Cover von: Unter Wölfen - Der verborgene Feind
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Unter Wölfen - Der verborgene Feind

Nürnberg 1942: Der zweite Fall für Isaak Rubinstein. Kriminalroman
Buch
Broschiert, 350 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3809027367

ISBN-13: 

9783809027362

Auflage: 

1 (12.10.2020)

Preis: 

16,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3809027367

Beschreibung von Bücher.de: 

Ein jüdischer Antiquar, getarnt als hochrangiger Nazi-Ermittler …

»Alex Beer kann einfach historische Spannung.« Emotion

Nürnberg, April 1942: Der jüdische Antiquar Isaak Rubinstein, der sich noch immer als Sonderermittler Adolf Weissmann ausgibt, lässt sich auf eine Liaison mit der Nazigröße Ursula von Rahn ein. Durch sie erhält er Zugang zu den höchsten gesellschaftlichen Kreisen und bekommt Einsicht in die Pläne der Gegenseite. Doch dann wird Nürnberg plötzlich von brutalen Morden erschüttert. Zwei junge Frauen werden erdrosselt aufgefunden. Bereits vor zwei Jahren war ein ähnlicher Mord verübt und der Täter nicht gefasst worden. Isaak bekommt von Berlin die Order, den »Würger« aufzuspüren. Der Fall entpuppt sich als äußerst schwierig. Darüber hinaus hat Isaak noch ganz andere Probleme: Seine Popularität hat Neider auf den Plan gerufen und besonders ein Mann könnte ihm gefährlich werden …

Alle Bücher der Serie:
Unter Wölfen (Bd. 1)
Unter Wölfen - Der verborgene Feind (Bd. 2)

Die Kriminalinspektor-Emmerich-Reihe:
Der zweite Reiter: Ein Fall für August Emmerich (Bd. 1)
Die rote Frau: Ein Fall für August Emmerich (Bd. 2)
Der dunkle Bote: Ein Fall für August Emmerich (Bd. 3)
Das schwarze Band: Ein Fall für August Emmerich (Bd. 4)

Kriminetz-Rezensionen

Ein Lamm unter Wölfen

Schauplatz Nürnberg 1942

Der jüdische Antiquar Isaak Rubinstein ist auch in diesem Band in die Rolle des NS-Sonderermittlers Adolf Weissmann in Nürnberg geschlüpft. Es ist eine sehr große Herausforderung und für ihn auch oft brandgefährlich, als überzeugter Nationalsozialist aufzutreten. Er ist in diesem gesellschaftlichen Kreis aufgenommen worden und durch die Bekanntschaft mit Ursula von Rahn, die ihn unbedingt heiraten möchte, versucht er Zugang zu den geheimen Dokumenten der »Operation Georg« zu bekommen. Leider müssen verschiedene Frauenmorde aufgeklärt werden und als angeblich bester Kriminalist Deutschlands wird er zusammen mit Paul Köhler eingesetzt. Ihr Verhältnis ist anfangs durch Animositäten geprägt und bessert sich erst im Laufe der Zeit. Felix Bachmayer vom »Nürnberger Beobachter« ist gegenüber Weissmann ebenfalls sehr skeptisch und misstrauisch, dies vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass auch er Ursula von Rahn erobern möchte. Isaak alias Adolf Weissmann bewegt sich hier auf ganz dünnem Eis mitten unter den Wölfen, denn einerseits will er die Dokumente beschaffen, andererseits muss er die Morde aufklären und sich Ursula von Rahn vom Hals halten, weil in Berlin Clara auf ihn wartet. Eine echte Gratwanderung!

Parallel dazu erfährt der Leser die Geschichte von Marianne aus dem Jahr 1939 als sie einen Heiratsantrag nicht annimmt, mit einem neuen Verehrer aufs Land zieht und heiratet. Die aktuellen Mordopfer zeichnen sich dadurch aus, dass sie alle große Ähnlichkeiten mit Marianne aufweisen – sie sind kleine Blondinen mit Stupsnase und Sommersprossen.

Alex Beer hat auch diesen zweiten Band um Isaak Rubinstein spannend geschrieben. Isaak wurde für mich sehr gut charakterisiert, vor allem war auch diese ständige Angst um seine Enttarnung und sein Bemühen, Adolf Weissmann zu imitieren förmlich spürbar. Allerdings hat er nach meinem Dafürhalten stellenweise naiv gehandelt und es grenzt fast an ein Wunder, dass er sich bisher als Weissmann durchlavieren konnte und noch nicht aufgeflogen ist, denn es gab ja einige Personen denen er suspekt bzw. fragwürdig vorkam. Die beklemmende Atmosphäre, in der er sich bewegt, war sehr gut nachvollziehbar, ebenso die Gesellschaften und Festivitäten der Nazigrößen. Die Auflösung des Falles ist sehr gut gelungen und das Buch endet mit einem Cliffhanger. Ich fühlte mich gut unterhalten und bin gespannt, wie es mit dem Lamm unter Wölfen weitergeht. Ich bin auf jeden Fall dabei!

Von mir eine Leseempfehlung!

Doppelspiel

Nürnberg 1942 – inmitten des Nazi-Terrors sieht sich Isaac Rubinstein immer noch in großer Gefahr. Er hatte die Identität des Sonderermittlers Adolf Weissmann angenommen, um eine Aktion des Widerstands zu unterstützen. Seine große Ähnlichkeit mit dem Nationalsozialisten machte das möglich. Die Aktion ist gelungen, aber nicht Rubinsteins Flucht. Er soll die Untersuchungen zum Mord an einer jungen Frau, Tochter einflussreicher Nazis, übernehmen. Nun hat er nur 4 Tage Zeit, denn dann hat er die letzte Möglichkeit außer Landes gebracht zu werden.

