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Der Verein der Linkshänder

Roman
Buch
Gebundene Ausgabe, 608 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3442758157

ISBN-13: 

9783442758159

Erscheinungsdatum: 

23.09.2019

Preis: 

24,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3442758157

Beschreibung von Bücher.de: 

Kommissar Van Veeteren und Inspektor Barbarotti auf der Spur eines Mörders, der alle zum Narren hält.

Kommissar Van Veeteren - mittlerweile im Ruhestand, aber so legendär wie eh undje - bereitet sich innerlich darauf vor, seinen 75. Geburtstag zu feiern, als ein früherer Kollege auftaucht, um ihn von einem alten Fall zu berichten. Damals waren in einer Pension in Oosterby vier Menschen ums Leben gekommen, die nur eines gemeinsam hatten: die Mitgliedschaft in einem »Verein der Linkshänder«. Da das fünfte am Treffen teilnehmende Mitglied verschwunden war, wurde der Mann schnell als Täter identifiziert, aber niemals gefunden.

Nun ist überaschend nach Jahren seine Leiche aufgetaucht, offensichtlich wurde er zur selben Zeit ermordet wie die anderen. Mit anderen Worten: Van Veeteren und seine Kollegen haben damals versagt, der Mörder ist weiter auf freiem Fuß. Bald danach wird eine weitere Männerleiche gefunden - mit den Ermittlungen hier betraut: ein gewisser Inspektor Barbarotti ...

Kriminetz-Rezensionen

Ein alter Fall wird aktuell

Der Ruheständler und ehemalige Kommissar Van Veeteren steht kurz vor seinem fünfundsiebzigsten Geburtstag, als ihn ein Kollege besucht und von einem alten Fall berichtet. Vier Mitglieder des „Verein der Linkshänder“ wurden vom fünften Mitglied des Vereins ermordet. Der Täter wurde aber nie gefunden. Doch nun ist seine Leiche aufgetaucht und offensichtlich wurde er zur gleichen Zeit ermordet wie die anderen. Da ist der Polizei und somit Van Veeteren damals ein Fehler unterlaufen. Als ein weiterer Toter auftaucht, führt Inspektor Barbarotti die Ermittlungen.

Ich habe von Håkan Nesser zuvor nur „Am Abend des Mordes“ gelesen, kannte somit Van Veeteren nicht. Aber ich mag Skandinavien-Krimis und die meist etwas düstere Atmosphäre.

Der anspruchsvolle Schreibstil von Håkan Nesser gefällt mir sehr gut, er weiß seine Leser zu packen.

Es ist eine interessante Konstellation, dass Barbarotti und Van Veeteren hier in einem Fall ermitteln, bei dem es zu verschiedenen Zeiten Tote gibt. Die unterschiedlichen Zeitstränge wechseln sich ab und so erfährt man ausführlich, was damals geschehen ist und wieso es zu diesem Irrtum kam.

Die Charaktere sind gut und authentisch gezeichnet. Van Veeteren und auch Barbarotti sind menschlich dargestellt und haben auch ihre Schwächen.

Dieser Krimi ist spannend, aber zwischendurch lässt die Spannung auch schon mal nach. Es gibt einige Verdächtige. Bei den Ermittlungen gibt es immer wieder Wendungen, die dafür sorgen, dass man nicht zu schnell auf den Täter kommt. Trotzdem hatte ich recht schnell den Eindruck, als wäre ich den beiden Ermittlern einen Schritt voraus. Dennoch hat mir dieser Krimi sehr gut gefallen.

Eindrückliche Begebenheiten

In den Fünfzigerjahren gründeten Marten Winckelstroop, der ohne Vater aufwuchs, und Rejmus Fiste, der stottert, den Verein der Linkshändler. Mit den Jahren stießen noch ein paar wenige dazu, nämlich Kuno, Qvintus, sowie die Zwillingsschwestern Clara und Brigitte. Gemeinsam haben sie schöne Stunden verbracht, doch ein Geheimnis lag wie ein Fluch auf diesem Verein. Im Jahr 1991 lud einer davon die Gruppe auf ein Wiedersehen in eine Pension in Oosterby ein. Jeder Eingeladene hatte ein mulmiges Gefühl und in der Tat: Dort passierte etwas Schreckliches.

