Cover von: Der Tintenfischer
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Der Tintenfischer

Commissario Morello ermittelt in Venedig. Fall 2
Buch
Broschiert, 352 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3462001019

ISBN-13: 

9783462001013

Auflage: 

1 (06.05.2021)

Preis: 

16,00 EUR
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3462001019

Beschreibung von Bücher.de: 

Vom menschenleeren Venedig zurück nach Sizilien - Commissario Morello gerät in große Gefahr.

Commissario Morello weiß, dass er in Sizilien nicht vor der Mafia sicher ist, der er immer wieder in die Quere gekommen ist - doch er muss alles versuchen, um eine junge afrikanische Frau zu retten. Bei der Ankunft in seiner Heimat wird er prompt verhaftet - und erkennt, welches Ausmaß Zynismus und Korruption in den staatlichen Behörden inzwischen angenommen haben.

Markusplatz, Riva degli Schiavoni, Rialtobrücke - Venedig ist menschenleer in Zeiten von Corona. Commissario Morello, der aus Cefalù in Sizilien hierher versetzt worden war, hatte lange mit der Lagunenstadt und ihren Touristenmassen gehadert. Jetzt tritt die Schönheit Venedigs spektakulär hervor, doch Morello weiß nicht, ob er das wirklich genießen kann.

Zusammen mit seiner Kollegin Anna Klotze ist er in der Stadt unterwegs, als sie einen jungen Mann, einen Flüchtling aus Nigeria, in den Canal Grande springen sehen. Anna kann ihn retten. Zu der Verzweiflungstat hat ihn das Schicksal seiner Freundin gebracht, die von der nigerianischen Mafia in Sizilien zur Prostitution gezwungen wird.

Morello muss nach Sizilien, um die junge Afrikanerin zu befreien. Anna Klotze schließt sich ihm trotz seiner Bedenken an. Sie fahren aus Sicherheitsgründen mit einem Segelboot los und nehmen schiffsbrüchige Flüchtlinge auf. Sie legen in Marina di Palma auf Sizilien an - dort stehen trotz angeforderter Hilfe keine Krankenwagen für die entkräfteten Flüchtlinge bereit. Stattdessen wird Morello verhaftet …

Kriminetz-Rezensionen

Mit viel Gefühl

Diese Rezension behandelt das Hörbuch.

Zum Inhalt:
In Venedig springt ein Flüchtling ins Wasser, doch sein Selbstmordversuch wird von Morellis Kollegin Anna verhindert. Der Hintergrund der Verzweiflungstat führt Morelli und Anna in das Dickicht von Schleppern, falschen Versprechen und nigerianischer Mafia – und letztendlich wieder einmal nach Sizilien. Ein Ort, der für den freien Hund gefährlich ist … lebensgefährlich …

Mein Eindruck:
Die Wahl des Verlags, die »deutsche Stimme von Daniel Craig« dieses Buch einsprechen zu lassen, ist sehr gelungen. Dietmar Wunder hat ein Faible für starke Charaktere, die sich selbst aus dem Sumpf ziehen und vor keinem Gegner und keiner Aufgabe zurückschrecken, – so gefährlich sie auch sein mag. Doch auch die weiblichen Figuren geraten nicht zu Karikaturen, obwohl – das ist einfach die Natur der Sache – ihre Unterschiede durch einen Sprecher nicht so fein moduliert werden können wie die der männlichen Charaktere.

Bei der Geschichte freut man sich insbesondere über das Wiedersehen (oder – hören) mit Bekannten aus dem ersten Teil. Dabei gelingt den Autoren das Kunststück, sie direkt wieder vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen, – fast, als wäre überhaupt keine Zeit zwischen den Büchern vergangen. Die Nähe zur heutigen Zeit (Corona, Flüchtlinge, Hilfspaket) wirkt dabei nicht wie gewollt, sondern ist gekonnt, der unterschwellige Humor gefällt und wenn die Romantik Einzug hält, als die Erklärung für den Titel deutlich wird, sieht man praktisch das Mondlicht ganz klar.

Das Beste am Buch ist jedoch der Cliffhanger zum Schluss. Keiner, der einen ärgert, sondern einer, der das tut, was ein guter Cliffhanger tun sollte: Den Menschen vor dem Buch auf die nächste Geschichte anfüttern.

Mein Fazit:
Manchmal sehr politisch korrekt, trotzdem spannend und echt.

Die Mafia

Commissario Antonio Morello ist aus seinem geliebten Sizilien nach Venedig versetzt worden, da er in Sizilien als »freier Hund« auf der Todesliste der Mafia steht. Allerdings hat die Mafia auch seine Frau und das ungeborene Kind ermordet. Er ist doch sehr in seine Rache vertieft und muss jetzt hier in Venedig seinen Man stehen. Hier steht er allerdings unter starker Beobachtung des Questore, der ihn loswerden möchte, allerdings hält der Vize-Questore seine Hand über ihn.

In seinem Kommissariat arbeitet er mit Anna Klotze zusammen und auf einem Gang durch die noch durch den Corona-Lockdown geschlossene Stadt bemerken sie einen Flüchtling, der sich von einer Brücke in den Kanal darunter stürzt. Anna springt kurzerhand hinterher und rettet den jungen Mann. Im Krankenhaus befragen sie den Flüchtling David nach seinen Motiven und erfahren nach und nach etwas über seine Probleme.

Doch andere Polizisten aus seinem Bereich wollen den jungen David auf Befehl des Questore abholen und ins Abschiebelager bringen. Doch Anna und Antonio bringen David aus dem Krankenhaus in Sicherheit und erfahren, was die Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa alles passiert. Alle Spuren führen zur Mafia und es wartet auf Antonio und Anna eine neue Herausforderung auf Sizilien.

»Der Tintenfischer« ist ein Krimi mit sehr aktuellem Bezug, nicht nur, dass alle Beteiligten mit der Corona-Pandemie leben müssen, auch die Flüchtlingsthematik wird sehr interessant mit dem Einfluss der Mafia auf Sizilien verbunden. Dass sich der Einfluss der Mafia auch auf die Situation der Flüchtlinge ausdehnt, liegt auf der Hand. Die Figuren sind sehr authentisch beschrieben und dass die Situation für Antonio auf Sizilien sehr gefährlich ist, kann ich mir sehr gut vorstellen. Den Autoren gelingt es sehr unterhaltsam, die Aktualität in diesem Fall zu verflechten.

Die Story ist gut geschrieben und lässt sich sehr gut lesen. Auch die Spannung wird sehr gut bis zum Ende aufgebaut und spitzt sich auf Sizilien zu. Auch die Beschreibung der Region ist hier sehr gut gelungen und die Atmosphäre in der Pandemie ist greifbar und ich konnte mich sehr gut in der Beschreibung wiederfinden. Originell ist auch die Liaison zwischen Anna und Antonio auf dem Boot und so romantisch. Die Verknüpfung zwischen Titel des Buches und der Umsetzung finde ich sehr interessant.

Alles in allem finde ich diesen Krimi sehr aktuell und die Einbindung in die aktuelle Lage finde ich sehr gelungen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und durch die Aktualität hat es mich auch gereizt, schnell bis zum Ende zu lesen. Ich finde, das Buch ist lesenswert.