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Wintertod

Der zweite Fall für Hauptkommissar Arne Larsen. Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 416 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3499271982

ISBN-13: 

9783499271984

Erscheinungsdatum: 

23.09.2016

Preis: 

9,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 330.286
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Beschreibung von Bücher.de: 

Tatort Berlin - intelligente und atmosphärische Spannung aus der Hauptstadt. Auf einem stillgelegten Friedhof am äußersten Berliner Stadtrand wird eine junge Frau tot aufgefunden, kaum einen halben Meter tief im Boden verscharrt. Zusammen mit seiner Kollegin Mayla Aslan nimmt Hauptkommissar Arne Larsen, frisch nach Berlin versetzt, die Ermittlungen auf. Die Spuren führen zu einem kleinen Mädchen, das ein Dutzend Mal »Hilfe« in ihr Aufsatzheft kritzelt und schließlich in die Vergangenheit, zum geheimen Haus Nr. 24 in der Waldsiedlung der DDR. Larsen und Aslan ahnen nicht, dass sie nicht die einzigen sind, die den verstörenden Ereignissen nachspüren, während ein ungewöhnlich früher Wintereinbruch die Stadt mit eisigem Frost überzieht.

Hochsensibel und eigenwillig: Der zweite Fall für Hauptkommissar Arne Larsen.

Kriminetz-Rezensionen

Opfer und Täter

Eisige Winterluft liegt über Berlin und eisig ist auch der Empfang, den der frisch versetzte Kommissar Arne Larsen von seiner Kollegin auf der Dienststelle erfährt.

Auf einem alten aufgelassenen Friedhof wird eine Leiche gefunden, offensichtlich sorgsam in ein Leichentuch gebettet und vergraben. Bald darauf findet Arne, den sein „Bauchgefühl“ noch mal zum Fundort führt, noch eine weitere Tote in der Nähe, ein kleines Mädchen. Verwunderlich, dass das der Spurensicherung entgangen ist.

Eine Berliner Schule, übles Mobbing ist an der Tagesordnung. Doch das Kollegium schaut gerne weg, der Ruf der Schule soll nicht leiden. Lediglich Lea Zeisberg, eine Lehrerin, die nach einem „Vorfall“ einige Monate ausgefallen ist, will mehr wissen. Warum fehlen Merle und Kolja so oft in der Schule, warum gibt es kaum Atteste und was bedeutet der Hilferuf in einem Heft von Merle? Da sie niemand anhört, will sie auf eigene Faust mehr über die Familie Großmann erfahren.

Berlin, Waldsiedlung, 80iger Jahre: was geht in dieser hermetisch abgeschlossenen Wohnsiedlung der DDR Bonzen vor sich? Martin lebt dort mit seinem strengen Stiefvater und der kranken Mutter. Martin eifert seinem Stiefvater nach, er ist sein Vorbild an Stärke, Mut und Macht.

Düster, kalt, bedrückend – das ist der Grundton dieses Kriminalromans. Gewalt gegen Frauen, Gewalt gegen Kinder, Repressionen, Mobbing, Ausgrenzung, alles was zur allgegenwärtigen, alltäglichen Erfahrung der Polizei gehört, wird thematisiert. Es gibt viele Handlungsstränge und Zeitebenen, die auf sehr geschickte und anspruchsvolle Weise verknüpft werden. Dabei kommt der Roman ganz ohne explizite Gewaltszenen aus, sehr viel subtiler geht der Autor vor. Er lässt allein durch seine Sprache die Geschichte im Kopf der Leser entstehen, was oft viel eindrücklicher ist, als eine Beschreibung.

Mir persönlich war das etwas zu viel an Düsternis und Hoffnungslosigkeit, es fehlte mir ein positives Gegengewicht. Die Konstruktion der Geschichte war mir auch zu verwinkelt, manche gewichtig dargestellte Szenen verlieren sich im Lauf der Geschichte, aber alle Handlungsstränge verknüpfen sich am Ende zu einer schlüssigen Lösung.

Ich war von diesem Roman fasziniert und wurde komplett in den Sog der Handlung gezogen. Die beschriebenen Szenen lösten bei mir ein sehr lebhaftes Kopfkino aus, das Buch hat mich noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Ein wirklich bemerkenswerter Krimi.

subtile-väterliche Macht

Durch Zufall wird auf einem verlassenen Friedhof in Berlin die Leiche einer Frau gefunden. Es ist nicht klar, ob es Mord oder Selbstmord war. Die Frau wird auch nicht vermisst. Arne Larsen und Mayla Aslan ermitteln mühsam in diesem Fall.

