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Der Tod und das dunkle Meer

Kriminalroman
Buch
Gebundene Ausgabe, 608 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3608504915

ISBN-13: 

9783608504910

Auflage: 

1 (21.08.2021)

Preis: 

25,00 EUR
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3608504915

Beschreibung von Bücher.de: 

1634: Ein Schiff auf dem Weg von Indonesien nach Amsterdam. Eine dunkle Prophezeiung und ein Detektiv, der selbst Gefangener ist.

Samuel Pipps und Arent Hayes stehen vor dem Fall ihres Lebens, denn der Teufel ist mit an Bord. Aberglaube, Hexenjagd, Machtgier - Stuart Turton führt uns ins dunkle Meer der menschlichen Abgründe.

Gerade noch hat Samuel Pipps im Auftrag der mächtigen Männer der Ostindien-Kompanie einen kostbaren Schatz in der Kolonie Batavia wiedergefunden. Nun befindet er sich auf dem Weg zu seiner Hinrichtung. Sein Assistent und Freund Arent Hayes ist mit an Bord der Saardam. Genau wie der Generalgouverneur und seine Frau Sara Wessel. Doch kaum auf See, beginnt der Teufel sie heimzusuchen. Unerklärliche Morde geschehen, und ein Flüstern weht durch das Schiff, das alle an Bord dazu verführt, ihren dunkelsten Wünschen nachzugeben.

Pipps muss seinem Freund Arent und Sara dabei helfen, ein Rätsel zu lösen, das alle Passagiere verbindet und weit in die Vergangenheit zurückreicht. Bevor das Schiff sinkt und sie alle in die Tiefe reißt.

Kriminetz-Rezensionen

Geheimnisvoll

Zum Inhalt:
Batavia, 1634. Arent Hayes hatte es noch nie leicht. Zuerst machte ihm sein Vater das Leben schwer, dann stürzte er sich als Söldner in diverse Kriege, um schließlich bei Samuel Pipps, einem sehr guten Ermittler, als Leibwächter zu enden. Und jetzt fällt Samuel Pipps in Ungnade und soll – gemeinsam mit einer Ladung von Schätzen – von Batavia nach Amsterdam reisen, damit ihm dort der Prozess gemacht wird. Gemeinsam mit einer illustren Schar von Passagieren, mordlustigen Matrosen und verwegenen Soldaten segeln sie auf der Sardaam. Doch sie sind nicht alleine – der Teufel scheint sich ebenfalls an Bord begeben zu haben.

Mein Eindruck:
Auch mit seinem zweiten Buch begibt sich Stuart Turton in die Vergangenheit. Hier nutzt er die Träume zu der Bezwingung der sieben Weltmeere, um sie ad absurdum zu führen: Seine Seefahrt ist nicht lustig, sondern dreckig, hinterhältig, bösartig, gefährlich und damit letztendlich tödlich für viele Mitfahrer. Doch als Hauptpersonen nutzt er zwei Felsen in der Brandung, die genau diesem Eindruck völlig entgegenwirken: Ein ehrenhafter Soldat und eine Heilerin, die beide versuchen, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, das so viele Menschen an Bord des Schiffes in Versuchung führt. Dazu mischt Turton so geschickt eine gute Portion Aberglaube in den Schiffszwieback, dass seine Leser/innen selber von einer Idee zur Handlung in die nächste schwanken.

Turtons Stil ist fesselnd, sehr malerisch und mit einer guten Portion bösen Humors gespickt. Seine Charaktere erscheinen wunderbar vor dem geistigen Auge und deren Umgebung ist ebenso fremd wie verführerisch. Schön auch die Stärke seiner Figuren, die insbesondere in den weiblichen Charakteren zu sehen ist. Hier gibt es keine schwachen, hingebungsvollen Weiber, – gerade die Damen sind ausgefuchster und damit schwerer zu durchschauen als die manchmal doch eher eindimensionalen Männer.

Das Ende seiner Geschichte könnte ein neuer Anfang sein, – die Leserschaft wäre bestimmt dankbar darüber.

Mein Fazit:
Auch das zweite Buch ist dem Autor gelungen. Sehr gelungen!

Originell und spannend

1634 sticht die Saardam von Batavia aus Richtung Amsterdam in See, an Bord der Generalgouverneur mit seiner Familie, ein Gefangener in Ketten und eine düstere Prophezeiung. Unterwegs geschieht Unheimliches, es scheint, als hätte man tatsächlich den Teufel an Bord.

