Cover von: Das Verschwinden der Stephanie Mailer
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Das Verschwinden der Stephanie Mailer

Roman
Buch
Gebundene Ausgabe, 656 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3492059392

ISBN-13: 

9783492059398

Erscheinungsdatum: 

02.04.2019

Preis: 

25,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 801
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3492059392

Beschreibung von Bücher.de: 

Joël Dicker ist zurück - so intensiv, stimmungsvoll und packend wie »Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert«.

Es ist der 30. Juli 1994 in Orphea, ein warmer Sommerabend an der amerikanischen Ostküste: An diesem Tag wird der Badeort durch ein schreckliches Verbrechen erschüttert, denn in einem Mehrfachmord sterben der Bürgermeister und seine Familie sowie eine zufällige Passantin.

Zwei jungen Polizisten, Jesse Rosenberg und Derek Scott, werden die Ermittlungen übertragen, und sie gehen ihrer Arbeit mit größter Sorgfalt nach, bis ein Schuldiger gefunden ist.

Doch zwanzig Jahre später behauptet die Journalistin Stephanie Mailer, dass Rosenberg und Scott sich geirrt haben. Kurz darauf verschwindet die junge Frau ...

Die idyllischen Hamptons sind Schauplatz einer fatalen Intrige, die Joël Dicker mit einzigartigem Gespür für Tempo und erzählerische Raffinesse entfaltet.

»Macht süchtig!« Elle

Kriminetz-Rezensionen

Ermüdende Soap Opera

1994, eine Kleinstadt im Staat New York: Während eines Festivals sterben vier Menschen, brutal ermordet. Die Polizei tappt im Dunkeln und nur durch Zufall kommt man einem Verdächtigen auf die Spur.

2014: Jesse Rosenberg, einer der damals ermittelnden Beamten, möchte in den Ruhestand gehen, als ihn eine Journalistin anspricht. Ihr Name ist Stephanie Mailer und sie ist der Meinung, dass Rosenberg und sein damaliger Partner Derek Scott den Fall nicht gelöst haben und der wahre Mörder noch immer frei herumläuft. Das kann Jesse nicht auf sich beruhen lassen, ist er doch der »Hundertprozentige«, weil er jeden Fall gelöst hat. Als er Nachforschungen anstellt, gesellt sich auch bald sein Ex-Partner dazu und als Stephanie verschwindet, wissen sie, dass die Journalistin recht hatte. Also rollen sie alles noch einmal von vorne auf und merken, da gibt es jemanden, der das nicht richtig cool findet.

Der Mörder von 94 ist nicht der Einzige, der das nicht richtig cool fand. Mir geht's genauso. Die einzig intelligente Person, die jemals in dem Buch auftauchte, war die titelgebende Lady, den Rest kann man in der Pfeife rauchen. Die ach-so-mega-begabten-schlauen-alles-durchschauenden Polizisten brauchen zwanzig Jahre für einen Fall, bei dem der Ansatz dem normalen Krimi konsumierenden Leser bereits vor Seite 20 klar ist – immerhin kommt Jesse irgendwo um Seite 550 darauf. Sie – also die Ermittler – sind dabei nicht mal unsympathisch: Sie sind einfach nur prasselblöd und lassen sich von jedem Hergelaufenen auf der Nase rumtanzen. Das Buch liest sich, als hätte jemand eine Vorabendserie geschrieben. Alle Männer haben eine große Liebe, für die sie alles tun würden. Alle Frauen haben ein schweres Schicksal. Dabei agieren die meisten, als hätte jemand die Schauspieler von GZSZ auf die Seiten gebannt. Der »Kriminalfall« besteht aus Versatzstücken, die zwischen Agatha Christie und Arthur Miller hin- und hergeschoben wurden. Gäbe es keine Überschriften, in denen die erzählende Person erwähnt wird, wüsste man bei den einzelnen Erzählstimmen keinen Unterschied herauszufinden, und warum man auch innerhalb einzelner Sätze oder Abschnitte Perspektivwechsel einführen muss bleibt wohl auf ewig ein Geheimnis des Autors. Ich möchte nicht behaupten, dass ich hier völligen Schund gelesen habe. Literarisch wertvolle Ansätze konnte ich leider auch nicht erkennen.

