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Unterwegs im Leichenwagen

Der 20. Fall für Lew Archer. Roman
Buch
Taschenbuch, 432 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3257300522

ISBN-13: 

9783257300529

Erscheinungsdatum: 

25.10.2017

Preis: 

16,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 293.659
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3257300522

Beschreibung von Bücher.de: 

Eigentlich hatte man Lew Archer nur auf Colonel Blackwells ungeliebten Schwiegersohn in spe angesetzt. Doch kaum beginnt er zu ermitteln, stößt er auf eine heiße Spur, welche über verschiedene Leichen bis nach Mexiko und zurück nach Malibu führt. Dabei kreuzt ein als Fun Car genutzter Leichenwagen immer wieder Archers Weg. Sixties, Surfkultur und Generationenkonflikt sorgen für Spannungen und für Spannung.

Kriminetz-Rezensionen

Ein Ausflug in die Sixties

Eine Dektektivgeschichte aus den Swinging Sixties, zu einer Zeit, als Frauen vor allem eines, nämlich hübsch zu sein hatten. Waren sie mehr und entsprachen nicht mehr dem gängigen Klischee, so galten sie als durchtrieben, wenn nicht gar h

interhältig. Ross MacDonald spielt mit diesen Bildern, karrikiert sie und treibt sie auf die Spitze. Der Vater von Harriet Blackwell, die kurz davor steht, das Erbe ihrer Tante anzutreten, das ihr ab dem Alter von 25 Jahren zur Verfügung steht, heuert Detektiv Archer an. Denn Harriett will sich verehelichen. Der Maler entspricht nicht der Vorstellung, die Colonel Blackwell von seinem zukünftigen Schwiegersohn hat. Aber das junge Paar flieht. Archer findet heraus, dass der Bräutigam verschiedene Identitäten verwendet. In Malibu, wo Archer recherchiert, sind nicht nur »die Beach Boys und Girls auf dem Road Trip unterwegs«. Immer wieder kreuzen junge Leute, die im Leichenwagen unterwegs sind, seinen Weg.

Da ist die Ex des Auftraggebers, eine dem Alkohol zugeneigte Schönheit, deren Konturen allmählich verschwimmen. Das Personal des Romans ist insgesamt ziemlich trinkfest. Alkoholika werden weggeputzt wie Gläser, die randvoll mit Wasser gefüllt sind. Leichen werden gefunden. Harrietts Verlobter erscheint immer suspekter.

Ross MacDonald greift neben dem gesellschaftlichen Klischeebild in seinem Roman Themen auf, die damals höchstens hinter vorgehaltener Hand und in geschlossenen Räumen vage angedeutet wurden. Colonel Blackwell liebt seine Tochter auf eine sonderbare Art, die weit über eine reine Vater-Tochter-Liebe hinauszugehen scheint. Er bezeichnet sie selbst als seinen Besitz.

Den Roman zu lesen kommt einer Zeitreise in die Sixties gleich, abgeglichen mit den eigenen Erinnerungen in einer persiflierten Welt. Umso erstaunlicher, dass das Buch in jener Zeit entstand. Die Originalausgabe erschien im Jahr 1962 in New York, und nun im Jahr 2017 bei Diogenes eine Neuübersetzung aus dem Amerikanischen von Karsten Singelmann. Donna Leon hat das Nachwort geschrieben. Zitat: »Die unerschütterliche, bis an die Schmerzgrenze gehende Menschlichkeit dieses Detektivs ist eins der Wunder dieses Buchs.«

Sehr unterhaltsam und spannend zu lesen!