Er spürt, dass die Aufdeckung seiner falschen Identität immer wahrscheinlicher wird. Seine Tarnung ist löchrig, von Polizeiarbeit versteht er zu wenig – und immer mal ein Spruch aus Conan Doyles Feder reicht nicht. Er ließ sich außerdem auf eine Liaison mit Nazigröße Ursula von Rahn ein, um an Informationen zu kommen, damit zieht er aber auch die Aufmerksamkeit eines Nebenbuhlers an.

Bald wird ihm klar, dass der Tod der jungen Frau keine Einzeltat ist, es gibt deutliche Hinweise, dass es sich um einen Serienmörder handelt, der schon mehrfach zugeschlagen hat.

Der feingeistige Antiquar Isaac fühlt sich in seiner Rolle als Nazi-Ermittler äußerst unwohl, immer muss er die Enttarnung fürchten und unter Hochdruck ermitteln. Diese Anspannung verleiht dem Krimi ein hohes Tempo, als Leser bange ich auf jeder Seite mit Isaac. Der historische Kriminalroman fängt die Atmosphäre der Nazi-Zeit gut ein. Besonders die Begeisterung der Nürnberger Bevölkerung ist gut beschrieben, die Stadt ein Fahnenmeer in Rot-Weiß-Schwarz.

Die Figur des Isaac Rubinstein ist idealisiert. Ein Mann, der innerhalb weniger Tage vom Bücherwurm zum harten Ermittler wird, furchtlos in Arbeitszimmern schnüffelt, den Nazi-Jargon verinnerlicht und als Kriminalist durchgeht, ist nicht unbedingt realistisch, aber in jedem Fall für Spannung gut. Die anderen Protagonisten sind eindimensionaler beschrieben, stramme Nazis meist, die austauschbar sind. Bei Kriminalist Köhler, widerwilliger »Kollege« von Isaac, meine ich eine innere Abwehr zu spüren, die die Figur interessanter macht.

Dass Isaac sich immer wieder in allerletzte Minute durch geschicktes Taktieren oder durch Zufall aus der Schlinge ziehen kann und unentdeckt bleibt, wiederholt sich dabei immer wieder, schließlich muss er noch in einem weiteren Fall ermitteln. Aber da sehe ich die Gefahr, dass sich das Motiv nach zwei Bänden abnutzt hat.

Mein Fazit: Ein spannender, düsterer Kriminalroman, der mich gut unterhalten hat.

Was würde Sherlock Holmes tun?

Adolf Weissmann alias Isaak Rubinstein muss sich erneut in einem Beruf beweisen, von dem er eigentlich gar keine Ahnung hat – er spielt einen Kriminalbeamten und das ohne jede Vorkenntnis dieses Berufes. Dazu kommt, dass er als Jude auch noch einen überzeugten Nazi darstellen muss und nebenbei, sozusagen undercover, versucht dem Widerstand zu helfen. Ziemlich viel auf einmal finde ich.

Erfahrener Kollege
In diesem Fall muss Adolf Weissmann/Isaak Rubinstein sich auf die Suche nach dem Mörder einer jungen Frau machen und niemand anders als Heinrich Himmler erteilt ihm diesen Auftrag. Ihm wird mit Paul Köhler ein Kriminalpolizist zu Seite gestellt, der wirklich erfahren ist. Ihn kann er nicht so schnell mit allerlei Halbwissen aus alten Sherlock Holmes Büchern beeindrucken. Dazu kommt, dass der Kollege Köhler ohnehin genervt ist, dass Adolf Weissmann/Isaak Rubinstein in »seinem« Fall ermittelt.

Eifersüchtiger Reporter
Auch von anderer Seite droht Isaak Rubinstein die Enttarnung. Der Journalist Felix Bachmayer hat selbst schon lange ein Auge auf die ebenso attraktive wie einflussreiche Ursula von Rahn geworfen und versucht alles, um Adolf Weissmann/Isaak Rubinstein zu diskreditieren. Einem einigermaßen geübten Reporter müsste eigentlich die eine oder andere Diskrepanz auffallen. Allerdings schafft Adolf Weissmann/Isaak Rubinstein es meist, sich dank seiner Intelligenz ganz gut aus jeder Affäre zu ziehen.

Nebensächlicher Mord
Der eigentliche Kriminalfall ist eher Nebensache und ich fand ihn reichlich »lau« konstruiert. Die Entwicklung, die der Täter seit seiner Initialtat nahm, wird zwar aufgezeigt – aber am Ende konnte mich das alles nicht so wirklich überzeugen. Sehr überzeugend fand ich hingegen, wie Alex Beer den Alltag im Dritten Reich darstellt und mit Kleinigkeiten und Begriffen vorführt, wie der Kult um Hitler inszeniert wurde. Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der einen dritten Teil sehr wahrscheinlich macht.

Mein Fazit
»Unter Wölfen – Der verborgene Feind« von Alex Beer konnte mich als Kriminalroman nicht wirklich überzeugen. Ich fand den historischen Teil, die Schilderungen des Alltags und die schwierige Gefühlslage des Protagonisten wirklich spannend und einfühlsam – aber kaufe ich mir deswegen einen Kriminalroman? Eher nicht.