Ein verschlafener Ort und sein Theaterfestival

Handlungsort ist vor allem Orphea, ein kleines Städtchen an der Atlantikküste der USA, und das dort stattfindende Theaterfestival.

1994, als fast alle Bewohner und Gäste des Festivals zum Aufführungsort strömen, erschüttert und lähmt ein Vierfachmord den Ort. Meghan Padalin, die jeden Tag ihre Joggingrunden dreht, wurde vor dem Haus des damaligen Bürgermeisters erschossen. Im Haus selbst wurde der Bürgermeister, seine Frau und der Sohn niedergestreckt. Die Ermittlungen wurden durch zwei junge Polizeibeamte geführt, die sehr schnell den Täter ermittelten. 2014 hat Stephanie Mailer, eine junge Journalistin, neue Nachforschungen angestellt. War Ted Tennenbaum tatsächlich als Täter? Da er sich mittlerweile erhängt hat, kann er keine Antworten geben. Aber jetzt ist Stephanie Mailer verschwunden. Was hat sie bei ihren Nachforschungen erfahren, ist das der Grund für ihr Verschwinden?

Der Autor hat mich bereits mit seinen zwei Romanen „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ und „Die Geschichte der Baltimores“ begeistert und das kann ich auch von diesem behaupten.

Er dröselt den alten Fall und auch die Gegenwart akribisch auf und tatsächlich möchte ich von den 660 Seiten keine einzige entbehren. Als Leser ist man gefordert, aufmerksam bei der Sache zu bleiben, denn Dicker führt sehr viele Figuren ein, beschreibt sie samt ihrer Geheimnisse und Charaktereigenschaften ausführlich und bildhaft. Ein Personenregister ist am Ende des Buches zu finden. Dicker lässt vor allem die beiden Beamten Derek Scott die Sicht von 1994 erzählen und Jesse Rosenberg die von 2014. Nebenbei erfährt man auch ihr privates Drama, das mit den damaligen Ermittlungen im Zusammenhang steht. Außerdem kommt der damalige Polizeichef Kirk Harvey und die neu zugezogene Beamtin Anna Kanner zu Wort und sie unterstützen Derek und Jesse tatkräftig.

Dieser komplexe Kriminalfall wurde spannend und natürlich sehr ausführlich beschrieben. Als Leser wurde man mitgenommen auf falsche Fährten, man konnte die neu gewonnenen Erkenntnisse gut nachvollziehen, einordnen und vor allem eigene Überlegungen anstellen. Ich möchte keine einzige Seite des Buches missen. Es ließ sich flüssig lesen und man kann richtig abtauchen in die Geschichte. Meine Lieblingsfigur war unbestritten Anna Kanner, die zweite stellvertretende Leiterin der Polizei von Orphea. Sie ist nach ihrem Eheende in New York mit dieser neu geschaffenen Position in den „verschlafenen“ Ort gelockt worden. Anfangs muss sie sich als einzige weibliche Beamtin gegen alle Widerstände der männlichen Kollegen durchsetzen und sie schafft das erfolgreich. Privat muss sie sich gegenüber ihren Eltern behaupten, die sie gerne wieder an der Seite des Ex-Ehemanns sehen würden und auch in einem hübschen Häuschen in ihrer Nachbarschaft. Aber sie schafft es, ihren eigenen Kopf durchzusetzen, akzeptiert zu werden und ist dabei äußerst clever.

Von mir eine eindeutige Leseempfehlung für diesen opulenten Roman!

Ein grandioses Schauspiel verpackt in einen spannenden Krimi

Virtuos lässt der Autor auch in diesem Roman seine Protagonisten aufspielen. Es ist ein spannender, packender Kriminalroman der den Leser in Atem hält.

