Image of Die verlorenen Kinder: Ein Wien-Krimi (Falco Brunner, Band 1)
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Die verlorenen Kinder

Privatdetektiv Falco Brunners erster Fall. Ein Wien-Krimi
Buch
Taschenbuch, 292 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3426216345

ISBN-13: 

9783426216347

Erscheinungsdatum: 

02.05.2017

Preis: 

12,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 796.680
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3426216345

Beschreibung von Bücher.de: 

Ein Wiener Kriminalroman über Gerechtigkeit und Vergangenheit. Falco Brunners erster Fall.

April, 2015: In Wiener Pflegeheimen werden zwei Bewohner innerhalb weniger Tage auf die gleiche Weise getötet. Privatdetektiv Falco Brunner nimmt die Ermittlungen auf. Was sich auf den ersten Blick als ein "Pflegeskandal à la Lainz" darstellt, führt den suspendierten Expolizisten in die Vergangenheit der Wiener Kinderheime - insbesondere des Heimes am Wilhelminenberg. In den Mittelpunkt von Falcos Ermittlungen rücken die Missbrauchsskandale der 60er-Jahre. Ehemalige Betroffene leiden bis heute unter den Folgen und haben verschiedene Wege gefunden, ihre Kindheitstraumata zu verarbeiten. Falco kämpft gegen eine Mauer des Schweigens. Seine Ermittlungen führen ihn in höchste Kreise. Der Preis der Gerechtigkeit ist ein hoher ...

Kriminetz-Rezensionen

Sind ohnehin alles nur Sternenkinder.

Nachdem Falco Brunner aus dem Polizeidienst ausgestiegen ist, ermittelt er in Wien als Privatdetektiv. Eines Tages kommt die gut aussehende und wohlbetuchte Susanne Markhoff zu ihm. Sie bittet ihn, die Hintergründe zum Tod ihres Mannes herauszufinden. Ihr Mann war etliche Jahre älter als sie und starb in einem Pflegeheim. Falco findet heraus, dass es vor kurzer Zeit noch einen weiteren solchen Todesfall gab. Alles weist auf einen Pflegeheimskandal hin.

Aber bei seinen Ermittlungen stößt er auf einen Missbrauchsskandal in einem Wiener Kinderheim in den 60er-Jahren. Hier begegnet ihm eine Mauer des Schweigens, auch in den höchsten Kreisen. Was ist damals passiert und wer hatte mit den Missbräuchen zu tun?

„Die verlorenen Kinder“ von Michael Seitz ist vom Schreibstil gut zu lesen. Anfangs verwirren die vielen Nebenhandlungen, denen viel Raum eingeräumt wird, besonders um den Protagonisten Falco.

Falcos ehemalige Kollegen ermitteln in den Altersheim-Mordfällen und er erhofft sich immer mal wieder einige Informationen von ihnen. Besonders mit seinem Exkollegen Bruno kommt er gar nicht klar. Bruno lebt jetzt mit Falcos Exfrau Christiane zusammen und trug dazu bei, dass Falco aus dem Polizeidienst scheiden musste. Um die Rolle des Falco Brunners besser zu verstehen, wird seinen Frauengeschichten sehr viel Platz eingeräumt. Am Anfang ist Falco ein richtiger Antiheld, aber nach und nach wird der Protagonist sympatischer.
Mehr im Vordergrund hätte die gut recherchierte Geschichte um das Wiener Kinderheim Wilhelminenberg stehen dürfen. Missbrauch, Demütigungen und sexuelle Übergriffen auf Kinder des Heimes und auch in anderen Heimen entsprechen der schrecklichen Realität. In Rückblicken und Perspektivwechsel wird aus Sicht der Opfer darüber berichtet.

Michael Seitz hat mit seinem Krimi „Die verlorenen Kindern“ sich nicht gescheut, diese schrecklichen Taten anzusprechen und darauf aufmerksam zu machen.

Toll wäre am Ende des Buches noch eine geschichtliche Übersicht, Erklärung österreichischer Begriffe und eine Quellenangabe gewesen.

Täter oder Opfer?

Susanne Markhof beauftragt den Privatdetektiv Falco Brunner. Er soll den Mörder ihres Mannes, der in einem Pflegeheim zu Tode kam, finden. In einem anderen Heim gibt es ein weiteres Opfer, welches auf die gleiche Weise getötet wurde. Aber es gibt noch eine weitere Gemeinsamkeit, die Falco Brunner auf eine Spur führen: Die Toten waren Mitglieder einer Burschenschaft und einst in Wiener Kinderheimen tätig. Die Ermittlungen führen in höchste Kreise und damit stößt Falco auf eine Mauer des Schweigens, denn es geht um Kindesmissbrauch.

Das Buch liest sich gut und flüssig, allerdings gibt es eine Vielzahl von Personen, die auseinandergehalten werden wollen. Die Charaktere sind gut und authentisch ausgearbeitet. Falco Brunner ist mir nicht besonders sympathisch. Er wurde vom Dienst bei der Polizei suspendiert und auch im privaten Bereich zeigt er sich egoistisch. Seine Frau hat ihn verlassen, da er ständig fremdging. Christina ist mit einem ehemaligen Freund und Kollegen von Falco liiert und das macht Falco aggressiv.

Es ist eine Geschichte, die unter die Haut geht, umso mehr als man weiß, dass alles auf Tatsachen beruht. Man zerstört das Leben von Kindern, um seine eigenen Lüste zu befriedigen. Erschreckend, dass auch hochrangige Mitglieder aus Politik und Wirtschaft keine Skrupel kennen.

Die Nöte der Täter, die in erster Linie Opfer sind, spürt man sehr intensiv und man kann nachfühlen, warum sie nun Rache nehmen. Ein Krimi, der unter die Haut geht.