Amazon Preis: 22,00 €
Bücher.de Preis: 22,00 €

Wiener Wiederauferstehung

Kriminalroman
Buch
Broschiert, 360 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3702510494

ISBN-13: 

9783702510497

Erscheinungsdatum: 

07.04.2022

Preis: 

22,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3702510494

Beschreibung von Bücher.de: 

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? (Lukas 24,5)

Der Programmierer Adrian Stuiber kann mit seinen Algorithmen Unglaubliches bewirken. Selbst den Tod scheinen er und sein exaltierter Freundeskreis überwinden zu können. Sie kreieren neue perfekte Geschöpfe.

Als Stuiber jedoch eines Tages leblos am Fuß eines alten Aussichtsturms aufgefunden wird, kann ihm kein Algorithmus mehr helfen. Der Griff nach den Göttern endete für ihn mit einem ganz und gar realen, tiefen Fall.

Vieles ist nicht, was es scheint. Welche Rolle spielt der heimliche Turmbewohner? Hat die Tat etwas mit dem Doppelleben des Mordopfers zu tun, oder geht es um Geld? Die Vermischung von Tod, Leben und neu Geschaffenem ist nicht die einzige Lüge, die es aufzudecken gilt.

Der »eiskalte Yuppieverein«, zu dem der Ermordete gehörte, ruft bei Chefinspektor Leo Lang und seinem Team keine Sympathien hervor. »De ham olle an Huscher«, diagnostiziert der dienstälteste Kollege Nowotny, doch das hilft auch nicht weiter. Mit Sorge beobachtet Lang, wie künstliche Intelligenz das Gefühlsleben derer, die sie nutzen, beeinflusst. Dazu kommt, dass ihn sein eigenes Gefühlsleben durch private Herausforderungen gehörig auf die Probe stellt.

Kriminetz-Rezensionen

Gute Story und aktuelle Gänsehautthematik

Nach »Die Akte Kalkutta« und »Des Träumers Verderben« ist dies der dritte Roman von Heidi Emfried. War beim zweiten der Ton etwas leichter, so ist bei »Wiener Wiederauferstehung« wieder, wie beim ersten, die Stimmung eher nachdenklich, trotz einiger heiterer Episoden.

»Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?« lautet der Untertitel, und dieses Bibelzitat trifft auf die Tätigkeit des Mordopfers Adrian Stuiber wirklich perfekt zu. Er und sein Freundeskreis, ein »eiskalter Yuppieverein« laut Chefinspektor Leo Lang, wollen scheinbar Gott spielen und den Tod mittels Künstlicher Intelligenz überwinden. Wie aktuell diese Thematik ist, zeigt die Berichterstattung in den Medien: Etwa das Theaterstück »keine Menschenseele« im Wiener Burgtheater oder der Google-Chatbot LaMDA, der ein Bewusstsein entwickelt haben soll. Man wird das Gefühl nicht los, dass wir uns damit noch viel beschäftigen werden (müssen).

Die Thematik ruft Unbehagen und Unsicherheit bei Langs Team hervor. Wer ist eigentlich tot, wer lebt? Wer existiert überhaupt? Was kann man noch glauben, wem kann man vertrauen? Wie sind Emotionen zu werten, nicht nur die der Beteiligten, sondern auch die eigenen? Da ist die lakonische Betrachtungsweise des »echten Wieners« Nowotny doch sehr erfrischend. »De ham olle an Huscher« dachte ich mir selbst öfters beim Lesen.

In Leo Langs Beziehung mit seiner Partnerin in ihrer schillernden Kreativwelt, die seiner eigenen so entgegengesetzt ist, kriselt es außerdem gewaltig. Das lässt die – durch die schwierige Materie ohnehin belasteten – Gefühle noch mehr aus dem Ruder laufen.

Es wäre aber kein Heidi Emfried-Krimi, wenn es nicht immer wieder unerwartete Wendungen gäbe. Ein extrem spannender Krimi übrigens! Die Auflösung fand ich sehr gelungen. Und darüber hinaus ein Buch, das einen noch lange nach dem Lesen nicht loslässt. Das so richtig unter die Haut geht.

Wie bei den Vorgängerbüchern ist auch hier am Ende ein Personenverzeichnis und ein Dialektglossar eingefügt, da ja nicht alle Leser des Wienerischen mächtig sind …