Amazon Preis: EUR 11,99
Bücher.de Preis: EUR 11.99

Tod in Emden

Der vierte Fall für Hedda Böttcher. Ostfrieslandkrimi
Buch
Taschenbuch, 171 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3955739724

ISBN-13: 

9783955739720

Auflage: 

1 (04.06.2019)

Preis: 

11,99 EUR
Schauplätze: 

Krimitags: 

Amazon-Bestseller-Rang: 419.299
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3955739724
Beschreibung von Marcel Gröger

In der ostfriesischen Stadt Emden sorgt ein brutaler Mord für Aufsehen. Ein Teenager wurde erschlagen aufgefunden. Ist ein Streit unter Jugendlichen eskaliert? Die polizeilichen Ermittlungen haben schnell einen möglichen Täter im Visier, doch ein Freund des Verdächtigen ist von seiner Unschuld überzeugt. Er bittet Enno Frerichs und Hedda Böttcher um Hilfe, und die beiden ostfriesischen Ermittler rollen den bizarren Fall noch einmal auf. Schon bald stoßen sie auf einige Ungereimtheiten und schreckliche Details. Der Fall nimmt eine völlig neue Wendung, die Zeit drängt, denn der perfide Mörder verfolgt einen abscheulichen Plan …

Kriminetz-Rezensionen

Ein lesenswerter Krimi.

In der ostfriesischen Stadt Emden wird ein Jugendlicher brutal erschlagen. Man hat auch gleich einen Verdächtigen ausgemacht, denn die beiden hatten Streit und waren zu einem Kampf verabredet. Ein Freund des Verdächtigen ist überzeugt, dass Navid unschuldig ist, und bittet Enno um Hilfe. Enno und Hedda machen sich gegen den Willen ihres Vorgesetzten an die Ermittlungen. Was sie dabei herausfinden, hätte wohl niemand für möglich gehalten.

„Tod in Emden“ ist der vierte Fall, bei dem Hedda Böttcher ermittelt. Ich kenne die Vorgängerbände nicht, aber das ist nicht weiter schlimm.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und die Handlungsorte sind auch sehr schön bildhaft beschrieben.

Enno Frerichs und Hedda Böttcher müssen eine Entscheidung treffen, wie ihre berufliche Zukunft aussehen soll. Als sie sich entschieden haben, sind die Familien der beiden nicht sehr erfreut, denn die jungen Leute ziehen nach Wilhelmshaven und schmeißen damit einige Pläne über den Haufen. Heddas übersinnliche Wahrnehmung sind mit ein Grund, dass sie vom Geheimdienst engagiert wurden und nun nach außen als Krimi-Autorin und Streetworker arbeiten.
Hedda und Enno sind verliebt und das spürt man, meiner Meinung nach kommt das am Anfang ein bisschen zu viel vor. Die beiden sind sehr unterschiedlich. Hedda ist impulsiv, während Enno als ehemaliger Polizist überlegter vorgeht. Doch bei den Ermittlungen ergänzen sie sich gut. Was sie dann ans Licht bringen, ist ein sehr perfider Plan.

Der Fall ist spannend, aber mir ist da anfangs zu viel Privates, was die Spannung etwas hemmt. Das ändert sich aber im Laufe der Geschichte.

Unkonventionelles Ermittlerduo löst einen neuen Fall bravourös

Hedda und Enno sind nicht nur ein unkonventionelles Ermittlerpaar, sondern auch privat liiert. Es ist die ganz große Liebe für beide. Zunächst war ich mir nicht sicher, ob ich wirklich einen Krimi lese, denn am Beginn geht es hauptsächlich um die persönlichen Befindlichkeiten der beiden jungen Leute.

Doch dann nimmt die Story an Fahrt auf und es wird richtig spannend. Dank des flotten Schreibstils von Thorsten Siemens ist man als Leser schnell mitten im aktuellen Fall. Moritz Schepker wird brutal erschlagen – schnell gerät ein Jugendlicher, Navid, unter Verdacht. Er war mit dem gleichen Mädchen, der hübschen Tjalda, befreundet wie das Mordopfer. Doch ist er deshalb auch gleich der Täter? Sein Freund, der an die Unschuld von Navid glaubt, bittet Enno, der undercover als Streetworker für eine ostfriesische Geheimeinheit tätig ist, um Hilfe. Natürlich steht ihm bei diesem rätselhaften Fall Hedda tatkräftig zur Seite. Es macht Freude die beiden Ermittler bei ihren Recherchen zu begleiten. Sie gewinnen schnell das Vertrauen von Personen im Umfeld des Opfers. Bei Bedarf können sie auch ihre schauspielerischen Fähigkeiten zur Freude des Lesers einsetzen.

Sie treffen auf ganz unterschiedliche Menschen, wie die schwer kranke Mutter von Moritz oder den Dealer mit Pokemon-Ähnlichkeiten. Hedda und Enno beobachten genau und ziehen beim Kombinieren die richtigen Schlussfolgerungen. Bald verfolgen sie eine vielversprechende Spur, die zum wahren Täter führt. So gelingt dem Autor eine unterhaltsame und spannende Geschichte, die aus meiner Sicht leider auch einige Schwächen hat.

