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Wenn das Böse nach Brandenburg kommt
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Erscheinungsdatum:
Preis:
Beschreibung:
Ein atemloser Thriller, wendungsreich und psychologisch fundiert.
Brandenburg unter Schock: Ein Mörder wütet in den Wäldern des Ruppiner Lands und tötet junge Männer. Kriminalhauptkommissarin Carla Stach und ihr Team suchen fieberhaft nach einem Psychopathen, der ihnen stets einen Schritt voraus ist. Was sie nicht ahnen: Der Unbekannte verfolgt sie längst, leise und unsichtbar …





















Düster, spannend, traurig
„Wenn das Böse nach Brandenburg kommt“ von Richard Brandes, Verlag Emons, habe ich als Taschenbuch mit 368 Seiten gelesen, die in 61 Kapitel eingeteilt sind.
Carla Stach, die Leiterin der Mordkommission, musste nach einem finalen Rettungsschuss eine Auszeit nehmen. Zu Hause fällt ihr allmählich die Decke auf den Kopf, als ein Jugendlicher in einer Kiste im Wald gefunden wird. Kurzerhand versetzt sie sich wieder in den Dienst und übernimmt die Ermittlungen. Lange sind kein Motiv und auch kein Täter ersichtlich. Und es werden noch mehr Jungen gefunden. Erst nach und nach ist ein Muster zu erkennen, wonach der Täter vorgeht. Aber von diesem fehlt jede Spur.
Derweil wird in einem kleinen Ort ein altes Skelett im Wald gefunden. Damit beschäftigt sich Maik Frosch, der Carlas Vertretung war. Da er zu seinem Vater ins Haus gezogen ist, zum ihn zu pflegen, kann er in Ruhe von dort recherchieren. Keiner ahnt, dass die beiden Fälle zusammenhängen.
Die Handlung wird in mehreren Perspektiven geschrieben. In einigen Kapiteln werden Szenen einer jungen Frau und ihrem Kind in den 70er Jahren der DDR erzählt. Den Hauptteil nehmen die Ermittlungen zu den toten Jugendlichen und Maiks Nachforschungen ein, die ihn immer wieder in die DDR-Zeit führen.
Es ist ein sehr atmosphärisch und mitreißend geschriebenes Buch, oft düster in dunklen Wälder, richtig gruselig, aber auch traurig. Durch die Perspektivwechsel bleibt es immer spannend.
Die Charaktere sind sehr authentisch beschrieben. Carla hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssind, ist daher sehr eigenwillig und gibt ihrem Vorgesetzten immer wieder Paroli. Das hätte sich nicht jeder gefallen lassen. Oft geht sie auch nicht wirklich diplomatisch vor und stößt damit alle vor den Kopf. Ihre Alleingänge werden sogar gefährlich für sie. Aber sie ist eine sehr gute Ermittlerin und auch Freundin und Partnerin, die Dinge hinterfragt und nicht einfach hinnimmt.
Maik mag ich sehr mit seiner ruhigen Art und dass er sich trotz seines schwierigen Verhältnisses zu seinem Vater um ihn kümmert.
Auch Julia, die sich von einer Schutzpolizistin bis zur Kriminalkommissarin hochgearbeitet hat, ist kompetent, zuverlässig und sympathisch.
Alle zusammen ergeben ein starkes und gut eingespieltes Team, was den Fall gemeinsam löst und auch privat zusammenhält. Einige lassen sich von ihren Kindern herumkommandieren, anderen von ihrem Hund. So haben alle auch ihre persönlichen Päckchen zu tragen.
So, wie manche Teile der Geschichte, ist auch das Cover düster und geheimnisvoll. Alles hat mir sehr gut gefallen.
Exzellente Fortsetzung
Nach einem hervorragenden Band 1 liegt jetzt der 2. Teil um Carla und ihr Team vor.
Das Cover und der Titel lassen einen düsteren Unterton in der Story erahnen.
