Cover von: The Woman in the Window
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The Woman in the Window

Was hat sie wirklich gesehen? Thriller
Buch
Taschenbuch, 544 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3764506415

ISBN-13: 

9783764506414

Erscheinungsdatum: 

19.03.2018

Preis: 

15,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 4.470
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3764506415

Beschreibung von Bücher.de: 

»Der fesselndste Thriller, den ich seit ›Gone Girl‹ gelesen habe. A.J. Finn ist ein kühner Debütautor - meisterhaft.« Tess Gerritsen

Anna Fox lebt allein. Ihr schönes großes Haus in New York wirkt leer. Trotzdem verlässt sie nach einem traumatischen Erlebnis ihre vier Wände nicht mehr. Anna verbringt ihre Tage damit, mit Fremden online zu chatten, zu viel zu trinken - und ihre Nachbarn durchs Fenster zu beobachten. Bis eines Tages die Russels ins Haus gegenüber einziehen - Vater, Mutter und Sohn. Bei dem Anblick vermisst Anna mehr denn je ihr früheres Leben, vor allem, als die neue Nachbarin sie besucht. Kurze Zeit später wird sie Zeugin eines brutalen Überfalls. Sie will helfen. Doch sie traut sich nach wie vor nicht, das Haus zu verlassen. Die Panik holt sie ein. Ihr wird schwarz vor Augen. Als sie aus ihrer Ohnmacht erwacht, will ihr niemand glauben. Angeblich ist nichts passiert ...

Kriminetz-Rezensionen

The Woman in the Window ...

»Ein Haus, das sie nicht verlassen kann.
Ein Verbrechen, das nur sie gesehen hat.
Eine Gefahr, die über allen schwebt.« Zitat aus dem Buch

Zum Inhalt: Anna Fox hatte vor elf Monaten ein traumatisches Erlebnis. Seit damals verlässt sie ihr Haus in New York nicht mehr. Oft sitzt sie am Fenster, beobachtet ihre Nachbarn und schießt Fotos. Eine neue Familie, die Russels, ist ins Haus gegenüber eingezogen. Anna wird von der neuen Nachbarin besucht und findet sie sehr nett. Als Anna kurz darauf bei den Russels einen gewalttätigen Überfall sieht, ist sie schockiert und gerät in Panik. Sie fühlt sich hilflos, aber versucht trotzdem ihr Haus zu verlassen, um der Frau zu helfen … Anna wacht im Krankenhaus auf. Niemand glaubt ihr, dass etwas Furchtbares passiert ist…

Meine Meinung: Der Schreibstil des Autors A. J. Finn ist fließend und einprägsam. Erzählt wird aus Annas Sicht in Ich-Form. Die Stimmung wirkt düster und gedrückt. Die Geschichte ist zwar an den Hitchcock-Klassiker 'Das Fenster zum Hof' angelehnt, hat aber trotzdem ihre eigene Note.

Anna Fox, eine ehemalige Kinderpsychologin, leidet unter Agoraphobie. Ihr Leben ist von Angstzuständen, Depressionen, Schuldgefühlen und Panikattacken geprägt. Mit Medikamenten und zu viel Alkohol betäubt sie ihre Ängste. Da sie ihr Haus nicht mehr verlassen kann, vertreibt sie sich ihre Zeit mit Schwarz-Weiß-Filmen, Schach und Chats im Internet. Im AGORA-Forum berät sie andere Betroffenen, sich selbst kann sie allerdings nicht helfen. Am Fenster beobachtet sie das Leben draußen. Sie lebt allein, ihr Mann und ihre Tochter sind nicht mehr bei ihr. Was ist vor 11 Monaten passiert? Schrittweise erfährt man durch Annas Gedanken mehr über ihre Vergangenheit.

»Eins, zwei, drei … Ich reiße die Tür auf. Licht und Luft springen mich an. Einen Moment steht alles still, so still wie im Film, so langsam wie ein Sonnenuntergang …« Zitat aus dem Buch, Seite 79

Nach dem Überfall im Haus der Russels ist Anna aufgewühlt. Die Polizei und die Nachbarn halten sie für verrückt. Ihr Psychiater macht sich Sorgen. Anna versucht allein im Internet mehr über die Russels herauszufinden. Die Familie wirkte auf mich suspekt. Irgendetwas scheinen sie zu verbergen. Alistair Russell ist unsympathisch. Ethan, der Sohn der Russels, scheint verängstigt zu sein. Aber warum? Jane Russel? Ist das allerdings nur Annas Eindruck, der sich widerspiegelt, oder stimmt es auch?

»»Etwas kann nicht »exakt wahr« sein«, sagt er. »Entweder ist es wahr oder falsch. Entweder ist es real oder nicht.« »Ziemlich wahr«, antworte ich.« Zitat aus dem Buch, Seite 139

Umso mehr geschah, umso unheimlicher wurde es. Anna beginnt an ihrem Verstand zu zweifeln. Als Leser wurde ich auch unsicher. Ist alles nur Annas Einbildung? Könnte es mit den Tabletten und dem Alkoholmissbrauch zusammenhängen? Wie viel von dem, was angeblich passiert, ist real?