Der Bezug zu aktuellen Entwicklungen in der Gesellschaft ist aus meiner Sicht ein wenig zu einseitig dargestellt. Hier könnte mehr differenziert werden. Die Idee an sich ist gut, aber leider gibt es einige Schwächen in der Umsetzung. Wenig glaubhaft erschien mir auch der Einsatz von Enno in einer ostfriesischen Geheimeinheit sowie der schnelle Erfolg von Hedda als Autorin.

Fazit:
Mit „Tod in Emden“ ist Thorsten Siemens – trotz kleiner Schwächen – ein spannender und unterhaltsamer Krimi mit unvorhersehbaren Wendungen gelungen. Gern vergebe ich 4 Sterne und freue mich auf den nächsten Fall mit Hedda und Enno.

Mein Dank gehrt an den Klarant-Verlag, der mir kostenlos ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Meine ehrliche Lesermeinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Hat mir leider keine Lust auf weitere Bände gemacht

Hedda und Enno sind nun Mitglied einer Geheimeinheit, Ennos neuer Deckberuf ist Streetworker und in diesem Zusammenhang wird er in den Mord an einem Jugendlichen hineingezogen.

Für mich ist es der erste Band um die beiden jungen Ermittler. Leider hatte ich große Schwierigkeiten, mich mit dem Roman wohlzufühlen, vieles erschien mir sehr unglaubwürdig, z.B. die Sache mit der Geheimeinheit, die zudem für diesen Fall nur am Rande relevant ist, aber dennoch oft thematisiert wird. Vielleicht kommt einem das weniger an den Haaren herbeigezogen vor, wenn man die Reihe von Anfang an gelesen hat. Sehr gestört hat mich auch das oft zu ausführliche Privatleben der beiden, das sich im Wesentlichen auf Alltägliches und ihr Liebesleben bezieht, und den sowieso schon recht kurzen Krimi nur in die Länge zieht, den Fall manchmal zu sehr an den Rand drängt, und wenig zur Auflösung beiträgt.

Der Fall selbst entwickelt sich recht unerwartet, was mir gut gefallen hat. Dass Rechtsextremismus derzeit auch ein Thema vieler Romane ist, finde ich okay, immerhin spiegelt sich hier die Realität wider, und solange es kritisch beleuchtet wird, ist nichts dagegen zu sagen. Die Auflösung ist gut nachvollziehbar und deutet sich erst relativ spät an.

Gut gefallen haben mir die vielen Informationen (nicht nur) über Emden, wodurch der Roman einiges an Lokalkolorit erhält und vielleicht mancher Leser Lust bekommt, sich das einmal vor Ort anzuschauen.

Leider hat mir der Roman nicht so gut gefallen wie erhofft. Wer die Reihe mag, wird ihn wahrscheinlich gern lesen, mir hat er leider keine Lust auf weitere Bände gemacht.

Regionalkrimi mit Flair

Meine Meinung und Fazit:

Bisher habe ich noch nichts von Thorsten Siemens gelesen, aber dieser Teil, bereits der 4. Teil der Reihe, hat mein Interesse geweckt. Hedda und Enno sind ein junges Pärchen, das in Ostfriesland ermittelt. Witzig und noch mit einigen Ecken und Kanten ermitteln sie und geben solang nicht klein bei, bis der Mord aufgeklärt ist. Hier und da passieren den jungen Ermittlern kleine Fehler, aber das ist sicher auch im echten Leben so und somit ist es nicht konstruiert. Gut und authentisch kam Ennos Arbeit als Streetworker rüber, er ist mit Herz bei seinen Jungs.

Wer in Ostfriesland lebt, wird die Schauplätze wiedererkennen, dazu gibt es auch immer kleines Hintergrundwissen, zum Beispiel zum schiefsten Kirchturm.

Besonders gut hat mir der Bezug zu aktuellen Brennpunktthemen, wie das Aufleben von ausländerfeindlichen Parteien gefallen. Hier wird deutlich, wie Familien gespalten werden oder Freundschaften aufgrund auseinanderdriftenden Meinungen auseinander brechen. Die hitzigen Debatten mit Falschmeldungen und Neiddiskussionen machen mich traurig. Wir leben in einem Land, wo niemand Krieg und Verlust vor Einbußen befürchten muss und doch glauben viele diese haarsträubenden Berichte, wie auch Dirk Möller, der Ziehvater vom Mordopfer Moritz, herausposaunt. „Erst nehmen sie uns die Arbeitsplätze weg und dann noch die Frauen.“ Das Kapitel mit der Rückblende zur Mordnacht hat mir sehr gut gefallen und es verdeutlicht die Kaltblütigkeit des Mörders. Und ihn hatte ich nicht auf dem Schirm.

Mein Dank geht an das Team vom Klarant-Verlag für das bereitgestellte Reziexemplar. Die bereits erschienen 3 Bücher der Reihe werde ich mir bald auf meinen Reader laden, ich muss ja schließlich wissen, wie alles begann.