Stuart Turton hat mich mit seinem Debütroman bereits umgehauen. Natürlich war ich sehr gespannt auf seinen nächsten Roman, und hier ist er nun – und, um das bereits vorwegzunehmen, er hat mir sehr gut gefallen. Auch er ist kein 08/15-Roman, sondern lässt viel Platz für Spekulationen, überrascht immer wieder und ist kaum vorhersehbar. Zudem ist er ganz anders als »Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle«, aber wieder ein Mix aus verschiedenen Genres. Er ist, das stellt der Autor im Nachwort noch einmal klar, kein (reiner) historischer Roman, er hat zwar ausführlich recherchiert, das Geschehen aber an die Geschichte, die er erzählen wollte, angepasst, auch wenn das historisch nicht immer sauber ist. Für mich geht das okay, für mich fühlte es sich sowieso mehr nach einem Spannungsroman vor historischer Kulisse an.

Was besonders gelungen ist, ist die Atmosphäre des Romans, man fühlt sich schnell mittendrin, spürt die Beklemmungen, die Ängste, aber auch all die anderen Emotionen. Und natürlich trägt dazu auch das Setting bei, das Schiff auf hoher See, das klar umgrenzte Szenario, dazu die verschiedenen Gruppen an Bord, Matrosen, Musketiere, die den Generalgouverneur begleiten, normale Passagiere und die »edlen« Passagiere, die eigene Kabinen haben. Dazu der Gefangene, dessen Unterkunft man kaum eine solche nennen kann und der dazu noch eine besondere Stellung einnimmt, denn eigentlich ist er ein berühmter Detektiv, dessen Bodyguard nun Ermittlungen aufnimmt, um zu begreifen, was hinter den Geschehnissen steckt.

Die Charaktere sind durchweg gut gezeichnet, und haben (fast?) alle etwas zu verbergen. Besonders gut gefallen mir neben Arent Hayes, dem oben erwähnten Bodyguard, den ich von Anfang an sehr mochte, die Frauen, vor allem Sara Wessel, des Gouverneurs Ehefrau, die sich ebenfalls nicht abhalten lässt, Ermittlungen anzustellen, obwohl ihr das – als Frau – zur damaligen Zeit nicht zusteht. Aber was soll man machen, wenn man klüger ist, als die meisten Männer an Bord …

Ein interessanter Charakter ist Isaack Larme, der kleinwüchsige Erste Offizier der Saardam – und natürlich der Gefangene.

Stuart Turton erzählt sehr anschaulich, das Kopfkino bekommt einiges zu tun. Der Roman ist über 600 Seiten dick, ich habe mich auf keiner Seite gelangweilt. Sicher gibt es nicht nur actionreiche Seiten (die gibt es auch), aber ich finde auch die Dialoge, die Überlegungen, die Empfindungen der Charaktere interessant, vor allem, wenn man sich immer einmal wieder fragen muss, was davon ist wahr, was womöglich Show. Die Auflösung ist überzeugend, aber auch überraschend, und das »Endergebnis« des Romans passt dann noch einmal richtig gut.

Auch Stuart Turtons zweiter Roman ist wieder sehr originell und hat mich absolut überzeugt, Charaktere, Atmosphäre, Geschichte, das stimmt alles, und ich hatte unterhaltsame Lesestunden. Gerne vergebe ich volle Punktzahl und eine uneingeschränkte Leseempfehlung für erwachsene Leser, die es mögen, wenn ein Roman originell ist und sie mitdenken können/müssen. Ich bin nun gespannt, was uns in des Autors nächstem Roman erwartet!

Krimi mit historischem Hauch

Samuel Pipps, seines Zeichens erfolgreicher Detektiv, befindet sich an Bord der Saardam, einem Schiff, das ihn von Bartavia nach Amsterdam bringen soll, und zwar zu seiner Hinrichtung. Eingesperrt in einer dunklen Kammer ist der einzige, der ihn besucht, sein Freund und Assistent Arent Hayes. Diese Überfahrt steht unter keinem guten Stern, denn der »Teufel« scheint sein Unwesen zu treiben. Unerklärliche Morde geschehen und ein Fluch soll den Passagieren schaden. Generalgouverneur Wessel und seine Frau Sara sind auch an Bord des Schiffes. Die Dinge nehmen schon bald einen düsteren Verlauf und Samuel versucht mit Hilfe seines Assistenten und der Frau des Generalgouverneurs Licht in die Situation zu bringen, bevor der Teufel sein perfides Spiel gewinnt.

