Cover von: Die toten Engel von Kreta
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Die toten Engel von Kreta

Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 288 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3740812435

ISBN-13: 

9783740812430

Erscheinungsdatum: 

18.05.2023

Preis: 

14,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 91.346
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3740812435

Beschreibung von Bücher.de: 

Die dunkle Seite Kretas, eindrücklich in rasante Bilder gesetzt.

Thea reist nach Kreta, wo ihre Tochter einen tödlichen Unfall hatte. Doch die Tote ist nicht Anna. Wo ist ihr Kind?

Zusammen mit einem verwahrlosten Einheimischen, der sich Alexis nennt, stellt sie auf eigene Faust Nachforschungen an, denn die Behörden verweigern ihre Hilfe. Nach und nach muss sie jedoch erkennen, dass Alexis von ganz eigenen Motiven angetrieben wird. Wer ist er wirklich – und was will er von Theas Tochter?

Kriminetz-Rezensionen

Kein Blut ist wert, was Blut kostet

"Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht." (1. Mos. 9; 6)
Ein Anruf der deutschen Botschaft in Rethymno versetzt Thea in eine Schockstarre. Ihre 22-jährige Tochter Anna, die gerade eine Auszeit auf Kreta macht, hatte einen tödlichen Unfall. Nun soll Thea auf die Insel fliegen, um sie zu identifizieren. Jedoch die Tote ist nicht Anna. Doch wo steckt sie und wer ist die Tote, hatte sie was mit Anna zu tun? Thea beginnt auf eigene Faust nach ihrer Tochter zu suchen und stößt auf immer größere Probleme. Jemand möchte sie so schnell wie möglich von der Insel haben, nur warum? Nur in dem Kreter Alexis findet sie Hilfe, der selbst ein Interesse hat, Anna zu finden. Doch was will er von ihrer Tochter? Kann sie Alexis wirklich vertrauen oder bringt sie durch ihn Anna noch mehr in Gefahr?

Meine Meinung:
Eine ganz andere Art Krimi präsentiert die Autorin diesmal, wo sie ansonsten doch eher historische Bücher schreibt. Doch für sie war dieser Krimi eine Herzensangelegenheit, zu viel hat sie von Griechenlands größter Insel erfahren. Vor allem das Thema Blutfehde hat sie nicht mehr losgelassen. Wikipedia schreibt: "Die Blutrache, Blutfehde oder Vendetta ist eine alte Form der privaten Vergeltung, die meist die Familienehre durch die Tötung eines Kontrahenten wiederherstellen soll." Ihren Ursprung findet man im babylonischen Gesetz, doch heute wird diese Form der Vergeltung noch immer in vielen Ländern angewendet, so auch in Kreta. Man mag sich dies kaum glauben, in einem europäischen Land und doch ist es so. In diesem rasanten Krimi, bei dem der Spannungsbogen kontinuierlich hoch ist, erleben wir, was Blutfehde heißt. Auf der Suche nach ihrer Tochter gerät Thea immer wieder zwischen die Fronten, ohne zu ahnen, was ihre Tochter damit zu tun hat. Ist Anna in irgendeinen familiären Zwist geraten oder steckt etwas ganz anderes dahinter, vielleicht Drogen, wie vermutet wird? Den guten Recherchen der Autorin auf Kreta haben wir es zu verdanken, dass man beim Lesen alles gut vorstellen kann. Gerade deshalb liebe ich ihre Bücher, weil man immer etwas dazulernt. Gut ausgedacht sind auch die Charaktere, allen voran Alexis, dessen Vorbild, wie kann es anders sein, Alexis Sorbas ist. Äußerlich scheint er durchaus dem Aussehen und der Statur Anthony Quinns zu ähneln. Seine verschlossene, geheimnisvolle Art allerdings lässt einen zu Beginn eher misstrauisch werden. Die andere Seite hingegen macht mir Hoffnung, dass er es doch ehrlich meint, mit Thea meint. Die sympathische Thea finde ich extrem mutig. In einem fremden Land auf Spurensuche zu gehen, wo man niemand kennt und die Sprache nicht kann, erfordert viel Mut. Vor allem, nachdem sie ständig jemand verfolgt, bedroht oder sogar töten will. Kreta als Setting empfand ich aufregend und interessant, besonders wenn man diese Insel durch die Augen der Autorin sehen kann. Sei es Kultur, Essen oder Sehenswertes, ich hatte beim Lesen den Eindruck, selbst auf der Insel zu sein. Deshalb von mir eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne.

