Cover von: Tiefes, dunkles Blau
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Tiefes, dunkles Blau

Ein Zürich-Krimi
Buch
Broschiert, 272 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3257300913

ISBN-13: 

9783257300918

Auflage: 

1 (27.04.2022)

Preis: 

16,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3257300913

Beschreibung von Bücher.de: 

Kurz nachdem Seepolizistin Rosa Zambrano in einer Kinderwunschpraxis am Zürichsee Eizellen einfrieren lässt, wird ihr Arzt tot aufgefunden. Wem stand Dr. Jansen, der nebenbei ein erfolgreicher Biotech-Unternehmer war, im Weg?

Erste Spuren führen in eine Villa an der Goldküste, in die alternative Szene, in Genforschungslabore und ins Rotlichtmilieu – und zu vier Frauen, die sich jede auf ihre Weise nicht mit dem abfinden wollen, was Biologie oder Schicksal vorgeben.

Kriminetz-Rezensionen

Anders als erwartet

Die Seepolizistin Rosa Zambrano war bei einem bekannten Gynäkologen in Behandlung. Kurze Zeit später wird er tot aus dem Zürcher See geborgen. Er war außerdem ein erfolgreicher Biotech-Unternehmer. Warum wurde er ermordet? Waren die Gründe in seiner Arbeit zu suchen oder in seinem Privatleben? Viele verschiedene Spuren führen ins Rotlichtmilieu, zu anderen Laboren und Freidenkern.

Dieser Schweiz-Krimi ist sehr verschieden zu anderen Krimis. Der See spielt eine große Rolle in diesem Roman. Genauso wie das Privatleben von Rosa. Bis es zum Fund des Ermordeten kommt, habe ich als Leserin sehr viel über die Polizistin erfahren, ihren Lebensstil, ihre Wünsche und ihre Ängste.

Die vielfältigen Spuren gehen im Grunde nur zwei Personen nach. Etwas wenig angesichts des hohen Niveaus. Genforschung, Reproduktionsmedizin und alternative Lebensgemeinschaften sind die Bereiche, in denen ermittelt werden muss.

Die zentrale Frage: Wie weit darf man in der Forschung gehen und sind dann die Ergebnisse Allgemeingut oder darf damit Geld verdient werden?

Die Nebenschauplätze des Buchs waren toll. Die Schweizer Landschaften, der See, die kulinarischen Highlights. Auch die verschiedenen Themen waren sehr interessant.

Aber das Ganze hatte wenig mit einem Krimi zu tun. Denn der war eindeutig Nebensache.

Das Buch hat mich unterhalten, aber auf eine ganz andere Weise, als ich erwartet hatte.

Mord in Zürich

Nur wenige Tage nachdem sich die Züricher Seepolizistin Rosa Zambrano in einer Kinderwunschpraxis Eizellen hat entnehmen und einfrieren lassen, wird der Arzt Dr. Moritz Jansen tot aufgefunden. War es ein Unfall oder wurde er getötet? Für diese Ermittlungen muss Rosa wieder mit der Kripo zusammenarbeiten. Jansen führte nicht nur die Praxis, sondern war auch an einem Biotech-Unternehmen beteiligt. Außerdem führen Spuren ins Rotlichtmilieu.

Dieser Roman lässt sich wirklich angenehm lesen. Die Handlung verläuft eher ruhig und ist dennoch spannend. Das ganze Handlungsumfeld ist sehr ausführlich und bildhaft beschrieben wird, so dass man Lust bekommt, auf Entdeckungsreise durch Zürich zu gehen. Es geht auch viel um Lukullisches, was einem manchmal das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.

Die Charaktere sind gut und vielschichtig dargestellt. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich mit Rosa anfreunden konnte. Sie hat die Kripo verlassen und ist zur Seepolizei gegangen, weil ihr das Wasser wichtig ist. Sie liebt die Gärtnerei und das Kochen und hat ein nicht ganz einfaches Verhältnis zu ihrer Familie. Mit ihrer gescheiterten Beziehung zu Leo hat sie noch nicht richtig abgeschlossen. In Jansens Umfeld gibt es eine Reihe von Personen, die ziemlich verschlossen sind. Von seiner Frau hatte er sich getrennt, was diese ziemlich erbost hat. Verdächtige gibt es also einige, doch was steckt dahinter?

