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Unbarmherzig

Der zweite Fall für Gina Angelucci. Kriminalroman
Buch
Broschiert, 384 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3548290973

ISBN-13: 

9783548290973

Erscheinungsdatum: 

31.05.2019

Preis: 

12,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 5.276
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3548290973

Beschreibung von Bücher.de: 

»Meisterhafte Erzählkunst verbindet sich mit psychologischer Spannung.« Süddeutsche Zeitung

Gina Angelucci, Spezialistin für Cold Cases bei der Münchner Kripo, ist aus der Elternzeit in den Dienst zurückgekehrt. Ihr Ehemann und Kollege Tino Dühnfort betreut die kleine Tochter. Als in dem idyllischen Dorf Altbruck zwei Leichen gefunden werden, die mehrere Jahrzehnte verscharrt gewesen waren, übernimmt Gina die Ermittlungen. Die Identität der Toten nach so langer Zeit zu klären, erscheint zunächst als unlösbare Aufgabe. Dann wird klar, dass das weibliche Opfer aus dem Baltikum stammt. War sie eine Zwangsarbeiterin? Während Gina einen Mörder sucht, der vielleicht selbst nicht mehr am Leben ist, bemerken sie und Tino nicht, dass ihnen jemand ihr privates Glück missgönnt und es zerstören will.

Kriminetz-Rezensionen

Wieder ein hervorragender Krimi

Sie ist wieder da. Das mittlerweile 10. Buch aus der Reihe um Tino und Gina und das 2. Buch, in dem Gina allein ermittelt. Für Quer-/Neueinsteiger ist dies aber kein Problem, da alle beteiligten Personen um Gina herum ausführlich erklärt werden.

Gina ist Spezialistin für Cold Cases bei der Münchner Kripo und hat gerade ihre Elternzeit mit ihrem Ehemann Tino gewechselt. In diesem Fall geht es um 70–80 Jahre alte Knochen, die in einem kleinen Dorf auf einem Kiesabladeplatz gefunden werden. Es geht um 2 Familien, die sich über Generationen, feindlich gegenüberstehen, obwohl sie miteinander verwandt sind. Und es geht um Zwangsarbeit in einer Heeresmunitionsanstalt im 2. Weltkrieg und natürlich um Liebe.

Was ist vor so langer Zeit geschehen? Nachdem Gina erst um den Fall kämpfen musste, weil die Staatsanwaltschaft kein Interesse an der Auflösung eines so lange zurückliegenden Falles hat, muss sie vor Ort auch noch gegen die Politik kämpfen, weil der Bürgermeister um sein neues Gewerbegebiet bangt, schlechte Publicity so gar nicht gebrauchen kann und die Ermittlungen torpediert. Auch die Personen, die vielleicht noch etwas zu den Vorgängen von damals berichten könnten, leiden teilweise unter extremen „Gedächtnisverlust“. Aber Gina gibt nicht auf. Sie will herausfinden, wer die Toten sind, um deren Verwandten zumindest jetzt Gewissheit über das Schicksal der Vermissten zu geben und kämpft an allen Fronten. Dabei bedroht parallel jemand ihr privates Glück und ihre kleine Tochter.

Der Schreibstil ist wie immer unheimlich flüssig. Die Autorin wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit (in Kursivschrift, damit man auch nach einer Pause weiß, wo man gerade ist, sehr schöne Idee) und bringt den Leser so immer tiefer in die Geschichte, was damals passiert ist. Natürlich ist alles fiktiv, aber an den Schilderungen der Vergangenheit über die Deportierung und die Arbeit und das Leben in der Heeresmunitionsanstalt merkt man, dass sie das Thema sehr ausführlich recherchiert hat.

Die Charaktere sind so großartig gezeichnet, dass man das Gefühl hat, man läuft neben Gina durchs Dorf. Einmal angefangen will man gar nicht mehr aufhören, zumal man von einem Verdächtigten zum nächsten „eilt“. Eine absolute Leseempfehlung von mir.

Ein sehr kalter Fall

Diese Rezension behandelt das Hörbuch.

Zum Inhalt:
Nach dem Fund von Knochen eines Paares, welches schon vor mehr als 70 Jahren den Tod fand, darf Gina Angelucci erst nach einigen Finten ihrerseits ermitteln. Denn ein Täter kann nur solange belangt werden, wie er selber lebt – sonst wird das Verfahren eingestellt und bei diesem Doppelmord scheint das höchstwahrscheinlich. Doch Gina sieht sich in der Pflicht, die Identität der beiden Leichen festzustellen und ihre Angehörigen zu finden, um diesen Gewissheit zu verschaffen. Bald wird klar, dass die Vorgänge mit der in Altbruck von Zwangsarbeitern betriebenen Munitionsfabrik zusammenhängen, denn die weibliche Tote kommt aus Osteuropa.

