Cover von: Weißer Tod
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Weißer Tod

Der vierte Auftrag für Privatdetektiv Cormoran Strike. Roman
Buch
Gebundene Ausgabe, 800 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3764506989

ISBN-13: 

9783764506988

Erscheinungsdatum: 

27.12.2018

Preis: 

24,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 4.166
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3764506989

Beschreibung von Bücher.de: 

Der private Ermittler Cormoran Strike ist zutiefst beunruhigt: Ein verstörter junger Mann bittet ihn um Hilfe bei der Aufklärung eines Verbrechens, das er - so glaubt er - als Kind mit angesehen hat. Billy hat offensichtlich psychische Probleme und kann sich nur an wenig im Detail erinnern, doch er und seine Worte klingen glaubwürdig. Bevor Strike ihn allerdings ausführlich befragen kann, ergreift der Mann panisch die Flucht.

Um Billys Geschichte auf den Grund zu gehen, folgen Strike und Robin Ellacott - einst seine Assistentin, jetzt seine Geschäftspartnerin - einer verschlungenen Spur, die sie durch die zwielichtigen Ecken Londons zu einem geheimen exklusiven Zirkel innerhalb des Parlaments und einem prachtvollen, doch düsteren Herrenhaus auf dem Land führt.

Zugleich verläuft auch Strikes eigenes Leben alles andere als gradlinig: Er hat es als Ermittler zu Berühmtheit gebracht und kann sich nicht länger unauffällig hinter den Kulissen bewegen. Noch dazu ist das Verhältnis zu seiner früheren Assistentin schwieriger denn je - zwar ist Robin für ihn geschäftlich mittlerweile unersetzlich, ihre private Beziehung ist jedoch viel komplizierter ...

Kriminetz-Rezensionen

Cormoran Strike ermittelt

Zum vierten Mal lässt Robert Galbraith ( J.K. Rowlings) ihren Privatdetektiv Cormoran Strike ermitteln. Neben seinen üblichen Aufträgen weckt der Besuch eines jungen Mannes sein besonderes Interesse: Billy ist offensichtlich schwer psychisch gestört und ist sich sicher, dass er als Jugendlicher einen Mord an einem Kind mitangesehen hat. Bevor Cormoran mehr Details erfahren kann, flüchtet der junge Mann in Panik.

Nach einigen spektakulären Erfolgen hat Strikes Detektei eine gewisse Berühmtheit erlangt und so erreicht ihn auch der Auftrag des konservativen Ministers Chiswell. Der wird erpresst und Strike und seine Assistentin Robin nehmen den Auftrag an, besonders da der Name des Ministers auch in Billys Dunstkreis fällt.

Die Ermittlungen führen Cormoran in verschiedene Kreise, in die exklusive englische Oberschicht ebenso wie ins Umfeld des britischen Parlaments und in die Welt der Hardcore-Sozialisten. Dabei verblüfft mich die genaue Beschreibung der jeweiligen Milieus. Absolut stimmig ist die Darstellung der abgeranzten WG-Zimmer in Londons armen Vierteln, wie auch das schäbige Büro Strikes und seiner ebenso schäbigen Zwei-Zimmer-Absteige im Stockwerk darüber. Genauso stimmig auch die Welt der Oberschicht in ihren schön restaurierten kleinen Häusern mit hübschen Vorgärten in den angesagten Stadtteilen.

Auch bei der Charakterzeichnung einzelner Personen hatte ich gleich sehr realistische Bilder vor Augen. So erinnerte mich die Beschreibung von Chiswell sofort an die Fernsehbilder von Boris Johnson. Ich glaube nicht, dass das ein Zufall ist.