Es ist ein komplexer Fall, der Rosa hier beschäftigt. Dabei stellt sich die Frage, wie weit darf Forschung gehen. Natürlich kann man mit Hilfe der CRISPR-Methode Krankheiten heilen, doch wie weit darf man das Erbgut manipulieren? Darf nur einer oder ein Unternehmen von den Ergebnissen profitieren oder müssen diese Erkenntnisse Allgemeingut sein? Es ist ein Krimi, der zum Nachdenken anregt und der mich gut unterhalten hat.

Seraina Kobler - Tiefes, dunkles Blau

Rosa Zambrano hatte die Kripo eigentlich für die Seepolizei in Zürich verlassen, doch nun muss sie die alten Kollegen im Falle des Mordes an Dr. Jansen unterstützen. Er ist just der Arzt, bei dem sie nur wenige Tage zuvor Eizellen hat einfrieren lassen. Neben seiner Praxis hat er Geld in ein Biotech Unternehmen investiert, das eine mögliche Spur in dem Mordfall darstellen könnte, die Chefin erscheint nicht nur abgebrüht, sondern durchaus auch mit Motiv. Aber auch im Privatleben des Opfers gibt es mehr als eine verärgerte Frau: die Noch-Gattin hat nicht vor ihn bei der Scheidung einfach davonkommen zu lassen, die zahlreichen Damen, zu denen er im überregional bekannten Bordell Kontakt unterhielt, verhalten sich ebenfalls verdächtig. Und dann ist da noch eine unbekannte Nummer, die er in den letzten Monaten immer wieder angerufen hat. Ein komplexes Geflecht, das auch immer wieder Rosas Privatleben streift.

Den ersten Fall für die Seepolizistin hat die Journalistin und Autorin Seraina Kobler in ihrer Wahlheimat Zürich angesiedelt und die Handlung stark auch mit den lokalen Örtlichkeiten verbunden. Auch wenn der Schauplatz in der größten Stadt der Schweiz angesiedelt ist, hat man in „Tiefes, dunkles Blau“ doch auch immer wieder das Gefühl eher im ländlich beschaulichen Raum zu sein, vor dem Mord und Totschlag bekanntermaßen auch nicht Halt machen. Und so sind es letztlich auch die bekannten Todsünden Habgier, Neid und Stolz, die maßgeblich die Handlung bedingen.

Vieles findet sich, was typischerweise in den cosy crime Romanen vorkommt: es wird immer wieder ausgiebig gegessen, auch die Landschaft rund um den Zürichsee wird ausführlich bedacht und ihr kommt durchaus auch eine entscheidende Rolle im Fall zu. Die Autorin verbindet dies jedoch mit der hochmodernen CRISPER Technologie und den aus der Erbgutmanipulation entstehenden ethischen Fragen. Dass es ist diesem Bereich nicht nur um wissenschaftliche Ehre, sondern vor allem um sehr viel Geld geht, bereitet den passenden Nährboden für einen unterhaltsamen und komplizierten Fall.

Auch wenn mich selbst die Protagonistin jetzt nur bedingt ansprechen konnte, ist die Geschichte doch insgesamt rund und packend.

Die CRISPR-Technologie – heißes Thema zum Nachdenken in diesem Krimi!

Von Sagen der Mutabor Märchenstiftung (über den »Schwarzen Garten«) bis zur aktuellen Gentechnik im Bereich der Fortpflanzungsmedizin reicht der zeitliche Spannungsbogen dieses ersten Falls für die Seepolizistin Rosa Zambrano am Zürcher See. Einblicke in diverse übers Jahr arrangierte Events als Touristenattraktion wie z.B. den »Ironpeople« werden eingestreut neben Erwähnungen von Altstadt-Gassen und Sehenswürdigkeiten in und um Zürich lassen diesen Kriminalfall vielschichtig aufblühen.

