Cover von: Totenengel
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Bücher.de Preis: EUR 15.00

Totenengel

Der zweite Fall für DCI Eve Clay. Thriller
Buch
Broschiert, 352 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3404175441

ISBN-13: 

9783404175444

Erscheinungsdatum: 

26.05.2017

Preis: 

15,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 334.465
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3404175441

Beschreibung von Bücher.de: 

Eine Winternacht in Liverpool. Auf der Straße bricht eine Frau zusammen, wirre Sätze von Blut und Mord stammelnd. Detective Eve Clay wird zu ihrem Haus geschickt und findet dort eine groteske Inszenierung vor: Der Vater der Frau, ein emeritierter Kunstprofessor, wurde ermordet, sein nackter Körper an Ketten aufgehängt, sein Torso von einem Speer durchbohrt. Er war zu Lebzeiten eine Koryphäe auf dem Gebiet der sakralen Kunst und hat sich mit seiner Forschung nicht nur Freunde gemacht. Doch stecken hinter dem Mord tatsächlich religiöse Fanatiker, oder geht es um das älteste aller Motive - um Rache?

Kriminetz-Rezensionen

Spannend, aber grausam

In Liverpool bricht eine alte Frau auf der Straße zusammen und stammelt vor sich hin „Er ist abgeschlachtet worden“. Detective Eve Clay nimmt sich der Sache an und findet im Haus der Frau eine bizarre Inszenierung vor. Der Tote ist der Vater von Louise Lawson. Sein nackter Körperhängt an Ketten und er wurde aufgespießt. Stroboskoplicht illuminiert dieses absonderliche Arrangement. An der Wand fehlt ein Bild.

Diese beklemmende Atmosphäre zieht sich durch das ganze Buch. Es geht spannend und rasant zu, denn die Ermittlungen dauern nicht allzu lange.

Das entwendete Bild zeigt den Turmbau zu Babel, wie sich bald herausstellt, und hat eine ganz besondere Bedeutung für den Toten gehabt. Der Mann war Kunstprofessor, besonders die sakrale Kunst hat es ihm angetan. Aber in seinem Ruhestand lebt er mit der Tochter sehr zurückgezogen, sie haben nie Besuch. Wer könnte etwas gegen ihn haben, dass er einen so alten Mann so grausam tötet und zur Schau stellt?

Louise legt auch einen seltsames Verhalten an den Tag. Aber ihr Vater hat sie auch nicht liebevoll behandelt. Mir ist unverständlich, dass sie nie versucht hat, ihr Leben zu ändern. Ich hatte ständig das Gefühl, dass sie etwas weiß, aber irgendetwas sie abhält, ihr Wissen preiszugeben. Die Spuren führen auch zum Refugium, wo Louise ehrenamtlich tätig war. Einer der Bewohner dort scheint ihr besonders an Herz gewachsen zu sein. Der Leiter dieses Heims ist ein unsympathischer Mensch, der wenig Empathie für seine Schützlinge zeigt.

Bei den Ermittlungen wird Eve von einer ganzen Reihe Mitarbeiter unterstützt, aber es fiel mir schwer, sie alle auseinanderzuhalten. Einzig Riley, die sich intensiv um Louise kümmert, blieb mir im Gedächtnis. Eve ist eine sehr sympathische Ermittlerin, die ein schlechtes Gewissen ihrer Familie gegenüber hat, weil sie beruflich so eingespannt ist. Zum Glück hat sie einen Mann, der das nicht übel nimmt.

Dieses Buch ist der zweite Band einer Reihe um die Ermittlerin Eve Clay, aber ich kenne den Vorgängerband nicht, was aber auch nichts ausmacht.

Wem grausame Details nichts ausmachen, dem wird dieses Buch gefallen. Es gibt einige Psychopathen, deren kranke Gedanken und Taten wir erleben dürfen. Einiges ist vorhersehbar, aber das fulminante Ende hat dann doch noch Überraschungen zu bieten. Ich konnte einiges nachvollziehen, aber nichts ist zu entschuldigen.

Ein spannender, aber auch grausamer Thriller.

Dramatische Kindheit

Louise Lawson, Tochter des berühmten Historikprofessor Leonard Lawson, irrte auf der Straße herum, als Passanten auf sie aufmerksam wurden, weil sie immer wieder von sich gab: „Er ist abgeschlachtet worden“, „Er ist abgeschlachtet worden“. DCI Eve Clay wird zu diesem Fall herangezogen, einem verworrenen, brutalen, vielleicht auch geistesgestörten Fall? Grausam verunstaltet sind die Opfer aufgebahrt, das Motiv ist nicht erkennbar. Handelt es sich um religiöse Riten, die immer wieder eingeflochten werden, sadistische Phantasien Perverser oder ist es persönliche Rache eines Opfers. Das Böse trägt Früchte und kommt brutal an die Oberfläche.