Gleichzeitig nimmt eine Lehrerin die Hilfe-Rufe in einem Aufsatzheft einer Schülerin wahr und beobachtet seltsame Dinge bei sich an der Schule. Aber scheinbar scheint sich keiner dafür zu interessieren.

Als eine weitere Leiche auf dem Friedhof auftaucht, verdichten sich die Hinweise und die Fährte zur Schule ergibt neue Erkenntnisse. Aber noch lange ahnen Arne und Mayla nicht, was hinter dem Ganzen wirklich steht.

Den Leser erwartet Spannung pur in diesem Kriminalroman von Thomas Nommensen. Wobei ein Roman ist es eher weniger, es geht mehr in Richtung Thriller.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht des Ermittlerteams Arne und Mayla erzählt. Es gibt noch zwei weitere Erzählstränge, nämlich die Perspektive der Lehrerin Lea Zeisberg und Rückblicke in das Leben eines Kindes in der Waldsiedlung der DDR. Alle Perspektiven sind in der personalen Erzählweise geschrieben. Durch die verschiedenen Erzählperspektiven wird der Leser immer neugieriger und in den Spannungs-Sog gezogen.

Besonders interessant fand ich die Rückblicke in die Waldsiedlung. Man ahnt schon, dass es was mit der Gegenwart in Berlin zu tun hat. Und doch bleibt vieles bis zum Schluss verborgen, bevor sich alles schlüssig am Ende zusammenfügt.

Der Schreibstil des Autors Thomas Nommensen ist überaus lebendig, spannend und bildreich. Besonders gut gefielen mir die Beschreibungen des leerstehenden Krankenhauses und den Geschehnissen in diesem. Das war gruselig.

„Wintertod“ erzählt von Opfern und Tätern, von Gewalt und Angst, aber alles zwischen den Zeilen. Vieles wird nur angedeutet und spielte sich in meiner Fantasie ab. Ich malte mir aus, was zwischen den Zeilen passierte. Gleichzeitig war ich fasziniert und schockiert von der subtilen Macht, die Menschen auf andere Menschen ausüben können.

„Wintertod“ ist der zweite Fall des Hauptkommissares Arne Larsen. Den ersten Band „Ein dunkler Sommer“ kenne ich nicht. Man kann beide Bücher unabhängig voneinander lesen. Das erste Buch „Ein dunkler Sommer“ will ich nun aber auch unbedingt lesen ...

Opfer oder Täter?

Arne Larsen hat sich nach Berlin versetzen lassen. Doch er ist noch gar nicht richtig angekommen, als er schon von seiner Kollegin Maya Aslan zu einem neuen Fall gerufen wird. Auf einem ehemaligen Friedhof der DDR ist eine verscharrte Leiche gefunden worden.

Die Lehrerin Lea Zeisberg findet in dem Heft eines Mädchens einen Hilferuf. Lea hat gerade erst nach einem traumatischen Ereignis wieder ihren Dienst angetreten. Irgendetwas läuft schief an der Schule. Eine Kollegin hat Angst vor den Schülern.

Dann gibt es noch einen Rückblick in die Vergangenheit. Der kleine Martin lebt mit seiner Mutter und seinem Stiefvater in der der abgeschotteten Waldsiedlung unter extremen Bedingungen.

Was haben diese unterschiedlichen Handlungsstränge miteinander zu tun?

Der Schreibstil ist spannend und sehr fesselnd. Ein früher Wintereinbruch überzieht Berlin mit Frost. Genauso frostig habe ich mich manches Mal beim Lesen gefühlt. Es ist erschütternd und bedrückend, was in manchen Familien geschieht und niemand bekommt etwas mit oder er sieht weg.

"Wintertod" ist der zweite Fall mit Hauptkommissar Arne Larsen. Arne hat es nicht leicht. Die WG beschert ihm nicht gerade ein Zuhause und seine Vorgesetze Mayla Aslan ist sehr spröde. Arne ist ein besonnener Ermittler und sich mit Mayla nicht immer einig. Er geht weiter seinen Ermittlungen nach und schon gibt es die nächste Leiche. Mayla trägt Altlasten mit sich herum, welche ist noch nicht klar, was dafür sorgt, dass sie nicht gerade umgänglich ist. Aber mit der Zeit raufen sich die beiden immer mehr zusammen. Die Charaktere sind ausführlich und authentisch beschrieben.

Ich habe lange gebraucht, um Zusammenhänge zu erkennen. Am Ende gibt es dann die Lösung – logisch, erschreckend und grausam. Der Krimi hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf den nächsten Fall mit Larsen und Aslan.