Themen wie »genome editing« mit seinem weltweiten Siegeszug in der Gentechnologie wie auch in der Mikromedizin werden hier verarbeitet sowie kommerzielle Technologien spielen eine Rolle, mit denen sich das menschliche Genom gezielt verändern und austauschen lässt, um auf die Heilung von Krankheiten wie z.B. die Sichelzellanämie abzuzielen und nicht bloß auf Symptombekämpfung. Doch lassen sich schon sehr bald »off-target«-Effekte, also Nebenwirkungen durch notwendige Medikamente, ausschalten?

Vier Frauen aus verschiedenen Milieus sorgen für ein spannungsgeladenes Klima beim Projekt namens »Human Nature« am tiefen, dunkelblauen Wasser des Zürichsees – präsentiert in heimeligem Ambiente.

Spannender Krimi aus der Schweiz

Rosa Zambrano, angestellt bei der Seepolizei auf dem Zürichsee, möchte Kinder, hat allerdings keinen dazu benötigten Partner. Also begibt sie sich in eine Kinderwunschklinik zu Dr. Moritz Jansen. Der wird kurze Zeit später tot in einem Fischernetz gefunden. Rosa darf bei den Ermittlungen dazu helfen, obwohl sie den Doktor gekannt hat. Gemeinsam mit Martin, dem sympathischen Polizisten, begibt sie sich auf Spurensuche des Täters.

Rosa ist eine bodenständige Person, die feine Kulinarik und ihren Garten liebt. Sie lebt mitten in Zürich und lässt uns auch teilhaben an sehenswerten Plätzen, die es in Wirklichkeit auch gibt. Selbst von der Streetpararde ist die Rede. Mir gefällt, dass ich die genannten Plätze als solche wiedererkenne, diese nicht Fiktion sind. Das Buch ist angenehm zu lesen, nicht zu umfangreich und immer spannend.

Zürich mit Krimianteilen

Das Cover vermittelt dem Leser direkt die wunderschöne Stimmung am See. Der Titel beschreibt nicht nur den See, sondern auch den Ort des Verbrechens.

Wir haben hier einen Krimi der anderen Art. Mit ruhiger Hand erzählt die Autorin ihre Geschichte, wobei der Krimi eindeutig im Hintergrund spielt, aber nicht ohne eine unterschwellige Spannung zu kreieren.

Die Beschreibung von Zürich ist fein und detailreich. Die Autorin erfasst genau die Stimmungen am See und der beteiligten Charaktere. Rosa Zambrano, als Ermittlerin bei der Seepolizei, wird uns sehr genau vorgestellt. Wir erfahren viel über ihre Wünsche, ihre Art zu leben, ihre Beziehungen und die Familie. Obwohl ich es eigentlich nicht mag, wenn das Privatleben einen großen Teil der Story einnimmt, hat es mir hier nichts ausgemacht, was am Schreibstil der Autorin liegt.

Der Krimi spielt im Bereich der Genforschung und Reproduktionsmedizin und stellt den Leser vor die Frage »Was darf Wissenschaft?« Es ist durchaus spannend, aber macht nicht den Hauptteil des Buches aus.

Dieser Krimi ist eine leichte Sommerlektüre, die man mit einem Glas Wein sehr genießen kann.

Eine Empfehlung von mir: nicht hungrig lesen!

Ein Toter im Zürichsee

Rosa Zambrano arbeitet mit ihrem Kollegen Martin bei der Seepolizei und ermittelt im Mordfall Dr. Jansen. An diesen Arzt hatte Rosa sich zuvor wegen ihres Kinderwunsches und dem Einfrieren ihrer Eizellen gewendet. Wie sie schnell herausfinden, arbeitete er auch noch als erfolgreicher Biotech-Unternehmer und beschäftigte sich mit Genforschung. Ein interessantes Thema, über das es einiges zu erfahren gibt in Rosas ersten Fall.

Das Setting und die Beschreibungen sind klasse und es macht Spaß, Rosa bei den Ermittlungen in Zürich und Umgebung zu folgen. Es gibt sehr viel über Rosa und ihr Leben zu erfahren, genauso wie über Genforschung und Erbmaterialveränderung, ein Thema, mit dem sich die Autorin ausführlich beschäftigt hat. Der Fall entwickelt sich stetig weiter, es gibt genug Spuren, die die Ermittler beschäftigen und sogar der Reichenbachfall spielt eine Rolle.

