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Die Villa
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Markus Heitz goes Horror: Der Multi-Bestseller-Autor der Dark Fantasy schreibt meisterhaft über ein verfluchtes Haus. Die Villa: Besitzt du sie oder besitzt sie dich?
Doreen und Marina Markert sind Mutter und pubertierende Tochter, die sich bislang eher glücklos durchs Leben schlagen. Doch dann ziehen sie bei einer Zwangsversteigerung endlich einmal das ganz große Los: Zum Schnäppchenpreis kommen sie in den Besitz einer alten Villa im Leipziger Stadtteil Gohlis.
Dort scheint sich das Leben der beiden erst einmal in jeder Hinsicht zum Guten zu wenden: Plötzlich laufen die Geschäfte der Mutter, die Teenager-Tochter startet mit ihrer Musik als YouTube-Star durch. Beide finden die Aufmerksamkeit und Zuneigung, die sie suchen.
Aber alles hat seinen Preis: Als Doreen schließlich erkennt, auf welchen Pakt sie und ihre Tochter sich unbewusst eingelassen haben, könnte es bereits zu spät sein.
Währenddessen geht Musiker Ethan in London auf die verzweifelte Suche, wer den brutalen Mord an seiner Mutter begangen hat, und kommt einer unheilvollen Verbindung auf die Spur. Und mit jedem Tag, der vergeht, steigt die Anzahl der Toten …
Für alle Fans des Gothic Horrors von Guillermo del Toro bis Edgar Allan Poe.





















Welchen Preis bist du bereit zu zahlen?
Wer hofft nicht, irgendwann sein Traumhaus zu besitzen? Doreen Markert glaubt, dass sie dieses Ziel erreicht hat. Die alleinerziehende Mutter kann für wenig Geld ihre Traumvilla seit Kindheitstagen in einem Leipziger Stadtviertel ersteigern. Zwar besteht hoher Renovierungsbedarf und das Denkmalamt ist mit im Boot, aber Doreen glaubt, dass sie das alles stemmen kann. Sie will ihren Job bei einem Discounter an den Nagel hängen und ein kleines Kunstcafé in der Villa eröffnen. Noch ahnt sie nicht, dass sie mehr als ein altes Gemäuer gekauft hat.
Markus Heitz, den ich als Fantasyautor kenne und schätze, begibt sich mit „Die Villa“ in ein neues Genre - Horror-Roman steht auf dem Cover. Ich war bereit, mich auf etwas Neues einzulassen und wurde spannend unterhalten.
Seit Doreen und ihre 15-jährige Tochter Marina in der Villa wohnen, läuft es bei ihnen wie geschmiert. Sie finden einen Handwerker, Torsten, der ihnen kompetent und günstig, beim Renovieren hilft. Marina, deren anfängliche Ablehnung sich in Begeisterung gewandelt hat, erzielt mit ihrem neuesten Song einen großen Erfolg auf YOUTUBE. Sie weckt sogar das Interesse eines Musikproduzenten, der ihr einen Vertrag anbietet. Je höher die Zahl ihrer Follower steigt, umso besessener scheint Marina von der Villa.
Während die Dinge in Leipzig scheinbar bestens stehen, geschieht in London ein rätselhafter Doppelmord. Der Musiker Ethan versteht nicht, warum seine Mutter und ihre Freundin seit Kindertagen sich gegenseitig umgebracht haben sollen. In ihrem Nachlass findet er mysteriöse Unterlagen über eine magische Loge, die ihm keine Ruhe lassen. Er beginnt nachzuforschen. Seine Suche führt ihn nach Kronberg und Paris.
Die Geschichte nimmt allmählich Fahrt auf. Ein Tempo, das mir gefällt. Alles wirkt normal bis erste ungewöhnliche Ereignisse geschehen. Menschen verschwinden oder sterben. Im Hintergrund immer das Tick-Tack der großen Standuhr, das die Villa lebendig wirken lässt. Während Ethan auf seiner Spurensuche wahrhaft grauenhafte Situationen erlebt, die eindeutig „übersinnlich“ erscheinen, häufen sich auch im Poetenweg allmählich Tote und Gewalttaten.
