Cover von: Wenn das Licht gefriert
Amazon Preis: 16,00 €
Bücher.de Preis: EUR 16.00

Wenn das Licht gefriert

Thriller
Buch
Taschenbuch, 349 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3839227704

ISBN-13: 

9783839227701

Auflage: 

1 (09.09.2020)

Preis: 

16,00 EUR
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3839227704

Beschreibung von Bücher.de: 

Seit 40 Jahren schon ist Elisabeth mit Friedrich verheiratet - glücklich, trotz einiger Schicksalsschläge. Auch seine Alzheimererkrankung kann ihre Liebe nicht erschüttern.

Doch eines Abends ist er besonders verwirrt. Während eines TV-Beitrags über den seit 22 Jahren ungeklärten Mord an der besten Freundin ihrer Tochter gibt er Verstörendes von sich. Er erwähnt Details, die er gar nicht kennen dürfte. In Elisabeth regt sich ein schlimmer Verdacht …

Kriminetz-Rezensionen

Cold Case

Zum Inhalt:
22 Jahre nach dem Mord an Anna, der Freundin ihrer Tochter Valerie, greift eine Fernsehsendung den ungeklärten Fall auf. Doch dann fährt Elisabeth der Schrecken in die Glieder, als sich ihr demenzkranker Mann an Sachen in Verbindung mit Annas Tod erinnert, die eigentlich nur jemand wissen dürfte, der ihre Leiche gesehen hat. Stück für Stück bricht Elisabeths Welt zusammen.

Mein Eindruck:
Mit großer Vehemenz schildert Klementovic den Kampf seiner Protagonistin: Gegen die Demenz ihres Mannes, um das Glück ihrer Familie, um Gerechtigkeit für die tote Anna und letztendlich um ihr eigenes Leben. Dass er das schon früh in seinem Buch deutlich macht, tut der Spannung keinen Abbruch. Bis zur Aufklärung des Todesfalls hält er die Fäden in der Hand und gibt nur wenige Einblicke, die seiner Leserschaft einen kleinen Teil der Lösung erhaschen lassen, um an anderer Stelle umso mehr Fragezeichen aufblinken zu lassen. Dadurch steigt der Wunsch nach Wissen immer weiter – einmal in die Hand genommen, lässt sich das Buch nicht mehr weglegen. Klementovics Charaktere bestechen durch ihre Vielschichtigkeit und auch, wenn die Leser hauptsächlich durch die Augen von Elisabeth gucken, wird die Motivation aller deutlich und folgerichtig erklärt. Viele Spuren werden durch den Autor gelegt; Fallstricke verführen zu falschen Schlussfolgerungen – perfekt für das Thriller-Erlebnis.

Leider kann sich der Autor einen Epilog nicht verkneifen. Dieser möchte wohl noch eine Kirsche auf die Torte setzen, verfehlt dieses Ziel jedoch mit einem übertriebenen Doppel-Schlusspunkt. Der Titel kommt zwar dadurch wunderbar zu Ehren, trotzdem hätte mir persönlich das »normale« Ende gereicht und – leicht offen – besser gefallen.

Mein Fazit:
Bei aller Krimispannung auch wunderbar berührend.

Wenn das Licht gefriert

Ja, bei diesem Buch gefriert einem der Atem. Ich bin Vielleserin, aber ich muss sagen, ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das mich derart gefangen genommen hat und mir wirklich das Grausen gelehrt hat.

Elisabeth und Friedrich sind seit über 40 Jahren verheiratet. Seit einiger Zeit ist Friedrich an Alzheimer erkrankt und Elisabeth erkennt ihren Mann nicht mehr. Sie hatten aber eine weitaus glückliche Ehe geführt und deswegen will sie auch durchhalten und ihrem Mann die richtige Pflege zukommen lassen.

Vor 22 Jahren ist die beste Freundin ihrer Tochter an ihrem 18. Geburtstag ermordet worden. Die Leiche wurde im Moor gefunden, der Täter aber bis heute noch nicht aufgegriffen. Friedrich verbringt seine Tage vor dem Fernseher. Da wird eines Tages eine Sendung über Morde ausgestrahlt, bis heute noch nicht aufgeklärt sind. Darunter auch der Mord an Anna. Als Friedrich das Bild von Anna erkennt, wird er total unruhig und stammelt, dass Anna einen roten Slip mit weißen Herzen getragen hat.

Nun hört Elisabeth auf. Was weiß ihr Mann über den Mord? Hat er das Mädchen auf dem Gewissen, denn der Moormörder ist immer noch unterwegs und überfällt Frauen. Elisabeth beginnt zu recherchieren und sticht in ein Wespennetz. Ihr scheinen jetzt so manche Leute verdächtigt und deren Verhalten kommt ihr komisch vor. Immer mehr Ungereimtheiten fallen ihr jetzt auf und dann gerät sie selbst in Lebensgefahr.

Ein Buch, das sämtliche Facetten des Bösen durchleuchtet. Die Spannung steigert sich ins Unendliche, dramatische Dinge geschehen, die den Leser erschauern lassen. Bis zur letzten Seite wird man im Unklaren gelassen bis dann der Show down mit aller Gewalt auf einen niederprasselt. Am Ende des Buches ist man zuallererst sprachlos, man wundert sich über so viel Schlechtigkeit und Bösartigkeit.