Dieser Kriminalroman spielt an Bord eines Schiffes im Jahr 1634 und beginnt ziemlich spannend. Die ersten 70 Seiten haben mich sofort in den Bann gezogen, leider verliert sich die Geschichte dann für einen längeren Zeitraum in den Ermittlungen. Der Autor erinnert mich in den Untersuchungsmethoden an Sherlock Holmes und Dr. Watson – was wohl so gewollt ist. Sara Wessels erscheint ein wenig zu modern für ihre Zeit, ihre Person gibt der Story aber eine attraktive Note. Die Situation an Bord des Schiffes ist für mich sehr gut nachvollziehbar, die Enge und Unausweichlichkeit gut beschrieben. In diesem Krimi begegnen dem Leser Macht und Aberglaube – eine Detektivgeschichte mit mystischen Aspekten.

Stuart Turton hat sicher sehr gut recherchiert, die historischen Fakten allerdings der Story zuliebe angepasst. Mit Fortgang der Geschichte zieht die Spannung wieder an, die Puzzleteile setzen sich langsam zusammen. Eine überraschende Auflösung zum Ende des Buches liefert der Autor allerdings doch.

Die Charaktere haben Profil, werden vor dem Auge des Lesers lebendig. Der Schreibstil ist geschuldet an den Umfang des Buches manchmal etwas langatmig. Insgesamt hat mir das Buch gefallen, ich gebe 4 Sterne.

Der alte Tom

1634. Die Ostindienkompanie ist so ziemlich die mächtigste Gesellschaft der Welt. Als von Batavia aus sieben Schiffe in See stechen, um nach Amsterdam zu segeln, sind nicht nur viele Hoffnungen und Träume, sondern auch Musketiere, Adlige, Matrosen und ein Gefangener an Bord: Sammy Pipps, der berühmteste Ermittler seiner Zeit, liegt in Ketten, obwohl er kurz zuvor noch für den Generalgouverneur Haan etwas Wertvolles zurückgebracht hat. Doch damit ist es nicht getan. Etwas Böses, Grausames hat sich hereingeschlichen, etwas, das alte Verbrechen wieder ans Licht zieht, Rache üben und Unheil bringen will. Schon nach kurzer Zeit sterben Leute und passieren teuflische Dinge. Und Arent Hayes, der sonst immer als Assistent und Bodyguard des berühmten Detektivs fungiert hat, muss zusehen, diesen Fall allein zu lösen, sonst stirbt nicht nur Sammy, sondern alle an Bord könnten ihr Leben verlieren.

Wow, wow, wow. Was für ein großes Kino Turton hier auffährt. Ich mochte ja seinen Erstling schon ziemlich gern, aber hier hat er noch mal eine Schippe draufgepackt und er bittet nicht darum, uns ins dunkle Meer mitzunehmen, er packt uns, egal, ob wir schreiend und strampelnd dagegen angehen. Er und sein Teufel, der alte Tom, zeichnen das Teufelszeichen auf unsere Hände und Stirnen, flüstern uns des Nachts ungehörige Dinge ins Ohr, versprechen, verführen und verleiten. Mit einem Ruck befindet man sich auf einem Holzschiff des 17. Jahrhunderts, ist mitten unter den brutalen Gesellen, die dort arbeiten und für weniger als eine Handvoll Gold nicht nur sich selbst, sondern auch des Teufels Großmutter verkaufen würden. Die Adligen sind keinen Hauch besser, kriegen nie genug, intrigieren, verachten, verurteilen. Frauen werden als Untertanen angesehen, die jederzeit verschachert werden können, und sollte sich eine als schlau erweisen, ist sie bestimmt eine Hexe.