In dem bisher umfangreichsten Band dieser Reihe (857 Seiten) setzt die eigentliche Krimihandlung sehr spät ein. Tatsächlich lässt sich die Autorin viel Zeit für ihre Figuren und ihre gesellschaftlichen Verflechtungen. Aber sie schreibt so faszinierend und fesselnd, dass mir die langsam einsetzende Spannung nie als Manko erschien. Im Gegenteil, mir gefielen die Beziehungsspannungen zwischen Robin und Cormoran. Der Roman beginnt mit Robins Hochzeit und der daraus resultierenden Zurückhaltung Cormorans. Aber sehr schnell erkennt Robin ihren Fehler. Aber beide sind einfach zu stolz und zu kompliziert gestrickt um aufeinander zuzugehen. Auch das macht für mich einen großen Teil des Reizes aus.

Das Ende ist absolut schlüssig, aber so überraschend, dass ich auch nie einen Hauch von Verdacht oder Ahnung hatte und das passiert mir als passionierter Krimileserin selten. Erst in der Rückschau wurde mir die Bedeutung der kleinen, immer wieder eingestreuten Hinweise und Bemerkungen klar. Genau wie die Ibsen-Zitate, die jedem Kapitel vorangestellt werden und deren Bezug sich am Ende enthüllt.

Ich freue mich auf den nächsten Band und auf die weitere Entwicklung zwischen Robin und Cormoran.

Psychisch gestörte Fantasie oder pysisch gespürte Wahrheit?

Cormoran Strike hat es mit Robin Ellacots Hilfe geschafft, dass sein Detektivbüro einen angesehenen Ruf hat und es genug Aufträge gibt. Mittlerweile ist Robin seine Geschäftspartnerin.

Eines Tages steht ein psychisch verwirrter Mann im Büro und behauptet, dass er als Kind einen Mord mitangesehen hat. Bevor Strike ihm mehr Informationen entlocken kann, verschwindet der junge Mann wieder. Dieses Gespräch lässt Strike nicht mehr los und er will auf eigene Faust der Sache auf dem Grund gehen.

Zeitgleich ermitteln Robin und er im Parlament, weil ein Minister erpresst wird. Ihre Ermittlungen in der Londoner Oberschicht gestalten sich schwierig, denn die Herrschaften sind nicht immer gesprächig bzw. sie haben alle was zu verbergen.

So gut es beruflich für Strike und Robin läuft, so schlecht steht es um ihr Privatleben. Robins Ehe ist ein einziges Minenfeld und Strikes Freundin wird immer anhänglicher.

„Weisser Tod“ von Robert Galbraith alias J.K. Rowling lässt sich gut lesen. Besonders, wenn man es gleich im Anschluss an den vorherigen Band liest.

Der Leser muss sich auf die vielen Detailbeschreibungen einlassen können, denn die Autorin beschreibt ausführlich ihre Charaktere, deren Gedanken und Gefühle, Handlungen und Orte. Nicht umsonst hat die Geschichte über 800 Seiten. Wenn man sich einmal an diesen ausufernden Stil gewöhnt hat, dann geht es. Dieser Band ist leider nicht so spannend-brutal wie sein Vorgänger. Er ist ruhiger-spannend und lässt den Leser rätseln, was in der Familie des Ministers wirklich los ist und was es mit den Behauptungen des jungen labilen Mannes auf sich hat. Erst zum Schluss wird alles offenbart.

In dieser Geschichte spielt diesmal das Privatleben von Robin und Cormoran eine wichtige Rolle. Die beiden Protagonisten setzen sich viel mit ihren Gefühlen auseinander, so dass der Kriminalfall an manchen Stellen etwas in den Hintergrund gerät. Zum Ende hin steht die Aufklärung des Falls allerdings wieder im Vordergrund. Strike ist Robin bei der Frage, wer der Täter ist, einen Schritt voraus. Bei einer Autofahrt lässt er sie zappeln und gibt ihr jede Menge Hinweise. An dieser Stelle bekommt der Leser jede Menge Informationen und kann selber rätseln.

„Weisser Tod“ von Robert Galbraith ist auf jeden Fall lesenswert.