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Die Verbrannten

Roman
Buch
Gebundene Ausgabe, 256 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3956140559

ISBN-13: 

9783956140556

Auflage: 

1 (09.09.2015)

Preis: 

19,95 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 547.991
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3956140559

Beschreibung von Bücher.de: 

Santa Rita, ein unbedeutendes Kaff im Süden Mexikos. In einer Notunterkunft für zentralamerikanische Flüchtlinge auf dem Weg in die USA wird ein Feuer gelegt, dem zahlreiche Männer, Frauen und Kinder zum Opfer fallen. Irma, genannt La Negra, wird zur Untersuchung des Vorfalls zum lokalen Büro der Nationalkomission für Migration geschickt. Dort sind ihre Nachforschungen wenig willkommen und in einem Klima der Angst ist keiner der Überlebenden bereit, zu den Ereignissen in der Nacht des Anschlags auszusagen - bis auf die zwanzigjährige Yein, die zu Irmas einziger Zeugin wird. Doch in einem Land, wo Zentralamerikaner allenfalls als Menschen zweiter Klasse betrachtet werden und wo Behörden, Polizei und kriminelle Banden gemeinsam ein zynisches Geschäft betreiben, das noch den letzten Peso aus den Flüchtlingen herausquetscht, kann es tödliche Folgen haben, den Dingen auf den Grund zu gehen. In diesem vielstimmig orchestrierten und schonungslos rauen politischen Roman porträtiert Antonio Ortuño ein menschenverachtendes System, das die Schwächsten ausraubt, vergewaltigt, verbrennt und schließlich in Massengräbern verschwinden lässt.

Kriminetz-Rezensionen

Keine leichte Kost!

Antonio Ortunos im Kunstmann Verlag erschienener Roman „Die Verbrannten“ ist keine leichte Kost. Vielmehr handelt es sich um ein schwieriges Buch und das in vielerlei Hinsicht. Zunächst einmal ist das Thema brandaktuell. Es geht um die Flüchtlings- und Migrationsbewegungen in der Neuen Welt. Hierbei spielt Mexiko eine entscheidende Rolle. Denn viele Mexikaner wollen in die USA oder nach Kanada, um dort am Wohlstand zu partizipieren. Und zugleich dient Mexiko als Transitland für Flüchtlinge aus Zentralamerika. Mexiko ist verglichen mit Honduras und anderen vergleichbaren Staaten recht wohlhabend und dient den Migranten aus dem Süden als Projektionsfläche für ihre Utopie USA.

So kommen uns viele Themen aus „Die Verbrannten“ nur allzu aktuell vor. In Santa Rita, einem unbedeutenden Kaff im Süden Mexikos, wird in einer Notunterkunft für zentralamerikanische Flüchtlinge Feuer gelegt, dem zahlreiche Kinder, Frauen und Männer zum Opfer fallen. Die Sozialarbeiterin Irma wird zur Untersuchung des Vorfalls vor Ort geschickt. In einem Klima der Angst, das von der mexikanischen Mafia, Schlepperbanden und korrupten Behörden geschürt wird, versucht sie der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Sie freundet sich mit der Zeugin Yein an und nicht nur sie, sondern auch Irmas kleine Tochter geraten in Gefahr … Zugleich kämpft Irma mit ihrem degenerierten Exmann, der auf seine Art am Unglück der Flüchtlinge teilhat und Irma das Leben schwermachen möchte.

„Die Verbrannten“ schockiert durch eine prosaische Sprache, unmaskierte Gewalt und brutalen Psychoterror. Zudem tut sich der Roman schwer, die Balance zwischen Kriminal-, Gesellschafts- und Beziehungsroman zu finden. Last but not least wirken alle Charaktere schwer und sperrig. Nichtsdestotrotz ist die „Verbrannten“ zur unbedingten Lektüre zu empfehlen. Es wird mehr als deutlich, dass nicht nur Europa und Deutschland mit einer Flüchtlingskrise zu kämpfen haben, sondern dass dieses Phänomen global verbreitet ist. Und der Blick auf das Andere ermöglicht uns vielleicht eine gelungene Reflexion über den Umgang mit den eigenen Problemen. Insofern kann Alterität der positiven Existenzbewältigung dienen.