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Der Tote mit der Teetasse

Der zwölfte Fall für Kommissar Steen. Ostfrieslandkrimi

Seiten: 

200

Verlag: 

ISBN-10: 

3965865358

ISBN-13: 

9783965865358

Auflage: 

1 (09.02.2022)

Preis: 

12,99 EUR
Schauplätze: 

Krimitags: 

Amazon Bestellnummer (ASIN): 3965865358
Beschreibung von Marcel Gröger

Am Tatort im ostfriesischen Wybelsum bietet sich Kommissar Steen ein obskures Bild. Offenbar wurde Cornelius Grootmann beim Teetrinken überraschend erschossen, die Tasse baumelt noch an seinem Finger.

Kurz zuvor hatte der bekannte Immobilienhai vor versammelter Familie die Bombe platzen lassen und verkündet, sein Erbe neu regeln zu wollen: Der Großteil sollte nun an die Person gehen, die ihm in den letzten Jahren am nächsten stand: seine Haushälterin!

Ist ein Familienmitglied nach dem Treffen noch einmal zurückgekehrt, um die Testamentsänderung ein für alle Mal zu verhindern? Schließlich ist das Erbe beträchtlich: Cornelius Grootmann hatte als junger Mann die elterliche Landwirtschaft aufgegeben und war in den Jahrzehnten danach zu einem der reichsten Geschäftsleute Ostfrieslands geworden.

Kommissar Steen und sein Team von der Kripo Emden entdecken allerdings noch weitere Mordmotive, denn mehrere Personen im Umfeld des Opfers scheinen die eine oder andere Leiche im Keller zu haben …

Kriminetz-Rezensionen

Eine schreckliche Familie

Eigentlich wollte Kommissar Steen ja trotz des Wetters mit seinem Katamaran raus, aber ein Mordfall macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Der Tatort zeigt ein merkwürdiges Bild. Am Finger des toten Cornelius Grootmann, der erschossen wurde, hängt noch die Teetasse, die anderen Plätze an der Tafel scheinen fluchtartig verlassen worden zu sein. Die Haushälterin Frau Boltmann hat den Toten gefunden. Sie vermutet, dass neben der Familie auch Arzt Dr. Rivius und der Rechtsanwalt Dr. Dübell an diesem Treffen teilgenommen haben und es zu Streitigkeiten kam. Grootmann war ein unangenehmer Mensch, den niemand mochte. Er hatte angedroht, sein Erbe neu zu regeln. Es wird kein leichter Fall für Kommissar Steen und sein Team von der Kripo Emden.

Dies ist bereits der zwölfte Fall, in dem Kommissar Steen ermittelt. Auch dieses Mal lässt sich der Krimi gut und flüssig lesen.

Die Ermittler der Polizei Emden arbeiten gut als Team zusammen, wenn auch Johnny Volkerts, der noch nicht so lange dazu gehört, nicht so ganz ernst genommen wird, weil er es mit der Dienstordnung übergenau nimmt. Die Familie des Toten ist schwierig und macht es der Polizei nicht leicht. Selbst der Nebenerwerbslandwirtin Altje Remels verschlägt es da schon mal die Sprache. Ulfert Jansen, der für erste erkennungsdienstlichen Untersuchungen zuständig ist, hat auch manchmal eine Überraschung parat. Tammo Tjaden von der örtlichen Zeitung nervt Steen dieses Mal weniger als sonst; im Gegenteil, er kann sogar mit Informationen dienen.

Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass die Tatwaffe schon einmal vor vielen Jahren in einem Mordfall benutzt wurde. Wie kann das sein, wenn sie doch schon seit Kriegszeiten in Familienbesitz sein soll? Jeder wusste von der Geschichte mit dem Absturz des Bomberpiloten und jeder aus der Familie wusste auch, wo die Waffe aufbewahrt wurde. Außerdem haben alle ein Motiv, denn wenn es ums Geld geht, ist sich jeder der Nächste. Doch man sollte Ebbo Steen und sein Team nicht unterschätzen.

Mir hat auch dieser Krimi aus dem schönen Ostfriesland wieder gut gefallen.

Suchet, so werdet ihr finden

»Am Tatort im ostfriesischen Wybelsum bietet sich Kommissar Steen ein obskures Bild. Offenbar wurde Cornelius Grootmann beim Teetrinken überraschend erschossen, die Tasse baumelt noch an seinem Finger.« (aus der Inhaltsangabe des Verlages)

Ein solch bizarrer Tatort überrascht selbst Kommissar Steen bei seinem 12. Fall. Der Tote ist in der Gegend kein Unbekannter – Cornelius Grootmann war ein erfolgreicher Immobilienunternehmer, für manche eher ein Immobilienhai und nicht sonderlich beliebt. Auch bei seiner Familie war er nicht unumstritten. Überhaupt, die familiären Verhältnisse sind für Kommissar Steen und seine Kollegen die erste Herausforderung. Es gibt eine Exfrau, die im Koma liegende Frau und Kinder mit Partnern aus beiden Ehen. Das Testament wurde mehrfach geändert und an jenem Nachmittag wurde die aktuelle Neufassung, die mehr als eine Überraschung enthielt, der Familie verkündet.

Tatmotive und Verdächtige gibt es zur Genüge, doch eine heiße Spur ist lange nicht in Sicht. Erzählt wird eine komplexe und phantasievolle Geschichte mit Liebe zum Detail. Die Tatwaffe, die im Besitz des Toten war und mit der er auch erschossen wurde, erweist sich bald als entscheidender Fund, um den Fall aufzuklären. Dabei stoßen Kommissar Steen und seine Kollegen auf einen ungeklärten Mordfall der Vergangenheit und der Schlüssel zur Lösung scheint gefunden. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn unerwartete Wendungen geben den Ermittlungen wieder eine neue Richtung. Hier helfen Kommissar Steen seine Menschenkenntnis und seine schier unendliche Geduld weiter. Aber auch seine Kollegen tragen dazu bei, einzelne Puzzlestückchen des Falls zu finden.

Die Lösung ist in sich absolut stimmig und schlüssig. Die Personen sind authentisch und ihre Handlungsweisen nachvollziehbar. Der flotte Schreibstil liest sich ausgezeichnet.

Fazit:
Ein kurzweiliger Krimi mit viel Humor und Lokalkolorit, der von Beginn an unterhält und mit einigen unerwarteten Wendungen punkten kann. »Der Tote mit der Teetasse« ist gelungen und Lesevergnügen pur. Spannend und unterhaltsam – deshalb vergebe ich gern 5 Sterne und empfehle das Buch allen Freunden von guten Ostfrieslandkrimis.

Mein Dank geht an den Klarant-Verlag, der mir kostenlos ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Meine ehrliche Lesermeinung wurde dadurch nicht beeinflusst.