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Teures Schweigen

Der vierte Fall für Otto Morell. Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 304 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

359619699X

ISBN-13: 

9783596196999

Auflage: 

1 (11.12.2014)

Preis: 

9,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 469.901
Amazon Bestellnummer (ASIN): 359619699X

Beschreibung von Bücher.de: 

Wenn Reichtum auf einem Verbrechen gründet...

Chefinspektor Otto Morell ermittelt in seinem vierten Fall in der Wiener High Society.

Der Anruf seines alten Freundes Wilfried Uhl veranlasst Chefinspektor Otto Morell, sofort nach Wien zu reisen. Dort wurde ein Antiquitätenhändler ermordet mit einem Morgenstern. Auch Uhl wurde angegriffen und bedroht. Die Spuren führen zu einem alten Teppich aus der Zeit der Wiener Belagerung durch die Türken. Er soll eine brisante Botschaft enthalten. Aber welche? Otto Morell und Nina Capelli gehen der Geschichte nach und stoßen dabei in Wiener Adelskreisen auf ein nicht gesühntes Unrecht und ein unglaubliches Familiengeheimnis.

Kriminetz-Rezensionen

Schweigen ist nicht immer Gold...

Die «scheinbare» Welt ist die einzige: die «wahre Welt» ist nur hinzugelogen.
Friedrich Nietzsche, Werke III - Götzen-Dämmerung

Im vierten Band der Reihe um Chefinspektor Otto Morell und Gerichtsmedizinerin Nina Capelli geht es nach Wien. Otto Morell, der im ersten Band der Reihe nach Lindau versetzt worden ist, wird von seinem alten Freund Wilfried Uhl kontaktiert, denn dort wurde ein Antiquitätenhändler grausam mittels Morgenstern ermordet. Auch Morells Freund wurde angegriffen und bedroht und bittet deshalb den Chefinspektor um Hilfe, der sofort nach Wien eilt. Im verstaubten Hotel „Kaiser Franz Josef“ bezieht er ein Zimmer, das er gleich ein paar Mal wechseln muss, da sich die anderen Gäste über sein lautes Schnarchen beschweren.

Doch das sind nicht die einzigen Probleme, mit denen sich Otto Morell herumschlagen muss. Der Hotelbesitzer wendet sich vertrauensvoll an ihn, da ein für ihn wertvolles Bild gegen eine billige Kopie ausgetauscht worden ist. Otto Morell verspricht zu helfen, obwohl er gerade alle Hände voll zu tun hat.

Kollegin Nina Capelli unterstützt ihn bei den Ermittlungen. Diese führen in die Wiener High Society und zu einer alten Adelsfamilie namens von Horak, die ein altes Familiengeheimnis unter Verschluss halten. Und dieses hat mit einem Teppich zu tun, der zur Zeit der Wiener Türkenbelagerung geknüpft wurde und eine brisante und gefährliche Botschaft enthält. Nina Capelli und der hinzugezogene Experte und Restaurator Daniel Neumann, der sich in den heiligen Hallen einer Rollenspielgruppe versteckt, können die Bilder auf dem Teppich zunächst nicht entschlüsseln.

Als sie der Wahrheit näher kommen, geraten sie in große Gefahr.

Der Roman beginnt mit einer Rückschau in die Vergangenheit, genauer in das Jahr 1683 zur Zeit der Türkenbelagerung in Wien. Daniela Larcher versteht es, den Leser sofort in die Geschichte hineinzuziehen. Bildhafte Beschreibungen der Szenerie lassen diese historische Epoche vor dem geistigen Auge wieder lebendig werden. Man meint beinahe, den Geruch von Verwesung und Schießpulver wahrzunehmen und hört den Kugelhagel. Man taucht tief in die Vergangenheit ein und ist unmittelbar sofort im Geschehen, was dazu führt, dass man den Roman von der ersten Seite an nicht mehr weglegen kann.

Die Einschübe in die Vergangenheit sind wunderbar der Zeit angepasst geschrieben. Sie erzählen sozusagen die „Reise eines Teppichs“ durch verschiedene Epochen. Das Leinenstück wandert von Besitzer zu Besitzer und der Leser ist immer dabei. Dabei sind die Passagen nie überladen oder zu historisch ausschweifend geschrieben, somit bekommt der Roman nie den Beigeschmack einer trockenen Geschichtsvorlesung, sondern bleibt stets spannend und interessant.

Gleichzeitig begleiten wir in der Gegenwart die Ermittlungen rund um den Mord an einem Antiquitätenhändler mit. Die Figuren agieren stets authentisch und glaubhaft. Sehr gelungen sind auch die Passagen, die in die Wiener High Society führen.

Wir erleben Partys mit obligaten Häppchen, Champagner, oberflächlichen Gesprächen und Zicken-Krieg mit, bei denen vorwiegend der schöne „Schein“ zählt, und hier ist nicht „nur“ das Geld gemeint. Auch die Nebenfiguren bekommen ihren großen Auftritt.

Kurze, knackige Kapitel fördern den Lesefluss und machen Lust auf mehr. Gewürzt ist das Buch mit jeder Menge Wiener Lokalkolorit und interessanten historischen Einblicken. Larcher geizt auch nicht mit Witz und Raffinesse bei den Dialogen. Sehr amüsant sind die Stellen im Bärenclub zu lesen. Ein rundum gelungenes Buch, daher ist es nicht verwunderlich, dass der Roman für den Leo Perutz Preis 2015 nominiert wurde.

Fazit: „Teures Schweigen“ ist ein humorvoller, spannender und gut geschriebener Kriminalroman, gelungen mit historischen Passagen verquickt, angereichert mit viel Wiener Lokalkolorit, amüsanten Dialogen und Insiderwissen. Ein vergnüglicher und kurzweiliger Leseabend ist garantiert. Top-Tipp von mir für Krimifans, die auch gern historische Romane lesen.
(©J. B. Wind)