Am 30. Juli 1994 wurden in der idyllischen Kleinstadt Orphea vier Menschen ermordet. Der Bürgermeister, seine Familie und eine zufällige Passantin. Obwohl das Verbrechen damals scheinbar aufgeklärt wurde, finden sich jetzt – zwanzig Jahre später – scheinbar neue Beweise und die damaligen Ermittler nehmen erneut ihre Spurensuche auf ...

Den Leser erwarten 672 Seiten, vollgepackt mit einer mitreißenden, spannenden, in die Irre führenden Geschichte, bei der man kaum aufhören kann zu lesen.

Ein echter Pageturner, den man unbedingt lesen sollte!!

Ein Roman voller Spannung und Überraschungsmomente

Während des ersten Theaterfestivals von Orphea, einer Kleinstadt im Staat New York, kommt es im Sommer 1994 zu einem grauenhaften Vierfachmord. Der Fall scheint geklärt, doch 20 Jahre nach der Gewalttat behauptet die Journalistin Stephanie Mailer die Polizei hätte sich im Täter geirrt. Nachdem sie dem damals ermittelnden Beamten Jesse Rosenberg ihren Verdacht eröffnet hat, verschwindet die junge Frau spurlos. Bei Jesse, der sich eigentlich von seinem Polizeijob verabschieden wollte, hat Stephanie Eindruck hinterlassen. Als ihm am Folgetag, dann ihre Vermisstenanzeige vorliegt, beschließt er spontan der Sache nachzugehen …

„Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ ist ein wirklich sagenhaft spannender Roman des Schweizer Autors Joël Dicker. Bislang kannte ich noch kein Werk des Autors, was sich nun sicherlich ändern wird, denn dieses Buch hat mich wirklich gefesselt! Der Schreibstil, die Konstruktion der Geschichte und die eigenwilligen Protagonisten haben es wirklich in sich! Das ganze Beziehungsgeflecht wird scheibchenweise dargeboten und enthüllt wirklich erst ganz am Ende seinen großen Ganz. Eine wirklich gelungene Darbietung – mit haufenweise Stoff, der Anfangs so gar nicht zusammenpassen will. Genau dieser Aufbau der Story macht den Reiz dieses Romans aus, der trotz der kriminellen Seite auch einen grandiosen Humor aufweist und sowohl kulturelle und zwischenmenschlich Probleme beleuchtet. Das alles in eine Form zu bekommen ist dem Autor jedenfalls hervorragend gelungen.

Das Buch hat mich wirklich großartig unterhalten, es hat mich zum Schmunzeln gebracht, gefesselt und überrascht! Ein gelungenes Potpourri an Geschehnissen rund um eine amerikanische Kleinstadt – mit Blick in den Abgrund manch menschlicher Wünsche, Bedürfnisse und deren Problemlösung.

Schön diesen Autor für mich entdeckt zu haben, freue mich auf weitere Bücher mit seiner Handschrift:)

Ein typischer Dicker

Das Verschwinden der Journalistin Stephanie Mailer führt dazu, dass die Ermittlungen in einem 20 Jahre alten Vierfachmord neu aufgerollt werden. Nach und nach zeigt sich, dass die damaligen Ermittler nicht alle Fakten kannten, doch heißt das auch, dass der überführte Täter gar nichts mit den Morden zu tun hat? Jesse Rosenberg und Derek Scott hatten 1994 ihren ersten großen Fall, und stellen 2014 ihre damaligen Ermittlungen in Frage.

Nachdem mich Joël Dickers ersten zwei Romane bereits begeistert haben, musste ich auch seinen dritten unbedingt lesen – und auch hier findet sich wieder Dickers typischer Stil. Der Roman ist sehr komplex, erst nach und nach gibt er die ganze Wahrheit preis. Bis dahin hat der Leser Überraschungen erlebt, Schockierendes gelesen und seine eigenen Vermutungen immer wieder korrigieren müssen. Den Leser lange im Ungewissen zu lassen, ihn manchmal regelrecht an der Nase herumzuführen, das beherrscht der Autor perfekt. Auch wenn hier manche Szenen schon fast satirehaft überspitzt wirken, bleibt die Logik nie auf der Strecke und am Ende fügt sich alles meisterhaft zusammen.