Der ehemalige Kommissar Van Veeteren löste diesen Fall, alles schien klar zu sein. Bis eine neue Leiche auftaucht und die gesamten Ermittlungen von damals in Frage stellt. Dass Van Veeteren falsche Annahmen machte, lässt diesen nicht kalt, und so hilft er, gemeinsam mit seiner Frau Ulrike, auch in seinem hohen Alter bei den neuen Ermittlungen dem aktuellen Kommissar Radovic. Mit dabei sind auch der bekannte schwedische Ermittler Gunnar Barbarotti und dessen Kollegin Eva Backman.

Mir gefällt diese Geschichte sehr. Gut, einige Kapitel könnte man kürzen, doch bleibt es bis zum Schluss spannend. Auffallend ist, dass die Zeiten von Kapitel zu Kapitel wechseln. Mal sind wir in den Sechzigerjahren, dann im 2012 und schließlich in 1991. Das macht die Geschichte anspruchsvoll. Herzerwärmend finde ich die Dialoge zwischen Van Veeteren und Ulrike, so wie später die des Ermittlerduos Barbarotti und Backman. Sehr empfehlenswert.

Komplexe und packende Geschichte

Der legendäre Kommissar Van Veeteren geht mittlerweile auf die 75 zu, was ihm selber ein wenig zu schaffen macht. Er möchte dieses Ereignis auf keinen Fall mit anderen Personen als seiner eigenen Frau feiern und gibt daher vor, sich auf einem Urlaub in Neuseeland zu befinden. In Wirklichkeit wird er von seinem ehemaligen Kollegen mit einem vermeintlich gelösten Fall aus der gemeinsamen Vergangenheit konfrontiert. Der vermutete und bis dahin noch nicht gefasste Täter eines Vierfachmordes wird nach mehreren Jahren in der Nähe des Tatortes ermordet aufgefunden und scheidet somit als Verdächtiger aus. Die beiden haben sich damals bei ihren Ermittlungen täuschen lassen und der Fall lässt Van Veeteren keine Ruhe. Gemeinsam mit seiner Frau spielt er den alten Fall immer wieder durch und stößt dabei auf neue Erkenntnisse ...

Ich habe bisher schon viel von den Kriminalromanen aus der Feder des erfolgreichen Autors Håkan Nesser gehört bzw. gelesen, konnte mir aber noch kein eigenes Bild über ihn machen. Ich war daher sehr gespannt auf sein neues Werk und bin mit hohen Erwartungen in das Buch gestartet. Schnell hatte mich Håkan Nesser mit seiner tiefgründigen und sehr eingängigen Schreibweise, die aus meiner Sicht manchmal einen philosophischen Ansatz besitzt, in den Bann gezogen. Er erzählt die Geschichte in drei Handlungssträngen, die in unterschiedlichen Zeiten spielen. Mit den Wechseln erhöht er das Erzähltempo, fordert aber vom Leser die volle Aufmerksamkeit, um der komplexen und raffiniert aufgebauten Story folgen zu können. Der Leser wird dabei zunächst im Unklaren gelassen und kann so viele eigene Überlegungen bezüglich der mysteriösen Geschehnisse in der Vergangenheit anstellen. Gleichzeitig baut sich der Spannungsbogen immer weiter auf und das Buch zieht den Leser immer mehr in den Sog und lässt ihn nicht mehr los. Die Seiten flogen nur so an mir vorbei und ich wurde im Finale von einer sehr schlüssigen Auflösung überrascht.

»Der Verein der Linkshänder« ist aus meiner Sicht ein sehr hochwertiger und fesselnder Kriminalroman, der nicht nur mit einer spannenden Geschichte, sondern auch mit interessanten Charakteren und der Sprachgewalt des Autors punkten kann. Ich bewerte das Buch daher mit den vollen fünf von fünf Punkten und empfehle es sehr gerne weiter!!!