Turton nimmt sich Zeit für die Geschichte, er hastet nicht durch, er setzt uns in ein 3-D-Kino und zeigt uns die Decks, die Takelage, die Prügeleien der Matrosen. Dennoch hatte ich nicht eine Sekunde lang das Bedürfnis, das Buch weglegen zu wollen. Die Ideen, die Umsetzung, diese Homes-und-Watson-Paarung des 17. Jahrhunderts hatten mich am Haken, so sicher, als hätte es Captain Hook auf mich abgesehen. Vielleicht sollte ich eine Warnung aussprechen: Dieses Buch ist nichts für Leute, die sich nicht mehr als drei Personen merken können. Sie ist nichts für Zartbesaitete oder diejenigen, die ein klares Happy End erwarten. Auch Ungeduldige kommen wohl nicht auf ihre Kosten. Allen jedoch, die sich auch gern mal Zeit für eine Entwicklung nehmen, die sich gern in eine Zeit oder Geschichte hineinziehen lassen, die kein Problem damit haben, Charaktere im Gedächtnis zu behalten und auch zuzuordnen, all denen sage ich: Schiff ahoi! Segelt los, meinen Segen habt ihr!

Rezension zu Der Tod und das dunkle Meer

1634: Der Detektiv Samuel Pipps und sein Freund und treuer Begleiter Arent Hayes sind an Bord der Saardam in Richtung Heimat. Samuel reist allerdings als Gefangener, gerade hat er noch einen kostbaren und wichtigen Schatz in Batavia wiedergefunden, nun liegt er in Ketten und fährt zu seiner Hinrichtung. An Bord befinden sich auch der Generalgouverneur und seine Frau Sara Wessel. Aber auch ein ungebetener Gast ist mit dabei, die dunkle Prophezeiung, die kurz vorm Auslaufen verkündet wurde, scheint wahr zu sein, denn der Teufel scheint sich an Bord geschlichen zu haben. Unerklärliche Morde geschehen, und in der Nacht geht ein Flüstern durchs Schiff, das alle an Bord verführen möchte, ihren dunkelsten Wünschen nachzugeben. Arent versucht mit Sara und Pipps Hilfe, dem Ganzen auf die Spur zu kommen und das Rätsel zu lösen, das die Passagiere miteinander verbindet und anscheinend tief in die Vergangenheit reicht, bevor das Schiff sinkt …

»Der Tod und das dunkle Meer« stammt aus der Feder von Stuart Turton.

Arent Hayes begleitet seinen Freund Samuel Pipps an Bord der Saardam, die ihn zu Hinrichtung bringen soll. Dabei versucht er nicht nur das Rätsel zu lösen, sondern trotz der widrigen Umstände die Überfahrt für Pipps so angenehm wie möglich zu gestalten. Arent Hayes ist ein wirklich sympathischer Protagonist, kräftig, muskulös und eher eine Kämpfernatur, der seinen intellektuellen Fähigkeiten nicht traut. Samuel Pipps empfand ich schwer zu fassen, einerseits dadurch das er durch die Gefangenschaft an Bord bei den Ermittlungen wenig Raum einnimmt, aber auch seine Charakterbeschreibung machte es mir schwer, ihn wirklich gut einzuordnen. Sara Wessel ist eine intelligente Frau, die mit ihrem Schicksal als Ehefrau ohne Rechte hadert, sie bekommt hier endlich die Chance, was zu leisten und aus dem Rollenbild auszubrechen, was sie sichtlich aufblühen lässt. Die meisten Mitreisenden bzw. Besatzungsmitglieder sind einfach nur unsympathisch bis böse, was natürlich die ganze Szenerie zusätzlich würzt. Die Stimmung, die auf dem Schiff und auch später herrscht, empfand ich wirklich sehr gut eingefangen und die Zuspitzung der Situation gut nachvollziehbar, dem Autor ist es gelungen, eine düstere Atmosphäre zu schaffen, in die man als Leser eintauchen kann.

Die Ermittlungen laufen nur schleppend, es dauert lange, bis sich so langsam für Arent und Sara ein Bild ergibt, dem sie wirklich folgen können. Die Zusammensetzung der mitfahrenden Personen und ihr Unterschied in der sozialen Stellung macht es den beiden zusätzlich schwer, an Informationen zu kommen. Mir als Leser war einiges vor den beiden schon klar. Anderes – vor allem die Auflösung – hatte ich dann so nicht auf dem Schirm und konnte mich dadurch überraschen.

Der Autor vermischt hier einen historischen Roman mit Krimielementen, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Dabei stand für ihn, wie er im Nachwort erklärt, aber die historische Genauigkeit bei der Erzählung nicht im Vordergrund. Mir persönlich sind diese Ungenauigkeiten nicht wirklich aufgefallen, dafür war ich meistens viel zu sehr in die Geschichte vertieft, auch wenn es für mich ein paar kleine Längen gab.

