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Die Tote im Wannsee

Kriminalroman
Buch
Broschiert, 384 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

355005064X

ISBN-13: 

9783550050640

Erscheinungsdatum: 

10.08.2018

Preis: 

16,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 23.523
Amazon Bestellnummer (ASIN): 355005064X

Beschreibung von Bücher.de: 

1968 - Wolf Heller ermittelt in politisch aufgeheizten Zeiten

Rudi Dutschke, Uschi Obermaier, Willy Brandt, Axel Springer, Benno Ohnesorg - die Sechzigerjahre sind ihre Bühne, Berlin ist ihre Bühne. Es stand viel auf dem Spiel. Und Wolf Heller muss sich als junger Kommissar in diesen Zeiten beweisen. ((Kurztext))

Wolf Heller interessiert sich eigentlich nicht für Politik, doch plötzlich ist alles politisch. Ohne es zu wollen, gerät er zwischen die Fronten. Die Polizei gilt als reaktionärer Haufen, Studenten demonstrieren lautstark in den Straßen, und seine Freundin Louise zieht in eine Kommune. Da wird eine junge Frau tot am Ufer des Wannsees gefunden. Nur die roten Schlangenlederschuhe geben einen brauchbaren Hinweis auf ihre Identität. Als der Kommissar ein Bild der Schuhe in einer Berliner Zeitung veröffentlichen lässt, meldet sich eine Kollegin der Toten: Heidi Gent arbeitete in Horst Mahlers Anwaltskanzlei. Heller soll den Fall schnell abschließen. Auf der Polizei liegt noch der Schatten der Ermordung von Benno Ohnesorg, der Druck aus dem Schöneberger Rathaus ist enorm. Doch als er zufällig mitbekommt, dass sein Chef lautstark mit einem Unbekannten über die Tote streitet, lässt er nicht mehr locker.

Kriminetz-Rezensionen

Berlin in den 60er Jahren

Zum Inhalt:
Im Wannsee taucht eine tote Frau auf – brutal erstochen und dann versenkt. Im Berlin der 60er Jahre versucht Wolf Heller den Mord aufzuklären – gegen Widerstand von unerwarteter Seite. Denn nicht nur der Mörder macht ihm das Leben schwer – seine eigene Dienststelle zeigt Anzeichen von Unterwanderung durch einen unsichtbaren Feind.

Mein Eindruck:
Drei Autoren wirkten an diesem Buch mit und nein, viele Köche verderben nicht den Bücherbrei. Ganz im Gegenteil, dieser Geschichte ist nicht anzumerken, dass mehrere Personen an ihrer Entstehung beteiligt waren und sie spielt zu einer Zeit, an die zwei der Autoren keinerlei Erinnerung haben können. Trotzdem dient sie perfekt als Spiegel einer Zeit mit Studentenunruhen und dem Ost-West-Konflikt, der in Berlin auf kleinstem Raum ausgetragen wurde. Die Autoren fühlen sich sehr gut in ihre Charaktere ein und bedienen dabei immer den Zeit- und Ortskolorit der 60er Jahre. Fast meint man, die wütenden Demonstranten zu sehen und fühlt mit den durch die Fehler in ihrer Vergangenheit gefangenen Menschen. Ein hübscher Zugewinn sind die Erkenntnisse, die man über die Rechtsprechung dieser Zeit gewinnt – Stichwort Kuppelparagraph und 175 – und wie das Unbehagen an der Zonengrenze geschildert wird. Dazu spinnen die Autoren so manches an Garn zu echten – wenn auch toten – Personen: Der Oberspion Wolf hat ebenso seinen Platz wie Benno Ohnesorg oder Kurras. So bekommt die Story einen überaus authentischen Touch und wirkt umso lebensnaher. Und das ist überhaupt – neben einer stringenten Krimihandlung – das größte Pfund, mit dem die Geschichte wuchern kann. Sie ist einfach wunderbar lebensnahe Geschichtsschreibung und das mit Herz und ohne erhobenen Zeigefinger.

Mein Fazit:
Jüngere deutsche Geschichte, die im wiedervereinigten Deutschland schwer vorstellbar ist, auf unaufdringliche und leichte Art präsentiert.