Mein Eindruck:
„Unbarmherzig“ ist eine von Vera Teltz sehr gut interpretierte Geschichte, die sich intensiv mit dem Leben von Zwangsarbeitern in der NS-Geschichte beschäftigt und den Bogen in die heutige Zeit spannt. Sehr interessant und fein recherchiert sind dabei die Blicke in die Vergangenheit, in der Löhnig in gewohnt guter Manier von Ängsten, Hoffnungen und Schicksalsgemeinschaften inner- und außerhalb der Munitionsfabrik schreibt. Alles ist spürbar und perfekt nachzuvollziehen und obwohl viel Zeit vergangen ist, fühlt man sich den Figuren sehr nah und realisiert das Ausmaß des Schreckens, den die NS-Diktatur über weite Teile Europas gebracht hat. Dagegen fällt der „heutige“ Teil stark ab. Zuallererst stört massiv, dass die größte Unstimmigkeit – ein Toter an der Front mit den Papieren des Erschossenen von Altbruck – nicht geklärt wird. Des Weiteren sind die Probleme, die die Autorin hier ihren Charakteren aufzwängt, zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Es gibt eine Familienfehde, die fast affig in ihren Ausmaßen erscheint und – damit auch privat bei Angelucci/Dühnfort nicht nur alles rosarot ist – hat die Familie ein Kind mit Down-Syndrom, welches von dämlichen Rechtsextremen beleidigt und von einer psychisch kranken Frau bedroht wird. Das ist dann doch eine Spur zu viel Privatgedöns mit brauner Soße (der Begutachter der Stalkerin ist zusätzlich ein Anhänger der identitären Bewegung). Aber vor allen Dingen fragt sich der geneigte Leser – und auch die Leserin – wie eine Kommissarin, die eine seit Jahren spurlos verschwundene, enge Freundin hat, erst jetzt auf die Idee kommt, nach dieser zu suchen. Schließlich ist Gina Mitglied einer Einheit für Cold Cases, selbst wenn es diese offiziell gar nicht gibt. Da auch hier der Hinweis auf rechte Verstrickungen nicht fehlt – im Moment der Burner bei Krimi-Autoren – wird sich das nächste Buch wohl mit diesem Verschwinden befassen.

Mein Fazit:
Sehr gut in der Vergangenheit, leider zu gewollt in der Gegenwart.

Familienfehde

Der zweite Fall für Gina Angelucci.

Während Tino Dühnfort jetzt in Elternzeit gegangen ist, um sich um die gemeinsame Tochter zu kümmern, hat Gina einige Cold Cases auf ihrem Schreibtisch. Doch ihr wirkliches Interesse wird erst geweckt, als eine Frau die Skelette zweier Menschen auf einer Baustelle findet. Obwohl die Toten schon vor siebzig oder achtzig Jahren umgebracht worden sind, finden Gina und ihr Team tatsächlich Anhaltspunkte, die ein weiteres Ermitteln rechtfertigen, denn Mord verjährt nicht, nicht einmal, wenn er im Zweiten Weltkrieg begangen wurde.

Tatsächlich war ich von diesem Buch angenehm überrascht, haben mich doch die letzten Dühnfort-Krimis, die ich las, gelangweilt. Hier jedoch wurde nicht nur ein Fall aus der Vergangenheit präsentiert, sondern gleichzeitig ein schöner Abriss aus der Geschichte dieser Zeit entwickelt. Außerdem bezieht die Autorin sehr klar Haltung gegen Nazis – alte wie neue, damit hat sie bei mir eh schon mal Punkte gutgemacht. Das Einzige, was ich wirklich arg überflüssig fand, war der Erzählstrang um die »Insektenfrau«, der hätte echt nicht sein müssen und da musste ich mich schon fast ein bisschen zwingen weiterzulesen und nicht zu überblättern. Alles in allem hat mir dieser Fall gut gefallen und ich bin gespannt zu erfahren, was Gina im nächsten Fall zu ihrer verschwundenen Klassenkameradin in Erfahrung bringt.

Ein weiterer spannender Fall

Ich habe bis jetzt alle Romane mit den beiden Protagonisten gelesen und mich schon sehr auf das neueste Werk gefreut, ich wurde wiederum nicht enttäuscht.

Die Autorin hat es geschickt verstanden, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden.

Auch wenn es einige Bedenken seitens ihres Vorgesetzten gibt, stürzt sich die engagierte Kommissarin zusammen mit ihrem Kollegen in die Ermittlungen. Obwohl die Ereignisse schon so lange zurückliegen, gelingt es ihr Stück für Stück Licht in das Dunkel zu bringen.

Mit großem Interesse habe ich auch das Privatleben von Gina und ihrem Mann, der sich derzeit in Elternzeit befindet, verfolgt. Wie Sie den Alltag mit einem behinderten Kind meistern, wurde eingehend thematisiert.

Ich habe das Buch in relativ kurzer Zeit gelesen und kann es wärmstens weiterempfehlen. Hoffentlich dauert es nicht solange, bis es ein Nachfolgebuch gibt.

Wer waren die Toten von Altbruck?

Auf einem Kiesablageplatz in Altbruck werden Skelettteile zweier Personen gefunden, die vor siebzig bis achtzig Jahren ermordet wurden. Kriminalhauptkommissarin Gina Angelucci von der Münchner Mordkommission arbeitet mit ihren beiden Kollegen Thomas Wilzoch und Holger Morell in der Abteilung für ungeklärte Altfälle, sie soll diesen alten Mordfall neu aufrollen. Die Ermittlungen gestalten sich angesichts der langen Zeitspanne, die seit den Morden verstrichen ist, als schwierig. Doch Ginas Leidenschaft für ungelöste Fälle und ihr Hang zu unkonventionellen Alleingängen veranlassen sie dazu, sich über sämtliche Hindernisse hinwegzusetzen. Gina möchte mit allen Mitteln die Identität der Opfer, ihre Geschichte, das Mordmotiv, und die Person des Täters ausforschen. Oberstaatsanwalt Jochen Poschmann fühlt sich durch Politik und Presse unter Druck gesetzt und verlangt von der Kommissarin und ihren Kollegen innerhalb kürzester Zeit Ergebnisse. Doch der Mord geschah in den Wirren des Krieges, Familienangehörige und Zeitzeugen sind vermisst, verschollen oder bereits verstorben, die Spur ist längst kalt. „Die Zeit arbeitete gegen die Wahrheit und für das Vergessen“ – mit dieser Aussage möchte Gina Angelucci sich jedoch nicht abfinden und letztendlich wird ihre Hartnäckigkeit von Erfolg gekrönt.