Trotzdem bin ich mit Rosa nicht ganz warm geworden. Irgendwie fehlte das letzte Quäntchen, um aus ihr eine realistische Hauptfigur zu machen. Die Kinderwunschhandlung, die dazu dient, um den Bezug zum Arzt herzustellen, das zarte Anbändeln mit ihrem Kollegen und ihre Familienverhältnisse sind etwas viel auf einmal.

Die Ermittlungen leben zudem von Überraschungen, die neue Wege aufzeigen und die die Polizei etwas ferngesteuert wirken lassen. Die Verdächtigen sind dann auch vier Frauen, da der Arzt sich anscheinend keine männlichen Feinde schaffen konnte. Trotzdem führen sie zu einem zufriedenstellenden, etwas unübersichtlichen Finale, das zur Handlung passt.

Insgesamt ein guter Krimi, der in der Fortsetzung hoffentlich noch besser werden wird. Die Thematik ist spannend, allerdings nicht mehr so neu, dass sie so ausführlich breitgetreten werden muss. Ich bin gespannt, welche Morde noch am Zürichsee stattfinden werden und ob das winterliche Setting des nächsten Krimis noch mehr Schweizer Stimmung aufkommen lässt. Ein Krimi für Zürichfans und Fans von reichlich Wissensvermittlung.

Seichter Regional-Krimi

Kurz nachdem die Seepolizistin Rosa Zambrano zur Behandlung in einer Kinderwunschpraxis war, wird ihr Arzt Dr. Jansen tot aus dem Zürich-See gefischt. Die Ermittlungen führen Rosa ins Rotlichtmilieu und in ein Genforschungslabor.

In diesem Krimi ist der Mord an dem Gynäkologen erstmal Nebensache, denn zuerst steht Rosa mit ihren Ängsten und Sorgen im Vordergrund. Der Leser erfährt viel über ihr Leben und ihr wunderschönes Zuhause. Auch die Beschreibungen von Stadt und dem See sind zum Wohlfühlen. Man merkt, dass Land und Leute der Autorin sehr am Herzen liegen. Leider kam mir dadurch aber der Krimifall und die Ermittlungsarbeit etwas zu kurz und so war das brisante Thema Genmanipulation für mich nicht besonders fesselnd.

Was mich manchmal etwas irritiert hat, waren die abrupten Sprünge zwischen den einzelnen Szenen, ich hatte da das Gefühl, dass etwas fehlt.

Wer gerne Cosy-Crime liest, dem kann ich dieses Buch durchaus empfehlen, denn Seraina Kobler hat mit ihrem gut zu lesenden Schreibstil eine schöne Atmosphäre geschaffen.

Mehr Roman denn Krimi

Rosa Zambrano ist Seepolizistin geworden, weil sie lieber über den Zürichsee blickt als in menschliche Abgründe – so wird sie beschrieben und bald wird eine Leiche aus dem See gefischt. Dieser Anfang verspricht viel Krimifeeling, das ansprechende Cover tut ein Übriges.

Moritz Jansen, der Arzt und Mitinhaber eines Biotech-Unternehmens, ist der Tote im See. Rosa war erst vor Kurzem in seiner Kinderwunsch-Klinik, um Eizellen einfrieren zu lassen, ihre biologische Uhr tickt.

Über Rosa erfahre ich so einiges, lerne sie eher als Privatperson denn als Seepolizistin kennen. Ihre Kochleidenschaft wird ausführlich beschrieben, auch Zürich zeigt sich von seiner schönsten Seite. Am liebsten würde ich mich gleich in Rosas Häuschen einquartieren und mich von ihr bekochen lassen.

Meist ist es so, dass eine Kriminalgeschichte mit Privatem garniert wird. Mal mehr, mal weniger. So als Auflockerung. Hier kommt es mir vor, als ob das Drumherum mit einer Prise Krimi gewürzt wäre, die richtigen Gewürze jedoch fehlen. Die Suppe, die Rosa bevorzugt kocht, schmeckt fade. Das erste Drittel hat mich aus kriminalistischer Sicht so gar nicht mitgenommen, da war ich eher außen vor – ich war stiller Beobachter ohne Emotionen. Um dann langsam mehr Zugang zur Seepolizistin zu bekommen, diese war aber eher sporadisch zu finden. Viel zu häufig driftete der ermittelnde Aspekt ins allzu private Umfeld ab.