Die 68er Jahre in Berlin

Inhalt:
Als Kommissar Heller zu einem Mordfall ans Ufer des Wannsees gerufen wird, ahnt er nicht, dass es sich hier um keinen gewöhnlichen Fall handelt. Eine junge Frau, Mutter von zwei Kindern, wurde mit mehreren Messerstichen getötet und anschließend im Wannsee ertränkt. Bei seinen Ermittlungen stößt der engagierte Kommissar auf viele Ungereimtheiten. Woher hatte die Tote ein Sparbuch mit 12.000 Mark? Das ist nur eine von vielen Fragen, die ihn beschäftigen. Als ihm nahegelegt wird, den Fall so schnell wie möglich abzuschließen und ihm dafür sogar eine Beförderung in Aussicht gestellt wird, ahnt er, dass auch seine Kollegen und Vorgesetzten Dreck am Stecken haben. Auch eine Suspendierung hält ihn nicht von weiteren Ermittlungen ab, in deren Verlauf er erkennt, dass der Fall Auswirkungen bis in die höchsten Kreise hat.

Meine Meinung:
Es handelt sich nicht um einen üblichen Krimi, der mit Mord, Ermittlungsarbeit und Verurteilung einem festen Schema folgt. In diesem Fall tritt die Mordermittlung sogar zeitweise in den Hintergrund, weil dem engagierten Kommissar nach und nach bewusst wird, welche Ausmaße der Fall erreicht. Die politischen Ereignisse, auch im Zusammenhang mit den Studentenunruhen, sowie die politischen Verhältnisse kurz nach dem Mauerbau stehen im Vordergrund. Der gut recherchierte Roman bleibt hierdurch sehr spannend. Während mir Kommissar Heller sehr sympathisch war, hatte ich mit den Frauen in seinem Umfeld einige Probleme. Seine Vermieterin, zeitweilige Geliebte (eventuell künftige Ehefrau) blieb mir in ihrer Handlungsweise ziemlich fremd. Die Studentin Louise, welche ihn bespitzelte, konnte ich nicht wirklich einordnen, irgendwie passte sie nicht in die Geschichte. Insgesamt gesehen jedoch ein spannender Roman, welcher mich gut unterhalten hat.

Die wilden 68er

Kommissar Wolf Heller bekommt es in seinem neuen Fall mit einem komplizierten Fall zu tun. Zunächst scheint es sich bei der toten Frau, die am Ufer des Wannsees gefunden wird, um ein Opfer eines Familiendramas zu handeln, aber Heller wird misstrauisch, als die Akten zu schnell geschlossen werden sollen. Er ermittelt auch noch weiter, als der Fall für abgeschlossen erklärt wird, und gerät so zwischen die Fronten im wilden Berlin der 68er.

Die Zusammensetzung des Autoren-Trios mit den beiden Journalisten Martin Lux und Sven Felix Kellerhoff, sowie dem Schriftsteller und Drehbuchautor Uwe Wilhelm klang für mich schon sehr vielversprechend. Die spannende Geschichte wird in den brisanten und sehr interessanten historischen Hintergrund der 68er Studentenbewegungen gebettet, was dem Buch einen ganz besonderen Charakter verleiht. Dem Trio gelingt es aus meiner Sicht hervorragend, die damalige Stimmung einzufangen und authentisch wiederzugeben. Durch die bildreiche und sehr lebendige Schreibweise fühlte ich mich in die radikale Zeit der Proteste gegen den Vietnamkrieg und den Kapitalismus versetzt. Auch der Handlungsort Berlin verleiht dem Kriminalroman mit seiner Ost/West-Trennung eine zusätzliche Brisanz und besondere Atmosphäre. Der Spannungsbogen wird direkt zu Beginn des Buches mit dem Tod der Frau im Wannsee klassisch aufgebaut und die komplexe und mit plötzlichen Wendungen clever konzipierte Story hält diesen über die gesamte Länge auf einem hohen Niveau. Der Fall wird immer vielschichtiger und fordert den sympathischen Ermittler Wolf Heller auf ganzer Linie. Ein gelungenes Debüt der drei Autoren, das auf mehr hoffen lässt.

