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Tod über Wittmund

Der fünfzehnte Fall für Hedda Böttcher. Ostfrieslandkrimi
Buch
Taschenbuch, 180 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3965867407

ISBN-13: 

9783965867406

Auflage: 

1 (15.03.2023)

Preis: 

12,99 EUR
Schauplätze: 

Krimitags: 

Amazon-Bestseller-Rang: 583.642
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3965867407
Beschreibung von Marcel Gröger

Tödliche Ballonfahrt, ein Mörder am Himmel über Ostfriesland?

Ein junger Mann, der für seine waghalsigen Fotos bekannt ist, unternimmt mit seinen Freunden einen Ballonflug über Wittmund. Bei einer vermeintlichen Fotoaktion stürzt er aus dem Korb und stirbt. Alles sieht nach einem tragischen Unfall aus, schnell wird der Fall zu den Akten gelegt.

Doch auch ein Jahr danach glaubt seine Freundin Rebecca die offizielle Version aus den Ermittlungsakten der Polizei nicht, schließlich hatte Jens ihr aufgrund ihrer Schwangerschaft hoch und heilig versprochen, mit den riskanten Aktionen aufzuhören!

Die ostfriesischen Ermittler Hedda und Enno Böttcher werden mit dem alten Fall betraut, um ihn endgültig abzuschließen. Aber zu ihrer eigenen Überraschung stoßen sie bei ihren Nachforschungen auf Lügen und Heimlichkeiten. Und bevor sie ihn befragen können, wird einer der Freunde, die damals bei der Ballonfahrt dabei waren, tot aufgefunden …

Kriminetz-Rezensionen

War es ein Unfall?

Hedda und Enno Böttcher werden von ihrem Chef Jörg um einen persönlichen Gefallen gebeten. Rebecca, die Nichte seiner Lebensgefährtin, hat den Tod ihres Freundes Jens auch nach fast einem Jahr noch nicht verwunden. Sie glaubt nicht, dass es ein Unfall war, als Jens bei einem Ballonflug über Wittmund abstürzte, doch seitens der Polizei wurde der Fall zu den Akten gelegt. Bei ihren Nachforschungen stoßen Hedda und Enno auf überraschende Erkenntnisse.

Dies ist der fünfzehnte Fall, mit dem sich Hedda und Enno Böttcher beschäftigen müssen. Die beiden arbeiten für eine Geheimeinheit und führen nach außen ein recht normales Leben. Hedda schreibt Krimis und Enno arbeitet als Streetworker. Sie haben sich inzwischen weiterentwickelt, sind weniger mit sich selbst beschäftigt, gehen ihre Ermittlungen oft aber immer noch etwas unbedarft an.

Jens war ein draufgängerischer Typ, der für ein spektakuläres Foto gerne Risiken in Kauf nahm. Doch hat er wirklich sein Versprechen damit aufzuhören gegenüber Rebecca gebrochen? Seine Freunde, mit denen er im Ballon fuhr, behaupten jedenfalls, dass er noch ein letztes grandioses Foto für seinen Instagram-Kanal haben wollte. Der Pilot des Heißluftballons hat nichts mitbekommen, da er gerade abgelenkt war. Was also ist passiert? Hedda und Enno bleiben an der Sache dran, da es doch einige Ungereimtheiten gibt.

Dieser Ostfrieslandkrimi ist wieder spannend und gut zu lesen.

sehr tiefgreifend, erschütternd und emotional

Für Hedda und Enno geht es in „Tod über Wittmund“, wiederholt auf mörderische Spurensuche, die dieses Mal auf verschlungenen Wegen erfolgt.
Dabei ist dieser Ostfrieslandkrimi alles andere als vorhersehbar und überrascht dich mit dem ein oder anderen Twist.

Der Schreibstil des Autors ist wie gewohnt sehr fesselnd und leicht verständlich.
Im Fokus steht überwiegend Hedda. Weshalb man auch alles aus ihrer Sicht erfährt.
Mir hat diesmal etwas die Perspektive der Gegenseite gefehlt. Da dies für noch etwas mehr Tiefe gesorgt hätte.
Mir gelang es nur schwer ,die Gegenseite richtig zu greifen. Ich hätte zu gern ergründet, was in Ihnen vorgeht und sie antreibt.
Stattdessen erahnt man vieles, weiß es aber nie ganz sicher.
Dafür brilliert Hedda wieder mit ihrem kriminalistischen Spürsinn und ihren „Visionen“. Wobei ich bei letzterem immer noch so meine Zweifel habe, ob es nicht zu viel des Guten ist und ein Stück weit die Glaubwürdigkeit untergräbt.
Dafür hat sie ganz persönliche, besondere Momente, die auch mich berührt und zum schmunzeln gebracht haben.
Die Nebencharaktere selbst sind sehr faszinierend und vielfältig gestaltet, leider fehlt es Ihnen an Tiefe und Greifbarkeit.

Unfall oder Mord?
Um ehrlich zu sein, weiß man das nie ganz genau.
Zum Anfang hin mutet es als Unglücksfall an, der sich erstaunlicherweise in unterschiedliche Richtungen entwickelt.
Anfangs wirkt es noch etwas wirr, weil alles nicht zu passen scheint.
Doch immer mehr werden die menschlichen Abgründe ersichtlich und es lichtet sich allmählich der Schleier.
Die Vergangenheit wird zur Todesfalle.
Vergangenheit und Gegenwart vermischen sich auf erstaunliche Weise.
Geheimnisse, Wut und Freundschaft.
Wie gut kennst du die Menschen in deinem Umfeld wirklich?

Im weiteren Verlauf wurde es sehr spannend und wendungsreich. Aber auch sehr vorhersehbar.
Aus menschlicher Hinsicht ist es absolut nachvollziehbar. Was aber nicht bedeutet, dass man die Intention dahinter gutheißt.
Auf den wenigen Seiten erstreckt sich eine erstaunlich komplexe Geschichte, die Trauer, Wut und Verzweiflung in sich vereint.
Dieses Kalkül dahinter ist nahezu unfassbar.
Und obwohl es wirklich ein Stück weit nachzuvollziehen ist, so hat es mich doch immens erschüttert.
Die Niederträchtigkeit, der blinde Aktionismus und das Ziel vor Augen.
Aber was ist dazwischen?
Was hat es mit den Menschen gemacht?
Das blieb mir leider weitgehend verborgen, was ich sehr schade fand.
Insgesamt wieder ein sehr charmanter und abgründiger Ostfrieslandkrimi, der aufzeigt, wozu Menschen in ihrem größten Schmerz in der Lage sind.

Fazit:
Hedda und Enno verstehen es auch im 15.Fall zu überzeugen.
Eine sehr schmerzhafte und tragende Geschichte, die zeigt, dass der Mensch niemals vergisst oder verzeiht.
Darüber hinaus punktet Thorsten Siemens auch hier wieder mit Humor, Warmherzigkeit und Atmosphäre.
Hierfür geb ich gerne eine Leseempfehlung, denn ich habe es wahnsinnig gern gemocht.
Zumal es sehr tiefgreifend, erschütternd und emotional war.