Cover von: Trümmerkind
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Trümmerkind

Roman
Buch
Gebundene Ausgabe, 320 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3426281376

ISBN-13: 

9783426281376

Erscheinungsdatum: 

02.11.2016

Preis: 

19,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 92.289
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3426281376

Beschreibung von Bücher.de: 

In ihrem neuen Roman »Trümmerkind« beschreibt die mit dem Deutschen Krimipreis sowie dem renommierten Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnete Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann das Leben eines Findelkinds im vom Krieg zerstörten Hamburg von 1946 / 1947. Spannung und historisches Zeitgeschehen miteinander zu verknüpfen, versteht Borrmann wie keine andere deutsche Autorin wie sie mit ihren Bestsellern und vielfach ausgezeichneten Romanen »Wer das Schweigen bricht«, »Der Geiger« und »Die andere Hälfte der Hoffnung« bereits bewiesen hat.

Der kleinen Hanno Dietz schlägt sich mit seiner Mutter im Hamburg der Nachkriegsjahre durch. Steine klopfen, Altmetall suchen, Schwarzhandel - das ist sein Alltag. Eines Tages entdeckt er in den Trümmern eine Tote - und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen, der erstaunlich gut gekleidet ist. Das Kind spricht kein Wort, Verwandte sind nicht auffindbar. Und so wächst der Junge bei den Dietzens auf. Jahre später kommt das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur, das auf fatale Weise mit seiner Familie verknüpft ist ...

Kriminetz-Rezensionen

Spannende Familienaufarbeitung

Nachdem mich die Autorin mit ihren bisherigen Krimis begeistert hat, war es für mich keine Frage, auch diesen neuen Gegenwartsroman sofort zu lesen.

Die Geschichte wird in vier verschiedenen Strängen erzählt. Ausgangspunkt ist Hamburg im eiskalten Januar 1947, dann im April 1945 in der Uckermark und in der Gegenwart in Köln und Hamburg.

Es beginnt in eiskalten Januar 1947 in Hamburg. Hanno Dietz, ein kleiner Junge, aber zurzeit der Mann im Hause, ist mit seiner kleinen Schwester in den Trümmern der Hansestadt unterwegs, um nach Verwertbarem Ausschau zu halten. Zwischen den Ruinen entdecken sie einen kleinen Buben, der alleine und verstört ausharrt. Sie nehmen ihn mit nach Hause und er spricht auch dort nicht, einen sehr schönen Knopf hält er ganz verbissen in der Hand. Mutter Dietz nimmt sich seiner an und stellt sofort fest, daß er ausgesprochen gute, hochwertige Kleidung trägt und sie behalten ihn in ihrem Haushalt. Mutter Dietz verdient durch Schneiderarbeiten für reiche Briten ihr Geld, was auch den Neid einiger Menschen hervorruft. In dieser Zeit, als man vieles nur gegen Marken bekommt, beschließt Agnes Dietz, daß sie den Jungen als ihr eigenes Kind ausgibt und anmeldet. Er bekommt den Namen Joost Dietz. Nach Rückkehr ihres Mannes aus der Kriegsgefangenschaft gibt es zuerst böse Zungen bezüglich des Kindes, aber er stellt sich darüber und sie bilden eine Familieneinheit.

In der Gegenwart lernen wir Anna und ihre Mutter kennen. Die Mutter ist leider ein sehr trauriger Fall, denn als junges Mädel ist sie in den Kriegswirren aus der Uckermark mit der Familie nach Südafrika ausgewandert. Dort lernte sie später ihren Ehemann kennen und als dieser eine berufliche Zukunft in Deutschland sah, sind sie zusammen mit ihrer Tochter Anna zurückgekehrt. Er hat die Familie später verlassen und die Mutter musste sich als Kneipenwirtin durchschlagen. Jetzt hat sie nur eine kleine Rente und Anna möchte ihrer Mutter helfen, indem sie sie auf die Möglichkeit der Rückgabe von Gut Anquist in der Uckermark hinweist. Leider will die Mutter keine Auskunft über ihre Vergangenheit geben. In der Uckermark geht Anna zum Pfarrer, um dort vielleicht Hinweise auf ihre Wurzeln zu bekommen.

Und dann erleben wir noch den jungen Architekten, der Gut Anquist in ein Hotel umbauen soll, und plötzlich Erinnerungen an seine Kindheit bekommt.

Mehr Details zum Buch möchte ich nicht verraten, denn es gibt noch etliche spannende Überraschungen.