Mein Fazit:
Ein gelungener historischer Kriminalroman, der bei mir vor allem mit seiner Atmosphäre und dem zu lösenden Rätsel bei mir punkten konnte.

Teuflisch!

Dieser Roman ist sehr schwer, einem Genre zuzuordnen. Laut Klappentext ein Kriminalroman? Auch wenn Spannung wahrlich vorhanden ist, überwiegt doch das Historische und das Schaurig-Unerklärliche, was eine Einordnung fast unmöglich macht. Aber was solls? Was zählt, ist die Unterhaltung, und die ist auf jeden Fall gegeben!

Im Jahr 1634 macht sich ein Schiff auf dem Weg von der Kolonie Batavia (heutiges Indonesien) nach Amsterdam. Mit an Bord der Saardam sind der Generalgouverneur, seine Frau Sara Wessel und deren Tochter. Doch auch der Privatdetektiv Samuel Pipps und sein Assistent und Freund Arent Hayes befinden sich auf dem Schiff. Allerdings ist Pipps, der kurz zuvor einen kostbaren Schatz in Batavia wiedergefunden hat, nun ein Gefangener und befindet sich auf dem Weg zu seiner Hinrichtung.

Noch im Hafen wird von einem Aussätzigen das Schiff und seine Besatzung verflucht. Kaum befindet sich die Saardam auf See, geschieht Unerklärliches. Ein Flüstern weht durch das Schiff, das alle an Bord dazu verführt, ihren dunkelsten Wünschen nachzugeben, grässliche Morde geschehen, und schon bald glauben alle, der Teufel selbst sei mit an Bord. Pipps und Hayes werden von Sara Wessel unterstützt, die sich damit auch ihrem Gatten, dem Generalgouverneur, offen widersetzt. Als aufgeklärter Leser glaubt man wohl nicht an den Teufel. Da der oder die Täter ja aber an Bord sein müssen, ergibt sich eine besondere Spannung. Und so lässt man sich vom schaurig-geheimnisvollen Geschehen mitreißen – bis zur überraschenden Auflösung.

Gier, Machtstreben, Aberglauben, aber auch Freundschaft, Liebe, Mut werden in dieser ausufernden, aber beeindruckenden Geschichte bildstark und anschaulich zum Leben erweckt. Das Ende wirkt allerdings ein wenig fad und zu konstruiert.

Der Alte Tom

1634 – auf dem Weg mit der Saardam von Batavia nach Amsterdam. Noch vor kurzem hat der Detektiv Samuel Pipps mit seinem Freund und Wegbegleiter Arent Hayes im Auftrag von mächtigen Männern einen kostbaren Schatz zurückgebracht. Nun befindet er sich an Bord der Saardam auf dem Weg zu seiner Hinrichtung. Mit an Bord sind auch der Generalgouverneur und seine Frau Sara Wessel. Noch bevor sie in See stechen, wird die Saardam vom Teufel heimgesucht. Unerklärliche Morde geschehen und ein Flüstern des Nachts wandert über das Schiff. Arent soll den Teufel finden und bittet Pipps und Sara um Hilfe. Sie müssen das Rätsel lösen, noch bevor das Schiff untergeht.

Ausgeschrieben ist das Buch als »Kriminalroman«, doch während der Handlung werden einige Genres durchlaufen. Dem Autor ist ein toller Misch aus Krimi, History, Mystery und Fantasy gelungen. Einige historischen Gegebenheiten haben zwar nicht um das Jahr 1634 stattgefunden, das sagt er auch in seinem Nachwort, aber zusammen mit dem Mystery-Fantasy-Bereich in Bezug auf Aberglaube hat es einfach zu dem tollen Setting gepasst. Es kam mir vor wie eine alte Klabautermann-Geschichte.

Der Schreibstil lässt sich angenehm lesen, lässt den Leser aber fühlen, als wenn er im 17. Jahrhundert und selbst mit auf der Saardam ist. Die Umgebung, die raue See und die Geschichten um den Teufel haben einfach ein tolles Setting ergeben.

In der Mitte hatte die Handlung einige Längen und es hat sich etwas gezogen, aber zum Ende hin, hat es wieder an Spannung gewonnen und die unerwarteten Wendungen und einige Überraschungen haben es bis ganz zum Ende spannend gemacht.