Mit der vorliegenden Neuerscheinung „Unbarmherzig“ hielt ich das erste Buch von Inge Löhnig in meinen Händen. Obgleich es sich hierbei um den zweiten Fall der Reihe um die Kriminalkommissarin Gina Angelucci handelt, fand ich mich mühelos in der Geschichte zurecht. Die Autorin besitzt einen sehr flüssigen und einnehmenden Schreibstil, sie versteht es geschickt, den Leser ans Buch zu fesseln. Der brutale Mord und die interessante Ermittlungsarbeit der Kriminalbeamten bringen Spannung ins Buch, die Neugier auf die Identität des Täters wird geweckt. Rückblenden in die Vergangenheit erzählen von einer Munitionsfabrik der Nazis, in der zweitausend Kriegsgefangene, Sträflinge und Zwangsarbeiter tätig waren. Detaillierte Orts- und Zeitangaben ermöglichen eine gute Orientierung im steten Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Fokus ist auf die Protagonistin Gina Angelucci, ihre Kollegen, und ihre Familie gerichtet. Im Erzählstrang, der sich mit der Vergangenheit befasst, spielt eine junge Zwangsarbeiterin aus Riga namens Kairi Naujokate die Hauptrolle. Ihre Verschleppung, die beschwerliche Reise zur Heeresmunitionsanstalt und ihr hartes, entbehrungsreiches Leben in Altbruck werden dem Leser überzeugend nahegebracht. Inge Löhnig stellt ihren Protagonisten zahlreiche Nebenfiguren zur Seite und streut darüber hinaus einige Verdachtsmomente. Auch dem Privatleben von Gina Angelucci wird große Aufmerksamkeit zuteil, der Kommissarin und ihrer Familie droht Gefahr aus völlig unerwarteter Richtung. Ich empfand sowohl die Charakterzeichnung der handelnden Personen, als auch die Darstellung ihrer Konflikte als äußerst gelungen.

FAZIT: „Unbarmherzig“ war mein erstes, aber mit Sicherheit nicht das letzte Buch dieser Autorin. Der vorliegende Krimi hat mir sehr gut gefallen. Inge Löhnig bereitete mir mit ihrem Schreibstil, der spannenden Handlung und überzeugenden Charakteren großes Lesevergnügen und ich freue mich bereits auf weitere Bände dieser Reihe.

Unbarmherzig

Die Elternzeit ist vorbei für Gina Angelucci, Spezialistin für Cold Cases bei der Münchner Kripo. Während ihr Ehemann und Kollege Tino Dühnfort sich zuhause um die Tochter kümmert, bekommt es Gina mit einem alten Mordfall zu tun. Skelettteile wurden in dem idyllischen Dorf Altbruck gefunden und die Tat liegt Jahrzehnte zurück. Die Ermittlungen in einem solchen Cold-Case-Fall sind natürlich nicht einfach. Die Identität des Mordopfers zu klären gestaltet sich schwierig. Dabei wird Gina auch noch vom Oberstaatsanwalt unter Druck gesetzt, der auf schnelle Erledigung drängt. Doch sie will den Fall auf jeden Fall klären.

Dies ist nach „Gedenke mein“ der zweite Band um die Spezialistin für Cold Cases Gina Angelucci.

Der Schreibstil von Inge Löhnig ist wie immer sehr angenehm zu lesen. Die Geschichte ist von Anfang an spannend und hat mich gefesselt. Die Rückblenden in die Vergangenheit bringen uns zurück in eine schlimme Zeit. Man steckte Verschleppte, Kriegsgefangene und Sträflinge zur Zwangsarbeit in kriegswichtige Fabriken. In diesem Fall geht es um eine junge Zwangsarbeiterin aus Riga. Doch warum wurde diese Frau ermordet?

Die Charaktere sind sehr gut und glaubhaft dargestellt. Ich mag die sympathische Gina, die den Ehrgeiz hat, auch schwierigste Fälle zu klären. Auch wenn sie Druck bekommt, lässt sie sich von ihrem Vorhaben nicht abbringen. Notfalls greift sie auch zu außergewöhnlichen Methoden, um zum Ziel zu kommen. Auch wenn es lange her ist, gibt es immer noch Personen, die die Zeit damals erlebt haben, aber niemand will darüber reden, was damals geschehen ist.

Aber es gibt auch jemanden, der es auf Gina und ihre Familie abgesehen hat.

Ein sehr spannender und vielschichtiger Krimi mit historischem Hintergrund, den ich nur empfehlen kann.

Die Toten sollen einen Namen bekommen

Gina Angelucci kehrt in ihren Dienst bei der Mordkommission München, Abteilung Cold Cases, zurück. Tino Dühnfort bleibt mit Töchterchen Chiara zu Hause und nimmt jetzt seine Elternzeit. Die kleine Familie scheint rundum zufrieden und die Eltern bemühen sich zärtlich besorgt um das Wohlbefinden ihrer kleinen Chiara, die mit einem Herzfehler und dem Down-Syndrom geboren wurde.

Aktuell wurden in dem kleinen Ort Altbruck Schädel und Skelettteile von zwei Personen gefunden, die scheinbar 70–80 Jahre alt sind. Gina und ihr Team ermitteln. Gina erinnert sich noch gut, dass ihre enge Freundin Hermine als Teenie verschwand und man niemals wieder etwas von ihr hörte. Das ist einer der Gründe, weshalb sie den Toten einen Namen geben möchte und auch die Angehörigen verständigen will. Durch eine Isotopenanalyse stellt sich heraus, dass es sich um einen einheimischen Mann handeln muss und um eine Baltin. Als Information erfährt Gina, dass es im Ort ein Heeresmunitionslager gab, in welchem Zwangsarbeiterinnen tätig waren. In einem weiteren Strang kommt die Baltin Kairi zu Wort und man erfährt ferner wichtige Details über die jungen, einheimischen Burschen. Damit hat der Leser eindeutig einen Vorsprung gegenüber Ginas Ermittlungsarbeit. Ein geplanter Neubau, der am Leichenfundort erstellt werden soll, wird vorerst eingestellt.

