Cover von: Zappeduschder
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Zappeduschder

Saarland Krimi
Buch
Taschenbuch, 240 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3740809655

ISBN-13: 

9783740809652

Erscheinungsdatum: 

25.06.2020

Preis: 

12,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3740809655

Beschreibung von Bücher.de: 

Mörderisches Saarland.

Eigentlich hat Kommissarin Kristina Herbich in Bayreuth alle Hände voll zu tun: Ein Mordfall in einer Tanzbar fordert ihre volle Aufmerksamkeit.

Doch bei ihren Nachforschungen verliebt sie sich, und ehe sie sich's versieht, ist sie schon auf dem Weg ins Saarland. Auf der Fahrt dorthin begeht sie einen folgenschweren Fehler, als sie eine Anhalterin abweist. Kurze Zeit später ist die junge Frau tot - sie wurde am Bostalsee misshandelt und ermordet. Während sich Kristina große Vorwürfe macht, erfährt sie, dass in der Gegend immer wieder Anhalterinnen spurlos verschwinden …

Kriminetz-Rezensionen

Tod einer Anhalterin

Mordermittlungen führen Kommissarin Kristina Herbisch in ein Bayreuther Tanzlokal und bei Zeugenbefragungen trifft so dort auf Philipp aus dem Saarland und es funkt gewaltig. Ausgerechnet Kristina, die sonst ein wenig kontaktscheu ist, wirft alle ihre Bedenken über den Haufen und fährt nur kurze Zeit später zu Philipp. Unterwegs hat sie eine unangenehme Begegnung mit einer jungen Anhalterin. Wenig später wird eine junge Frau tot am Bostalsee gefunden und in der Abbildung erkennt Kristina mit Schreck und schlechtem Gewissen die Anhalterin.

Als sie bei ihrer Zeugenaussage noch erfährt, dass es nicht die erste Anhalterin ist, die in der Gegend verschwunden ist, bietet sie ihrem saarländischen Kollegen die Mithilfe an. Doch auch in ihrem Saarland-Urlaub hält sie der Kollege im Mordfall in Bayreuth auf dem Laufenden.

Zwei Morde – zwei Landschaften – zwei Dialekte und jede Menge Spuren und Handlungsfäden. Die Autorin hat sich einen raffinierten Plot ausgedacht, der mich immer wieder rätseln ließ. Dazu schreibt sie fesselnd und hält den Spannungsbogen auf hohem Niveau. Aber auch kleine Verschnaufpausen gönnt mir die Autorin, immer dann, wenn ich mich über den saarländischen Dialekt oder Philipps zahlreiche Fettnäpfchen amüsieren darf. Dazu kommt als liebenswerter Sidekick Kristinas Onkel Johan mit seinem putzigen Rauhaardackel. Ich finde solche kleinen Abschweifungen in Krimis sympathisch. Auch dass mit Saarländern und Franken zwei ganz verschiedene Typen aufeinander treffen, war eine witzige Idee. So konnte Frau Lochmüller nicht nur mit den Mundarten spielen, sondern auch treffende Situationen einbauen.

Die Auflösung des Krimis hat alle Fäden zusammen geflochten und war schlüssig. Vielleicht ist das Ende etwas zu schnell gekommen. Hier hätte ich Kristina als Hauptperson des Krimis gerne mehr »Spielzeit« gegönnt.

Auch das Titelbild sollte man erwähnen. Emons hat inzwischen mit seinen Covern einen tollen Wiedererkennungseffekt geschaffen und das Foto ist sehr stimmungsvoll.

Der Tanz mit dem Tod

Das hätte sich Kriminalkommissarin Kristina Helbrich wohl selber nicht zu träumen gewagt, dass sie in ihrem Urlaub wirklich ihre Heimat Bayreuth verlässt. Zu verdanken hat sie dies ihrer neuen Liebe, mit der sie in Form eines Lokalreporters aus dem Saarland plötzlich konfrontiert wurde. Obwohl ein ungeklärter Fall auf den Schreibtischen des Kommissariats liegt und ihr Vorgesetzter wenig begeistert von ihrer ungewohnten Reiselust ist, bricht sie ins Saarland auf und stößt unterwegs auf eine aufdringliche Tramperin, die sie letzten Endes aus ihrem Auto wirft. Kurze Zeit später ist die junge Frau tot und Kristina nimmt von ihrem schlechten Gewissen getrieben eigene Ermittlungen auf …

»Zappeduschder« ist der zweite Band um die etwas eigensinnige Hauptprotagonistin Kristina Helbrich. Die Autorin Jacqueline Lochmüller erzählt die Geschichte in einem lockeren und sehr lebendigen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt und im Buch für ordentliches Tempo sorgt. Den Spannungsbogen baut sie direkt zu Beginn über das ungewisse Schicksal einer jungen Anhalterin auf und hält ihn über die ereignisreichen und ungewöhnlichen Ermittlungen stets auf einem hohen Niveau. Der Leser bekommt so über plötzliche Wendungen und überraschende Informationen immer wieder die Gelegenheit, eigene Überlegungen bezüglich Täterschaft und Tathintergründe anzustellen. Gleichzeitig macht es Jacqueline Lochmüller ihm nicht ganz einfach, die Hauptprotagonistin vom Fleck weg zu mögen, da sie mit ihrer burschikosen Art durchaus ein wenig aneckt. Das macht den Charakter aus meiner Sicht aber nur interessanter und verleiht dem Kriminalroman einen besonderen Charme.

Insgesamt ist »Zappeduschder« aus meiner Sicht ein sehr gut gelungener Regionalkrimi, der mit einem über eingestreute Dialekte wohldosierten Lokalkolorit, einer überzeugenden Kommissarin und einer clever konzipierten Geschichte überzeugen kann. Es bleibt zu hoffen, dass es für Kristina Helbrich noch den einen oder anderen Fall zu knacken gibt, so dass ich das Buch sehr gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.