Kreta von seiner dunklen Seite.

Inhalt:
Theas Tochter Anna ist verschwunden. Das letzte Lebenszeichen von ihr kam aus Kreta. Seitdem wartet Thea vergeblich auf eine Nachricht von ihrer Tochter. Da bekommt sie einen Anruf. Eine Tote wurde zusammen mit Annas Ausweis gefunden. So schnell sie kann, reist Thea zur Identifizierung nach Kreta. Zu ihrer Erleichterung stellt sie fest, dass die junge Frau nicht ihre Tochter ist. Aber wo ist Anna dann? Die Behörden wollen oder können ihr nicht helfen. Thea beschließt auf eigene Faust zu suchen. Was nicht jedem gefällt und für Thea gefährlich wird. Unerwartet bekommt sie Hilfe von Alexis Dimitriou, der von sich behauptet Polizist zu sein. Thea ist skeptisch, da der Mann ziemlich verwahrlost aussieht. Aber was bleibt ihr übrig als ihm zu vertrauen? Er ist ihre einzige Hoffnung Anna zu finden....

Leseeindruck:
Der Krimi "Die toten Engel von Kreta" ist spannend von Anfang an. Durch die kurzen Kapitel und Sätze lässt sich der Krimi schnell lesen. Anja Marschall zeigt Kreta von seiner dunklen Seite und entführt die Lesenden in tiefe Abgründe. Das vorherrschende Thema sind die Blutfehden, die es auf der Insel auch heute noch gibt. Ich war schockiert mit welcher Unbarmherzigkeit Rache geübt wird. Bei aller Brutalität hat es die Autorin geschafft, die Szenerie so zu beschreiben, dass eine gewisse Atmosphäre geschaffen wurde, das Ausmaß des Ganzen jedoch der Fantasie überlassen wird. Das hat mir gut gefallen. Ich brauche es nämlich nicht, wenn jeder Blutstropfen beschrieben wird. Toll fand ich auch, dass Lokalkolorit eingearbeitet wurde und dadurch ein kleines bisschen Urlaubsfeeling aufkam.

Fazit:
"Die toten Engel von Kreta" konnten mich überzeugen. Hier wird ein spannender Plot mit Urlaubsfeeling kombiniert und erzeugt so eine besondere Atmosphäre. Alles genau im richtigen Maß. Gerne empfehle ich den Krimi weiter.

Rache vergeht nicht auf Kreta

Thea Winter reist nach Kreta um ihre Tochter Anna nach einem tödlichen Unfall zu identifizieren. Doch die Tote ist nicht Anna, wo ist ihre Tochter? Thea macht sich auf die Suche und trifft auf den geheimnisvollen Alexis. Kann sie ihm vertrauen?
Anja Marschall, bekannt von den historischen Hafenstadt-Krimis, hat mit "Die toten Engel von Kreta" einen fesselnden Krimi mit Sogwirkung geschrieben. Gleich von Anfang an, nimmt uns die Autorin mit auf eine atemberaubende und rasante Jagd über die griechische Insel. Zwischen brenzlichen Situationen, Drogenhandel und Blutfehde kann der Leser aber auch das wunderbar beschriebene Kreta genießen.
Die Charaktere wurden sehr gut bildlich in Szene gesetzt, nur mit Thea wurde ich irgendwie nicht richtig warm. Bei einigen Handlungen von ihr musste ich den Kopf schütteln, sodass die Sympathie nicht richtig aufkommen wollte. Aber ansonsten sind Cover und Schreibstil einfach Klasse.