Worum geht es? Ein Psychopath macht Jagd auf junge Männer, die er auf eine perfide Art und Weise tötet. Für Carla und ihr Team beginnt eine Jagd ohne wirkliche Anhaltspunkte, Täter oder Motiv betreffend.
Parallel taucht ein Skelett auf, das zu einem ungeklärten Fall aus der DDR Vergangenheit führt.
Aus unterschiedlichen Perspektiven nähert man sich als Leser der Story.
Sehr gut gelungen ist wieder die Ausarbeitung der Figuren, sowohl der Ermittler, als auch der möglichen Täter.
Carla, eine gute Ermittlerin, eigensinnig, aber auch empathisch. Die Ereignisse lassen ihre eigene Vergangenheit schmerzhaft aufleben.
Julia, die jüngere Ermittlerin, die sich gegen ihren pubertierenden Sohn nicht durchsetzen kann, aber eine hervorragende Ermittlerin ist.
Maik, der eine aufwühlende Zeit mit seinem kranken Vater und dessen Stasi Vergangenheit erlebt.
Auch die Seite des Täters wird aus psychologischer Sicht gut beleuchtet, es wirkt alles sehr glaubwürdig.
Der private Anteil der Ermittler hat die richtige Dosierung, wichtig für das Verständnis, aber nicht die Handlung überlagernd.
Die Einblicke in Ereignisse aus der DDR Vergangenheit und ihre Auswirkungen bis heute stimmen nachdenklich.
Weitere Themen in der Story sind die zur Zeit allgegenwärtigen Themen der "Political Correctness". Obwohl in aller Munde, sind sie hier nur eine selbstverständliche Randerscheinung. Keine Belehrungen oder moralischen Zeigefinger.
Von Anfang bis Ende wird der Spannungsbogen hoch gehalten und man hat als Leser alle Möglichkeiten, bis zum Schluss mitzurätseln.
Richard Brandes hat wieder einen spannenden Krimi mit Tiefgang vorgelegt.
Ich freue mich auf die Fortsetzung.
Viel Böses in Brandenburg
Inhalt:
Kriminalhauptkommissarin Carla Stach wurde in Zwangsurlaub geschickt. Nach ihrem letzten Einsatz, soll sie sich laut ihrem Vorgesetzten, erst einmal über ihre Psyche klar werden. Doch Carla plagt eine innere Unruhe. Als sie von einem verschwundenen Jungen liest, ist sie nicht mehr zu halten und stürzt sich zusammen mit ihrem Team in die Ermittlungen. Schon bald merken alle, dass sie es mit einem Psychopathen zu tun haben, der nicht nur für Jugendliche gefährlich wird, sondern auch für sie selbst.....
Leseeindruck:
"Wenn das Böse nach Brandenburg kommt" ist der 2. Band mit Ermittlerin Carla Stach. Während ich beim Vorgänger anfangs Probleme hatte, um in die Geschichte zu finden, war das hier nicht der Fall. Im Gegenteil. Ich war sofort mittendrin und habe Vermutungen angestellt. Denn der Prolog führt in die Vergangenheit der DDR. So blieb es nicht aus, dass ich einen Zusammenhang vermutet habe. Ein Warum war schnell klar, nur wer der Täter sein könnte, nicht. Gebannt habe ich an den Zeilen gehangen, konnte die Auflösung kaum erwarten. Geschickt hat der Autor mit kleineren Cliffhanger die Spannung von Anfang an hoch gehalten und mich am Ende überrascht. Die Figuren sind vielschichtig. Tragen so zu einem rundum gelungenen Gesamtpaket bei. Vor allem Carla Stach fand ich als Charakter interessant. Zu Beginn konnte ich sie nicht verstehen. Ihre vehemente Weigerung, sich den Vorgaben ihres Chefs zu unterwerfen, war z.B. so etwas. Nach und nach hat man über sie jedoch mehr erfahren und siehe da, sie war mir sympathisch und ihre Handlungen nachvollziehbar. Auffällig ist der Schreibstil. Jede Szene wird ausführlich, in einem relativ neutralen Tonfall, beschrieben. So konnte ich mir von Personen und der Umgebung ein gutes Bild machen. Dabei hält der Autor es aber so knapp wie möglich und hat für mich den perfekten Mittelweg gefunden.