Ich muss mir Roman »Klementovic« vormerken, um wirklich keines seiner Bücher zu verpassen.

Auch das Cover passt zu der ganzen Geschichte. Auf weißem Hintergrund schwarzes, fahriges Gekraxel. Einfach genial.

Der Moorkiller

Ein TV-Beitrag um den Tod eines Mädchens vor 22 Jahren stellt die ganze Welt im namenlosen Ort auf den Kopf. Anna Venz ist an ihrem 18. Geburtstag nach ihrer Feier in einem Tanzlokal verschwunden und später tot aufgefunden worden. Nur aufgeklärt konnte dieser Fall nicht werden, deshalb wird er jetzt in einer TV-Sendung vorgestellt.

Für die Beteiligten beginnt mit der Ausstrahlung der wahre Horror. Die Eltern Thomas und Monika sind über den Verlust ihrer Tochter auch jetzt noch nicht hinweggekommen. Auch der damalige Polizeichef Harald Lorenz, der jetzt in Pension ist, scheint noch immer an der Lösung des Falles großes Interesse zu haben. Valerie, die damalige Freundin von Anna, kann sich noch sehr gut an den Abend erinnern. Ihren Eltern Elisabeth und Friedrich war die Tote wie eine zweite Tochter. Friedrich, mittlerweile an Alzheimer erkrankt, wirft die Ausstrahlung der Sendung förmlich aus der Bahn. Er gibt einige Details von sich und verblüfft damit seine Ehefrau. Woher weiß er das alles und war er womöglich selbst der Täter? Diese Frage treibt sie um und lässt ihr keine Ruhe!

Es ist mein erstes Buch dieses Autors und es hat mich von der ersten Seite an voll gepackt und begeistert. Der Schreibstil und die kurzen Kapitel lassen diesen Thriller wahrlich zu einem Pageturner werden. Die Personen sind menschlich und lebensecht beschrieben, denn wie im normalen Leben hat jeder sein eigenes Päckchen zu tragen. Ich fühlte mich als Leser mittendrin in diesem Drama. Der Autor nimmt seine Leser natürlich mit auf diverse Irrwege und lässt an verschiedenen Figuren Zweifel aufkommen, wer die Wahrheit erzählt oder wer auch etwas verschweigt. Einzig beim Finale lässt er eine Figur über sich hinauswachsen und wahrlich unglaubwürdig viele Schmerzen aushalten, aber das kann man verkraften, denn ansonsten sind die Handlungen realistisch beschrieben. Und der Leser sollte auch nach der Auflösung wirklich dranbleiben, denn die letzten Seiten bzw. auch die Kapitel »5 Monate später«, »6 Wochen später« und »Epilog« müssen unbedingt gelesen werden.

Von mir bekommt dieser Thriller auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

Ergreifend und trotzdem spannend

Dies ist das erste Buch des Autors für mich gewesen und als reine Krimileserin, die an Ermittlerteams gewöhnt ist, bin ich mit gemischten Gefühlen an die Sache rangegangen. Ganz umsonst, wie sich herausgestellt hat.

Der Autor hat es geschafft, mich von Beginn an sowohl mit der Tat als auch mit seiner Schilderung der Krankheit und vor allem der Situation der Angehörigen – hier die Ehefrau – zu packen. Das Buch ist durch seine sehr detaillierten Beschreibungen sowohl der Umstände als auch der Gefühle sehr ergreifend.

Da ich von Anfang an nicht an das Offensichtliche geglaubt habe – ist ja bei allen guten Krimis so – kam trotz aller Betroffenheit auch die Spannung nicht zu kurz. Durch andauernde Wendungen und Andeutungen hätte ich am liebsten das Buch in einem Rutsch gelesen und war immer wieder traurig, teils auch angenervt, wenn ich das Buch zur Seite legen musste. Zumal man einige Andeutungen sofort zuordnen konnte – wie z.B. den Geruch, den Elisabeth wahrnimmt –, andere wiederum aber zunächst überhaupt nicht zuordnen konnte.

Die Auflösung, die nicht ganz am Ende des Buches erfolgt, war dann auch sehr überraschend. Leider war danach für mich etwas die Luft raus, obwohl in dem Buch noch einige Seiten zu lesen waren und das »zweite« Ende hat mich dann nicht ganz so überzeugt.
Dafür war der Epilog wieder umso ergreifender.

Wer empathisch und empfänglich für das Thema Alzheimer ist, dem wird das Buch extrem an die Nieren gehen. Einfach deshalb, weil man, wenn man nicht selbst betroffen ist, zwar die Problematik zur Kenntnis nimmt, aber nicht tiefer eindringt. Mit dem Buch wird einem dieser fehlende tiefe Einblick gewährt und bei empfindsamen Lesern, zu denen ich mich zähle, können da schon öfter die Tränen kullern.

Vom mir eine absolute Leseempfehlung für diejenigen Leser, die auch einen ruhigen, tief gehenden »Krimi« zu schätzen wissen.