Leider waren mir die Protagonisten, mit einer Ausnahme, entweder nicht sonderlich sympathisch oder starben innerhalb kurzer Zeit, sodass sie wenig Tiefe entwickeln konnten. Hauptfigur Doreen wirkt naiv, wie sie auf den Anwalt eines Konzerns abfährt, dem es offensichtlich nur um die Villa geht. Marina wirkt wie das Klischee eines egozentrischen Teenagers. Ich habe mich wiederholt gefragt, warum sich bei mir keine Gänsehaut bildet. Mir hat das Emotionale im Roman gefehlt. Die Ängste und der Grusel der Charaktere konnten nicht miterlebt werden. Sie waren überdies nicht so angelegt, dass man als Leser Mitleid mit ihnen hatte. Das gehört aber für mich zum Grusel dazu. Der ist nicht sehr ausgeprägt, wenn mir das Schicksal der Beteiligten egal ist. Ohne emotionales Engagement finde ich das Waten in Blut, Leichen und Eingeweiden zwar abstoßend, aber eben nicht gruselig.-
Der Roman ist flott geschrieben und spannend bis zum Schluss. Die Villa hat mich fasziniert und ist ein ideales Setting. Gern hätte ich mehr über die Hintergründe, die magische Loge, die Entstehung des „Eigenlebens“ der Villa, den Fluch und die Steinpüppchen erfahren. Die Erwähnung des Cabaret du Néant, sowie die illustren Namen Crowley, Blavatsky und andere haben meine Neugier geweckt und da hätte ich gern mehr gelesen. Es hätte gut gepasst, wenn ein paar Kapitel in der Vergangenheit der Villa gespielt hätten. Auch die Entstehung und Wirkung der mysteriösen Droge, die eine nicht unwichtige Rolle spielt, hätte mich interessiert.
Letztendlich verbinden sich die beiden Handlungsstränge, die Geschichte nimmt noch einmal an Fahrt auf. Eine Lösung scheint gefunden und in einem dramatischen blutigen Showdown wird das Böse scheinbar besiegt. Der Exorzismus war eine spannende Wendung, wurde aber ziemlich knapp abgehandelt. Dass ausgerechnet der einzige mir sympathische Buchcharakter sterben musste, hat mir naturgemäß nicht gefallen und war auch unnötig. „Die Villa“ hat ein offenes Ende, was zu der Geschichte passt und stimmig ist.
Spannender Horrorroman
Doreen Markert hatte schon immer ein Auge auf die alte Villa im Leipziger Poetenweg geworfen, und als diese zwangsversteigert wird, kann sie sie für ein absolutes Schnäppchen erwerben. Zwar ist Marina, ihre Tochter im Teenageralter alles andere als erfreut, zudem behauptet der zwielichtige Rico Weißbach einen Erbanspruch zu haben, und ein Immobilienkonzern hat ebenfalls ein Auge auf die Villa geworfen, doch das kann Doreen nicht davon abhalten, in die Villa einzuziehen.
In London stirbt die Mutter Ethan Ryces unter unklaren Umständen, und der Musiker kann sich nicht damit zufrieden geben, nichts genaues zu wissen. Seine Recherchen führen ihn zu einer Gruppe, die sich auf Übernatürliches eingelassen zu haben scheint.
Ich bin Fan des Autors seit seinem ersten Zwergenband, jedoch konnte mich nicht jeder Roman gleich gut überzeugen. „Die Villa“ ist ein kürzerer Roman mit weniger als 350 Seiten, ein kompakt geschriebener Horrorroman, der meiner Meinung nach zu wenig Wert auf gut ausgearbeitete Charaktere legt. Doreen und Marina waren mir leider nicht sehr sympathisch, so dass ich mit ihnen nicht so mitfiebern konnte, wie ich mir das gewünscht hätte. Ethan dagegen mochte ich deutlich mehr, mit ihm konnte ich dann auch mitfühlen.
Der Roman kommt recht schnell zur Sache und hat einige gruselige Szenen zu bieten. Die Villa hat es wirklich in sich, ebenso wie Ethans Recherchen, da hätte es Charaktere wie Rico Weißbach gar nicht wirklich gebraucht. Am Ende sind nicht alle meine Fragen beantwortet, dennoch bin ich nicht unzufrieden. Der Roman war für mich ein Pageturner, der mich unterhalten konnte.
„Die Villa“ konnte zwar bei mir nur begrenzt mit seinen Charakteren punkten, als Horrorroman mit einer spannenden Geschichte aber schon. Für mich ist Markus Heitz eher ein Meister epischer Fantasy, aber auch hier fühlte ich mich gut unterhalten.