Gleich zu Beginn nimmt der Thriller enorm Fahrt auf und hält anhand vieler Szenarien hindurch bis zum Ende das Tempo. Die Akteure und ihre Charaktere sind gekonnt beschrieben, jedoch gewollt nicht sympathisch, außer dem Ermittlerteam, insbesondere DCI Eve Clay, deren geheimnisvolle Vergangenheit wieder nur ein kleines Stück gelüftet wird. Ein grausames Thema des Missbrauchs ist auch hier Mittelpunkt der Handlung und die Bilder sind oft sehr präsent in meinem Kopf. Viele Rätsel und auch Spuren in diesem Thriller, oft nah an der Aufdeckung und doch so weit weg.

Autor Mark Roberts ist mit "Totenengel" ein beeindruckender Thriller gelungen, phantasiereich, beklemmend, schockierend, etwas unheimlich, jedoch gut durchdacht und sinnvoll und nachvollziehbar aufgeklärt.

Für Mark Roberts Schreibstil kann ich mich begeistern, kurz und ausdrucksstark, aber auch voller Emotionen, gute wie schlechte. Vom Einstieg ins Buch bis zum Finale war ich fasziniert an das Buch gebunden. Dieser Thriller ist voll gespickt mit ständig aufeinanderfolgender Dynamik.

Nach "Totenprediger" ist dies der zweite Fall von Liverpools DCI Eve Clay von Mark Robert und ich bin gespannt, wie lange es dauert, das Geheimnis von Eves Herkunft zu lüften.

Das Cover ist auffällig, schwarz-weiß, der Name des Autors mit dem Titel gestaltet als Kreuz überzeugt vom Inhalt.

Mit gutem Gewissen kann ich "Totenengel" an Fans dieses Genres weiterempfehlen, mit einigen deftigen Einlagen ist er evtl. weniger für schwache Nerven geeignet.

Grausam und überfrachtet, aber gut geschrieben

Zum Inhalt:
Das Team um Eve Clay wird zu einer Inszenierung eines Mordes gerufen, die ihresgleichen sucht: Professor Lawson, ein höchst betagter Wissenschaftler, wurde bestialisch hingerichtet und nach Art eines Kunstwerks des Malers Brueghel drapiert. Da Lawson Kunstprofessor war, liegt der Verdacht nahe, dass in seinen Forschungen die Schuld für seinen Tod liegen könnte. Oder ist doch eher der Grund in dem abgeschiedenen Leben zu finden, dass er nicht nur sich, sondern auch seiner Tochter Louise zumutete? Diese arbeitet ehrenamtlich in einem Refugium für geistig schwache Menschen. Und dort ist auch nicht alles Gold, was philanthropisch glänzt ...

Mein Eindruck:
Das Buch von Robertson ist gut recherchiert und „künstlerisch“ wertvoll. Gut gefallen der rasante Stil (obwohl die Zeitangaben ins Unmögliche abdriften) und der Zusammenhalt im Polizei-Team, welches von gesunden Menschen ohne tiefere Abgründe geprägt ist. Roberts weiß seine Leser zu fesseln, seine Figuren sind ausdrucksvoll dargestellt, die Vergangenheit seiner Protagonistin Eve Clay ist interessant und findet einen gewissen Bogen zu dem jetzt zu bearbeitenden Fall.

Leider ist das Buch für meinen Geschmack zu überfrachtet mit tiefschürfenden Motiven, Soziopathen und sonstigen für Otto-Normalleser eher schwierig zu verstehenden Menschen. Außerdem ärgert mich persönlich das Frauenbild des armen, sich nicht wehren könnenden bzw. wollenden Häschens, welches bei vielen Nebenfiguren seine Anwendung findet. Die Gewalttaten bzw. das, was für die Nachwelt an Arrangement übrig bleibt, sind stellenweise sehr grausam geschildert – die Anleihen bei Cody McFadyen oder Chris Carter fast überdeutlich. Und last but not least sind mir die Botschaft, dass der Zweck jedes Mittel heiligt und die Auflösung des Falls zu alttestamentarisch – um im Bild des religiösen Rächers zu bleiben.

Mein Fazit:
Ein eindringlicher Schreibstil und gute Hintergrundinformationen, jedoch zu blutrünstig und moralisch fragwürdig.