Niemand ist unfehlbar

Zum Inhalt:
Vor etwa zwanzig Jahren fand in einem Hotel ein Treffen von fünf Mitgliedern des „Vereins der Linkshänder“ statt, welcher seinerseits vor weiteren zwanzig Jahren von norwegischen Teenagern gegründet wurde. Das Hotel brannte durch Brandstiftung ab, man fand vier Leichen und verdächtigte Teilnehmer Nummer fünf, der Mörder zu sein. Doch jetzt wird eine weitere Leiche ausgegraben, die ohne Zweifel der Vermisste ist. Der pensionierte Kommissar Van Veeteren war an den Ermittlungen beteiligt und fühlt sich deshalb bemüßigt, trotz Ruhestand die Hintergründe aufzudecken und den wahren Mörder zu finden. Dabei unterstützt ihn nicht nur seine Lebensgefährtin, sondern auch der schwedische Inspektor Barbarotti, in dessen Verantwortung eine Mordermittlung fällt, die mit dem Verbrechen in Zusammenhang steht.

Mein Eindruck:
Dieser Roman ist ein kriminalistisches Meisterwerk, da er nicht nur zwei beliebte Protagonisten aus Nessers Kosmos zusammenbringt, sondern zusätzlich drei Zeitebenen bespielt. Neben Gegenwart und Vergangenheit des Hotelbrandes gibt es noch eine Zeit, in der die Gründung des Vereins der Linkshänder und die Vorkommnisse beschrieben werden, die letztendlich zu allen weiteren Begebenheiten geführt haben. Der Flügelschlag des Schmetterlings in einer bösen, mutwilligen Version.

Seine Personen sind getriebene, vom Leben gezeichnete Menschen. Allen ist eine Vergangenheit gemein, die – nordisch by nature – von Stolpersteinen und schlechten Voraussetzungen geprägt ist. Selbst wenn „Gott ein Fenster öffnet“, muss das keine liebevolle, göttliche Fügung sein, sondern ist oft nur der Durchgang in ein weiteres Zimmer des Irrgartens, der sich Weiterleben schimpft. Die philosophischen Tendenzen der beiden (Ex-)Polizisten sind gut zu verkraften, zeigen sie doch eine gewisse Altersmilde, die wohl langsam auch den Autoren ergreift.

Die für die Morde verantwortliche Person ist mit ein bisschen Spürsinn schnell identifiziert, doch der Weg, der hier das Ziel ist, zeigt sich mit vielen guten Ideen, Gesprächen und interessanten Nebenfiguren gepflastert. Und so ist der Roman trotz seiner vielen Seiten an keiner Stelle langweilig.

Mein Fazit:
Auch große Kommissare machen Fehler – das beruhigt!

Club der toten Linkshänder

Kommissar Van Veeteren und Inspektor Barbarotti auf der Spur eines Mörders der alle zum Narren hält.

Van Veeteren bereitet sich darauf vor, seinen 75. Geburtstag zu feiern, da konfrontiert ihn sein Nachfolger, Kommissar Münster, mit einem Fall aus der Vergangenheit. 21 Jahre zuvor sind bei einem Brand in Oosterby, vier Menschen ums Leben gekommen, sie alle waren Mitglieder im Verein der Linkshänder. Da das fünfte Mitglied fehlte, wurde es kurzerhand als Täter identifiziert. Doch 21 Jahre später ist dessen Leiche ebenfalls nicht weit entfernt von der Brandstätte aufgefunden worden, offensichtlich zur gleichen Zeit ermordet. Es liegt der Verdacht nahe, dass sich der wahre Mörder noch auf freiem Fuß befindet. Da Van Veeteren ganz in der Nähe seinen Geburtstag begehen will, liegt es nahe, ein wenig zu ermitteln. Gelingt es ihm zusammen mit Inspektor Barbarotti den Cold Case zu lösen?

Das Buch ist in 3 Teile gegliedert, die in 63 Kapitel aufgeteilt sind. Da jedes Kapitel mit Ort und Datum versehen ist, war es leicht den Überblick zu behalten. Der Autor bedient sich der auktorialen Erzählweise, lässt jedoch im dritten Teil eine Figur einige Tagebucheinträge aus der Ich-Perspektive erzählen. Der Leser ist somit den ermittelnden Beamten immer einen Schritt voraus. Besondere Ausdrücke, Gedanken, fremdsprachliche Phrasen sind kursiv gedruckt und als solche deutlich hervorgehoben. Die Erzählung umfasst einen Zeitraum von 1969 bis in die Gegenwart, deshalb wechselt sie immer wieder zwischen drei Zeitebenen. Humorvolle Dialoge und ein flüssiger Erzählstil machen müheloses Lesen leicht. Die relativ große Schrift tut das Ihrige dazu.