Einzelne Bewohner haben sich mit der Geschichte des Ortes befasst und können Gina weiterhelfen. Die Leichenteile wurden von der Witwe Ella gefunden, sie und ein Teil ihrer Familie sind seit vielen Jahren zerstritten. Eine Versöhnung ist gerade im Gespräch und die Alten können sich an diese Zeit noch sehr gut erinnern und etwas zur Aufklärung beitragen. Und eine Person in Altbruck kennt die Wahrheit! Wird Gina sie auch herausfinden?

In München haben Gina und Tino das Gefühl von einer Frau gestalked zu werden und es kostet sie viele Nerven, dieses Thema abzuschließen.

Ich habe tatsächlich alle bisherigen Krimis der Autorin gelesen und ihr Schreibstil ist wie immer sehr flüssig zu lesen, spannend und man legt das Buch erst aus der Hand, wenn es ausgelesen ist. Es ist wie ein Treffen mit guten Freunden, die man einige Zeit nicht gesehen hat, alles wird nach ein paar Seiten wieder lebendig und präsent.

Sie beschreibt Gina, Tino und Chiara liebevoll und ihr Leben, sowohl privat als auch beruflich, sehr realistisch. Der Strang um die Stalkerin wurde gut aufgelöst. Auch die Ermittlungsarbeit und dieses Verbeißen von Gina konnte man gut mitverfolgen. Die Bewohner und ihr Verhältnis, ihre Streitereien untereinander und die Versöhnungsversuche wurden authentisch beschrieben und könnten überall so passieren. Die Auflösung hat sich schon vorher abgezeichnet, was aber der Spannung nicht geschadet hat. Auch das Verhalten von Gina am Ende fand ich sehr sympathisch.

Von mir gibt es auf jeden Fall auch für den 2. Band um Gina eine eindeutige Leseempfehlung!

Ein spannender Blick zurück ...

Zwei Jahre Elternzeit, die sie mit ihrer kleinen Tochter Chiara verbracht hat, sind für Gina Angelucci vorbei. Nun bleibt ihr Mann, Kommissar Konstantin „Tino“ Dühnfort, zuhause und probiert sich an Hausarbeit und Vaterpflichten aus. Gina kehrt an ihren alten Arbeitsplatz zu den ungelösten Fällen bei der Münchner Kripo zurück. Als in dem kleinen Dort Altbruck nördlich von München menschliche Knochen gefunden werden, erwacht ihr Ehrgeiz und sie will den Toten einen Namen und den Angehörigen Klarheit über ihre Vermissten geben.

Dies ist der zweite Fall, in dem sich Inge Löhnig der Partnerin meines Lieblingsermittlers gewidmet hat. Ich habe Gina, als ich sie kennengelernt habe, sofort ins Herz geschlossen und habe mich sehr gefreut, hier mit ihr auf Ermittlungstour gehen zu dürfen. Trotz aller Widerstände gelingt es der beharrlichen und ehrgeizigen Ermittlerin den gefundenen Knochen ein „Gesicht“ und einen Namen zu geben. Die Angehörigen haben nun endlich Gewissheit über den Verbleib ihrer Liebsten.

Auf zwei Zeitebenen, einmal im Hier und jetzt, einmal 1944 kurz vor Kriegsende – diese Kapitel sind in kursiv dargestellt – bei den Zwangsarbeitern einer Munitionsfabrik im Norden von München, begegne ich in dem kleinen Ort Altbruck Menschen, die bis heute ihre nationalistische Gesinnung nicht abgelegt haben. Gekonnt verwebt die Autorin ihre sehr guten Recherchen zu Zwangsrekrutierungen von osteuropäischen Arbeitskräften mit den Problemen zweier heute noch zerstrittenen Familien. Sehr berührt hat mich Ginas Besuch in Lettland. Aber dazu will ich hier nicht mehr verraten.

In diesem Krimi geht es sehr ruhig zu, was aber nicht heißt, dass er nicht spannend ist. Ich fand es sehr spannend zu lesen, was die Gerichtsmedizin aus über 90 Jahre alten Knochen alles herausfinden kann. Ich fand es spannend zu lesen, wie Gina ein kleines Puzzlestückchen nach dem anderen findet und die Teile dann auch noch richtig zusammen setzen kann. Die Spannung ist hintergründig immer präsent und hat mich festgehalten.

Die Menschen, die hier mitspielen, haben teilweise noch Erinnerungen an die damalige Zeit, sperren diese aber in sich ein. Sie wirken durch ihre Gefühle und Gedanken, die hier sehr klar beschrieben werden, menschlich, nahbar und ich kann mich gut in sie hinein versetzen.

Gina und Tino haben aber auch ihre privaten Probleme. Hier in Form einer Stalkerin, die das Glück der beiden bedroht. Und dann ist da die Frage: soll Chiara in die Kinderkrippe oder soll man sie selbst betreuen, bis sie in den Kindergarten kommt? Der fast normale Alltag eines jungen Elternpaares mit einer kleinen behinderten Tochter.

Da der Fall in sich abgeschlossen ist, kann er auch ohne Kenntnis des Vorgängerbuches gelesen werden. Es macht nur noch mehr Spaß, wenn man einige der Protagonisten schon kennt und ihren Weg bis hierher verfolgt hat.