Das Buch, die ganze Geschichte, spaltet. Es hat seine ganz eigene Atmosphäre, ist mit keinem herkömmlichen Krimi zu vergleichen. Es war ein Auf und Ab der Gefühle – mal wollte ich ihn verreißen, mich abfällig dazu äußern, um dann doch wieder hineingezogen zu werden. Rosa blieb mir fremd, ihre warmherzige Art, wie sie beschrieben wird, kam mir eher unnahbar vor. Wie entrückt.

Im Bereich der Genforschung bewegt sich dieses »tiefe, dunkle Blau«. Wie weit darf die Forschung in das Leben eingreifen? Diesem Thema gibt Seraina Kobler viel Raum.

Einen Krimi habe ich erwartet. Gelesen habe ich einen Roman mit kriminalistischen Elementen, der mich zunächst wenig begeistern konnte, mich aber dann doch ins Geschehen gesaugt hat. Der erste Fall für Rosa Zambrano war eher unaufgeregt, der Schluss ungewöhnlich – noch hat mich die Seepolizistin nicht für sich eingenommen, Seraina Koblers Schreibstil jedoch stimmt mich positiv.

Mörderisches Zürich

Rosa hat einen Termin bei einem Kryomediziner, sie möchte ihre Eizellen einfrieren lassen, um später zu entscheiden, ob sei ein Kind möchte. Ein paar Stunden später wird eine Leiche im Zürichsee gefunden und der gehört zum Revier von Rosa, die Seepolizistin ist. Es stellt sich heraus, dass es ihr Arzt ist, der vermutlich im Drogenrausch ertrunken ist. Das passt für Rosa überhaupt nicht zusammen. Doch das Ermitteln fällt ihr schwer, da so nichts zusammenpasst. Sie wird aber als Verbindungsbeamtin zwischen Kripo und Seepolizistin eingeteilt und trifft dort auf einen alten Freund. Gemeinsam verfolgen sie einige Spuren, die auch an die Universität führen. Doch der Ansatzpunkt bleibt noch einige Zeit im Dunkeln.

»Tiefes, dunkles Blau« von Seraina Kobler mit der Hauptperson Rosa Zambrano ist ein spannender und unterhaltsamer Krimi mit Tiefgang. Alles, was die Autorin über Rosa schreibt, ist sehr einfühlsam, ja geradezu liebevoll gehalten. Für einen Krimi vielleicht zu liebevoll, nein, ich glaube eher tiefgründig, um den Charakter der Seepolizistin zu verstehen. Gerade ihr privates Leben ist sehr ungewöhnlich eingebettet in das mondäne Zürich. Manchmal kommt es mir vor, als ob es eine idyllische Oase darstellt. Auch ihr Freundeskreis passt in dieses Bild perfekt hinein. Bei der Familie hat die Autorin einige Abstriche gemacht. Sie ist also mit sich und See im Einklang und deshalb passt der Fundort des Toten perfekt in diesen Plan. Es gleicht einer Idylle, auch der Zeitpunkt und die Art des Ablebens werden sehr sphärisch beschrieben. Das Thema ist aufgehängt an dem Wunsch, das Leben wissenschaftlich kontrollieren zu können und Fortpflanzung und die Reinheit des Lebens zu beeinflussen. Ein Traum der Menschheit, aber immer wieder geht etwas schief und es wird wohl weiterhin ein Traum bleiben, bis zum nächsten Versuch. Der Spannungsbogen gefällt mir ausgesprochen gut und er passt auch zu diesem Roman. Ich finde von der sehr betonten Schreibweise her ist hier ein Stück Literatur gelungen.

Ich habe diesen Zürich-Krimi mit sehr großem Interesse gelesen und er hat mir auch sehr gut gefallen. Es ist jetzt vielleicht kein Krimi, wo an jeder Ecke die Spannung wartet, aber es ist in einer ruhigen Art ein Krimi, der mich genau dadurch gefesselt hat.