Aus meiner Sicht handelt es sich bei "Die Tote im Wannsee" um einen sehr lesenswerten Kriminalroman mit einem gut recherchierten und hervorragend umgesetzten historischen Hintergrund. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Die Tote vom Wannsee

Die Zeichen stehen auf Sturm. In der ganzen Republik, vor allem aber in Berlin, tragen die Aktionen der linksgerichteten Studenten- und Bürgerrechtsbewegung zu erheblicher Unruhe bei. Kommissar Wolf Heller, ein äußerst integrer Ermittler, wird von dem Fall tief in die politischen Unruhen hineingezogen. Als man versucht ihn an der Aufklärung des Mordes, der alles ins Rollen gebracht hat, zu hindern, beginnt er auf eigene Faust zu recherchieren. Auch wenn er sich damit selbst in höchste Gefahr bringt und dabei sogar sein Leben aufs Spiel setzen muss, denkt er nicht daran aufzugeben, bevor er nicht die ganze Wahrheit ans Licht gebracht und die wirklich Schuldigen überführt hat.

FAZIT
Ein packendes Stück Zeitgeschichte eingebunden in einen Kriminalfall, der die Umbruchstimmung der 68er in einer atmosphärisch dichten und spannenden Story einfängt.

Aufgerieben zwischen West und Ost

Beklemmend aber auch humorig beschreibt das Autorentrio, das ein gemeinsames Pseudonym hat, das Berlin von 1968. Gefühlt ist das Kriegsende noch nicht lange her, haben die Bewohner mit einer neuen Einschränkung zu kämpfen, die Stadt ist durch Mauerwerk und Drahtzaun geteilt. Dieser Faktor spielt auch im Kriminalfall eine wesentliche Rolle. Die Situation West gegen Ost beeinflusst das Arbeits- und Alltagsleben der Protagonisten.

Wolf Heller, ein Kriminalpolizist mit Ehrgefühl und Gerechtigkeitssinn, stößt in diesem System immer wieder auf Widerstand. Er soll den Fall einer ermordeten Frau klären, deren Mann plötzlich verschwunden ist. Eine Familientragödie nimmt ihren Lauf und die Kollegen sehen dabei zu. Diese Ermittlung birgt mehr Brisanz als Heller zunächst vermutet.

Besonders an diesem Krimi ist, wie die damaligen Zustände dem Leser Schritt für Schritt offenbart werden. Die fiktiven Personen und die Handlung werden umsichtig und realistisch mit der Zeitgeschichte verwoben. Neben einem spannenden Roman erfährt man Details und Abläufe von damals hautnah, fühlt mit jenen, die vieles entbehren mussten und wundert sich über die Zustände in den Kommunen.

Es entsteht ein wilder Strudel der Ereignisse, der Polizei, Opfer, Täter, Studenten und Spione mitreißt und den Leser sehr gut unterhält.

Kriminalfall in politisch aufgewühlter Atmosphäre

Es ist 1968, Kommissar Wolf Heller ermittelt über den Mord an einer Frau, die im Wannsee versenkt wurde. In einem politisch aufgeheizten Berlin ist es gar nicht so einfach, auf dem richtigen Weg zu bleiben, umso mehr, als Heller ziemlich bald aufgefordert wird, den Fall abzuschließen. Doch er bleibt trotzdem am Ball, denn er spürt, es gibt einige Ungereimtheiten.

Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, in die das Autorenteam Martin Lutz, Sven Felix Kellerhoff und Uwe Wilhelm ihre Geschichte über den standhaften Kommissar Heller versetzen. Studentenrevolten, das geteilte Berlin, Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg – das alles brodelt mal mehr, mal weniger an der Oberfläche der Dinge.

Eine solch aufgewühlte Zeit verlangt auch eine große Anzahl an handelnden Personen. Das war eine der Hürden, über die ich in diesem Buch gestolpert bin, denn es fällt nicht ganz leicht, sich hier zurechtzufinden. Schwer getan habe ich mich auch mit den Hintergründen der Geschichte, die ich nicht besonders gut kenne. Dabei wird der Kriminalfall oft zweitrangig während der Erzählung, was den Lesefluss manchmal behindert. Wer dennoch dran bleibt, wird ein gutes Abbild der damaligen Zeit erfahren, auch einen gut konstruierten Plot. Denn die Recherchen zu diesem Buch sind sorgfältig erfolgt. Doch mir scheint, als wollten die Autoren zu viel gleichzeitig in die Geschichte einbauen, so dass manches doch recht unübersichtlich bleibt.

Wirklich überzeugt hat mich das Buch deshalb nicht, so dass ich drei von fünf Punkten vergebe.