Inge Löhnig hat mir mal wieder einen Krimi vorgelegt, bei dem es schwer ist, das Buch aus der Hand zu legen. Spannend, sehr gut recherchiert, interessant, unterhaltsam – genau so wie ich mir eine gute Geschichte vorstelle. Meine absolute Leseempfehlung!

Gerechtigkeit hat kein Verfallsdatum

Die noch junge Ermittlerin Gina Angelucci bekommt nach ihrer Elternzeit einen Fall auf den Tisch, der sie und die Leser in ein düsteres Kapitel der Vergangenheit führt. Das ist für Gina nichts Neues, denn sie ermittelt Cold Cases, rollt bisher ungelöste Fälle für die Münchner Kripo auf. In diesem Fall werden Knochen bei Bauarbeiten auf dem ehemaligen Gelände einer Munitionsfabrik in der Nähe von München gefunden. Das Interesse auf Seiten der betroffenen Gemeinde ist ebenso gering, wie das der Staatsanwaltschaft, diese alte Geschichte komplett aufzuarbeiten. Aber Gina findet, dass Gerechtigkeit auch nach Jahrzehnten wichtig ist und die Familien nur so zur Ruhe kommen.

Und jetzt wird es spannend, denn parallel zu Ginas Ermittlungen erfahren wir von zwei zerstrittenen Familien in eben jenem Dorf und wir springen als Leser hinein in das Leben der blutjungen Lettin Kairi, die als Zwangsarbeiterin in der Munitionsfabrik arbeiten muss.

Inge Löhning versteht es mit einer schönen anschaulichen Sprache, mit vielen Emotionen und starken Bildern die Lebenswelten verschiedener Frauen lebendig zu werden. Kunstvoll und intelligent verflicht sie die Schicksale dieser Frauen und Generationen zu einer sehr realistischen, glaubwürdigen Geschichte. Tatsächlich kommen in diesem Buch Männer nur als Randfiguren vor, aber das ist völlig in Ordnung.

Die zusätzlich eingeflochtene Geschichte einer Stalkerin, die Gina Angelucci und ihre Tochter bedroht, empfinde ich persönlich dagegen als völlig überflüssigen Fremdkörper. Die Geschichte braucht diese Nebenhandlung nicht, sie lenkt nur ab und erscheint mir wie nachträglich aufgepfropft.

Dass sich die Autorin das Schicksal der Zwangsarbeiter zum Thema eines Krimis ausgesucht hat, finde ich ganz großartig. Besonders gut hat mir der Schluss gefallen, bei dem nicht alles juristisch aufgeklärt, aber doch Frieden gestiftet wird. Wenn ein Roman nicht nur gut unterhält, sondern auch Erkenntnisse bringt, ist das wunderbar. Ich kann den Kriminalroman nur empfehlen.

Der Hunger nach Äpfeln

Ellen findet bei einem Spaziergang im idyllischen Dorf Altbruck Knochen. Die Knochen sind sehr alt und stammen von einem Mann und einer Frau. Gina Angelucci ist Spezialistin für Cold Cases bei der Münchner Kripo. Sie ist gerade aus der Elternzeit zurück und nimmt sich des Falles an. Während ihr Mann Tino Dühfnort, der auch bei der Kripo arbeitet, in Elternzeit ist und die gemeinsame Tochter Chiara betreut. Chiara hat das Downsyndrom. Gina will unbedingt herausfinden, wer die beiden Toten sind und warum sie sterben mussten. Sie kniet sich mächtig in den Fall rein und hat auch bald erste Erfolge vorzuweisen.

„Unbarmherzig“ von Inge Löhnig ist der zweite Krimi mit der Kommissarin Gina. Die Geschichte lässt sich gut lesen und schnell ist man mitten drin. Der Leser bekommt Rückblicke durch Tagebucheinträge, die Kiara vor ihrem Tod geschrieben hat. Kiara war eine Zwangsarbeiterin in einem Munitionslager.

Die Autorin ließ sich inspirieren von tatsächlichen Knochenfunden 2011 auf einem Kiesablageplatz. Spielende Kinder fanden die Knochen von Osteuropäern, die wohl in der nahegelegenen Heeresmunitionsanstalt gearbeitet haben. Inge Löhnig fragte sich, wie sind die dort hingekommen und wer waren die Toten. Diese Inspiration verarbeitete sie in diesem Buch.

Die Geschichte hat mehrere Erzählperspektiven und spielt in zwei Zeitebenen. Durch die Tagebucheinträge von Kiara erfährt man nach und nach, was damals passiert ist. Dadurch wird die Geschichte spannend und der Leser weiß mehr als die ermittelnden Beamten. Dennoch ist das Rätsel um die beiden Toten nicht schnell zu durchschauen. Fast bis zum Schluss kann der Leser rätseln, was wirklich passiert ist.

Gleichzeitig spitzt sich die Situation im Privaten auch zu. Toni und Gina werden von einer Frau verfolgt, die ihnen ständig auflauert. Allerdings passieren diese Ereignisse nur am Rande neben dem eigentlichen Cold Case Fall.

„Unbarmherzig“ von Inge Löhnig ist absolut empfehlenswert.

Spannender Krimi mit historischem Bezug

Gina Angelucci kehrt nach der Elternzeit wieder an ihre Arbeitsstelle zurück und wird gleich mit einem »Cold Case« betreut. Ein Knochenfund wirft viele Fragen auf. Die zwei Opfer scheinen vor über 70 Jahren erschossen worden zu sein, so dass die Recherchen bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges zurückreichen. Ein Zwangsarbeitslager, in dem auch baltische Kräfte untergebracht wurden, wird Zentrum der Ermittlungen. Kann man anhand der Knochen noch die Identität der beiden Toten ermitteln? Wie soll Gina in einer so fernen Vergangenheit noch den Täter ausfindig machen? Lebt dieser überhaupt noch? Viele Fragen ergeben sich in diesem komplizierten Fall, der die sympathische Ermittlerin noch sehr beschäftigen wird ...