Wie das Geschehen sind auch die Charaktere vielschichtig angelegt und ebenfalls alle für eine Überraschung gut. In diesem Roman hat man allerdings hin und wieder das Gefühl, auch manche Charaktere sind allzu überspitzt dargestellt, vor allem den ehemaligen Polizeichef Kirk Harvey kann man kaum ernst nehmen. Ob man allerdings die Charaktere richtig eingeschätzt hat, erfährt man erst am Ende des Romans.

Nicht nur das Geschehen und die Charaktere sind komplex, auch Dickers Erzählstil. Wie schon in den Vorgängern erzählt er auch hier wieder auf mehreren Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven, vorwiegend in der Ich-Form, zwischendurch aber auch immer wieder in der dritten Person, wobei hier auch die Ich-Erzähler auftauchen können. Man muss schon ein bisschen aufmerksam lesen, damit einem nichts entgeht und man immer weiß, wo und wann man sich befindet. Für mich haben solche Erzählungen immer einen gewissen Reiz und sorgen dafür, dass ich den Roman nur schwer aus der Hand legen kann.

Der Roman ist ein typischer Dicker, komplex, deckt nach und nach Zusammenhänge auf, hat immer wieder Überraschungen zu bieten, mehrere Zeitebenen und Perspektiven. Dickers beide anderen Romane haben mir etwas besser gefallen, aber auch sein dritter Roman ist absolut lesenswert und ich freue mich schon auf viele weitere. Von mir gibt es 4,5 Sterne (aufgerundet, wo nötig) und natürlich eine Leseempfehlung.

Neue Ermittlungen nach 20 Jahren

Inhalt:
Bei der Feier zur Verabschiedung von Jesse Rosenberg, der allgemein als Mr. 100 % bezeichnet wird, taucht die Journalistin Stephanie Mailer auf und stellt diese Bezeichnung in Frage. Sie behauptet, dass Jesse und sein Kollege Derek bei ihrem ersten großen Fall einen Fehler begangen haben, wodurch der falsche Täter verhaftet wurde. Als Stephanie kurze Zeit später spurlos verschwindet, nagen erste Zweifel an den beiden Kommissaren und sie beschließen, den Fall erneut aufzurollen. Dabei treffen sie auf wenig Sympathie bei ihren Kollegen und Vorgesetzten, doch gemeinsam mit der jungen Kollegin Anna Kanner begeben sie sich auf Spurensuche.

Meine Meinung:
In seiner typischen Art entwickelt der Autor ein gesellschaftliches Szenario, was seinesgleichen sucht. In sehr kurzen Abschnitten wechselt er stetig zwischen Vergangenheit und Gegenwart, was äußerste Konzentration beim Lesen erforderte. Es gab immer wieder neue Nebenschauplätze, deren Bezug zur Geschichte oft nicht sofort zu erkennen war. Auch die Erzählweise änderte sich ständig. Mal wurde aus der Sicht der einzelnen Protagonisten berichtet, mal aus dem Blickwinkel des Erzählers.

Die Atmosphäre einer Kleinstadt wurde gekonnt eingefangen. Dass sich wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehende, reichlich abstruse Theaterstück, hätte meiner Meinung nach einen nicht so großen Raum einnehmen müssen. Obwohl es mehrere Morde gab, die bis auf eine Ausnahme alle aufgeklärt wurden, handelte es sich nicht um einen Krimi. Die Auflösung am Schluss fand ich etwas überzogen.

Fazit:
Ein Buch, bei dem bis auf einige Längen, die Neugier durchgehend erhalten blieb.