Die Spannung wird langsam, aber stetig aufgebaut, nur zu Beginn des zweiten Teiles, als das Setting wechselt, hatte ich einen kleinen Hänger. Doch die Spannung und der knifflige Fall haben mich sofort wieder gefesselt. Immer wieder verfällt der nun schon etwas betagte Protagonist in psychologische Gedanken, die sein Alter und seine eigene Endlichkeit betreffen, das hat mir weniger gefallen, die etlichen Vorgängerbände die ich mit diesem Kommissar gelesen habe fand ich deshalb besser. Durch die verschiedenen Zeitebenen und die Menge an Charakteren kam ich etwas zäh in Lesefluss. Sehr gut fand ich das Zusammenspiel, der verschiedenen Nesser-Kommissare Münster, Van Veteeren und Barbarotti, eine wirklich gelungene Idee.

Der Plot war stets nachvollziehbar und die handelnden Charaktere gut gezeichnet und authentisch. Meine Lieblingsfigur war Ulrike Fremdli, die Partnerin von Van Veeteren, sehr interessant war, dass sie m.E. noch viel mehr Spaß an den Ermittlungen als V.V. hatte. Der Umgang der beiden miteinander, hat mir sehr viel Freude bereitet und so liefern sie sich des Öfteren heitere Dialoge, z.B. auf Seite 138: „Sitzt du da und gähnst, während ich versuche, dich zu unterhalten?“ „Ich habe nicht gegähnt, nur ein wenig an Sauerstoffmangel gelitten.“ „Und was soll da bitteschön der Unterschied sein?“ „Darüber streiten sich die Geister.“

Zwischendurch hätte der Krimi vielleicht ein wenig gekürzt werden können, da immer wieder Nebensächlichkeiten ausführlich beschrieben werden, doch insgesamt ist es ein gelungener Krimi, der besonders durch seinen raffinierten Plot besticht. Im ersten Teil dachte ich den Täter und die Hintergründe schon ausgemacht zu haben, jedoch hat mich die Lösung absolut überrascht. Eine Empfehlung von mir, gute Unterhaltung ist garantiert, dafür von mir 4 von 5 möglichen Sternen.

Meisterhaft aufbereiteter Cold Case

Kommissar Van Veeteren steht kurz vor seinem 75. Geburtstag. Da tritt ein ehemaliger Kollege auf ihn zu und berichtet von einem alten, scheinbar gelösten Fall, der nun neu überdacht werden muss: Vor gut zwanzig Jahren waren vier Menschen in einer Pension in Oosterby bei einem Brand ums Leben gekommen, alle vier waren Mitglied beim „Verein der Linkshänder“ gewesen. Verdächtig war damals das fünfte Mitglied des Vereins, das unauffindbar verschwand. Nun aber ist seine Leiche aufgetaucht und schnell ist klar, dass der Mord am seinerzeit Verdächtigen zum selben Zeitpunkt stattfand wie der verheerende Brand vor 21 Jahren. Kommissar Van Veeteren und seine Frau Ulrike Fremdli gehen während der Ermittlungen in Urlaub – ausgerechnet in den Ort, in dem die Tat damals geschah. Und sie machen sich Gedanken darüber, gemeinsam mit den ermittelnden Beamten.