»Unbarmherzig« ist der zweite Band um die engagierte und zugleich sehr sympathische Ermittlerin Gina Angelucci. Die sehr erfolgreiche Autorin Inge Löhnig konnte mich bereits mit dem ersten Teil der Serie begeistern, so dass ich mit hohen Erwartungen in ihr neues Buch gestartet bin. Schnell konnte sie mich aber wieder mit ihrem sehr lebendigen und hervorragend zu lesenden Schreibstil in den Bann ziehen. Der Spannungsbogen wird mit dem rätselhaften Knochenfund klassisch aufgebaut und es entwickelt sich eine raffiniert konstruierte Geschichte mit zwei Handlungssträngen. Geschickt wechselt Inge Löhnig zwischen den Zeiten und verleiht so dem Buch eine zusätzliche Dynamik. Der historische Bezug des Zweiten Weltkrieges wirkt sehr gut recherchiert, was dem Verlauf des Buches eine zusätzliche Tiefe gibt. Das Finale war in seiner Art für mich stimmig und völlig überzeugend.

Mit »Unbarmherzig« hat Inge Löhnig eine aus meiner Sicht fesselnde und zugleich völlig überzeugende Fortsetzung geschrieben, die mich noch auf weitere Fälle für die Ermittlerin hoffen lässt. Wieder einmal hat die Autorin ihren Ruf als Meisterin ihres Fachs unter Beweis gestellt, so dass ich das Buch sehr gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

Gelungene Mischung aus Historie und Gegenwart

Gina Angelucci ist kaum aus ihrer Elternzeit zurück, schon übernimmt die Spezialistin der Cold-Case-Abteilung der Kripo München einen neuen Fall. Im idyllischen Dorf Altbruck hat eine Frau namens Ella menschliche Überreste, die schon mehrere Jahrzehnte alt sind, gefunden. Gina nimmt die Herausforderung an, den scheinbar unlösbaren Fall aufzuklären, um die Identität der beiden herauszufinden. Was haben die beiden Leichen miteinander zu tun? Gibt es noch mehr Überreste? Was für ein Motiv steckt dahinter und lebt der Täter evtl. noch?

Während Gina in dem Fall ermittelt, übernimmt ihr Mann Tino die Elternzeit und kümmert sich um die gemeinsame Tochter. Dabei fällt beiden auf, dass immer eine mysteriöse Frau in ihrer Nähe umherschleicht. Wer ist sie und was will sie von der Familie?

Dies ist der zweite Teil der Gina-Angelucci-Reihe und man kann ihn unabhängig vom ersten Teil lesen. Ich fand diesen Teil sogar besser als den ersten Teil. Dieses Buch hat mich einfach noch mehr gefesselt und in seinen Bann gezogen, dass ich immer unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.

Das Buch spielt in zwei verschieden Zeiten und auch immer in unterschiedlichen Perspektiven. Die Abgrenzung der verschiedenen Zeiten und die unterschiedlichen Perspektiven wurden super miteinander verknüpft und auch immer der Spannungsbogen gehalten, sodass man bis zum Schluss nicht wusste, welche Wendungen dieses Buch nimmt.

Dieses Buch beschäftigt sich mit der Zeit kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges und zeigt auch die üblichen Facetten zu dieser Zeit auf. Es wird damit ein Stück deutsche Geschichte perfekt umgesetzt. Außerdem wird das Thema der politischen Rechtseinstellung durch das Privatleben der Gina Angelucci und ihrem Mann Tino mit einem Down-Syndrom Kind gekonnt ein aktuelles Thema aufgegriffen und auch näher beleuchtet.

Durch die unterschiedlichen Wendungen und dem offen gehaltenen Abschluss des Buches folgt die Autorin keinem Schema – wie es andere Autoren tun. Somit macht es dieses Buch noch einzigartiger. Ebenfalls ließ es sich einfach durch die relativ kurzen Kapitel lesen. Gut fand ich außerdem, dass teilweise auch in dem Münchener Dialekt geschrieben wurde, da konnte man sich noch besser in die Gegend reindenken.

Dadurch, dass viele Personen mit Namen und teilweise auch deren Verwanschaftsverhältnisse vorkommen, kann dies etwas verwirren.

Trotzdem ist dieser Kriminalroman nur zu empfehlen.

War mir etwas zu vorhersehbar

In einem Ort nahe München werden die Überreste zweier Toter gefunden, die Knochen lagen dort seit ca. 70 Jahren. Gina Angelucci, gerade aus der Elternzeit zurück am Arbeitsplatz, will den Fall unbedingt bearbeiten, sie hofft, trotz der langen Zeit, die Toten identifizieren zu können, damit deren Angehörige endlich erfahren, was mit ihnen passiert ist, und, im besten Fall kann auch der Täter noch ermittelt werden.

Gina Angelucci bearbeitet hier ihren zweiten Cold-Cases-Fall, während Dühnfort sie in der Elternzeit ablöst und sich um Töchterchen Chiara kümmert. Sie ist einerseits froh, wieder im Dienst zu sein, andererseits vermisst sie die Zeit mit Chiara – welche berufstätige Mutter kennt das nicht? Der aktuelle Fall, um den sie zunächst kämpfen muss, weckt Erinnerungen in ihr, womöglich werden hier die Weichen zu Band 3 gestellt? Er weckt aber auch Erinnerungen an eine schlimme Zeit und führt den Leser ins Jahr 1944 und eine Heeresmunitionsfabrik, in der osteuropäische Zwangsarbeiter arbeiten mussten. Über diese Zeit erfährt man einerseits durch Erinnerungen der noch Lebenden, andererseits durch Tagebuchaufzeichnungen eines der Opfer.

