgültigkeit gegenüber der Familie oder anderen sich steigert, in dem Maße, in dem sie glaubt verliebt zu sein und manipuliert wird.

Ein sehr gelungener Roman, der mir gut gefallen hat und den ich bedenkenlos auch empfehlen kann. 4,5 Sterne von mir.

60er Zeitgeist

Westberlin, 1969, kalter Krieg, Mondlandung, Vietnamkrieg, politische Unruhen.

Der zweite Fall mit Kommissar Heller beginnt mit dem Mord an der Frau eines Richters. Ist die jüdische Familie das Ziel politischer Machenschaften? Gibt es einen Zusammenhang zur linksterroristischen Gruppe Tupamaros um Dieter Kunzelmann? Oder geht alles in eine ganz andere Richtung?

Die Spur führt bis nach Moskau und macht auch vor Hellers Familie nicht halt.
Dieser gibt sich eine Mitschuld an der Tat. Hätte der Mord verhindert werden können, wenn er bei seiner Observation keinen Fehler gemacht hätte?

Spannend führen die drei Autoren durch das Buch und verbinden die Kriminalgeschichte mit historischen Ereignissen. Der geschichtliche Hintergrund wurde wieder sehr gut in die Geschichte eingebaut, wobei der Fokus diesmal mehr auf Politik und Privatleben des Ermittlers liegt.

Das Glossar am Ende des Buches ist eine gute Informationsquelle und sehr hilfreich.

Berliner werden sich hier wie zu Hause fühlen und Erinnerungen werden wach.

Fesselnder Polit-Krimi

Der Tod einer Frau sorgt für viel Unruhe in West-Berlin. Das Opfer war Jüdin und die Wunden des Zweiten Weltkriegs sind noch lange nicht verheilt. Die Brisanz des Falls sorgt für viel Druck auf das Ermittlerteam um Kommissar Wolf Heller. Schnell wird der Täter im Umkreis der Linksradikalen vermutet und Heller kommt hier die Hilfe seiner Schwester zugute, die Kontakte in die Szene hat und als der Verdacht eines Attentats auf eine jüdische Einrichtung immer konkreter wird, entwickeln sich die Ermittlungen zu einem turbulenten Wettlauf mit der Zeit …

Das Autoren-Trio Martin Lux, Sven Felix Kellerhoff und Uwe Wilhelm konnte mich bereits mit dem ersten Band »Die Tote im Wannsee« um den aus meiner Sicht sehr sympathischen Ermittler Wolf Heller begeistern. Ich bin mit viel Vorfreude in den zweiten Teil gestartet, der in den späten 60er-Jahren spielt. Die drei erzählen die Geschichte in einem sehr lebendigen und flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich schnell nach West-Berlin entführte.

Der Spannungsbogen wird zu Beginn des Buches mit dem Mord an der Frau des Richters eher klassisch aufgebaut und über die Ermittlungsarbeiten sowie den politischen Verstrickungen der damaligen Zeit auf einem hohen Niveau gehalten. Das packende Finale sorgt dann für eine gut nachvollziehbare Auflösung und rundet dem Kriminalroman gelungen ab. Der historische Hintergrund der wilden 60er mit dem Aufbegehren der Linken Seite gegen die Macht-Strukturen der westlichen Welt wirkt sehr gut recherchiert und verleiht dem Buch einen besonderen Charakter.

Insgesamt ist »Teufelsberg« eine gelungene Fortsetzung einer historischen Kriminalroman-Reihe, die mit einer komplexen und raffiniert ausgeklügelten Geschichte, einem sympathischen Hauptprotagonisten und dem Erzähltalent des Autoren-Trios überzeugen kann. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

Historisch, packend, authentisch

Lutz Wilhelm Kellerhoff lässt den Berliner Kommissar Wolf Heller nach »Die Tote im Wannsee« erneut ermitteln. Wir schreiben das Jahr der Mondlandung, Kommunen sind immer noch attraktiv und gleichzeitig missbilligt und zwischen rechts und links scheint nicht viel Platz zu sein.

Da hinein drängen möchte sich der Kreml, dem West-Berlin ein Dorn im kommunistischen Auge ist. Die Situation der Deutschen, der Berliner ist nicht gerade einfach: Noch deutlich belastet von den NS-Verbrechen, gespalten durch die Mauer und uneins, auf welcher Seite man im Konflikt um Israel stehen soll.

In »Teufelsberg« startet Heller mit einem »einfachen Mordfall«, der sich als Startschuss einiger minutiös geplanter und nicht ganz ideal gelaufener Aktionen gegen die stabile West-Berliner Führung herausstellt. Wolf Heller lässt nicht locker und findet beinahe zu spät heraus, was genau wie zusammenhängt. Kann auch er morden, wenn es drauf ankommt?

Die drei Autoren Martin Lutz, Sven Felix Kellerhoff und Uwe Wilhelm flechten ihren spannungsgeladenen Krimi-Plot wieder gekonnt in das so aufwühlende Zeitgefüge ein. Durch Kleinigkeiten und viel musikalischen Background führen sie den Leser in die damalige Zeit. Auch als jüngerer Leser fühlt sich das authentisch an.

Neben Heller treffen wir auch einige bekannte Figuren wieder, dennoch ist es kein absolutes Muss, den ersten Band vorher zu lesen.

Zeitporträt der wilden 60er

Nach »Die Tote im Wannsee« legen die drei Autoren Lutz, Wilhelm und Kellerhoff mit »Teufelsberg« ihren zweiten Kriminalroman mit Kommissar Wolf Keller vor. »Teufelsberg« spielt im Westberlin der späten 60er-Jahre und lässt den historischen und politischen Hintergrund der Zeit wieder aufleben.

Als die Frau eines Richters brutal erwürgt wird, ist ganz Berlin in Aufruhr. Die Tatsache, dass die Ermordete Jüdin war und außerdem ihr Ehemann Morddrohungen der radikalen Linken erhalten hat, verkomplizieren die Ermittlungen von Kommissar Wolf Heller. Einiges weist auf einen politisch motivierten Mord hin, doch Heller hat so seine Zweifel. Immer wieder kreuzt die lebenslustige Amerikanerin Louise Mackenzie Hellers Wege. Sie ist außerdem noch die Nichte der Toten und führt deshalb eigene Recherchen durch, die sie aber in große Gefahr bringen …

Da es sich um Band 2 der Reihe mit Wolf Keller handelt, sollte man den Vorgängerband besser gelesen haben, um ohne Schwierigkeiten den zahlreichen Figuren und ihren Beziehungen untereinander folgen zu können.

Hellers Privatleben wird recht ausführlich Raum gegeben, was der Veranschaulichung der zeitgenössischen Atmosphäre zugutekommt, allerdings leider auch auf Kosten der Spannung geht.

Das Autorentrio hat ein gelungenes Zeitporträt mit einem interessanten, aber leider nicht allzu spannenden Kriminalfall verknüpft. Für historisch interessierte Leser dennoch ein empfehlenswertes Buch!