Schon den Ansatzpunkt finde ich spannend: Einen Kommissar a.D. einen Cold Case abarbeiten zu lassen, den er selbst mit seinem Kollegen nicht richtig gelöst hat. Eigentlich tut er ja die ganze Zeit so, als wollte er gar nicht mehr an den Fall heran, weil er ja kein Kommissar mehr ist. Dafür steigt seine Frau mit in die Ermittlungen ein. Dieses Miteinander der beiden alten Eheleute hat mir besonders gut gefallen, wie sie sich neckisch kabbeln und dabei wunderbar ergänzen (Ist das nicht genau das, was wir uns für unser Alter selbst wünschen?). Aber auch mit den ermittelnden Kommissaren ist die Zusammenarbeit sehr entspannt und dennoch sehr ergiebig, hier arbeiten alle Hand in Hand. Und lösen dabei einen Fall auf, der tatsächlich unlösbar erschien, weil so viele unbekannte Koordinaten hineinspielen. In mehreren zeitlichen Ebenen erhält der Leser Einblick in die Geschichte, wobei die Informationen, die zur Auflösung beitragen, nur nach und nach auftauchen. So hatte ich viel Spaß beim Raten und habe relativ spät den Täter ahnen können. Und auch wenn die Ermittlungen eher langsam, fast widerwillig zustande kommen, ist dieses gebremste Tempo für mich genau richtig. Das bietet genügend Raum, um den immer mal wieder sehr humorvollen Grundton der Erzählung zu genießen und sich über die überraschenden Entwicklungen des Falls seine eigenen Gedanken zu machen. Auch wenn ich Kommissar Van Veeteren bisher nur auf meiner Wunschliste stehen hatte, bin ich sehr gut in diese Geschichte hineingekommen, das Buch lässt sich gut ohne weitere Vorkenntnisse zum bisherigen Leben des Kommissars lesen.

Diese faszinierende Erarbeitung eines längst abgeschlossenen Falles hat mir besonders viel Vergnügen bereitet. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe begeisterte 5 von 5 Sternen.

Schöner solider Krimi

Ein vor vielen Jahren ungeklärtes Todesdrama veranlasst Kommissar a.D. Van Veeteren wieder tätig zu werden.

Vier ehemalige Freunde aus der Schulzeit wurden vor vielen Jahren brutal ermordet. Ein fünfter Anwesender, der daraufhin als Mörder ermittelt wurde, war seither flüchtig. Doch jetzt taucht unversehens seine Leiche auf und es stellt sich heraus, dass er damals ebenfalls ermordet wurde. Jetzt ist für Kommissar Van Veeteren guter Rat teuer.
Der Verein für Linkshänder hat sich in der anfänglichen Schulzeit zusammengetan, weil sie von ihrer Lehrerin mit brutalen Mitteln zum Benutzen der rechten Hand gezwungen wurden. Dies schweißte die Kinder zu einer Gemeinschaft zusammen.

Mir hat der ständige Wechsel zwischen der Vergangenheit und der Zukunft sehr gut gefallen. Für mich hielt dies während der ganzen Handlung den gewissen Spannungsbogen ziemlich hoch. Auch war ich dadurch mit den Tatmotiven dem Kommissar immer ein klein wenig voraus, ohne den Täter aber tatsächlich entlarven zu können. Wie bei einem Rätsel, wer erkennt den Täter als Erster.

Doch auch der feine Humor kam bei dem ereignisreichen Ablauf in „Der Verein der Linkshänder“ zu seinem Recht. Bis zum Schluss ging es hin und her bis der Täter endlich ermittelt und gestellt wurde.

Da der „Verein für Linkshänder“ als Roman angeboten wird, war er für mich eher doch ein außergewöhnlicher Krimi mit ungewöhnlichem Hintergrund, guten Ermittlungsarbeiten, sozialer Konflikte und …

Von mir als schöner Krimi eine lesenswerte Empfehlung.

Ermittlungen in der Vergangenheit

KLappentext:
Kommissar Van Veeteren und Inspektor Barbarotti auf der Spur eines Mörders, der alle zum Narren hält.

Kommissar Van Veeteren – mittlerweile im Ruhestand, aber so legendär wie eh und je – bereitet sich innerlich darauf vor, seinen 75. Geburtstag zu feiern, als ein früherer Kollege auftaucht, um ihn von einem alten Fall zu berichten. Damals waren in einer Pension in Oosterby vier Menschen ums Leben gekommen, die nur eines gemeinsam hatten: die Mitgliedschaft in einem »Verein der Linkshänder«. Da das fünfte am Treffen teilnehmende Mitglied verschwunden war, wurde der Mann schnell als Täter identifiziert, aber niemals gefunden. Nun ist überaschend nach Jahren seine Leiche aufgetaucht, offensichtlich wurde er zur selben Zeit ermordet wie die anderen. Mit anderen Worten: Van Veeteren und seine Kollegen haben damals versagt, der Mörder ist weiter auf freiem Fuß. Bald danach wird eine weitere Männerleiche gefunden – mit den Ermittlungen hier betraut: ein gewisser Inspektor Barbarotti...