Der Autor versteht es, den Leser zu verwirren. Zeitweise war es für mich dennoch zu lang gezogen. Die Spannung ist größtenteils unterschwellig und steigt relativ spät an. Sonderbare Vorkommnisse lassen Zweifel aufkommen. Manches konnte man zwar ein bisschen erahnen, aber letztendlich hat mich das nachvollziehbare Ende doch sehr überrascht! Besonders interessant fand ich, wie der Autor das Thema Angststörungen in das Geschehen integriert hat. Sehr gut gelungen! Ein raffinierter psychologischer Spannungsroman - Leseempfehlung!
4 Sterne

»Ich habe das Gefühl, dass in dir irgendetwas steckt, von dem niemand etwas weiß.
- Schatten des Zweifels (1943)« Zitat aus dem Buch, Seite 7

Zuhause in Sicherheit

Anna Fox lebt in ihrem großen Haus in New York alleine. Nach einem traumatischen Erlebnis verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie trinkt zu viel, chattet mit Unbekannten und beobachtet ihre Nachbarn mit einem Fernglas.

Als sie neue Nachbarn bekommt, beobachtet sie Vater, Mutter und Sohn ganz genau, um sie näher kennenzulernen. Eines Abends kommt die neue Nachbarin zu Besuch. Anna vermisst sehr ihr altes Familienleben mit Mann und Tochter, bekommt aber auch Hoffnung. Kurze Zeit später beobachtet sie, wie die Nachbarin von ihrem Mann brutal angegriffen wird. Anna muss ihr helfen, aber kaum aus dem Haus bekommt sie eine Panikattacke und wird ohnmächtig. Niemand will ihr glauben, was sie gesehen hat.

„The woman in the window“ von A. J. Finn ist ein Debüt mit einem überraschenden Ende. Der Schreibstil lässt sich gut lesen und nimmt einen schnell gefangen. Die Spannung leidet zwischendurch unter den wiederkehrenden Tätigkeiten der Protagonistin wie chatten, trinken, beobachten und über ihr Leben grübeln. Andererseits lernt man Anna richtig gut kennen. Auf Grund seiner eigenen Erfahrungen bringt der Autor Annas Depression authentisch rüber und als Leser kann man die Misere der Angst und Panik gut nachvollziehen. Agoraphobie, die Angst raus zu gehen, wird verständlich dargestellt und es werden auch Einblicke in verschiedene Therapieformen gegeben.

Was zu Annas Trauma geführt hat, erfährt man nach und nach. Hier ist ihre Wahrnehmung verschoben und sie verschließt sich vor der Realität. Und auch im Nachbarhaus ist nichts so, wie Anna es beobachtet und von den Nachbarn dargestellt wird. Beides wurde sehr meisterlich fingiert.

Von mir bekommt das Buch eine Leseempfehlung trotz einiger Durststrecken durch die sich wiederholenden Beschreibungen von Annas Leben.

The Woman in the Window

Der Roman liest sich wie eine Hommage an alte Hollywoodfilme. Natürlich muss man beim Titel bereits an Hitchcocks “Das Fenster zum Hof“ denken, beim Lesen fühlte ich mich aber auch sehr an „Sunset Boulevard“ erinnert, jener Film, in dem eine alternde Diva die Zeit damit totschlägt, ihre alten Filme anzusehen. Dr. Anna Fox ist aber erst 39 Jahre alt und sie ist keine Schauspielerin, sondern Psychotherapeutin. Sie hat selbst etwas sehr Schlimmes erlebt, etwas, das sie daran hindert, ihr Haus zu verlassen. Was das genau ist, ahnt man sehr schnell aufgrund ihrer inneren Dialoge.

Dr. Fox lebt in einem riesengroßen abgedunkelten Haus, das so viele Zimmer hat und sich anfühlt als habe es im Inneren die Ausmaße einer mittleren Kleinstadt. Sogar ein Garten befindet sich auf dem Dach. Mit dem jüngeren Untermieter, der nicht wie in Sunsetboulevard über der Garage wohnt sondern im Keller, streift sie eine kurze Beziehung. Schnell wird er ihr unheimlich.

Das infame Spiel gegenüber der Hauptperson, die diskreditiert und als verrückt hingestellt wird, wird derart auf die Spitze getrieben, dass sie selbst beginnt, ihre eigene Wahrnehmung zu hinterfragen. Zumal sie jede Mengen Tabletten einwirft und Alkohol konsumiert. Was ist Wahn, was Wirklichkeit? Hat sie wirklich im Nachbarhaus etwas beobachtet? Und wer war eigentlich diese Frau, der sie Zutritt zu ihrem Haus gewährte? War sie die Mutter des Jungen, der öfter bei ihr auftaucht? Muss sie den vor seinen Vater beschützen? Man taucht tief ein in die Innenwelt der Protagonistin.

Das alte Hollywood-Genre ist so spannend und so leichthin in der Ich-Erzählerinnen-Perspektive nachempfunden, dass sich der Roman nur schwer aus der Hand legen lässt. Eine überaus geglückte Adaption des Genres!