In der Handlung kamen viele Personen vor. Da anfangs alle auf einen Schlag gekommen sind, bin ich da leicht durcheinandergeraten. Erst wenn ich öfters von ihnen gelesen habe, konnte ich sie besser zuordnen. Arent und Sara waren mir von Anfang an sympathisch. Sie haben auch gut zusammengearbeitet. Samuel Pipps war wie ein Sherlock Holmes auf hoher See, geheimnisvoll und immer gut kombiniert.

Mein Fazit:
Wie eine alte Klabautermann-Geschichte, ein toller Misch aus Krimi, Mystery und History. Hatte in der Mitte ein paar Längen, aber dennoch sehr interessant und empfehlenswert zu lesen. 4 von 5 Sternen.

Eine verfluchte und lange Reise

Und wieder hat es der Autor geschafft. Er brachte mich zum Staunen, zum Hadern, zum Verzweifeln, zum Gruseln und – am Ende zum absolut besonderen Lesegenuss!

Die Geschichte erzählt von der Flotte der Saardam, die auf dem Weg von Batavia nach Amsterdam viele Stürme und Wogen bestreiten muss. Das Schiff scheint verflucht, Tod, Teufel und reichlich Aberglauben sind mit an Bord.

Eine gefährliche und todbringende Aufgabe für Samuel Pipps und Arent Hayes, denn es gilt, dem Bösen zu trotzen und ihm das Handwerk zu legen.

Eine komplexe, facettenreiche und stimmige Handlung mit Witz und Verstand. Auch wenn es einige Längen gibt, lohnt es sich durchzuhalten. Denn man wird mit einer fabulösen und brillanten Geschichte belohnt.

Lesen empfehlenswert!

Spannend und mysteriös

Im Jahre 1634 macht sich ein Schiff der Ostindienkompanie von Indonesien auf den Weg nach Amsterdam. Mit an Bord sind der Generalgouverneur von Batavia und seine Frau Sara sowie der berühmte Detektiv Samuel Pipps, der allerdings auf dem Weg zu seiner Hinrichtung ist. Kaum ist das Schiff unterwegs, geschehen seltsame Dinge und unerklärliche Morde. Das Schiff scheint verflucht zu sein. Pipps’ Assistent Arent Hayes und Sara versuchen Geheimnisse zu lösen und Gefahren abzuwenden, bevor das Schiff seinem Untergang geweiht ist.

»Der Tod und das dunkle Meer« wurde dem Genre Krimi zugeordnet, jedoch fließen auch historische, abenteuerliche und mystische Elemente in die Story mit ein.

Der Autor glänzt mit seinem überaus fesselnden und voluminösen Schreibstil und der Gabe die Charaktere in dieser Geschichte sehr vielschichtig darzustellen. Bei Samuel Pipps und Arent Hayes musste ich sofort an Sherlock Holmes und Dr. Watson denken. Auch die Vorgehensweise, Licht in die rätselhaften Vorfälle auf dem Schiff zu bringen, erinnern stark an das berühmte Ermittler-Paar.

Obwohl es auf dem Schiff vor Matrosen, Musketieren und Passagieren nur so wimmelte, habe ich trotzdem gut den Überblick behalten. Es herrschen furchtbare Zustände mit brutalen Szenen und Macht wird hier gnadenlos ausgenutzt. Durch die Macht des Aberglaubens erhält die Story eine düstere Atmosphäre.

Nachdem sich die Situation zum Ende immer mehr zuspitzte und eigentlich keine Lösung in Sicht war, wurde ich durch eine absolut stimmige Auflösung überrascht.

Ich bin begeistert von diesem Roman und gebe eine absolute Leseempfehlung.

Gefangen auf dem Todesschiff

Wann immer man ein Buch, eine Geschichte oder wohl auch nur irgendetwas Geschriebenes von Stuart Turton in die Finger bekommt, kann man sich sicher sein, etwas Spannendes, Fiktiv-phantastisches und definitiv Einzigartiges zu lesen.

Seine beiden großen Romane (“Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle” 2019), je mit mehr als 600 Seiten, lassen sich nie eindeutig in ein Genre pressen, sie changieren zwischen mehreren und sind doch ganz eigen.