Die Autorin beherrscht es eindeutig, sie schreibt ihre Geschichten so beeindruckend und intensiv, daß mich jedes ihrer Bücher förmlich aufwühlt und sie noch etliche Zeit nachhallen. In dieser Form für mich einmalig! Dieser Roman ist nicht als Krimi mit Täter und Ermittlern geschrieben, sondern eher als spannende Familienaufarbeitung. Die Autorin hat die Figuren sehr liebevoll und bildhaft beschrieben, als Leserin konnte ich mir alles sehr gut vorstellen. Auch von der Atmosphäre, z.B. in Hamburg im Nachkriegswinter 47 und dem Heimkommen des Ehemannes Dietz, fühlte ich mich eingefangen und mitgenommen.

Und am Ende war es doch ein fesselnder Krimi! Wieder einmal hat sie mir bewiesen, weshalb sie meine Lieblingsautorin 2016 wurde und ich bei jedem neuen Buch von ihr dabei bin. Von mir eine unbedingte Leseempfehlung!

Schicksal eines Trümmerkindes

Inhalt:
Der kleinen Hanno Dietz schlägt sich mit seiner Mutter im Hamburg der Nachkriegsjahre durch. Steine klopfen, Altmetall suchen, Schwarzhandel - das ist sein Alltag. Eines Tages entdeckt er in den Trümmern eine Tote - und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen, der erstaunlich gut gekleidet ist. Das Kind spricht kein Wort, Verwandte sind nicht auffindbar. Und so wächst das Findelkind bei den Dietzens auf. Jahre später kommt das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur, das auf fatale Weise mit seiner Familie verknüpft

Meine Meinung und Fazit:
Mechtild Borrmann beschreibt mit ihrer bildhaften nüchternen Sprache das Hamburger Leben in der Nachkriegszeit. Das Leben ist von Entbehrungen, Hunger und der Angst zu Erfrieren geprägt. Das was man auf die Lebensmittelkarte an Lebensmitteln bekommt, reicht gerade dafür, dass man nicht verhungert. Beim Lesen konnte ich mich sehr gut in die Familie Dietz hinein fühlen, eine Mutter allein mit zwei Kindern und der Mann im Krieg vermisst. Hanno geht in den Trümmern auf Streifzüge, um Brennholz zu finden oder andere Dinge, die man auf dem Schwarzmarkt zu kargen Lebensmitteln umtauschen kann. Hanno, eigentlich selbst noch ein Kind, versucht alles um seine Familie am Leben zu halten.
Bei den Streifzügen finden Hanno und seine Schwester Wiebke einen kleinen Jungen. Dieser wächst fortan bei der Familie Dietz auf und erhält auch dessen Namen, Joost Dietz. Dies bringt Agnes Dietz viel Gerede einbringt, doch sie ist eine starke Frau und geht weiter tapfer ihren Weg, trotz Neid und Missgunst.
Denn eins wird klar, man darf nicht aufgeben, sonst konnte man in diesen Zeiten nicht überleben. Doch dies ist nur ein Handlungsstrang, denn die Geschehnisse bringen den Leser in die Zeit um 1945 in die Uckermark auf das Gut Anquist und nach Köln/Hamburg im Jahr 1993.

Gekonnt schafft es Mechtild Borrmann den Leser gefangen zu nehmen und in die Geschichte des Trümmerkindes eintauchen zu lassen. Die Handlungsstränge wechseln sich gelungen ab, durch den Wechsel der Zeiten wird die Spannung gehalten bzw. aufgebaut und man kommt der unglaublichen Wahrheit immer näher.

Da ist Anna in Köln, die sich in den Wendejahren mit dem Gut Anquist beschäftigt, da damals ihren Verwandten 1945 enteignet wurden. Anna leidet unter ihrer alkoholkranken Mutter. Jahrelange hat diese mit ihrer melancholischen Stimmung und ihrem Selbstmitleid der Tochter die Schuld für ihr Scheitern im Leben zugesteckt. Anna möchte mehr von ihrer Vergangenheit erfahren, doch ihre Mutter blockt kategorisch ab. Bei ihren Erkundigungen trifft sie auf den Architekten Joost Dietz, dem Trümmerkind, der Gut Anquist zu einem Hotel umbauen möchte. Joost möchte auch die Wahrheit ans Licht holen und somit nimmt die Geschichte ihren Lauf. Joost Geschichte, seine Gefühle beim Anblick vom Gut Anquist sind sehr klar dargestellt. Man kann seine Zerrissen heut und Zweifel förmlich spüren, als er erfährt, dass er ein Findelkind ist.

Durch die unterschiedlichen Geschehnisse erhält man Einblick, wie es in den verschiedenen Besatzungszonen vonstatten ging. Waren dich die Ansichten der Besatzungsmächte sehr unterschiedlich.

Ein Buch, was mich nachdenklich stimmt, aber die damalige Zeit gelungen wiedergibt und den Leser an eine unglaubliche Mordserie heranführt die Aufklärung stimmig umsetzt. Eine klare Krimi-Leseempfehlung.
Mein Dank gilt dem Team von kriminetz.de und dem Droemer Knaur Verlag für das Rezi-Exemplar.