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Tod auf Baltrum

Der neunte Fall für Hedda Böttcher. Ostfrieslandkrimi

Seiten: 

192

Verlag: 

ISBN-10: 

3965863053

ISBN-13: 

9783965863057

Auflage: 

1 (12.01.2021)

Preis: 

11,99 EUR

Krimitags: 

Amazon Bestellnummer (ASIN): 3965863053
Beschreibung von Marcel Gröger

»Ich befürchte, wir haben eine Leiche gefunden.« Ein Spaziergang endet für die ostfriesischen Ermittler Hedda Böttcher und Enno Frerichs mit einem Schock, denn eine leblose Hand ragt aus dem Dünensand. Dabei wollten die beiden auf der Nordseeinsel Baltrum nur einige ruhige Tage verbringen, doch anscheinend gönnt ihnen das Schicksal keinen Urlaub ohne Mordfall mehr.

Hedda und Enno informieren die Inselpolizistin Stina Wemken, aber aufgrund des starken Unwetters kann der Tote nicht sofort geborgen werden. Und am nächsten Tag … ist die Leiche verschwunden! Handelt es sich bei dem Toten wirklich um die Person, auf die der Siegelring an seiner Hand hindeutet? Und wie lässt sich das mit den Aussagen mehrerer Inselbewohner in Einklang bringen, dass das vermeintliche Opfer Baltrum schon vor einiger Zeit den Rücken gekehrt haben soll?

Die Insulaner zeigen indes kein gesteigertes Interesse an der Aufklärung des Falls. Im Gegenteil, Hedda und Enno haben zunehmend das Gefühl, als würde jemand ihre Ermittlungen sabotieren …

Kriminetz-Rezensionen

Aufgetaucht und wieder verschwunden

Hedda und Enno wollen ein paar Urlaubstage auf Baltrum verbringen und dabei ihre Hochzeit planen. Doch es ist Anfang Dezember und der Wettergott scheint es nicht gut mit ihnen zu meinen. Während eines Spaziergangs entdeckt Hedda einen klobigen Ring im Sand. Bei näherem Hinsehen müssen sie feststellen, dass der Ring an einem Finger steckt. Sie informieren die Inselpolizei. 

Die Polizistin Stina Wemken hat gleich einen Verdacht, wer der Tote im Sand sein könnte. Doch das Wetter erschwert die Ermittlungen. Ein Strom- und Netzausfall verhindert den Kontakt zum Festland. Dann ist der Tote verschwunden und unter den Ortsansässigen hat keiner ein Interesse an der Klärung des Falls. Daher müssen Hedda und Enno die Sache in die Hand nehmen, obwohl sie sich fest vorgenommen hatten, nur Urlaub zu machen.

Dies ist bereits der neunte Band aus der Reihe, der aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann.

Der Schreibstil ist wieder schön flüssig zu lesen. 

Die Touristen sind verschwunden, dass Wetter ist ungemütlich und nicht einmal ein Restaurant ist im Dezember auf Baltrum geöffnet. Hedda und Enno hatten sich das alles etwas anders vorgestellt, vor allem wollten sie keinen Mordfall klären müssen. Aber sie sind nun mal wie sie sind und müssen ihre Nase in den Fall stecken. Dass die Kripo nicht auf die Insel kommen kann, ist ja auch eine gute Entschuldigung. Die beiden sind verliebt, das spürt man immer wieder. Mir ist das manchmal sogar etwas zu viel.

Schnell kommt der Verdacht auf, dass es einer von ihnen sein muss, aber die Baltrumer weisen jeden Verdacht von sich, denn der Gedanke, dass einer von ihnen ein Mörder ist, gefällt wohl niemandem. 

Die Charaktere sind sehr individuell und gut beschrieben. Florian mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten fällt noch eine ganz besondere Rolle zu.

Interessant fand ich das Thema Gedächtnisforschung, das zeigt, dass man Erinnerungen auch manipulieren kann. Es gab ja einige Zeugenaussagen, die sich widersprochen haben, nachdem der tote Frank Koch spurlos verschwunden war. Um festzustellen, wer da lügt, muss wohl ein Spezialist ran.

Am Ende löst sich nicht nur der Fall des verschwundenen Frank Koch schlüssig auf, sondern auch noch der Fall einer verschwundenen Unterhose.

Ein spannender Ostfriesland-Krimi.

Tod auf Baltrum

»Tod auf Baltrum« ist der neunte Fall aus der Ostfrieslandkrimi-Reihe »Hedda Böttcher ermittelt«. Alle Einzelbände können eigenständig gelesen werden.

Ich mag Thorsten Siemens Schreibstil sehr, er ist leicht und flüssig zu lesen und man ist sofort im Geschehen drin. Die Spannung lässt nicht lange auf sich warten und hält bis zum Ende an.

Hedda und Enno wollen auf Baltrum eigentlich ein paar ruhige, erholsame Urlaubstage verbringen. Aber wer Hedda und ihre »Beziehungen« zu Leichen kennt, ahnt schon, dass es ein ganz anderer Urlaub bzw. Abenteuerurlaub werden könnte. Auch in diesem Band nehmen wir am persönlichen Glück (manchmal auch Unglück) der beiden teil. Mir gefällt ihre Geschichte von Anfang an, allein dieser Part ist mindestens so spannend wie der jeweilige Fall.

Und dieser hat es wieder ganz schön in sich. Gaaaanz zufällig finden Hedda und Enno eine Leiche in den Dünen. Der erste Impuls »Wir halten uns da raus und machen Urlaub« hält bei beiden nicht lang an, dafür sind sie einfach inzwischen zu sehr Profi. Ihr Instinkt ist geweckt und sie begeben sich auf Spurensuche. Die üblichen Verdächtigen sind schnell gefunden, aber es fehlt immer am berühmten letzten Puzzleteil. Diesbezüglich versteht es Thorsten Siemens ausgesprochen gut, den Leser auf falsche Fährten zu schicken.

Außerdem hat er wieder ein buntes Sammelsurium an Figuren geschaffen, die dem Kriminalfall die entsprechende Würze geben. Die Insulaner sind toll beschrieben und man bekommt einen sehr guten Einblick in ihren Alltag. Auch den Schauplatz Baltrum – Ostfrieslands kleinste Insel – hat der Leser durch eine sehr schöne bildhafte Schreibweise genau vor Augen. Des Weiteren nimmt Thorsten Siemens Themen auf, von denen ich kaum gehört habe, hier z. B. Gedächtnisforschung, was es da alles zu erfahren gab, hat mich schon erstaunt.

Insgesamt war ich mit Hedda und Enno wieder einmal sehr spannend unterwegs und empfehle diesen Krimi sehr gerne weiter, natürlich mit voller Punktzahl.

Hedda in Aktion !!

 Ich verfolge die Reihe rund um Hedda und Enno schon von Beginn an und habe mich sehr gefreut, dass uns als Leser direkt zu Beginn des Jahres mit »Tod auf Baltrum« ein neuer Ostfrieslandkrimi erwartet. Bisher sind folgende Titel in dieser Reihe erschienen: 
1. Tod in Neermoor, 
2. Tod auf Langeoog, 
3. Tod in Norddeich, 
4. Tod in Emden, 
5. Tod am Nordseestrand, 
6. Tod am Kap Norderney, 
7. Tod in Leer, 
8. Tod in Greetsiel und 
9. NEU: Tod auf Baltrum. 

Ein neuer Fall für Hedda und Enno, der sich alles andere als einfach darstellt. Wenn ich mir schon alleine das Szenario vorstelle!! Zu Besuch auf einer sehr kleinen Insel, auf der quasi jeder jeden kennt und dann ein solcher Fund. Da treten viele Fragen auf und ich glaube, ich würde plötzlich, wenn man überlegt, dass es auch der Nachbar gewesen sein kann, sehr misstrauisch sein. Man kann den Leuten ja schließlich nur vor den Kopf gucken. Nicht nur einmal waren diejenigen, die sich nach außen unauffällig verhalten, sozial emotional sehr gestörte Personen, die ihren Mitmenschen im Stillen sonst was antun. Und wenn man dabei noch, wie Hedda und Enno, die übrigens beide wahnsinnig gerne mag, quasi durch den Sturm abgeriegelt von der Außenwelt ist, kriegt man doch eine ganz schöne Gänsehaut.

Die Handlung in »Tod auf Baltrum« wird uns aus der Sicht vieler verschiedener Charaktere geschildert, denn nicht nur Hedda und Enno, sondern auch ihre beiden Partner Keno und Fiona dürfen wir begleiten. So bekommt man einen sehr umfassenden Einblick in die Ereignisse. Ich konnte mich gut in die Gedanken und Gefühle der Protagonisten hineinversetzen. Man befindet sich wunderbar schnell mitten im Geschehen, was mir sehr gefallen hat. Auch der bildliche Schreibstil, der dazu führte, dass ich mir die Situationen problemlos vor Augen halten konnte, hat mir wirklich zugesagt. Besonders gelungen ist jedoch der Spannungsaufbau: Mit zahlreichen Wendungen und den neuen Erkenntnissen, die die Ermittlungen aufwerfen, konnte mich der Autor immer wieder auf falsche Fährten führen.

Eine Leiche, die mal wieder die Schatten auf Heddas und Ennos Liebesglück legt

Endlich geht es für Hedda Böttcher und Enno Frerichs in die nächste Runde und damit auch auf eine ganz besondere Art. Denn Hedda und Enno machen Urlaub. Naja eigentlich. So ziemlich. Doch natürlich geht das nicht ohne eine Leiche. Man könnte fast meinen, dass Hedda von Ihnen verfolgt wird. Makaber, aber auch irgendwie lustig.

Dabei begann dieser Roman herrlich leicht und ein wenig romantisch. Denn man wird ein Teil davon, wie man erlebt, welch besondere Beziehung die beiden haben. Was ich einfach wahnsinnig schön finde.

Dabei ist es keinesfalls so, dass immer rosarote Wolken am Himmel sind, was hier sehr gut aufgezeigt wird. Denn Heddas Eifersucht wird erneut auf die Probe gestellt. Und Enno ist so geduldig, verständnisvoll und geht einfach so gekonnt mit der Situation um. Was ich wirklich an ihm bewundere, mir wäre schon längst die Luft ausgegangen.

Der Autor hat wie gewohnt einen sehr einfühlsamen, atmosphärischen und einfach unglaublich fesselnden Schreibstil, der mich sofort gepackt hat.

Hier thematisiert er die Vergangenheit und wie leicht Missverständnisse eskalieren können. Denn der Mensch ist ein impulsives Wesen und handelt schneller, als er denken kann und das kann sich sehr verheerend auswirken. Wie schön wäre es doch, wenn man kommunizieren würde, statt direkt über die Stränge zu schlagen.

Der Leichenfund bringt sofort einige Fragen ins Spiel und nicht alle können beantwortet werden. Kurzerhand werden Hedda und Enno aktiv, schnell kochen die Gemüter über und es ergibt sich ein Schauspiel aus Dramatik, Tragik, Schuldzuweisungen und ganz vielen Geheimnissen. Doch das allein reicht nicht. Es wird viel weitreichender, als man annehmen würde. Dabei geraten die beiden sehr an ihre eigenen Grenzen. Und plötzlich tauchen auch Gewitterwolken am Horizont des Liebesglücks auf.

Mir hat dieser Ostfrieslandkrimi wieder sehr gut gefallen. Weil zum einen der Kriminalfall im Fokus steht, aber zum anderen auch klar wird, welch feste und stabile Bindung Hedda und Enno haben.

Er punktet mit einem Setting, das voller Geheimnisse ist und in dem nichts ist, wie es scheint. Man bekommt Einblicke auf die Hintergründe, was die eigentliche Dramatik hervorbringt und auch zum Nachdenken anregt.

Ganz besonders gut hat mir Florian gefallen, denn mit seiner Art hat er etwas im Menschen berührt.

Nicht zu vergessen die zwischenmenschlichen Aspekte, die hier deutlich zum Vorschein kommen und einfach etwas in einem bewegen.

Besonders Heddas privates Problem hat mir sehr gut gefallen. Aber ich denke, es wird noch etwas nachkommen. Denn alles andere wäre zu einfach.

Sowohl die Ausarbeitung als auch die Charaktere und ihre Entwicklung haben mir ungemein gut gefallen. Weil Hedda und Enno hier wirklich gegen eine Mauer des Schweigens rennen, was es auch nervenaufreibender gestaltete.

Man kann sich sehr gut in jeden Einzelnen hineinversetzen, weil sie mehr zeigen, als ihnen selbst bewusst ist. Denn es geht auch darum, das was man liebt, zu beschützen. Wenn auch auf etwas unkonventionelle Art und Weise. Was nicht zwingend Zuspruch bedeutet.

Insgesamt sehr gelungen, weil es sowohl temporeich als auch sehr emotional ist. Ich bin sehr gespannt, womit es Hedda und Enno das nächste Mal zu tun bekommen.

Fazit:
Eine Leiche, die mal wieder die Schatten auf Heddas und Ennos Liebesglück legt. Aber nicht nur. »Tod auf Baltrum« punktet mit atmosphärischem Flair, Emotionen und Gemüter, die schnell hochkochen. Er zeigt, wie wichtig es ist zu kommunizieren. Dass es essenziell ist.

Insgesamt sehr gelungen. Denn nicht nur das Liebesglück wird auf die Probe gestellt, denn sie geraten in einen dramatischen Fall, in dem nichts ist, wie es scheint. Definitiv lesenswert.

Ich bin schon sehr gespannt, was im nächsten Fall auf Hedda und Enno wartet.

5 von 5 Sternen.