Inge Löhnig hat einen sehr lebendigen Schreibstil, der den Leser schnell packt und ihn nur so durch die Geschichte fliegen lässt. Wer zudem den ersten Gina-Band und auch die Dühnfort-Bände kennt, wird sich schnell heimisch fühlen und sich über das Wiedersehen vor allem mit diesen beiden Protagonisten freuen. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe anderer gelungener Charaktere, die man zum Teil recht gut kennenlernt und die einen auch emotional berühren.

Leider fand ich den Roman schnell sehr vorhersehbar, es gab für mich keine Überraschungen, keine Wendung, die ich nicht schon vorher geahnt hätte. Das ist ein bisschen schade, denn wirkliches Miträtseln war dadurch nicht möglich. Nicht sehr gelungen scheint mir auch ein Storystrang, der zum letzten Fall Ginas zurückreicht, und den ich eher störend fand, zumal er dann auch ziemlich schnell abgehandelt war. Mir hätte es besser gefallen, wenn der Fokus auf dem Cold Case geblieben wäre. Dessen Lösung, auch wenn vorhersehbar, ist logisch und zufriedenstellend. Mir hat auch gefallen, dass der Roman nach der Auflösung nicht gleich zu Ende war, sondern noch einen schönen kleinen „Epilog“ hatte.

Es ist keine Frage, dass ich Inge Löhnigs Romane allen Krimifans empfehlen kann, es ist auch keine Frage, dass ich diesen gerne gelesen habe und die Thematik gelungen ist, ich hätte mir nur ein klein wenig mehr Spannung und Überraschungen gewünscht, dafür hätte der bereits erwähnte Erzählstrang gerne wegfallen können. Für volle Punktzahl reicht es daher leider nicht, ich vergebe „nur“ 4 Sterne.

Kommissariat "Ungeklärte Altfälle"

Gina Angelucci ermittelt in ihrem zweiten Fall.

Die Kommissarin Gina Angelucci ist nach ihrer Elternzeit wieder ins Kommissariat „Cold Cases“ für ungeklärte Altfälle, K12 zurückgekehrt. Dort gibt es jede Menge zu tun, doch Skelettfunde in Altbruck, etwas nördlich von München, lassen sie nicht los. Gegen den Widerstand des Oberstaatsanwalts beginnt sie zu ermitteln. Die erste Spur führt in das neu ausgewiesene Gewerbegebiet der Gemeinde, wo sich zur Zeit des Nationalsozialismus eine Munitionsfabrik befand. Das männliche Skelett scheint zu einem jungen Mann zu gehören, der aus der Nähe kam und in den letzten Kriegsmonaten verschwunden ist. Das weibliche Opfer jedoch, welches aus dem Baltikum zu stammen scheint, gibt Rätsel auf. Könnte es sich um die sterblichen Überreste einer jungen Lettin handeln, die zeitgleich mit dem jungen Mann verschwunden ist? Gina will es sich zur Aufgabe machen, den Toten ihre Identität wiederzugeben. Doch nicht alle Bewohner des Dorfes sind an einer Lösung des Falls interessiert.

Schon im Prolog ist der Leser dabei, als ein Liebespaar erschossen wird. Die Spannung setzt also unmittelbar bei Beginn des Buches ein. 51 Kapitel in angenehmer Länge, lebhafte Dialoge, zum Teil im Dialekt, was mir besondere Freude machte, bildhafter Schreibstil und hervorragend gezeichnete Charaktere waren der Grund, warum ich sofort in Lesefluss kam und ungern die Lektüre unterbrach. Bis der Fall geklärt und der letzte Satz gelesen war, fiel es mir schwer, das Buch überhaupt aus der Hand zu legen.

Die Autorin verwendet die auktoriale Erzählweise, der Leser ist also immer nah am Geschehen und etwas besser informiert als die ermittelnden Beamten. Es handelt sich um einen Plot in zwei Zeitebenen. Zum einen, kursiv geschrieben und somit deutlich hervorgehoben, der Rückblick ins Jahr 1944, als Tagebucheintrag der Lettin Kairi. Zum anderen die Gegenwart, die die Ermittlungsarbeit und das nicht minder aufregende Privatleben der Kommissarin aufzeigt. Gleichzeitig wird auch ein langjähriges Eifersuchtsdrama und eine daraus resultierende, mir sehr zu Herzen gehende, Familienfehde erzählt.

Löhnig hat mich mit diesem atmosphärisch dichten Kriminalroman hervorragend unterhalten, obwohl ich den Vorgängerband nicht gelesen habe, hatte ich keinerlei Mühe der Geschichte zu folgen. Besonders anrührend fand ich die Bestrebungen der Protagonistin, den Familien der Opfer nach so vielen Jahren noch die Gewissheit über das Schicksal ihrer Lieben zu geben. Das wurde auch im Buch zu einem zufriedenstellenden Abschluss gebracht. Die Charaktere sind gut gelungen. Gina war natürlich meine Lieblingsfigur, eine gute Polizistin und Mutter. Den beiden verfeindeten Cousinen Lisbeth und Toni gehörte meine Sympathie, so wie auch der jungen Zwangsarbeiterin Kairi. Ihre Notizen im Tagebuch haben mich zu Tränen gerührt. Inge Löhnig gibt allen Figuren ihre Geschichte, selbst den eher unbedeutenden. Ein überaus ergreifender Plot aus der Nazi-Zeit und die Spannung aus den gegenwärtigen Ermittlungen, dazu der private Stalker-Fall. Ich bin begeistert und der Vorgängerband steht nun ganz oben auf meiner Leseliste.

