Cover von: Tokyo

Wenn Du über einen Link auf dieser Website kaufst, unterstützt Du Kriminetz, da wir dann eine kleine Provision erhalten.

Tokyo

Schwarzer Sommer. Thriller
Buch
Gebundene Ausgabe, 500 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3757702212

ISBN-13: 

9783757702212

Auflage: 

1 (01.06.2026)

Preis: 

22,00 € (bei Erscheinen)
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 206.447
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3757702212

Beschreibung: 

Tokio, 1991. Die Stadt ächzt unter der Sommerhitze, als zwei kleine Mädchen kurz hintereinander spurlos verschwinden. Kurz darauf wird die eine von ihnen tot in einem nahegelegenen Fluss entdeckt.

Während der trauernde Vater Zuflucht in den düsteren Ritualen einer obskuren Glaubensgemeinschaft sucht, steht Kommissar Saeki vor einem Rätsel: Sind die Fälle miteinander verbunden?

Dann verschwindet ein weiteres Kind – und Saeki stößt auf eine Spur, die ihn tief in die Abgründe menschlicher Verzweiflung führt. Zu einem Täter, der bereits ein neues Opfer auserkoren hat …

Kriminetz-Rezensionen

Eher japanischer Gesellschaftsroman denn Thriller

Der erstmals 1993 erschienene Thriller „TOKYO: Schwarzer Sommer“ ist Tokuro Nukuis Debüt. Neben den Krimielementen spielen die Gepflogenheiten der japanischen Gesellschaft eine tragende Rolle, auch ist eine Glaubensgemeinschaft sehr präsent.

Tokyo 1991. In einem Flussbett wird ein Mädchen tot aufgefunden, das noch im Kindergartenalter gewesen sein dürfte. Mehrere kleine Mädchen verschwinden spurlos, eine obskure Religionsgemeinschaft wirft Fragen auf, ein Vater sucht verzweifelt nach seinem Kind. Die beiden Kommissare Saeki und Okamoto ermitteln.

Sowohl der Klappentext als auch die Aufmachung von TOKYO locken ungemein, also mache ich mich kurzentschlossen ans Lesen. Und stelle alsbald ernüchternd fest, dass mich die ausschweifende Erzählweise und das sehr gründlich ausformulierte Miteinander ermüden. Trotzdem bleibe ich im Buch, wenngleich ich – entgegen meiner sonstigen Lesegewohnheiten – des Öfteren pausiere.

Jede Figur wird bis ins kleinste Detail eingeführt und auch danach gefühlt jede Regung, jeder Gedanke wiedergegeben. Sowohl die Kommissare als auch ihre Kollegen und deren Familien mitsamt ihren gerade anstehenden Problemen und ihren Dialogen lasse ich an mir vorbeiziehen. Selbiges geschieht mit den Sekten, deren Anwerbung und deren Mitgliedern. Gut, man erfährt schon so einiges über ihre geschickt aufgebauten Strukturen, ihren Hierarchien und ihren Finanzen. Auch das oben erwähnte japanische Lebensgefühl schimmert durch, was angesichts des Handlungsortes absolut passend ist.

Was mir aber zunehmend fehlt, ist der Fokus auf die Ermittlung, die eher nebenher so mitläuft und dem Buch viel an Spannung nimmt. Die zwei Handlungsstränge – Ermittlung und Sekte – wechseln sich ab, dabei bleibt vieles auf der Stecke, denn die Erzählung verliert sich großteils in Nebensächlichkeiten. Erst dem Ende zu wird es spannend. Urplötzlich tut sich was, wenngleich die Ereignisse sich nicht gerade überschlagen. Und dennoch zeichnet sich eine Figur ab, das Warum tritt hervor, die Akteure werden greifbarer.

TOKYO mag in Japan funktionieren, das kann ich nicht beurteilen. Ich jedoch habe nur bedingt das Gefühl, einen Krimi gelesen zu haben. Eher einen kriminalistisch untermalten japanischen Gesellschaftsroman.

Sehr zäh

Tokyo, 1990: Mehrere Kinder verschwinden spurlos und die ganze Stadt wird in Angst versetzt. Als eines der Mädchen tot aufgefunden wird, steigt die Verzweiflung. Ein Vater sucht Halt in einer zweifelhaften religiösen Gruppe und verliert sich zunehmend in deren Versprechen. Gleichzeitig stehen Kommissar Saeki und sein Partner Okamoto unter enormem Druck, denn sie haben keinerlei Hinweise auf den Täter. Erst als Okamoto auf eine unerwartete Spur stößt, rückt ein gefährlicher Mann ins Zentrum der Ermittlungen. Jemand, der nichts mehr zu verlieren hat.

Der Klappentext hat sich sehr vielversprechend angehört, doch leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Der Schreibstil ist wenig fesselnd, was möglicherweise an der Übersetzung liegen könnte. Dadurch konnte ich auch überhaupt keinen richtigen Zugang zur Handlung finden.

Enttäusched war, dass der eigentliche Fall der vermissten Mädchen kaum eine Rolle spielt. Statt Spannung, Ermittlungsarbeit oder psychologische Tiefe geht es seitenweise um Karrierewege, Beförderungen und interne Strukturen innerhalb der Polizei. Die Handlung verliert sich in privaten Problemen der Ermittler und zahlreichen Nebensträngen, die für mich keinerlei Mehrwert hatten. Dadurch wirkt es über weite Strecken extrem zäh und ereignisarm.

Die Handlung wird in verschiedenen Perspektiven erzählt. Das bringt zumindest etwas Dynamik und Abwechslung rein. Trotzdem hat mich keine der Figuren emotional erreicht, und die düstere, drückende Hitze Tokyos, die eigentlich ein atmosphärisches Highlight hätte sein können, kommt kaum rüber. Die Bildgewalt im Schreibstil fehlt einfach.

Erst im letzten Drittel wird es etwas besser. Dann fügen sich die Puzzleteile langsam zusammen, und ein Hauch von Spannung kommt auf. Aber für mich kam dieser Moment zu spät, um das Gesamtbild zu retten.

Mein Fazit:
Dieser Thriller hat mich leider gar nicht überzeugen können, obwohl ich die Idee dahinter sehr interessant fand. Doch leider fehlte mir der Zugang zur Handlung und den Protagonisten. Es war über weite Strecken der Handlung sehr zäh. Daher kann ich diesem Thriller leider keine Leseempfehlung geben.