Mit “Der Tod und das dunkle Meer” begeben wir uns in die Vergangenheit, in eine Zeit, als die Niederlande den Welthandel über die Schifffahrt fest im Griff hatte. 1634 kamen Güter aus fernen Ländern über gefährliche, monatelange Seerouten nach Amsterdam. Die Besitzer der Ostindien-Kompanie zählten sich wohl zurecht zu den reichsten Menschen der Welt.

Das Schiff “Saardam” macht sich auf den Weg von Batavia in die niederländische Hauptstadt. An Bord sind neben wertvollem und mysteriösem Frachtgut sowie Soldaten und Schiffspersonal auch einige ganz besondere Passagiere: Samuel Pipps und Arent Hayes (ein Detektiv und sein Beschützer) sowie der Generalgouverneur der Kompanie, Jan Haan, samt Frau, Geliebter, Tochter, Kammerherr und Leibwache.

Dass die Reise alles andere als plangemäß und friedlich verlaufen wird, ist schon ab Kapitel 1 klar und bald geschehen an Bord merkwürdige Dinge. Die Anwesenden hören Stimmen, finden grausige Zeichen und die Stimmung schlägt um. Können die Passagiere herausfinden, wer dafür verantwortlich ist bevor Menschen oder Schiff zu Schaden kommen?

Damit alle Details und Wendungen sowie Charaktere und die Atmosphäres der Geschichte stimmig sind - so wie Stuart Turton sie plant - mussten ein paar historische Fehler und Ungenauigkeiten in Kauf genommen werden (so erklärt sich der Autor selbst im Buch). Wer einfach nur die Spannung genießt und sich selbst nicht wahnsinnig genau mit der damaligen Epoche auseinandersetzt, dem wird so etwas entweder nicht auffallen oder wenn, dann nicht allzu negativ.

Die Arbeit und Recherche die in jedem Fall hinter den so speziellen Charakteren und dem gesamten Setting steckt, muss enorm gewesen sein. Aufgrund der vielen Namen (es gibt eine Übersicht zu Beginn des Buches) und der ungewohnten Umgebung (der Großteil der Geschichte spielt auf dem Schiff der Kompanie) braucht man ein wenig um gut in die Handlung hineinzukommen.

Es ist wie immer bei Stuart Turton: Man lässt sich von der abenteuerliche Handlung mitreißen, rätselt und bangt, vermutet und hofft - und kann sich doch nicht (obwohl man manchmal ein bisschen mehr weiß als die Protagonisten) auf die Wendungen und Überraschungen vorbereiten, die einen hinterrücks überfallen.

Eine verfluchte Schiffsreise

Als sich 1634 das Handelsschiff Saardam von Batavia nach Amsterdam aufmachen will, verflucht ein Aussätziger das Schiff. Auf der Reise scheint sich die Prophezeiung dann zu bewahrheiten. Es passieren unerklärliche Morde und ein unheimliches Flüstern ist zu hören. An Bord befindet sich auch der Detektiv Samuel Pipps und sein Assistent Arent Hayes. Pipps ist auf dem Weg zu seiner eigenen Hinrichtung. Doch nun versucht er die schrecklichen Vorkommnisse aufzuklären. Unterstützt wird er dabei von Hayes und Sara Wessel, die mit dem Generalgouverneur verheiratet ist. Wird es ihnen gelingen, das Schiff vor dem Untergang zu bewahren?

Dem Autor Stuart Turton ist es gelungen, mich von Anfang an in die Geschichte hineinzuziehen, denn er erzählt außerordentlich fesselnd. Es ist ein Kriminalroman, der manchmal ziemlich brutal und oft auch etwas gruselig ist. Gleichzeitig wird es ein wenig fantastisch und mystisch.

Die Personen an Bord der Saardam sind sehr gut und individuell dargestellt. Macht wird ausgespielt und Intrigen angezettelt. Es zeigen sich die dunklen Seiten der Personen. Sie haben ihre Geheimnisse und wollen diese wahren. Aber auch Aberglauben treibt das teuflische Spiel. Es wird keine leichte Aufgabe für Pipps und seine Helfer.

Die Spannung bleibt die ganze Zeit erhalten und lädt dazu ein mitzurätseln. Immer wieder gibt es falsche Fährten, doch am Ende lässt sich alles überraschend auf.

Ein spannender, aber ziemlich düsterer Roman.