Ich hoffe, dass es noch weitere Gelegenheiten gibt, Gina Angelucci, ihrer sympathischen Familie und den tüchtigen Kollegen bei weiteren Fällen zu begegnen. Eine absolute Leseempfehlung für die Fans von Inge Löhnig. Ein mitreißender Krimi, der alles hat, was eine fesselnde Geschichte braucht, deshalb von mir 5 Sterne.

Jahrelanger Familienstreit

Auch dieser Krimi der Autorin hat mir wieder sehr gut gefallen. Es geht um eine alte Familienfehde und um Zwangsarbeit in den 40er Jahren. Die Geschichte spielt in einem kleinen Dorf in der Nähe von München. Sie wird in zwei Zeitebenen erzählt.

Gina Angelucci kehrt nach zwei Jahren Elternzeit als Ermittlerin für ungelöste Kriminalfälle in ihren Beruf zurück. Als alte Knochen gefunden werden, übernimmt sie den Fall. Sie muss viele Puzzleteile zusammensetzen, damit sie den Toten die Identität zurückgeben kann und die noch lebenden Angehörigen erfahren, was damals passiert ist.

Das Buch lässt sich flüssig lesen. Spannend geschrieben und das ohne Blutvergießen. Für mich ein solider Krimi mit geschichtlichem Hintergrund. Gina, die sich in den Fall festbeißt und nicht locker lässt, sie gefällt mir gut in ihrer Rolle.

Nicht nur für Fans der Autorin zu empfehlen.

Spannend und abwechslungsreich erzählter, real verankerter Krimi

Fall 2 für Gina Angelucci, Mutter, Partnerin und Spezialistin für »Cold Cases« in München. Aus ein paar realen Dokumenten und Begebenheiten spinnt Inge Löhnig einen Kriminalroman um Heimat, Verbrechen und Schuld. Die Motive, nach denen Menschen Verbrechen begehen und begangen haben, sind oftmals »banal«, die Geschichten, wie es dazu kam, dafür meist sehr vielfältig.

Dies trifft auch auf diesen Roman zu. Sobald in Altbruck, einem fiktiven Dorf hinter München, menschliche Knochen gefunden werden und Gina und Kollegen sich mit allen Mitteln in ihre Ermittlungen vertiefen, gerät das Buch zum Pageturner.

Kurze Kapitel und schnelle Handlungswechsel zwischen Ginas Arbeit, ihrem Privatleben und dem Leben in Altbruck mitsamt den Problemen der Bewohner bringen angenehme Abwechslung rein. Gespickt wird alles mit Rückblicken ins Jahr 1944, dem Jahr, als die Morde an den nun gefundenen Opfern begangen wurden.

Es ist faszinierend zu lesen, wie die Abteilung für ungelöste Fälle mit einer Mischung aus der üblichen Tatortarbeit, modernen wissenschaftlichen Methoden, mühsamen Befragungen und (Internet-) Recherche langsam und stetig Puzzleteil für Puzzleteil zusammensetzen und Identitäten, Umstände, Beteiligte, Mitwisser langsam freilegen.

Das Ende hat mehrere Facetten und lässt einen zwiegespalten zurück. Es ist wohl wie im realen Leben auch: Es gibt schöne Momente, berührende und solche, die man gerne anders gehabt hätte. Nicht alles lässt sich klären, Krimis sind kein Wunschkonzert.

Spannend und authentisch geschildert

Als in Altbruck Teile von zwei Skeletten gefunden werden, wird bald klar, dass die Leichen schon seit mehreren Jahrzehnten verscharrt waren. Gina Angelucci, Spezialistin für Cold Cases bei der Kripo München, übernimmt mit ihrem Kollegen die Ermittlungen. Zunächst scheint es schwierig, die Identitäten der Toten festzustellen. Doch bald wird klar, dass die Geschehnisse etwas mit der Munitionsfabrik und dem Zwangsarbeitslager zu tun haben müssen.

Mit dieser Geschichte holt die Autorin Inge Löhnig sehr weit aus und lässt die Ermittler in der Zeit des Nationalsozialismus nach Zusammenhängen graben. Auf zwei Zeitebenen verbindet sie die Geschichte der Opfer mit den Ermittlungen der Kripo, so dass sich dem Leser die Verbindungen nach und nach aufrollen. Die Atmosphäre im Dorf fängt sie dabei gekonnt ein, mit all den Geheimnissen und Streitigkeiten, die sich durch mehrere Generationen hindurchziehen. Der geschichtliche Hintergrund ist gut recherchiert, die geschilderten Ereignisse wirken dadurch sehr authentisch. Die Autorin lässt auch gesellschaftskritische Töne nicht vermissen, wenn es z.B. um Themen wie schlechte Bezahlung in der Pflege geht, aber auch die Behinderung der kleinen Chiara oder „braune“ Überzeugungen, sowohl in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart. Erschütternd sind die Details, die aus dem Leben der Zwangsarbeiter erzählet werden. Bis zum Schluss bleibt es spannend, wer hinter den gefundenen Skelettteilen steckt, die Auflösung ist schlüssig und genau passend zur Geschichte.

Dieser Cold Case ist so spannend und unterhaltsam geschrieben, dass ich das Buch unbedingt weiterempfehlen möchte. Der Fall ist in sich abgeschlossen, so dass man diese Geschichte ohne Kenntnisse der Reihe lesen kann, mehr Lesevergnügen hat jedoch, wer die beiden Hauptpersonen der Reihe, Gina Angelucci und Tino Dühnfort, bereits näher kennengelernt hat. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht!