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Tod vor Juist

Der dreizehnte Fall für Hedda Böttcher. Ostfrieslandkrimi
Buch
Taschenbuch, 200 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3965865781

ISBN-13: 

9783965865785

Auflage: 

1 (09.05.2022)

Preis: 

12,99 EUR

Krimitags: 

Amazon Bestellnummer (ASIN): 3965865781
Beschreibung von Marcel Gröger

Die neue Kuppelshow »Lovefriesland«, bei der sich auf einer Luxusyacht Singles vor laufender Kamera näher kennenlernen, gerät völlig außer Kontrolle. Bereits in der ersten Nacht an Bord verschwindet eine Person spurlos. Hat Kai sich nach einem Streit am Vorabend frustriert das Schlauchboot geschnappt, um damit auf die nahe gelegene Insel Juist zurückzukehren? Oder ist das Blut, das am gekappten Seil des Schlauchbootes gefunden wurde, ein Indiz dafür, dass die Auseinandersetzung in der Nacht eskaliert ist? Hat einer der Kandidaten etwa den lästigen Nebenbuhler aus dem Weg geräumt?

Hedda und Enno Böttcher, die eigentlich nur als Begleitpersonen an Bord sind, um Ennos Vater bei der Brautschau zu unterstützen, sind sofort im Ermittlermodus. Allerdings können sie nicht verhindern, dass an Bord der Yacht schon bald ein Mord geschieht …

Kriminetz-Rezensionen

Mord an Bord

Hedda ist der Meinung, dass Ennos Vater Bento nun lange genug um seine Frau getrauert hat. Daher hat sie ihn bei der neuen Datingshow »Lovefriesland« angemeldet, damit er wieder einmal eine Frau kennenlernt und sich vielleicht sogar verliebt. Auf Juist erfahren sie dann, wie es weitergehen soll. Sie werden auf eine Yacht gebracht und dort werden jeden Tag neue Paare ausgelost, die dann Zeit miteinander verbringen sollen. Doch schon in der ersten Nacht verschwindet jemand spurlos und auch das Schlauchboot ist verschwunden. Dann geschieht auch noch ein Mord. Eigentlich sollten Hedda und Enno nur Bento begleiten, doch schon sind sie mitten in den Ermittlungen.

Dies ist bereits der 13. Band aus der Reihe »Hedda Böttcher ermittelt«. Ich habe ja schon einige von den Vorgängerbänden gelesen und auch dieses Mal lässt sich der Schreibstil wieder gut und flüssig lesen.

Es sind eine ganze Menge Leute an Bord, neben den Teilnehmern der Show mit ihren Begleitpersonen gibt es natürlich noch die Mannschaft des Schiffes und das Team, welches die Show aufnimmt. Daher ist es nicht ganz einfach, alle Personen auseinanderzuhalten. Dabei sind auch ein paar besonders unsympathische Personen. Bento scheint sich aber verblüffend wohlzufühlen.

Für Hedda und Enno sollten es ein paar geruhsame Tage werden, denn sie sind ja nur die Begleitpersonen für Bento. Doch dann kommt es anders und sie stecken wieder einmal mitten in Ermittlungen, dabei darf niemand wissen, dass sie geheime Ermittler sind. Da so viele Menschen auf dem Schiff sind, gibt es auch eine Menge Verdächtiger.

Natürlich will man wissen, wer da sein Unwesen an Bord treibt. Doch es wird kein leichter Fall, da sich noch herausstellt, dass nicht alles so ist, wie es zunächst scheint. Aber am Ende löst sich dann doch alles schlüssig auf.

Es ist ein spannender und unterhaltsamer Krimi.

Drum prüfe wer sich ewig bindet

Der neue 13. Fall, den Hedda und Enno lösen, ist anders, denn sie begleiten Ennos Vater Bento bei einer Streaming-Produktion. Beide sind der Meinung, eine neue Frau würde Bento wieder Lebensfreude verschaffen, der seit dem Tod seiner Frau sehr zurückgezogen lebt. Deshalb hat Hedda ihn heimlich bei der Datingshow »Lovefriesland«, einer Kuppelshow für Leute in der mittleren Altersgruppe, angemeldet.

So fahren alle drei nach Juist und erfahren, dass die Show nicht auf der Insel, sondern auf einer Luxusyacht auf der Nordsee stattfindet. Thorsten Siemens fesselt den Leser schnell mit viel Wissenswertem zu der schönen Insel. Nach zwei Tagen geht es an Bord, wo die zukünftigen Paare sehr schöne geräumige Kabinen erhalten und die Begleitpersonen kleine Kammern. Jeden Abend werden neue Paare ausgelost und die Spannung steigt schnell bei den Kandidaten.

Doch nach wenigen Stunden verschwindet eine der Begleitpersonen unter mysteriösen Umständen. Da schlägt die Stunde für Hedda und Enno. Schnell beginnen sie im Hintergrund zu ermitteln. Dabei habe ich feststellen können, dass beide im Vergleich zu einem früheren Fall reifer und erwachsener geworden sind, was den Recherchen guttut. Die vielen Leute an Bord, denn neben den Teilnehmern der Show mit ihren Begleitpersonen gibt es natürlich noch die Mannschaft des Schiffes und das Team, welches die Show aufnimmt, beschäftigen Hedda und Enno.

Glücklicherweise kommt Ennos Vater Bento mit dem Trubel gut zurecht und erweist sich als aufgeschlossen und neugierig auf die anwesenden Damen. Doch als dann auch noch eine Leiche – ausgerechnet in Bentos Kabine – gefunden wird, überschlagen sich die Ereignisse.

Thorsten Siemens erzählt in kurzen Kapiteln, die durch eine Geschichte auf einer zweiten Zeitebene bereichert werden, eine spannende Geschichte. Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut zu lesen. Die handelnden Personen sind sehr gut beschrieben und charakterisiert. Menschenkenntnis und auch eine Prise Humor bereichern den Krimi.

Diesen verwickelten Fall mit skurrilen Verdächtigen und überraschenden Wendungen, der spannend bis zum Schluss ist, lösen Hedda und Enno souverän. Täter und Motiv haben mich staunen lassen. Die Auflösung war in sich schlüssig und nachvollziehbar und beide Zeitebenen fließen am Ende ineinander und stellen die Beziehung zum rätselhaften Prolog her.

Fazit: Mit »Tod vor Juist« ist Thorsten Siemens ein spannender und unterhaltsamer Krimi mit vielen unvorhersehbaren Wendungen gelungen. Gern vergebe ich 5 Sterne und freue mich auf den nächsten Fall mit Hedda und Enno.

Ein erfrischender Ostfrieslandkrimi, der alleine mit dem Setting sehr viel Spaß macht

Der neueste Fall von Hedda und Enno klang so erfrischend anders, dass ich unbedingt mal reinschnuppern musste. Diesmal sind die beiden privat unterwegs und begleiten Ennos Vater zu einer Kuppelshow. Das Ganze hat etwas von Loveboat und das alleine ist schon richtig cool, aber natürlich bleibt es nicht ohne einen Kriminalfall, was zusätzlich die richtigen Vibes setzt, die man hier erwartet.

Der Schreibstil des Autors ist wie gewohnt sehr leicht und absolut fesselnd. Ich empfand es als überaus angenehm, in diese Story einzutauchen.

Hedda hat natürlich das Zepter in der Hand. Aber ich mag einfach die Chemie zwischen Hedda und Enno, als auch die Dialoge unglaublich gern.

Daneben erfährt noch eine ziemlich interessante Perspektive, die mir immer wieder Rätsel aufgab, die ich jedoch nie ganz greifen konnte.

Die Nebencharaktere wurden ebenso gut dargestellt. Ich konnte sie aber nie ganz einschätzen und hatte keinen Schimmer, was ich von Ihnen halten sollte. Was, wenn man den Verlauf der Story betrachtet, richtig gut gemacht wurde.

Die Story selbst fand ich richtig toll.

Hedda und Enno bei einem Kriminalfall eher privat zu erleben, war hier etwas ungewohnt. Weil Hedda sich nicht vordergründig wie sonst einschleusen musste. Zudem kamen die zwischenmenschlichen Aspekte enorm gut heraus. Besonders, was ihre Verbindung zu Bento angeht.

Die Kuppelshow war definitiv interessant, doch vermisste ich lange den kriminalistischen Vibe. Dieser kam gegen Ende richtig gut heraus und dann überschlugen sich förmlich die Ereignisse, da der Autor auch hier wirklich gute Twists einbaut, um das Ganze noch überraschender zu gestalten. Ich hab es zwar trotzdem kommen sehen, weil einiges einfach zu einfach gewesen wäre. Dennoch hat er hier überraschende Wendungen eingebaut, die dem Ganzen nochmal eine völlig neue Richtung gegeben haben. Und zudem den Blickwinkel dadurch enorm erweitert haben.

Trotzdem konnte er mich mit der Auflösung wirklich bewegen. Zumal hier so viel berührende und tragende Momente zum Zuge kamen, die auch in mir einige Gedanken entstehen ließen, die nicht kaltlassen.

Insgesamt ein sehr guter Ostfrieslandkrimi, der in meinen Augen den kriminalistischen Aspekt etwas dosierter verteilt haben hätte können.

Fazit:
Hedda und Enno auf dem Loveboat. Ein erfrischender Ostfrieslandkrimi, der alleine mit dem Setting sehr viel Spaß macht. Darüber hinaus über sehr viel Witz und Charme verfügt. Ich liebe einfach die Dialoge und die Chemie zwischen Ihnen. Nur der kriminalistische Anteil hätte in meinen Augen besser dosiert sein können. Cosy Crime für zwischendurch. 4 von 5 Sternen.