Fazit:
"Wenn das Böse nach Brandenburg kommt" konnte mich von Anfang bis Ende fesseln. Die Beschreibungen sind auf den Punkt gebracht. Die Figuren liebenswert und jede steht für ein gesellschaftspolitisches Thema, ohne den Finger zu erheben. So sollte es im wahren Leben sein. Akzeptieren und nicht reden. Der Krimi war für mich ein Highlight. Dafür gibt es von mir natürlich eine Leseempfehlung.
Ein Psychopath geht um
„Wenn das Böse nach Brandenburg kommt“ von Richard Brandes ist ein Kriminalroman, so voller Gänsehautfeeling und Spannung, dass man fast von einem Thriller sprechen kann.
Worum geht es?
Zwei Fälle halten die Brandenburger Kriminalpolizei auf Trab: ein psychopathischer Serientäter streicht durch die Wälder und ermordet Jugendliche und ein Skelettfund eines Mordopfers aus den 80er Jahren gibt Rätsel auf.
Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel sind kurz gehalten, mit Zeitangaben versehen. Das Buch erschien 2022. Bis auf den Prolog, der eine Rückblende auf das Jahr 1987 zeigt, spielt die Handlung in der Gegenwart. Corona wird nicht erwähnt.
„Wenn das Böse nach Brandenburg kommt“ ist bereits der zweite Band der Reihe mit Kriminalhauptkommissarin Carla Stach und ihrem Team. Ich bin problemlos ohne Kenntnisse aus dem Vorgängerband in die Geschichte hinein gekommen und habe auch den relevanten Personenkreis rasch überblickt. Nichtsdestotrotz rate ich auch hier, mit Band 1 „Tod in der Schorfheide“ zu beginnen.
Bereits der Prolog vermittelt das erste Gänsehautfeeling, das sich durch den gesamten Roman zieht, durch die düstere Stimmung, die spürbare Bedrohung, die grausamen Morde und bangen Momente, wenn man in gefahrvollen Situationen mitzittert.
Die beiden Handlungsstränge – die aktuellen Morde und der Cold Case - entwickeln sich zunächst nebeneinander. Je weiter die Ermittlungen gedeihen, desto mehr Zusammenhänge kristallisieren sich heraus. Zahlreiche Verdächtige, irreführende Spuren, überraschende Wendungen und erschütternde Erkenntnisse über die Machenschaften der Stasi sorgen für Abwechslung, bieten reichlich Stoff zum Miträtseln und für eigene Theorien. Durch die Perspektivenwechsel zwischen den Schauplätzen, Rückblicke auf Geschehnisse zu DDR-Zeiten und letztlich auch auf die Denkweise des Täters bleibt die Spannung stetig auf hohem Niveau. Letztlich fügen sich alle Fäden schlüssig zusammen.
Sehr ausgewogen ist mit den Ereignissen rund um die Kriminalfälle auch das Privatleben des Ermittlerteams eingearbeitet. Die primär sympathischen Protagonisten werden sehr anschaulich, sehr lebendig charakterisiert, mit Ecken und Kanten, widersprüchlichen Eigenschaften, Emotionen, Ängsten und last but not least in einer selbstverständlichen Art und Weise in ihrer Diversity. Als positiver Touch in all dem Grauen entwickelt sich eine zarte Liebesbeziehung.
Mich beeindruckte die Vielschichtigkeit des Romans. Ein packender Plot, fundierte psychologische Kenntnisse, Aufschlussreiches aus der DDR-Zeit und zudem spricht der Autor en passant auch noch Themen an, wie Autorität, Unterordnung, Rebellion und Anpassung.
Dieser Krimi bot spannende Leselust und Lesequalität pur – ich kann ihn wärmstens empfehlen!