Meine Meinung:
Ich schätze Håkan Nesser und seinen eher gemächlichen Schreibstil sehr. Im vorliegenden Buch dauerte es jedoch außergewöhnlich lange, bis Spannung aufkam, was teilweise am erwähnten Schreibstil und andererseits an den ständig wechselnden Zeitebenen lag. Dann jedoch entwickelte die Geschichte einen regelrechten Sog, dem ich mich kaum entziehen konnte.

Kommissar Van Veeteren wird aus seinem beschaulichen Rentnerdasein gerissen, in welchem er sich mit seinem bevorstehenden 75. Geburtstag beschäftigt und muss mit der Unterstützung von Kommissar Radovic und seiner Lebensgefährtin einen alten Fall erneut aufrollen.

Dann gibt es einen weiteren Mord, der in die Zuständigkeit von Kommissar Barbarotti und seiner Kollegin Eva Backmann fällt. Geschickt versteht es der Autor, die einzelnen Puzzleteile nach und nach zusammenzufügen und zu einer schlüssigen Lösung zu bringen. Die tiefsinnigen Gespräche zwischen Van Veeteren und seiner Lebensgefährtin, sowie der humorvolle Schlagabtausch zwischen Barbarotti und seiner Kollegin, rundeten die Geschichte auf angenehme Weise ab.

Fazit:
Nach einem etwas holprigen Start, eine klug durchdachte, spannende Geschichte.

Der Verein der Linkshänder

Sie tragen die Besonderheit, die sie alle miteinander verbindet, im Namen ihres Vereins. Das ist genau der Punkt, der bereits im Titel verraten wird. Es liegt noch nicht weit zurück, da wurden Linkshänder rigoros umerzogen und zum Schreiben mit der rechten Hand gezwungen. Im Roman müssen sie dazu einen Handschuh über der linken Hand tragen, um die Benutzung zu unterbinden. Sogar noch zu Beginn des zweiten Jahrtausends konnte es bei der Schuleignungsprüfung in Deutschland passieren, dass die begutachtende Ärztin hoffnungslos die Nase wegen eines linkshändigen Kindes rümpfte.

Die Linkshändigkeit ist auch schon das einzige, das die Protagonisten gemeinsam haben. Ansonsten ist es ein kleiner bunter Haufen, der sich in der Regel langweilt und zusammen im Vereinsheim auf ausrangierten Autositzen abhängt. Das ändert sich, als Clara und ihre Zwillingsschwester Birgitte auftauchen. Die beiden Frauen, die in einen Entführungsfall verwickelt werden, sehen sich zum Verwechseln ähnlich.

Als Kommissar Van Veeteren – natürlich längst im Ruhestand – abtaucht, um mit seiner Frau Ulrike seinen anstehenden Geburtstag in Ruhe zu feiern, taucht ein früherer Kollege von ihm auf. Die beiden beschäftigt ein alter Fall. Nun ist auch Van Veeterens Frau in die Überlegungen miteinbezogen. Die Mitglieder des Vereins der Linkshänder sind vor Jahren in einer Pension verbrannt. Und nun wurde der Mann, der damals als Täter galt, erschlagen im Wald aufgefunden. Offenbar ist er, der als untergetaucht galt, zur selben Zeit ermordet worden wie seine Vereinskollegen. Damit scheidet er als Mörder aus, der alte Fall ist ungelöst. Als eine weitere Leiche gefunden wird, schaltet sich Inspektor Barbarotti ein. Auch dieser Ermittler ist Fans von Håkan Nesser bestens vertraut.

„Seinen Genen entkam man nicht.“ „Es wird erst wieder heller, wenn ich auf der anderen Seite bin, dachte er.“ (S. 408) Die Ermittler befinden sich in ihrem Lebensherbst und reflektieren diesen. So lesen sich Sätze wie „Der Mensch ist die einzige Spezies, die keine natürlichen Feinde hat, deshalb fällt es in unsere Verantwortung, uns selbst zu vernichten. So weise ist die Natur eingerichtet.“ (S. 412)

Der Roman wird in verschiedenen Zeitebenen sowie aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Der schnörkellose Stil ist, wie immer bei Nesser, sehr angenehm.

Für Fans des schwedischen Erfolgsautors ist dieser Roman ein absolutes Muss und ein empfehlenswertes Lesevergnügen.