Sonniges Kreta - dunkle Traditionen

„Die toten Engel von Kreta“ von Anja Marschall ist ein spannender Krimi mit abenteuerlichen Szenarien und griechischem Urlaubs-Flair.

Klappentext:
Thea reist nach Kreta, wo ihre Tochter einen tödlichen Unfall hatte. Doch die Tote, die sie identifizieren soll, ist nicht Anna. Wo ist ihr Kind? Zusammen mit einem geheimnisvollen Einheimischen, der sich Alexis nennt, stellt Thea auf eigene Faust Nachforschungen an, denn die Behörden verweigern ihre Hilfe. Nach und nach muss sie jedoch erkennen, dass Alexis von ganz eigenen Motiven angetrieben wird. Wer ist er wirklich – und was will er von Theas Tochter?

Bereits das ansprechende Cover mit blauem Himmel, Meer und einer griechischen Kapelle stimmt auf das Umfeld ein, in dem sich die Krimihandlung bewegt. Das Buch erschien 2023, die Handlung spielt in der nicht genau festgelegten Gegenwart. Ich war besonders gespannt auf dieses Buch, kannte ich doch bislang Anja Marschall nur als Autorin sehr akribisch recherchierter historischer Romane. Auch dieser Krimi basiert auf gewissen historischen Fakten. Mit dem Kernthema, den auch heute noch in den Bergen Kretas vorkommenden Blutfehden, hat sich die Autorin eingehend befasst. Sehr informativ fand ich die im Nachhang erklärten Fakten bzw. was Fiktion ist.

Der Schreibstil ist flüssig, die kurzen Kapitel, öfters mit einem Cliffhanger endend, animieren zum Weiterlesen. Die Kapitel verfügen weder über Zeit- und Ortsangaben, wodurch man ein wenig den Überblick über die Dauer der Suche verliert. Die bildhaften Beschreibungen der vielseitigen Landschaft Kretas, von herrlichen Badestränden und Urlaubsflair bis zu felsiger Gebirgslandschaft vermitteln nachhaltiges Kopfkino. Das griechische Ambiente, das Lokalkolorit wird durch kurze griechische Dialoge und kulinarische Genüsse unterstrichen.

Gleich von Beginn weg fühlt man sich mitten im Geschehen, empfindet mit der verzweifelten Mutter, die ihr Kind zunächst tot wähnt und sich schließlich mangels behördlicher Unterstützung dazu entschließt, ihr Tochter selber zu suchen – ohne ausreichende finanzielle Mittel, ohne Sprachkenntnisse, auf sich allein gestellt. Als Alexis ihr Hilfe anbietet, wandelt sich die Suche immer mehr in eine packende abenteuerliche Flucht mit gefährlichen Momenten bzw. in einen Wettlauf gegen die Zeit: wer findet Anna früher, sie oder ihre Gegner? Primär erlebt man das Geschehen aus Theas Sicht, doch kurze Perspektivenwechsel zur vermissten Anna und zur Gegenseite beleben die Handlung, steigern die Spannung, die somit bis zum dramatischen Showdown nie nachlässt.

Die Charaktere der beiden Protagonisten sind lebendig und emotionell dargestellt. Insbesondere Thea besticht durch ihre Willenskraft, ihren Mut, Anpassungsfähigkeit, körperliche und psychische Stärke. Alexis durchschaut man anfangs schwer, weil ihn so viel Geheimnisvolles umgibt. Letztlich sind seine Handlungen gut nachvollziehbar. Die diversen Nebenfiguren sind auch gut vorstellbar charakterisiert.

Mit „Die toten Engel von Kreta“ ist Anja Marschall ein fesselnder Kriminalroman gelungen, in dem sich Spannungsmomente mit Urlaubsfeeling gut vermischen und man zudem auch über die dunkle Seite Kretas etwas erfährt. Last but not least agieren zwei sympathische Protagonisten, über deren weiteres Schicksal ich hoffe, in Fortsetzungsromanen zu erfahren.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!